Spinat-Anbau im Garten - Spinacia oleracea


Spinat im BeetBeim Wort "Spinat" müssen viele Menschen häufig an muskelbepackte Cartoonfiguren, blubbernde Werbeikonen und informative Berichte in Gesundheitsmagazinen denken. Nicht von der Hand zu weisen ist die Tatsache, dass das Blattgemüse einen hohen Vitamingehalt besitzt. Was viele ebenfalls nicht wissen: Spinacia oleracea ist einfach im Garten zu kultivieren und stellt dabei kaum Ansprüche an das Substrat. Selbst auf engstem Raum und in Kübeln gedeiht die bekannte Nutz- und Heilpflanze. Durch ihre bodenlockernden Eigenschaften ist sie darüber hinaus als Vor- und Nachkultur anderer Gemüsearten geeignet.

Steckbrief
  • Der Echte Spinat ist ein Gewächs aus der Gattung der Fuchsschwanzgewächse.
  • Wird bereits seit dem 14. Jahrhundert in unseren Breitengraden kultiviert.
  • Ursprüngliche Heimat von Spinacia oleracea lag vermutlich in Südasien.
  • Das Blattgemüse ist auch unter den Namen Gemüsespinat und Gartenspinat bekannt.
  • Die geschätzte Nahrungspflanze ist in roher Form und auch gekocht für den Verzehr geeignet.
  • In früheren Zeiten war das Gewächs auch eine beliebte Heilpflanze bei Blähungen, Fieber und Nierensteinen.
  • Spinat gehört mit zu den einjährigen, krautig wachsenden Pflanzen.
  • Das Gewächs zählt zu den Landtagpflanzen, welche bei Tageslängen über 14 Stunden zum "schießen" anfangen.

Standort und Boden

Die einjährige Gemüsepflanze benötigt einen vollsonnigen bis halbschattigen Standort im Garten. Wenige Sonnenstunden täglich reichen Spinacia oleracea nicht zur Bildung der Vitamine und Nährstoffe aus. Das Fuchsschwanzgewächs ist allerdings für jede Art von Nutzbeet geeignet und kann auch in einer Mischkultur gezogen werden. Nachweislich trägt Spinat durch seine Pfahlwurzeln zu einer Auflockerung der gesamten Bodenstruktur bei. Das Substrat selbst sollte humusreich und durchlässig sein, ein leichter Kalkgehalt fördert das Wachstum der Pflanze.

Düngen und Gießen

Das nelkenartige Gewächs gehört zu den mittelzehrenden Pflanzen. Um den Nährstoffanspruch von Spinat gerecht zu werden, sollten Sie das Beet im Frühjahr und Spätsommer mit größeren Mengen Kompost anreichern. Zusätzlich können Sie Spinacia in der Hauptvegetationszeit mit verdünnter Brennnesseljauche düngen.

  Nährstoffmangel führt zu einer verfrühten Blütenbildung bei Spinatpflanzen, was diese dadurch ungenießbar macht.

Halten Sie das Substrat ausreichend feucht. Mit Staunässe kommen die Pflanzen gar nicht zurecht, weswegen Sie zwar regelmäßig, aber in geringeren Mengen wässern sollten. Gießen Sie im Hochsommer am frühen Morgen oder Spätnachmittag, um die Verdunstungsmenge der Feuchtigkeit zu reduzieren. Durch die starken Wurzeln der Pflanze können Sie auf eine Drainage im Boden - beispielsweise in Form von Kieselsteinen - verzichten.

Anbau im Garten

Eine Anzucht des vitaminreichen Gemüses erfolgt direkt im Freiland, nicht auf der heimischen Fensterbank. Innerhalb von wenigen Wochen ist Spinat erntereif, sodass Sie im selben Jahr eine zweite Spätkultur anlegen können. Die schmackhafte und vitaminreiche Nutzpflanze ist für eine Mischkultur im normalen Nutz- und auch im Hochbeet geeignet. Unbewiesen ist das Gerücht, dass Spinacia olearacea niemals mit Kartoffeln oder Rettich zusammen kultiviert werden sollte. Die Pfahlwurzeln des Spinats verbleiben nach der Ernte im Boden und dienen stark zehrende Pflanzen als wertvolle Gründüngung.

  Entfernen Sie bei der Ernte nur die äußeren Blätter. Das unverletzte


Pflanzenherz des Blattgemüses schiebt neue Blätter nach, sodass Sie mehrmals in den Genuss frischer Spinatblätter kommen.

