Orchideen natürlich düngen: Orchideendünger selber machen | 12 Hausmittel

Schmetterlingsorchidee - PhalaenopsisOrchideen werden in vielen Haushalten immer beliebter, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass die dekorativen Blumen oft auch im Supermarkt angeboten werden. Doch ist die pflegeintensive Pflanze erst einmal im eigenen Heim, dann stellt sich hier auch die Frage nach der richtigen Düngung. Zwar werden im Handel verschiedene fertige Orchideendünger angeboten, doch diese sind auch aus diversen Hausmitteln schnell selbst gemacht. So zeigt der folgende Artikel viele verschiedene Hausmittel, die jeder im Kühl- oder Küchenschrank hat, mit denen die Orchideen mit allem versorgt werden, was sie für ein gesundes Wachstum benötigen.

Auf Chemie verzichten

Wenn die dekorativen Orchideen im eigenen Haushalt Einzug gehalten haben, dann stellt sich hier auch die Frage nach der richtigen Düngung. Natürlich sind im Handel viele verschiedene fertige Orchideendünger erhältlich. Doch oft soll keine Chemie und keine fertigen Produkte eingesetzt werden. Das ist bei Orchideen auch gar nicht nötig, denn die anmutigen Pflanzen können mit vielen Hausmitteln und Abfallprodukten aus der Küche versorgt werden.

12 Hausmittel als natürlicher Orchideendünger

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über 12 Mittel, die sich als natürlicher Orchideendünger bewährt. Daneben geben wir auch noch Anwendungstipps.

Bittersalz
Bittersalz als natürlicher OrchideendüngerBittersalz ist eigentlich aus der Apotheke bekannt, denn dieses wird oft bei Verdauungsstörungen zur Abführung genutzt. Aber auch den Orchideen kann es wertvolle Nährstoffe bieten. Vorsicht ist hier beim Kauf von parfümierten Bittersalzen geboten, denn oft werden diese in der Drogerie auch als Dusch- oder Fußgel verkauft. Nur reines Bittersalz sollte für die Orchideen wie folgt Anwendung finden:
  • ein Teelöffel Bittersalz
  • zwei Liter Wasser
  • nicht zu häufig düngen
  • bietet den Nährstoff Magnesium
{infobox type=check|content=Tipp: Bei allen Düngergaben gilt, nicht zu viel geben. Denn viel hilft in den meisten Fällen hier nicht viel. Daher sollte regelmäßig aber mäßig gedüngt werden.}

Melasse

Die zähe Melasse, die aus einem dunkelbraunen Zuckersirup besteht, kann als Dünger für die Orchideen eingesetzt werden. Durch die Düngung mit Melasse erhält die Pflanze vor allem den Nährstoff Kalium. Die Melasse wird hierzu wie folgt verwendet:
  • ein Teelöffel Melasse
  • mit zwei Liter Wasser vermischen
  • alternativ zu normalem Gießwasser nutzen
  • kann alle zwei Wochen gegeben werden
Kuhmilch
Auch Kuhmilch steht in fast jedem Kühlschrank. Diese kann ebenfalls als Dünger verwendet werden. Die Anwendung dieser Proteinquelle ist hierbei ganz einfach und es wird beim Düngen wie folgt vorgegangen:
  • Kuhalle zwei Wochen einsetzen
  • ein Teil Milch
  • vier Teile Wasser
  • mit Mischung gießen
Einfacher ist es, wenn der leere Milchkarton mit ein wenig Wasser aufgefüllt wird und die Orchidee dann mit dieser Mischung gegossen wird.

Kartoffel- oder Reiswasser
Wenn gekocht wird, kann hiervon auch direkt der Dünger für die Orchideen abgezweigt werden. Eine langwierige Herstellung muss nicht sein, wenn Kartoffel- oder Reiswasser genutzt wird. Dieses sollte abkühlen und im Kühlschrank verwahrt werden. Etwa alle zwei Wochen kann die Orchidee dann mit dem Wasser, das auf Raumtemperatur erwärmt werden sollte, gegossen werden. Das Kartoffel- und Reiswasser bietet vor allem die folgenden Nährstoffe:
  • Kalium
  • Kalzium
  • Vitamin B
Wer oft Reis oder Kartoffeln kocht, muss das Wasser gar nicht im Kühlschrank aufbewahren, sondern kann immer wieder frisch gekochtes Wasser für die Düngung der Orchideen lauwarm verwenden.

