Zucchini-Anbau - Pflanzen und Pflege-Tipps

ZucchiniZucchini gehören zur Familie der Kürbisgewächse und wurden aus einer Unterart des Gartenkürbisses gezüchtet. Wenn sie geerntet werden, sind sie in der Regel noch nicht ausgereift, sie sind dann zwischen 15 und 30 cm lang. Besonders zart und aromatisch sind sie bei einer Größe von 10-20 cm. Je nach Art bringt diese Pflanze satt dunkelgrüne, leuchtend gelbe, cremegrüne oder auch gestreifte Früchte hervor. Auch der Ertrag ist von Art zu Art unterschiedlich hoch. Eine Pflanze kann zwischen 10 und 20 Zucchini hervorbringen, sodass 1-2 Pflanzen meist schon ausreichend sind.

Kurzer Steckbrief:
  • Zucchini ist eine Kulturpflanze.
  • Sie ist ein niederliegendes Kraut.
  • Sie wächst buschartig.
  • Frucht ähnelt der normalen Gewächshausgurke.
  • Die Früchte zählen zu den Beeren.
  • Blüten sind leuchtend gelb.
  • Zucchini werden einjährig kultiviert.
  • Blütezeit ist von Juni bis September/Oktober.

Im Garten pflanzen

Gepflanzt werden kann ab Ende Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind und die Außentemperatur über 15 Grad liegt. Vor der Pflanzung wässert man den Wurzelballen ausgiebig. Am besten stellt man ihn dazu in einen Eimer mit Wasser und lässt ihn so lange im Wasser stehen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Danach sollte der Wurzelballen etwas abtrocknen, bevor man pflanzt.

In der Zwischenzeit hebt man ein etwa 30 cm tiefes und breites Pflanzloch aus. Da die Zucchini sehr große Blätter entwickelt und infolgedessen viel Platz benötigt, sollte man einen Pflanzabstand von mindestens 80-100 cm einhalten. Für eine bessere Nährstoffversorgung gibt man zunächst etwas Kalk und organischen Dünger ins Pflanzloch, z.B. Gartenkompost oder Hornspäne. Auf den Dünger kommt dann etwas Erde und darauf setzt man die Pflanze und füllt mit Erde auf. Die Zucchini wird so tief gepflanzt, wie sie zuvor auch im Topf gestanden hat, d.h., die oberste Substratschicht sollte mit dem umliegenden Bodenniveau abschließen. Handelt es sich um veredelte Pflanzen, muss die Veredelungsstelle unbedingt über der Erde liegen.

Da die Zucchini sehr wärmeliebend ist, kann die Verwendung einer Mulchfolie von Vorteil sein. Dabei wird die betreffende Fläche mit dieser Folie abdeckt, die man dann an einigen Stellen einschneidet und die Pflanzen dort hineinsetzt. Das hat den Vorteil, dass die Folie den Boden erwärmt, dieser trocknet weniger schnell aus und bleibt locker. Auch die Bodenfruchtbarkeit wird gefördert, was wiederum zu früheren und höheren Erträgen führt. Wird keine Folie verwendet, macht es Sinn, etwa 1-2 Wochen nach der Pflanzung eine Mulchschicht aus halb verrottetem Kompost auf dem Wurzelbereich auszubringen.

  Die Blätter der Zucchini sind bei Schnecken sehr beliebt. Zum Schutz kann man um das betreffende Beet herum einen breiten Streifen Sägespäne verteilen, das hält die Schnecken von den Pflanzen fern. Allerdings sollte keine Sägespäne direkt auf dem Beet verteilt werden, denn sie entzieht dem Boden Stickstoff.

Standort und Boden

  • Die Zucchini ist eine sonne- und Wärme liebende Pflanze.
  • Demzufolge fühlt sie sich an besonders sonnenreichen Standorten wohl.
  • Dieser sollte zudem warm und windgeschützt sein.
  • Der Boden sollte
  • Wichtig ist auch ein gleichmäßig feuchter Boden.

Gießen und Düngen

Große ZucchiniGegossen werden sollte regelmäßig, etwa 1-2 Mal wöchentlich, je nach Witterung. Am besten verwendet man dazu temperiertes Regenwasser. Um die Feuchtigkeit länger im Boden halten zu können, ist auch jetzt eine Mulchschicht empfehlenswert, zumal sie auch dem Wuchs von Unkräutern entgegenwirkt. Zudem liegen die Früchte nicht direkt auf dem Boden, was Schäden durch Fäulnis vermeidet.