Die erste Aussaat von Spinat erfolgt zwischen März und Mai. Droht Spätfrost, sollte das robuste Gewächs mit einer schützenden Folie zusätzlich abgedeckt werden. Denn auch wenn Spinat als frostfest gilt, so leidet dennoch das Wachstum unter Kahlfrost. Kühle Temperaturen hingegen beeindrucken die Gemüsepflanze nicht. Zwischen August und September können Sie die freie Fläche im Beet für die Spätkultur des Blattgemüses nutzen. Wenn Sie während der Hauptvegetationszeit auch im Juni und Juli Spinat säen und ernten möchten, sollten Sie allerdings auf spät schossende Arten zurückgreifen. Denn sobald die Sonnenstunden täglich länger werden, neigt Spinacia oleracea zu einer schnellen Blütenbildung, auch "schossen" genannt.
  • Spinat im BeetLockern Sie den Boden auf und entfernen Sie störendes Unkraut.
  • Mischen Sie bei Bedarf Kompost und Kalk unter das Erdreich.
  • Die Samen werden in einer Tiefe von 2 bis 3 Zentimetern ins Substrat gedrückt.
  • Klopfen Sie den Boden vorsichtig fest.
  • Das Saatgut behutsam angießen und ausreichend feucht halten.
  • Schützen Sie die jungen Spinatgewächse vor gefräßigen Schnecken.
Wenn Sie mehrere Pflanzen nebeneinander kultivieren, sollten Sie einen Mindestabstand zwischen den einzelnen Gewächsen von etwa 7 Zentimetern einhalten, der Reihenabstand selbst beträgt 20 Zentimeter. Sollten Sie über keine geeignete Fläche für den Spinat-Anbau im Garten haben, so können Sie die schmackhafte Pflanze auch im Kübel auf der Terrasse oder einem großen Balkon ziehen. Sobald Spinacia oleracea blüht, steigt der Nitratanteil im Inneren des Blattgemüses. Der Spinat schmeckt dadurch bitter und ist ungenießbar. Entfernen Sie die oberirdischen Pflanzenteile, wenn Sie selbst keine Samen ernten möchten. Die Wurzeln selbst können im Boden verbleiben.

Vermehren und Überwintern

Um Samen von den eigenen Spinatpflanzen zu ernten, sollten Sie einige Gewächse nur mäßig bis kaum beernten. Von im Frühjahr ausgesäten Pflanzen können Sie die Samen etwa ab Juli absammeln. Wurde der Spinat allerdings im Spätsommer ausgesät, erfolgt die Samenernte erst im kommenden Frühjahr. Lassen Sie die Samen danach an einem kühlen, nicht zu feuchten Ort ausgiebig trocknen.

Im Spätsommer ausgesät kann Spinacia oleracea bereits ab September beerntet werden. Spinat ist winterhart, dennoch sollten Sie die Pflanzen in winterharten Regionen mit einer schützenden Schicht aus Reisig abdecken. Blattgemüse im Kübel muss zusätzlich mit einem wärmenden Vlies umwickelt werden. Dadurch verhindern Sie Schäden durch Kahlfrost.

Krankheiten und Schädlinge

Bis auf einige wenige Hybridsorten ist Spinacia oleracea auch vor Mehltau

und schadhaften Insekten nicht sicher. Verzichten Sie bei einem Befall jedoch auf chemische Fungizide und Insektizide. Die Produkte aus dem Fachhandel sind nicht nur kostspielig, sondern sind in einigen Fällen auch nicht für essbare Nutzpflanzen geeignet.

Schnecken

Gefürchteter als Blattläuse und Co. sind die schleimigen Gesellen. Diese lassen restlos sogar komplette Pflanzen innerhalb kürzester Zeit in ihrem Verdauungstrakt verschwinden. Auch junger Spinat steht auf dem bevorzugten Speiseplan von Schnecken, weswegen Sie bereits bei der Pflanzung einen wirksamen und vorbeugenden Schutz ergreifen sollten. Kupferdraht und -Metall wirken toxisch auf die Tiere und sind günstiger als

das Ausbringen von Schneckenkorn. Legen Sie den Draht großflächig um Ihre Pflanzen herum aus, um diese vor den unliebsamen Gartenbewohnern zu schützen. Sammeln Sie zudem die nachtaktiven Tiere mit einer Taschenlampe regelmäßig ab.

Minierfliege

Ein Befall mit diesen gefräßigen Schädlingen wird meist erst spät bemerkt. Die Larven der Minierfliegen und -Motten fressen sich durch das Blattinnere und zerstören das Laub dadurch vollständig. Der erste sichtbare Hinweis sind die erwachsenen Tiere, des Weiteren weisen die Blätter der Wirtspflanze bereits im Anfangsstadium braune bis gelbliche Flecken auf. Handeln Sie bei Minierfliegen unverzüglich, um die Vermehrung der Schädlinge einzudämmen und den Befall auf andere Gewächse zu vermeiden. Miniermotte auf einem Blatt
  • Entfernen und vernichten Sie betroffene Pflanzenteile unverzüglich.
  • Fressfeinde wie Schlupfwespen und Florfliegen einsetzen.
  • Insektizide sind ungeeignet, da die Tiere eine Resistenz dagegen entwickeln.
Raupen

Fraßspuren an den Blättern des Spinats deuten häufig auf einen Raupenbefall hin. Von Anfang Oktober bis Ende Mai ist besonders der Nachwuchs der Gelben Bandeule und der Hausmutter auf dem Spinat anzutreffen. Selten schaffen es die gefräßigen Raupen jedoch, die komplette Pflanze zu schädigen. Sammeln Sie die nachtaktiven Tiere so oft wie möglich ab und setzen Sie bei einer starken Raupenpopulation zusätzlich Schlupfwespen ein. Diese Insekten gelten als parasitär und bewirken erfolgreich, dass ein Großteil der Raupen sich nicht zum Falter verpuppen kann.

