Tomatenhaus bauen - Anleitung zum Eigenbau

Frau im TomatenhausEs genügt ein Biss in eine aromatische, selbst gezogene Tomate, um den deutlichen Unterschied zu der faden, gekauften Ware aus dem Supermarkt zu erkennen. Daher entscheiden sich viele Hobbygärtner dazu, in ihrem Gemüsegarten Tomaten selbst anzubauen. Leider macht ihnen allzu oft das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn Regen und Wind vertragen die roten Früchte nicht. Sie erkranken an der gefürchteten Braunfäule und kümmern vor sich hin. Sehr viel erfolgversprechender ist der Anbau der Paradiesäpfel im selbst gebauten Tomatenhaus, wo sie wohl behütet wachsen und gedeihen können.

Damit die Arbeit reibungslos vonstattengeht, legt sich der geübte Heimwerker alle Materialien und Werkzeuge bereit.

Werkzeugliste
  • Stichsäge mit Holzsägeblatt sowie eine stabile Handsäge
  • Guter 6 mm Holzbohrer
  • Zuverlässiger 3 mm Metallbohrer
  • Leistungsstarker Akkubohrschrauber mit Bit für Holzschrauben
  • Starker 6 mm Steinbohrer
  • Schraubenschlüssel für die 13 mm Schrauben
  • Vorschlaghammer
  • Einschlaghilfe für die Bodenhülsen
  • Alternativ ein Kantholz 7x7x20 cm
  • Zollstock, Spaten, Wasserwaage, Handschuhe
Da das Werkzeug alleine noch kein Tomatenhaus ergibt, benötigt der Heimwerker noch folgendes Material:
  • 4 Stück verzinkte Bodeneinschlaghülsen mit einer Länge von 75 cm
  • 4 Stück Kanthölzer, je 180 cm lang in 7 x 7 cm
  • Dachlatten in der Größe 2,5 x 5 cm
  • Geriffelte Terrassenbretter in 10 x 2 cm
  • 9 lfd. Meter Kunststoff-Wellplatten, transparent und 1,5 m breit
  • 8 Schlossschrauben M 8 x 100 mm mit Muttern und Unterlegscheiben
  • 3 Stuhlwinkel in 20 x 100 mm
  • 39 Stuhlwinkel in 40 x 40 mm
  • 6 Dübel in 6 mm
  • Holzschrauben in der Größe 4 x 35 mm
Es ist zu empfehlen, die Kunststoff-Wellplatten im Baumarkt bereits zurechtschneiden zu lassen:
  • 1 Stück für das Dach 1 x 2,45 m
  • 2 Stücke für die Seiten in 1,15 m
  • 2 Stücke für die Frontwände in 0,77 m

  Die dazu gehörigen Befestigungsschrauben und Distanzstücke nicht vergessen.

So entsteht das Tomatenhaus im Eigenbau

Da für den Eigenbedarf kein großes Gebäude erstellt werden muss, durchwandert der Hobbygärtner zunächst sein kleines Reich, um den idealen Bauplatz für sein Tomatenhaus zu finden. Dieser Bauplatz wird zunächst genau ausgemessen und mithilfe von Pflöcken und Schnüren markiert. Anschließend geht es in folgenden Schritten weiter:
  • 1. Schritt: An den Ecken der Grundfläche die Bodenhülsen senkrecht einschlagen. Zwischen den Seiten verbleibt je 1 Meter, nach vorne und hinten je 2 Meter Platz für die Palisadensteine. Es lohnt sich, bereits jetzt regelmäßig mit der Wasserwaage nachzumessen.

      Die Bodenhülsen können beschädigt werden, wenn der Vorschlaghammer direkt auf sie trifft. Daher ist es ratsam, ein Stück Kantholz einzufügen.

  • 2. Schritt: Zwischen den Bodenhülsen werden nun die Palisadensteine verlegt, und zwar lot- und waagerecht. Wichtig zu beachten ist, dass sie an der Außenseite mit den Einschlaghülsen bündig abschließen. Erfahrene Hobbygärtner versäumen nicht, die Erde entlang der Kante gut festzutreten.
  • 3. Schritt: Nun kommen die Kanthölzer zum Einsatz. Mithilfe des 10 mm Bohrers werden die Löcher so gebohrt, dass je 2 Schlossschrauben durch die Hölzer und Bodenhülsen passen. Eine helfende Hand hält alles senkrecht, während die Muttern so fest wie möglich angezogen werden.

      Damit das Regenwasser besser ablaufen kann, sind die Kanthölzer für die hintere Dachseite ca.

  • 4. Schritt: Bislang ist die Konstruktion noch ziemlich wackelig. Dies ändert sich deutlich, nachdem die geriffelten Terrassenbretter an den oberen Enden der Eckpfosten angeschraubt wurden. Ästhetiker sägen dabei die seitlichen Bretter mit der Stichsäge auslaufend. Technisch gesehen kann darauf verzichtet werden; die Optik verschönert diese Maßnahme allemal.
  • 5. Schritt: Jetzt sind Zollstock und Säge gefragt, denn die Querstreben, bzw. die Dachlatten, müssen in die richtige Form geschnitten werden. Anschließend werden sie mithilfe von je 2 Stuhlwinkeln waagerecht an den Kanthölzern fixiert. Die Distanz zwischen der obersten und der untersten Strebe beträgt etwa 1,30 Meter.

