Lorbeerblätter trocknen: Anleitung | Lorbeer ernten

Lorbeerbaum - Echter Lorbeer - Laurus nobilisAromatische Lorbeerblätter schmecken noch viel besser, wenn sie aus eigener Herstellung stammen. Mit der richtigen Anleitung gelingt das spielend leicht. Selbstverständlich ist dabei der richtige Erntezeitpunkt zu beachten. Anschließend stehen Experimentierfreudigen zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl, um die Blätter haltbar zu machen. Während das Gewürz schonend trocknet, können sich Selbstversorger auf ihren Lorbeeren ausruhen.

Lorbeerblätter ernten – Anleitung

Damit sich die Pflanze weiterhin gut entwickeln kann, sollte der Gärtner lediglich Gewächsen ab dem zweiten Standjahr Blätter entnehmen. Diese besitzen überdies mehr Aroma.

Folgende Aspekte sollte der Gärtner bei der Ernte berücksichtigen, damit er einen großen Ertrag erzielt und der Pflanze trotzdem nicht schadet:
  • die größten Blätter besitzen das meiste Aroma
  • Zweige nicht abreißen, sondern schneiden
{infobox type=check|content=Tipp: Um die Ernte möglichst einfach zu gestalten, bietet es sich an, ganze Zweige abzuknipsen und die Blätter anschließend zu entfernen. An einem Treib können bis zu 30 Blätter hängen.}

Zeitpunkt

Die Ernte ist an keinen genauen Zeitpunkt gebunden und kann grundsätzlich ganzjährig erfolgen. Bei großem Bedarf empfehlen sich jedoch der Frühling oder der Herbst zum Pflücken.

Lorbeerblätter trocknen – 5 Methoden

Getrocknete LorbeerblätterSo gelingt Ihnen das erfolgreiche Trocknen von  Lorbeerblättern spielerisch.

Lufttrocknung

Die Blätter an der Luft zu trocknen ist die schonendste Methode. Außerdem sind keine Hilfsmittel erforderlich. Auch das Vorgehen erweist sich als sehr simpel:
  • Blätter pflücken
  • nicht abwaschen
  • lediglich durch Schütteln von Staub und Erde befreien
  • einen trockenen, windgeschützten Standort wählen
  • Temperaturen dürfen nicht höher als 35°C steigen
Eine empfehlenswerte Methode ist, die Blätter für die Lufttrocknung auf einem Backblech auszubreiten. Dabei gilt es zu beachten, dass sie sich weder berühren, noch übereinander liegen. Nach etwa zwei Wochen sind die getrockneten Blätter in der Küche einsatzfähig. Zwischendurch sollte der Selbstversorger die Blätter wenden und auf Schadstellen kontrollieren.

{infobox type=check|content=Tipp: Die Trocknung ruft unansehnliche Kräuselungen hervor. Dies kann der Selbstversorger vermeiden, indem er die Blätter mit einem Handtuch abdeckt. Ein einfaches Holzbrett, das er darüberlegt, übt den erforderlichen Druck aus.}

Blätter aufhängen

Etwas
mühsamer ist das Aufhängen der Ernte. Mit Nadel und Faden bindet der Selbstversorger die Blätter bei dieser Methode aneinander und hängt die Kette schließlich für einige Tage an einem Standort auf, der die unten aufgelisteten Voraussetzungen erfüllt. Wer sich die Mühe ersparen möchte, trocknet auf diese Weise ganze Lorbeerzweige.

Aufgehängte LorbeerblätterStandortbedingungen:
  • warm
  • niedrige Luftfeuchtigkeit
  • windgeschützt
  • geeignet sind Gartenlauben, Dachböden oder Trockenräume
  • keine direkte Sonneneinstrahlung
Vorgehensweise:
  • Blätter pflücken
  • auffädeln
  • dabei auf ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Blättern achten
  • Lorbeerketten nebeneinander aufhängen
  • regelmäßig durchschütteln
  • aneinanderklebende Blätter lösen (Schimmelgefahr)

Im Backofen

Mit etwas mehr Energieverbrauch, dafür aber mit weniger (Zeit-)aufwand verbunden ist die Trocknung im Backofen.
  • Backofen auf niedrigste Temperaturstufe einstellen (ca. 30-50°C)
  • Backpapier auf Backblech auslegen
  • Blätter darauf ausbreiten
  • Blätter dürfen sich nicht überlappen
  • Ofentür einen Spalt breit offenlassen
  • 2-3 Stunden unter steter Kontrolle erwärmen

Im Entfeuchter

Getrocknete LorbeerblätterWer einen Entfeuchter besitzt, nutzt natürlich dieses Hilfsmittel.
  • Gerät auf 35-46°C einstellen
  • Blätter unter klarem Wasser abwaschen
  • trocken schütteln
  • zusätzlich mit Papiertuch abtupfen
  • Blätter auf Ebenen verteilen
  • Entfeuchter zusammenbauen
  • Trocknungsdauer: rund 4 Stunden

In der Mikrowelle

Möchte der Selbstversorger nur wenige Blätter konservieren, kommt die Mikrowelle in Frage.
  • Blätter auf mikrowellengeeigneten Teller verteilen
  • Küchenpapier darüberlegen
  • auf kleiner Stufe erhitzen (nicht über 300 Watt)
  • Mikrowelle auf 2-3 Minuten einstellen
Allgemeiner Hinweis: Zu hohe Temperaturen führen bei allen genannten Methoden zu Aroma Verlust.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich vollständig getrocknete Blätter?
Weisen die Blätter nach der zu erwartenden Frist noch immer dunkelgrüne Stellen auf oder fühlen sich bei Berührung weich an, ist meistens noch Restfeuchtigkeit enthalten. In diesem Fall sollten sie noch eine Woche am Trocknungsort verbleiben.

Wie lange sind getrocknete Lorbeerblätter haltbar?
Getrocknete Blätter sind lange Zeit haltbar. Nach zwei bis drei Jahren kann sich der Selbstversorger noch immer an dem vollen Aroma erfreuen. Voraussetzung ist allerdings eine artgerechte Aufbewahrung in einem gut verschlossenen Behälter, beispielweise einer Plastikbox. Mit Feuchtigkeit dürfen die Blätter nicht in Berührung kommen.

Ist das Trocknen die einzige Möglichkeit, das Gewürz zu konservieren?
Frische Ernte kann der Selbstversorger auch einfrieren. Anders als bei der Trocknung muss er die Blätter dafür zuvor abwaschen. Anschließend breitet er sie auf einem Blech aus und stellt sie für einige Stunden ins Gefrierfach. Erst danach füllt er die Lorbeerblätter in einen Gefrierbeutel um und friert sie erneut ein. Wer seine Ernte sogleich küchenfertig portionieren möchte, nutzt am besten Eiswürfelformen. Nach dem Auftauen sollte der Selbstversorger das Gewürz vollständig verwerten. Ein erneutes Einfrieren ist nicht möglich.

Lassen sich auch frische Blätter zum Würzen verwenden?
Selbstverständlich kann der Gärtner auch frische Blätter gleich nach dem Ernten zum Würzen von Speisen nutzen. Jedoch besteht hier die Gefahr, die Gerichte zu überwürzen. Der Vorteil getrockneter Blätter ist der Verlust der Bitterstoffe durch die schonende Konservierung. Zudem lassen sich trockene Blätter einfacher unter das Essen mischen.