Darf man Wirsing roh essen? Ist roher Wirsingkohl giftig?

brassica oleracea capitata wirsing Wirsing, auch Wirsingkohl, Welschkohl oder einfach nur Kohl genannt, ist eine Kulturvarietät des Gemüsekohls. Der Gemüsekohl, bot. Brassica oleracea, ist eine Pflanzenart au der botanischen Gattung Kohl (Brassica) aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Wirsingkohl gehört außerdem zu den Kopfkohlsorten, das heißt, dass die Blätter nach der Rosettenbildung einen runden Kopf entwickeln. Die Blätter des Wirsings sind gewellt, haben eine gelb- bis dunkelgrüne Farbe und enthalten eine Menge an gesunden Stoffen, insbesondere, wenn sie roh gegessen werden.

Inhaltsstoffe

Auch wenn Wirsing manchmal zu Blähungen führt, ist die Pflanze nicht giftig. Mit nur 31 Kilokalorien (130 Kilojoule) pro 100 Gramm gehört er zu den kalorienarmen Gemüsen. Wie viele andere Kohlsorten enthält auch der Wirsing:
  • Senfölglykoside
  • sehr viel Chlorophyll
  • Eiweiß
  • Fette
  • Carotine
  • B-Vitamine
  • Eisen
  • Phosphor
Wird er roh gegessen, decken bereits 100 Gramm den Tagesbedarf an Vitamin C. Eine Portion der Kohlköpfe deckt aber auch die Hälfte des täglichen Bedarfs an Folsäure. Glucosinolate sind jene Stoffe, die den typischen Kohlgeschmack ausmachen. Sie wirkten antibakteriell, cholesterinsenkend und stärken das Immunsystem. Die enthaltenen Flavonoide haben eine antioxidative Wirkung.

Blähungen

brassica oleracea capitata wirsing Für die Blähungen, die manchmal nach dem Essen des Kopfkohls auftreten, sind die enthaltenen Senfölglykoside verantwortlich. Wird Senföl grundsätzlich nicht vertragen, dann sollten Sie beim Verzehr von Wirsing äußerst vorsichtig sein oder lieber auf das Gemüse verzichten.
{infobox
type=check|content=Tipp: Gegen diese unangenehme Nebenerscheinung soll Kümmel, den Sie beim Kochen hinzufügen, helfen.}

Essbare Pflanzenteile

Grundsätzlich können Sie alle oberirdischen Pflanzenteile essen, da sie nicht giftig sind. Allerdings wird häufig empfohlen, den Strunk herauszuschneiden. Diese Empfehlung beruht darauf, dass der Strunk oft sehr hart ist, wenn er roh verzehrt ist. Die zweite Empfehlung, die äußeren Blätter zu entfernen, hat auch nichts mit Giftstoffen zu tun, sondern rührt daher, dass diese oft stark verschmutzt und weniger zart als die inneren Blätter sind.
{infobox type=check|content=Tipp: Kohl bleibt auch ungiftig, wenn er bereits eine Blüte bildet. Allerdings geht dann die Kopfform verloren und die Blätter können bitter schmecken.}

Verwendung in der Küche

In der Küche ist der Kopfkohl vielseitig einsetzbar:
  • wirsing auf schneidbrettroh zum Verfeinern von Salaten oder fürs dekorative Aussehen
  • gekocht als Gemüsebeilage
  • große Blätter zum Füllen oder Umwickeln (für die Biegsamkeit vorher blanchieren und eventuell den Strunk entfernen)
{infobox type=check|content=Tipp: Wer auf Wirsingkohl empfindlich mit Blähungen reagiert, sollte ihn nicht im rohen Zustand essen.}

Unabhängig davon, ob Sie den Kohl roh oder gekocht essen, Sie sollten ihn vor der Weiterverarbeitung gründlich waschen. Den zwischen den Blättern kann sich Erde und Schmutz einlagern. Auch findet sich das ein oder andere Insekt oder eine kleine Schnecke zwischen den Blättern wieder.

Lagerung

Wurde der Kopfkohl frisch gekauft bzw. geerntet ist er für einige Tage haltbar, wobei frühe Sorten nur drei bis fünf Tage im Kühlschrank gelagert werden können. Herbst- bzw. Winterwirsing hält sich ungefähr sieben Tage im Kühlschrank. Unabhängig davon, sollten Sie darauf achten, dass sich kein Obst oder anderes Gemüse in der Nachbarschaft befindet, denn dieses beschleunigt den Verfall des Kopfkohls.

Eine Alternative zum Kühlschrank ist ein kühler Keller. Schlagen Sie den Kohlkopf locker mit Zeitungspapier ein und geben Sie in eine Kiste. So hält er sich gut zwei Wochen.
{infobox type=check|content=Tipp: Haben Sie den Kopfkohl im Garten angebaut, dann sollten Sie sich mit der Ernte Zeit lassen. Wirsing verträgt problemlos Temperaturen bis zu minus 10 Grad Celsius. Er hält sich im Beet also viel länger als im Kühlschrank.}