      Permanent auf gleiche Abstände und waagerechte Ausrichtungen achten. Alles andere verursacht nur Instabilität, die dauerhaft für Ärger sorgt.

  • 6. Schritt: Was nutzt das schönste Tomatenhaus, wenn der Hobbygärtner es nicht betreten kann? Daher folgt nun die Tür, vor deren Konstruktion auch der ungeübte Heimwerker nicht zurückschrecken muss. Zunächst werden je 3 Dachlatten am unteren Ende bündig mit Holzschrauben verbunden. Am oberen Ende werden jeweils die kurzen Lattenstücke angeschraubt am Terrassenbrett. Am unteren Ende erfolgt die Fixierung mithilfe von Dübeln auf die Betonsteine.

      Wer den Abstand zwischen Eckpfosten und Türpfosten so wählt, dass später das Wellblech dort mit einem 'Tal' endet, erleichtert sich die Arbeit der Randbefestigung erheblich.

  • 7. Schritt: Jetzt ist es an der Zeit, die Querlatten an der Vorderseite anzubringen. Die Vorgehensweise unterscheidet sich dabei in keiner Weise von der Fixierung der anderen Querlatten am Tomatenhaus.
  • 8. Schritt: Eine große Gefahr im Rahmen des Eigenbaus eines Tomatenhauses ist, dass am Ende das Dach durchhängt. Dieses Manko lässt sich mit einigen wenigen Handgriffen zuverlässig verhindern. Eine Dachlatte wird zunächst mithilfe eines Winkels am hinteren Teil nach oben bündig befestigt. Im vorderen Teil wird im Vorlauf eine kleine Ausklinkung angefertigt, worin die Dachlatte eingefügt und mit einem Winkel befestigt wird.Cartoon zur Pflanzung von Tomaten in einem Gewächshaus
  • 9. Schritt: Der Rückwand verleiht der erfahrene Heimwerker ebenfalls mit einem pfiffigen Kniff mehr Stabilität. Er nimmt eine Dachlatte zur Hand, stellt sie senkrecht und mittig auf die Steinkante und schraubt sie mit allen Querlatten zusammen. Mit einem schmalen Winkel kann der Stabilisator ganz einfach an der Steinkante verankert werden. Im oberen Teil wird die Dachlatte zwar mit einem Winkel befestigt, es ist jedoch zwingend darauf zu achten, dass ein Abstand zwischen Brett und
  • 10. Schritt: Wir nähern uns der Dachkonstruktion in großen Schritten. Zunächst werden die gleich langen Querlatten parallel und in gleichem Abstand zueinander mithilfe von Holzschrauben befestigt. Es lohnt sich, nicht nur nach Augenmaß vorzugehen, sondern wiederholt den Zollstock und die Wasserwaage zu befragen.

      Damit die Bretter mit spalten, ist es ratsam, jedes Loch vorzubohren.

    Im letzten Arbeitsschritt werden die Wellplatten festgeschraubt, beginnend mit dem Dach, das idealerweise vorne und hinten ein wenig übersteht.

Bodenkonstruktion

Wer bei der Pflege seiner Tomatenpflanzen keine nassen, kalten Füße haben möchte, stellt sein Tomatenhaus auf ein
  • Genormte Euro-Paletten kaufen in 1,20 x 0,80 x 14,40 cm.
  • Idealerweise bestehen sie aus trockenem, unbelastetem Fichtenholz.
  • Nebeneinander legen und miteinander verschrauben.
  • Ein Stück Unkraut- oder Teichfolie darüberlegen, das etwa 20 cm übersteht.
  • Darüber 2 weitere Euro-Paletten in umgedrehter Form legen.
  • Beide Flächen an den Ecken sorgfältig miteinander verschrauben.
Fertig ist ein stabiler Boden, um den herum das oben beschriebene Tomatenhaus gebaut werden kann.

