Blutjohannisbeere, Ribes sanguineum - Pflege der Zierjohannisbeere

Blüte der ZierjohannisbeereDie Blutjohannisbeere präsentiert von April bis Mai tiefrote Blütentrauben, bevor sich im Juli kleine blau-schwarze Beeren zeigen, die zwar ungiftig aber auch ohne Geschmack sind. Der anmutige Strauch aus der Familie der Stachelbeergewächse ist im südlichen und westlichen Nordamerika beheimatet. Er gelangte im 19. Jahrhundert nach Europa, wo er Parks und Gärten schmückte. Wird die farbenprächtige Zierjohannisbeere gemeinsam mit Frühjahrsblühern wie dem gelben Forsythia, Osterglocken oder Narzissen gepflanzt entstehen faszinierende farbliche Kontraste. Die Ribes sanguineum harmoniert zudem wunderbar mit Unterpflanzen wie der blau blühenden Sternhyazinthe und den kleinwüchsigen Tulpen.

Steckbrief zur Pflanze:
  • Gehört zur Gattung der Johannisbeeren
  • in der Familie der Stachelbeergewächse
  • Wissenschaftlicher Name - Ribes sanguineum
  • Aufrechter, früh austreibender Zierstrauch, dicht verzweigt
  • Wuchshöhe 200 cm bis 250 cm
  • Wuchsbreite 100 cm bis 150 cm
  • Blütezeit April bis Mai
  • Nutzung als Hecke, Gruppen- und Solitärpflanze

Standort

Die pflegeleichte Blutjohannisbeere stellt keine besonderen Ansprüche an ihren Standort. Sie wächst aufrecht und dicht verzweigte an einem sonnigen Platz und entwickelt auch im Halbschatten ihre ganze Blütenpracht.
  • sonnig bis halbschattig

  Erhält der Laub aufwerfende Strauch einen gut geschützten Ort im heimischen Garten zum Beispiel vor einer Mauer, können sich die Blütenbestände bei einer milden Witterung bereits Anfang März entwickeln.

Boden

Der Ribes sanguineum ist recht anspruchslos und sehr pflegeleicht. Dabei erreicht der genügsame Strauch eine ansehnliche Wuchshöhe von 1 m bis 2 m in einem geeigneten Gartenboden, der jedoch nicht zu schwer sein darf. Besonders gut gedeiht die Zierjohannisbeere im:
  • mäßig nährstoffreich
  • leicht feuchten
  • gut durchlässigen und sandigen Boden
  • der einen schwach sauren bis alkalischen pH-Wert besitzt

Gießen

Bei der früh blühenden Heckenpflanze ist darauf zu achten, dass sie regelmäßig gegossen wird. Auch wenn sich das beeindruckende Gewächs einige Zeit mit gewöhnlichem Regenwasser zufriedengibt, verträgt die Blutjohannisbeere als Flachwurzler keine Trockenheit. Aus diesem Grund sind die Sträucher vor allem während heißer Sommertage in regelmäßigen Abständen zu bewässern.

  Austrocknung des Strauches ist unbedingt zu vermeiden!

Damit sich eine üppige Blüte entwickeln kann, ist nicht nur die ständige Bewässerung, sondern auch eine Düngung erforderlich. Denn der Ribes sanguineum benötigt für ein prachtvolles Aussehen vor allem Phosphor und Stickstoff. Neben handelsüblichen organischen Strauch-, Baum- und Heckendünger, der eine natürliche Langzeitwirkung besitzt, können auch Hornspäne Verwendung finden. Wird ein natürlicher Dünger bevorzugt, sollte Kaffeesatz zum Einsatz kommen.
  • In leichte Böden Steinmehl einarbeiten.
  • Im Winter mit etwas Kalk und Kompost düngen.

  Keinen chlorhaltigen Dünger verwenden!

Winterschutz

Zierjohannisbeeren-PflanzeAuch wenn der attraktive Zierstrauch frosthart ist und keinen umfangreichen Winterschutz benötigt, gelten die Wurzeln der Pflanze dennoch als frostempfindlich. Deshalb bietet es sich an während der kalten Jahreszeit die Wurzeln der Blutjohannisbeere mit Rindenmulch oder Laub zu bedecken, sodass die Erde schön warm und feucht gehalten werden kann. Allerdings ist bei einer ständigen Mulchbedeckung über Monate hinweg auch eine Auflockerung des Bodens notwendig.

Verschneiden

Der reich blühende Strauch benötigt keinen Formschnitt.
  • In der Höhe um ein Drittel kürzen.
  • Lange Zweige die nach außen gerichtet sind kurz über dem Auge abschneiden.
  • Triebe die nach innen gerichtet sind, werden komplett entfernt.
  • Sind vertrocknete Zweige vorhanden werden diese ganz abgeschnitten.
  • Bei sich kreuzenden Zweigen wird nur einer entfernt.
  • Triebe die nach oben gewachsen sind, werden ebenfalls radikal abgeschnitten.
Ein stärkerer Rückschnitt insbesondere bei einem älteren Strauch ist nicht zu empfehlen. Wird dieser dennoch gewünscht kann er im Februar vorgenommen werden.
  • Gekürzt wird der Strauch dann bis auf ca. 50 cm.
  • Untere Verzweigungen bleiben stehen, damit ein schönes buschiges Aussehen bewahrt wird.
  • Nur die ältesten Triebe sollten zur Verjüngung hin und wieder entfernt werden.

  Ein jährliches Auslichten der Zierjohannisbeere ist in jedem Fall ratsam. Denn zeigt der Strauch keine Blühfreudigkeit mehr ist oft ein versäumtes Auslichten der Grund.