Eichenblätter
Beim nächsten Waldspaziergang können Eichenblätter gesucht werden. Diese bieten vor allem benötigten Stickstoff. Es sollte darauf geachtet werden, dass keine beschädigten oder kranken Blätter den Bäumen im Wald entnommen werden, denn diese könnten unter Umständen vorhandene Pilzkrankheiten oder Viren über die Düngergabe an die Orchideen weitergeben. Der Sud aus Eichenblätter kann wie folgt hergestellt werden:
  • Eichenblätter als natürlicher Orchideendünger2 Teile Blätter
  • 1 Teil Wasser
  • zwei Wochen in Sonne stellen
  • dann abseihen
  • mit dem Sud gießen
  • einmal im Monat
{infobox type=check|content=Tipp: Es ist oftmals hilfreich, auch zwei oder drei Hausmittel miteinander zu kombinieren. So wird die eine Woche das eine Präparat gegeben und die nächste Woche ein anderes. So wird gewährleistet, dass die Orchidee auch wirklich alle Nährstoffe erhält, die sie für ihr gesundes Wachstum benötigt.}

Teebeutel
Auch wer kein Teetrinker ist, kann den Pflanzen mit dem Schwarzen Tee etwas Gutes tun. Denn die Teebeutel werden hierfür frisch und trocken verwendet. So wird der Inhalt einfach einmal im Monat auf die Erde rund um die Pflanze verstreut und gelangt dann mit dem Gießwasser an die Wurzeln. Schwarzer Tee liefert Stickstoff.

Eierschalen
Ein Sud
aus Eierschalen ist gut, um die Orchideen aus der Luft zu versorgen und die Blätter hiermit regelmäßig zu besprühen. Die Eierschalen von in der Küche verwendeten rohen Eiern werden hierzu zerstoßen und in einem Liter vorab gekochtes Wasser gegeben. Über Nacht werden die Eierschalen eingeweicht. Der so enthaltende Sud wird dann in eine Sprühflasche umgefüllt. Alternativ können die zerstoßenen Eierschalen auch direkt in die Sprühflasche mit heißem Wasser gegeben werden, das erspart das Umfüllen. Eierschalen enthalten die folgenden Nährstoffe:
  • Eierschalen als natürlicher OrchideendüngerProteine
  • Kalzium
  • Kalium
  • einmal wöchentlich anwenden
Stickstoff-Dünger
Stickstoff-Dünger kann ganz einfach selbst hergestellt werden, allerdings sind die Zutaten hierfür in der Regel nicht im Küchenschrank zu finden, sondern im Fachhandel. Um den stickstoffreichen Dünger herzustellen, sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • zwei Tassen Baumwollsamenmehl
  • zwei Tassen Hornspäne oder Knochenmehl
  • zwei Tassen Holzasche
  • alles zusammen in eine Rührschüssel geben
  • in geschlossenem Plastikbehälter aufbewahren
  • einmal im Monat drei Esslöffel auf den Boden geben
  • bietet zudem auch Proteine und Kalzium
{infobox type=check|content=Tipp: Eine weiße Kruste auf der Rinde, schwarze Wurzeln sowie absterbende Blattspitzen weisen in der Regel auf eine Überdüngung hin. Dann sollte sofort der Topf gut gespült werden, damit sich hierin festgesetzte Salze wieder lösen und ausgespült werden.}