Da die Zucchini zu den Starkzehrern gehört, benötigt sie eine regelmäßige Wasser- und Nährstoffzufuhr. Am besten versorgt man den Boden regelmäßig mit Dünger. Am besten eignen sich Kompost, Kuhdung-Pellets oder selbst angesetzte Brennnesseljauche. Zucchini vertragen durchaus auch frischen Dung. Während der Reife kann auch einmal wöchentlich ein handelsüblicher Flüssigdünger verabreicht werden. Ideal ist eine kalium- und phosphorbetonte Düngung. Eine zu stickstoffhaltige Düngung sollte vermieden werden, denn sie könnte den Befall mit Mehltau begünstigen.

Fruchtfolge und Mischkultur

Die Zucchini ist eine Pflanze, bei der man auf die Fruchtfolge achten sollte. Denn wie bei allen anderen Kürbisgewächsen wie z.B. Gurken und Melonen, sollte man auch die Zucchini nur alle 2-3 Jahre am selben Standort anpflanzen. Als Folgesaat gedeiht Wurzelgemüse übrigens sehr gut.

Sinnvoll ist auch eine Mischkultur mit anderen Pflanzen. So eignen sich vor allem Tagetes oder Borretsch aber auch Duftkräuter wie Thymian, Basilikum, Knoblauch, Zwiebeln, Sellerie oder Kapuzinerkresse, Bohnen, Erbsen, Majoran, Mais und Minze. Einige dieser Pflanzen, besonders die Tagetes, hat den Ruf Schädlinge von bestimmten Pflanzen fernzuhalten. Im Gegensatz dazu sollte man Kartoffeln und Zucchini nie in unmittelbarer Nachbarschaft pflanzen.

Ernte

  • Erste Früchte sind etwa 6-8 Wochen nach der Pflanzung erntereif.
  • Wie bereits erwähnt, sollte man sie noch unreif ernten.
  • Bestenfalls bei einer Größe von 10-20 cm.
  • Sind die Früchte länger an der Pflanze, beeinträchtigt das den Geschmack.
  • Regelmäßiges Abernten unterstützt die Blütenbildung.
  • Sie entwickelt immer wieder neue Blüten und demzufolge auch Früchte.
  • Zucchini sind leicht zu ernten.
  • Man dreht sie einfach nach links oder rechts ab.
  • Oder man schneidet sie mit einem scharfen Messer ab.
  • Einmal geerntet kam man sie bis zu 12 Tagen bei mindestens 18 Grad lagern.

Vermehren

Aussaat als Vorkultur

Zucchini sind einjährige Kulturen und müssen jedes Jahr neu ausgesät werden. Ab Mitte April können die Pflanzen Aussaaterde und bedeckt sie etwa 2 cm dick mit Substrat. Dann feuchtet man das Substrat an und hält es gleichmäßig feucht, auf keinen Fall aber zu nass. Das Ganze stellt man dann an einen warmen und hellen Platz, beispielsweise auf der Fensterbank.

Bis zur Keimung dauert es bei Zimmertemperatur etwa 6-10 Tage. Ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind und die Pflanzen mindestens zwei Blätter entwickelt haben, können sie nach draußen gepflanzt werden. Dabei sollte man

  Um die Keimung zu beschleunigen, kann man die Samen einen Tag vor der Aussaat in einem Gefäß mit handwarmem Wasser vorquellen lassen.

Direktaussaat

Ab Mitte Mai, nach den sogenannten Eisheiligen, kann direkt in den Garten ausgesät werden. Auch hier sollte man nicht zu viele Samen aussäen. Man legt die Samen möglichst so aus, dass die Pflänzchen dann nicht noch mal verpflanzt werden müssen, und bedeckt sie am besten mit einer Schicht Kompost. In der Regel sind für eine vierköpfige Familie 1-2 Samenkörner bzw. Pflanzen ausreichend.

Bei mehreren Pflanzen sollte man nur die kräftigsten für den Anbau verwenden. Wichtig ist, dass man auf einen ausreichenden Pflanzabstand achtet und gegebenenfalls mulcht. Von einer entsprechenden Mulchschicht profitiert die Zucchini in mehrerer Hinsicht. Der Boden bleibt länger feucht, erwärmt sich schneller und auch Unkräuter haben keine Chance.

Pflanzung und Pflege im Kübel

Pflanzen
Zucchini mit BlüteDie Zucchini kann problemlos auch im Kübel kultiviert werden. Dabei ist vor allem der hohe Nährstoff- und Platzbedarf dieser Pflanze zu berücksichtigen. Demzufolge sollte der Kübel bei eingeschränktem Platzbedarf ein Fassungsvermögen von mindestens 15 Litern aufweisen, bei ausreichend Platz sind 40 Liter besser. Allerdings sollte man bedenken, dass diese großen Kübel mit der Erde dann auch entsprechend schwer sind und sich kaum mehr transportieren lassen. Für eine Balkonpflanzung sind auf jeden Fall kleinere Gefäße empfehlenswerter.