Stängelälchen

Die Fadenwürmer ernähren sich vom Zellsaft der Wirtspflanze und sondern während der Nahrungsaufnahme toxische Stoffe an das Pflanzeninnere ab. Das infizierte Gewebe löst sich auf, Verdickungen und Risse sind häufig die Folge. Doch auch Kümmerwuchs und Fäulnisbildung können während eines Befalls auftreten. Stängelälchen können vereinzelt auch bei Spinacia oleracea auftreten.
  • Infizierte Pflanzen sofort restlos entfernen.
  • Das Substrat großzügig austauschen.
  • Vorbeugend regelmäßig die Gartengeräte reinigen und desinfizieren.
Mehltau

Spinat, der unter Glas angebaut wird, leidet häufig unter einem Befall mit Falschen Mehltau.
  • Mit Mehltau befallene Pflanzenteile wegschneiden.
  • Sorgen Sie für einen ausreichenden Luftaustausch im Gewächshaus.
  • Nicht direkt über die Blätter gießen.
  • Vorsorglich die Pflanze regelmäßig mit einem Sud aus Ackerschachtelhalmen besprühen und wässern.
Blattfleckenkrankheit

Auslöser dieser Krankheit sind verschiedene Pilzerreger der Gattungen Septoria oder Alternaria. Feuchtes Wetter beschleunigt einen Befall, die ersten sichtbaren Symptome sind gelbliche, braune oder auch rote Flecken an der Spinatpflanze. Besonders durch Pflegefehler geschwächte Gewächse sind anfällig für diese Pilz-Arten. Ein Verzehr befallener Blätter ist nicht gesundheitsschädlich. Ernten Sie die Spinatblätter jedoch rasch ab, um eine Weiterverbreitung der Blattfleckenkrankheit auf andere Gewächse zu vermeiden. Wenn Sie die Pflanzenteile selbst nicht zur Nahrungszubereitung verwenden möchten, entsorgen Sie diese über den normalen Hausmüll, nicht über den Kompost.

Sorten

Spinat im BeetDas beliebte Blattgemüse ist mittlerweile in vielen verschiedenen Zuchtformen erhältlich. Neben mehltauresistenten Hybriden sind auch Sorten erhältlich, welche erst spät zur Blüte neigen. Dies hat den Vorteil, dass Sie länger diese Pflanzen beernten können. Ein interessanter Blickfang im eigenen Gemüsebeet ist vor alledem die rotstielige Sorte Spinacia oleracea "Reddy"und der dunkelblättrige "Butterfly".

Mehltauresistente Sorten

Emilia F1, Lazio F1

Spät blühende Sorten

Toscane F1, Monza F1, Emilia F1, Merlin F1, Gamma

Häufig gestellte Fragen

Ist es sinnvoller, im Frühjahr oder im Spätsommer Spinat anzubauen?
Erfahrene Gärtner empfehlen häufig den Spinat-Anbau etwa 8 Wochen vor dem ersten Herbstfrost. Denn bei mehr als 14 Sonnenstunden täglich bilden sich rasch Blüten aus und die Pflanze reduziert die Produktion von Blättern. Kühle Temperaturen stören das Wachstum von Spinacia olearcea in keiner Weise, so können Sie die jungen Blätter der schmackhaften Nutzpflanze auch an milden Wintertagen ernten. Wenn Sie Samen vom Spinat gewinnen möchten, so können Sie bei der Spätkultur die Samenstände allerdings erst im zeitigen Frühjahr entnehmen.

Kann ich das Blattgemüse auch in Anzuchtgefäßen ab Februar vorziehen?
Die Wurzeln junger Spinatpflanzen sind empfindlich, weswegen von einer Anzucht auf der heimischen Fensterbank abgeraten wird. Wenn Sie es dennoch ausprobieren möchten, achten Sie bereits beim Setzen der Samen auf einen Mindestabstand von etwa 5 Zentimetern. Ab Anfang bis Mitte April können Sie das frisch gekeimte Blattgemüse an seinen endgültigen Standort im Freiland umpflanzen. Gehen Sie bei dieser Aktion behutsam vor. Um das zarte Wurzelgeflecht nicht zu beschädigen, können Sie beispielsweise die Pflanzen mit einem Esslöffel aus dem Substrat lösen.