Schwarzer Kaffee
Wer gerne Filterkaffee aus der herkömmlichen Filtermaschine trinkt, hat so auch direkt einen guten Dünger für seine Orchideen. Hierzu wird wie folgt vorgegangen:
  • Kaffee als natürlicher Orchideendüngerein Teil übrig gebliebener schwarzer Kaffee
  • vier Teile Wasser
  • ein Teelöffel Apfelessig
  • geschlossen bei Zimmertemperatur aufbewahren
  • einmal im Monat mit Mischung gießen
  • bietet Stickstoff
  • besonders gut für träge Orchideen
Hefe
Für die Widerstandsfähigkeit und das Wachstum empfehlen Experten den Einsatz von Hefe. Hierbei sollte die Trockenhefe zum Düngen bevorzugt werden, weil sie neben Kalium und Phosphor auch Stickstoff enthält. Aus der Trockenhefe wird eine Lösung für das Gießen wie folgt hergestellt:
  • eine Portion Hefe
  • 10 Liter kalkarmes, lauwarmes Wasser
  • zum schnelleren Auflösen umrühren
  • kann dann sofort verwendet werden
  • alle zwei bis drei Wochen düngen
  • vor und während der Blüte
  • kann auch in Blähton gut angewendet werden
Kompost
Kompost ist nicht nur im Garten ein guter Dünger, auch Orchideen gedeihen hiermit gut. Doch der gewöhnliche Gartenkompost ist hier nicht geeignet. Es kann jedoch aus Küchenabfällen wie zum Beispiel Blättern von Schwarzwurzeln, Möhren, Radieschen oder auch Salatresten ein kleiner Kompost angelegt werden, der dann in die Erde der Orchideen eingearbeitet wird. Auch Gurken- oder Tomatenabfälle können zugefügt werden. Dies empfiehlt sich aufgrund des Geruchs allerdings nur bei Orchideen in einem Gewächshaus. Die Zimmerpflanzen können jedoch mit einem Sud aus dem Küchenkompost gedüngt werden, der wie folgt hergestellt wird:
  • Küchenabfälle als natürlicher Orchideendüngerkalk- und chlorfreies Wasser nutzen
  • einen Eimer füllen
  • Kompost zugeben
  • ein Kilo Kompost entspricht einem Kilo Wasser
  • mindestens 24 Stunden stehen lassen
  • bei 20° Celsius und höher
  • abseihen
  • in Gießkanne füllen
  • Zimmerpflanzen hiermit gießen
  • Rest für einige Wochen abdecken
{infobox type=check|content=Tipp: Nicht immer kann die Versorgung nur über die Hausmittel erfolgen. Ab und an benötigt die Pflanze auch einen Dünger aus dem Handel, der etwa alle vier bis sechs Wochen alternativ gegeben werden sollte.}

Anti-Baby-Pille
Auch wenn in einem Schrank noch abgelaufene Anti-Baby-Pillen liegen, können diese als Dünger für die Orchideen dienen. Diese fördern die Blühfreudigkeit der Pflanzen. Die Düngung erfolgt hierbei nur einmal in einem halben Jahr. Hierzu wird eine Pille in einem Viertelliter Wasser aufgelöst und die Pflanze hiermit gegossen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meine Orchideen mit Kaffeesatz düngen?
Kaffeesatz Kaffeesatz ist nicht so gut geeignet für die Düngung der Orchideen. Das liegt aber nicht an den Inhaltsstoffen, sondern an der ungünstigen Konsistenz, denn Kaffeesatz sollte immer in die Erde gearbeitet werden, was bei Orchideen schwierig werden könnte. Doch mit fertigem, abgekühltem schwarzem Kaffee kann die Pflanze gut gegossen und gleichzeitig gedüngt werden.

Wenn ich die Anti-Baby-Pille nutze, dann fehlt sie doch mir?
Viele Frauen haben noch abgelaufene Anti-Baby-Pillen in einem Schrank liegen, vielleicht weil sie die Pille abgesetzt und die restlichen nicht mehr benötigt haben. Diese abgelaufenen Pillen können jedoch sehr gut noch als Dünger für die Orchideen eingesetzt werden und müssen daher nicht entsorgt werden.

Welche Hausmittel aus der Küche kann ich als Dünger für die Orchideen nutzen?
Hier sind viele Lebensmittel zu nennen, die in jeder Küche vorrätig sind und nach dem Verwenden noch als Dünger genutzt werden können. So sind in fast jedem Kühl- oder Küchenschrank Tee, Kaffee, Milch, Eier, Hefe, Kartoffeln oder Reis vorhanden, die alle auf die ein oder andere Art noch genutzt werden können.