Für eine Pflanzung im Kübel ist eine gute Drainage wichtig und Abzugslöcher im Pflanzgefäß. Als Drainage eignen sich u.a. Tonscherben, die man auf dem Topfboden verteilt, um Staunässe zu verhindern und dass sich das Abzugsloch mit Erde zusetzt. Als Substrat kann man reifen Kompost oder Hornspäne und Erde abwechselnd in den Topf schichten. Dort hinein setzt man dann die Pflanze und gießt das Ganze gut an.

Pflege
Auch im Kübel möchte die Zucchini ein sonniges und warmes Plätzchen. Bei einem humusreichen Substrat muss nicht zusätzlich gedüngt werden. Da auch der Wasserbedarf der Zucchini sehr hoch ist, sollte man sie besonders an heißen und trockenen Tagen ausreichend wässern. Bei länger andauernder Trockenheit gießt man am besten zweimal pro Tag, möglichst morgens und am späten Nachmittag oder abends.

Krankheiten und Schädlinge

Echter Mehltau
Der Echte Mehltau zeigt sich an einem fleckigen, weißen Pilzrasen auf den Blättern, der sich auf das gesamte Blatt und die komplette Pflanze ausweitet. Bei warmer und trockener Witterung entwickelt sich der Pilz am schnellsten. Bei einem leichten Befall sollte man befallene Blätter sofort komplett entfernen. Ist er bereits fortgeschritten, ist eine Bekämpfung in der Regel nicht mehr sehr wirkungsvoll und auf Chemie sollte man bei Nutzpflanzen möglichst verzichten. Gegebenenfalls können bereits bei der Pflanzung vorbeugend entsprechende Mittel verabreicht werden.

Gurken-Mosaikvirus
Ein Befall mit diesem Virus äußert sich an beulenartigen und deformierten Früchten, die zudem hell gesprenkelt und auch allgemein heller als gesunde Früchte sind. Übertragen wird dieser Virus durch Blattläuse. Eine Bekämpfung ist wie bei allen Viren nicht möglich, betroffene Pflanzen sollten entfernt und entsorgt werden.

Bakterielle Weichfäule
Bakterielle Weichfäule wird von einem Bakterium verursacht und zeigt sich vor allem an jungen Zucchini. Diese werden vom Blütenansatz her weich und faulen. Der daraus entstehende Fruchtbrei verströmt einen sehr üblen Geruch. Eine Bekämpfung ist in der Regel nicht möglich. Vorbeugend sollte man Pflanzen, sprich Blätter und Früchte, möglichst trocken halten und bereits betroffene Zucchini schnellstens entfernen.

Schnecken
Schnecken sind vermutlich die größten Feinde der Zucchini. Zum Schutz der Pflanzen kann man handelsübliches Schneckenkorn auslegen, einen Schneckenzaun anbringen oder man verteilt um die jeweiligen Beete herum einen breiten Streifen Sägespäne. Wie bereits erwähnt, sollten keine Sägespäne direkt auf die Beete, da sie dem Boden sehr viel Stickstoff entzieht.

  Krankheiten allgemein kann man vorbeugen, indem man die Pflanzen in 14-tägigen Abständen mit pflanzenstärkenden Mitteln behandelt. Besonders gut eignen sich  Spritzungen mit selbst angesetzter Brennnesseljauche oder Ackerschachtelhalmbrühe. Auch eine Mulchfolie oder Mulch allgemein kann Krankheiten vorbeugen oder man kauft möglichst resistente Sorten.

Häufig gestellte Fragen

Woran kann es liegen, wenn die Pflanze blüht, aber keine Früchte entwickelt?
Wenn sich keine Früchte entwickeln, kann es daran liegen, dass die weiblichen Blüten nicht von Insekten bestäubt wurden. Dazu kann es kommen, wenn die Pflanze von einer Viruskrankheit befallen ist, sie zu nass steht oder es ist einfach zu kalt. Man kann die Blüten notfalls auch per Hand bestäuben. Dazu nimmt streicht man mit einem feinen Pinsel über die Staubgefäße einer männlichen Pflanze und dann über die Narbe einer oder mehrerer weiblicher Blüten.

Worauf sollte man bei einer Kübelpflanzung achten?
Eine Kultivierung im Kübel ist möglich. Dabei sollte man vor allem auf ein ausreichend großes Pflanzgefäß achten. Dieses sollte mindestens ein Fassungsvermögen von 15 Litern haben, besser wären jedoch 40 Liter, je nachdem wie viel Platz zur Verfügung steht. In den Topf muss eine entsprechende Drainageschicht. Das Substrat reichert man möglichst mit Kompost oder einem vergleichbaren Dünger an. Gegossen werden sollte regelmäßig und reichlich.