Tomatenhaus im Folientunnel

Noch lange nicht jeder Hobbygärtner betreibt die Gartenarbeit aus reiner Freude an der Arbeit. Oftmals spielt mit hinein, dass auf diese Weise eine Menge Geld gespart werden kann, weil kein oder nur noch wenig Gemüse und Obst gekauft werden müssen. Für diese Gartenfreunde darf das Tomatenhaus natürlich keine finanzielle Belastung darstellen. Gut zu wissen, dass ein Tomatenhaus aus Folie im Eigenbau nicht nur einfach, sondern zudem ausgesprochen günstig ist.
Werkzeugliste:Tomatenhaus
  • Akkuschrauber
  • Schraubstock
  • Tacker
  • Zollstock
  • Arbeitshandschuhe
Materialliste:
  • 8 Kanthölzer in den Maßen 200 x 2 x 2 cm
  • 8 Kanthölzer in den Maßen 55 x 2 x 2 cm
  • 3 Kanthölzer in den Maßen 300 x 2 x 2 cm
  • 2 Kanthölzer in den Maßen 200 x 2 x 2 cm
  • 12 Messing Stahlwinkel 80 mm
  • Mindestens 100 hölzerne Senkkopfschrauben 3 mm x 25 mm
  • Jede Menge Tackernadeln
  • Stabile PE-Kunststofffolie
  • Klettband selbstklebend
  • Holzschutzmittel mit dem Blauen Engel (auf jeden Fall umweltfreundlich)
  • Pflastersteine, die später die Folie fixieren
Liegen alle Werkzeuge und Materialien bereit, ist für den Tag kein Regen zu befürchten oder gar brüllende Hitze, kann die Arbeit beginnen. Am Ende wird der Hobbygärtner vor einem Tomatenhaus stehen, das 2,30 m hoch, 3,00 m lang und 2,20 m breit ist.
  • Jedes der vier Einzelsegmente zusammenbauen.
  • Hierzu die Winkelverbinder auf 140° mithilfe eines Schraubstocks aufbiegen.
  • Je eine lange und eine kurze Latte mit Schrauben und Winkeln verbinden.
  • Diesen Vorgang zwei Mal durchführen.
  • Das Dach entsteht, indem beide Hälften mit einem weiteren Winkelverbinder verschraubt werden.
Auf diese Weise entstehen vier Einzelsegmente, die am unteren Ansatz miteinander verschraubt werden. In der Folge werden zwei der 300 cm Kanthölzer benötigt, um die einzelnen Segmente mit Abstand von 100 cm miteinander zu verschrauben. Das dritte 300 cm Holz bildet den Dachfirst und wird dort sicher verschraubt. Diese Phase des Eigenbaus nutzt der geübte Heimwerker, um das Holz seines neuen Tomatenhauses zu imprägnieren. Mittlerweile hat der Handel eine Fülle an umweltfreundlichen Holzschutzmitteln zu bieten zum bezahlbaren Preis.

Junge Tomaten im GewächshausSo kommt die Folie auf das Tomatenhaus


Eine 2 Meter lange PE-Folie ergibt 2 Bahnen à 570 cm, die über den Dachfirst gelegt werden. Wichtig zu beachten ist, dass sie rechts und links ca. 10 cm überstehen. Anschließend werden an den Giebelseiten ebenfalls je 2 Folienbahnen angetackert. Für die Dichtigkeit ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie sich mindestens 30 cm überlappen. Da dies an der Rückseite nicht möglich ist, übernimmt das Klebeband diese Aufgabe. Bei der Qualität des Klebebandes darf der Hobbygärtner nicht knausern, denn wenn an dieser Stelle Wind und Regen einen Ansatz finden, schlagen sie gnadenlos zu und machen das Tomatenhaus dem Erdboden gleich. Zu guter Letzt wird an der Vorderseite ein Klettverschlussband mit seinem Gegenstück angebracht, und zwar ca. 30 cm vom Rand entfernt. Auf diese Weise hat der Tomatenzüchter jederzeit Zugang zu seinem selbst gebauten Tomatenhaus.

  Für zusätzliche Stabilität sorgen die Pflastersteine, die rund um das Folien-Tomatenhaus auf den überstehenden 30 cm der PE-Folie gelegt und eingegraben werden.

Häufig gestellte Fragen

Ich möchte mein Tomatenhaus auf ein stabiles Betonfundament bauen. Funktioniert das auch im Eigenbau?
Es ist eine gute Entscheidung, dem Tomatenhaus durch ein Fundament aus Beton mehr Halt und Stabilität zu verleihen. Heben Sie zunächst einen Graben bis 80 cm Tiefe aus, dann bleibt das Häuschen auch im Winter frostfrei. Anschließend breiten Sie eine dünne Schicht Kiesel aus und verdichten alles mit der Rüttelplatte. Darüber kommt der Fertigbeton oder eine Eigenmischung. Ein Rezept für eine Eigenmischung besteht beispielsweise aus 1 Teil Zement, 6 Teilen Kies und etwas Wasser. Legen Sie noch Betonrandsteine um Ihr Fundament herum, dient dies nicht nur der attraktiveren Optik, sondern erhöht zusätzlich den isolierenden Wert.

Wo bekomme ich die Euro-Paletten für den Boden meines Tomatenhauses her?
Euro-Paletten sind genormt und an vielen Stellen erhältlich. Fragen Sie doch einmal bei der nächst gelegenen Spedition. Wenn sie nicht niegelnagelneu sein müssen, werden Sie in den Kleinanzeigen sicher fündig. Darüber hinaus haben sich verschiedene Firmen in Deutschland auf den Verkauf von Euro-Paletten spezialisiert. Obgleich die Maße einheitlich geregelt sind, können sich die Materialien deutlich unterscheiden. Bestehen Sie daher darauf, Paletten aus echtem Holz zu erhalten und keine Kunststoff-Teile.