Vermehrung

Der wirkungsvolle Blütenstrauch - nützlich für Insekten und eine Zierde für den Garten kann als Einzelpflanze oder als blickdichte Hecke dienen. Soll die anmutige Blutjohannisbeere vermehrt werden, sind verschiedene Varianten möglich.

Steckholz
Eine einfache Methode ist die Vermehrung mit Steckhölzern. Hierfür werden ab dem Spätsommer bis in den Winter hinein unverzweigte Triebe etwa 15 cm - 20 cm lang, die ca. 6 Knospen besitzen an einem frostfreien Tag vom Strauch abgeschnitten. Die Zweige sind noch einmal in kleine Stücke zu kürzen, wobei oben unmittelbar über dem Auge gerade abgeschnitten und unten direkt unter dem Auge schräg geschnitten wird. Anschließend können die einzelnen Abschnitte bis zur Hälfte in einen Topf mit Anzuchterde oder sofort am gewünschten Standort in die Erde gesteckt werden.

  Verletzungen an den Stecklingen lassen sich verhindern, indem mit einem Pikierstab oder einem Spaten die Erde vorgelockert wird.

Während der Anzuchtphase sind die Töpfe an einem kühlen und frostsicheren Ort zu platzieren. Die Steckhölzer im Freiland erhalten zunächst einen geschützten Standort bevor sie im Frühling oder Herbst des nächsten Jahres dann wieder ausgegraben und an den gewünschten Platz im Garten versetzt werden.
Wichtig! Eine regelmäßige Wassergabe verhindert ein austrocknen während der Wachstumsphase.

  Steckhölzer können auch schon im Vorwinter geschnitten und in einem mit Sand gefüllten

Absenker
Die Blutjohannisbeere, Ribes sanguineum lässt sich auch mit Absenkern ohne größeren Aufwand vermehren.
  • vom Strauch wird ein Trieb nach unten zu Boden gezogen
  • in eine vorbereitete Furche gehalten und mit Erde bedeckt
  • dabei bleibt die Triebspitze jedoch frei und schaut aus der Erde heraus
  • Pflanzenbedarf 2 bis 3 Stück pro Meter
  • bei einer Wuchsbreite von 100 bis 150 cm
  • Im Frühjahr wird der Trieb von der Mutterpflanze geschnitten
  • und erhält einen Platz im Garten, wo er zu zwei Dritteln einzupflanzen ist.
  • Regelmäßig mit Wasser oder Weidenwasser besprühen.
  • Nicht zu empfehlen ist eine Wassergabe mit der Gießkanne, da
Bevor der Ableger in die Furche gebracht wird, kann er zwei bis drei kleine Einschnitte erhalten, die für eine schnellere Bewurzelung sorgt.

  Für eine schnellere Wurzelbildung bietet der Fachhandel sogenanntes Bewurzelungspulver an. Diese kleinen Hilfsmittel lassen sich jedoch auch selbst herstellen wie zum Beispiel das sogenannte Weidenwasser. Dafür werden einjährige Triebe, die in kleine Stücke geschnitten sind einfach mit kochendem Wasser übergossen. Nach einer Durchzugszeit von 24 Stunden ist das Weidenwasser fertig, das nun 14 Tage zu verwenden ist.

Sorten und Zuchtformen

Blüten der ZierjohannisbeereAus der Blutjohannisbeere sind viele Sorten gezüchtet worden, deren Blütenfarbe ein breites Spektrum abdeckt, das vom weiß bis zum leuchtenden dunkelrot reicht.

White Icicle (Ribes sanguineum)
Die Sorte White Icicle wird 150 cm - 200 cm hoch und besitzt weiße Blüten-Zapfen, die einen herrlichen Kontrast zum dunkelgrünen Laub bilden. Sie ist als Einzelpflanze oder zur Gruppenpflanzung geeignet und lässt sich ausgezeichnet mit rot blühenden Sorten kombinieren. Nach der Blüte schmücken tiefschwarze Beeren den Strauch.

Pulborough Scarlet (Ribes sanguineum)
Diese Sorte zeichnet sich durch einen starken Wuchs aus und erreicht eine Höhe von 200 cm bis 250 cm. Während der Blütezeit von April bis Mai präsentiert die winterharte und reich blühende Pulborough Scarlet besonders große Trauben im kräftigen Rot mit weißer Mitte.

King Edward VII (Ribes sanguineum)
Der gedrungen wachsende Strauch erreichte eine Wuchshöhe von 150 cm bis 200 cm und besitzt acht Zentimeter lange schöne rote und geruchsintensive Blütentrauben. Die King Edward VII Zierjohannisbeere eignet sich ausgezeichnet als Heckenpflanze und entwickelt schwarze Beeren mit einem süßsauren Geschmack.

Atrorubens (Ribes sanguineum)
Der bekannte und beliebte Frühjahrsblüher taucht den Strauch von April bis Mai in ein kräftig rotes Blütenmeer. Er eignet sich als Deckstrauch und Blütenhecke und besticht durch seinen typisch aromatischen Blütenduft.

Schädlinge und Krankheiten

Die Blutjohannisbeere ist ein recht unempfindlicher und robuster Blütenstrauch. Dennoch kann es wie bei jeder Pflanze zu Krankheiten und Schädlingsbefall kommen.

Nährstoffmangel
Sträucher wie die Ribes sanguineum benötigen für ein gesundes Wachstum eine ausgewogene Versorgung an Nährstoffen wie Kalium, Phosphor und Stickstoff. Damit der Frühjahrsblüher im Garten lange Zeit seine fantastische Pracht zeigt, kann bereits vor der Pflanzung ein Bodentest erfolgen. Im Handel ist dafür ein Testset erhältlich, das darüber Auskunft gibt, ob die erforderliche Nährstoffversorgung gewährleistet ist.

Witterungsschäden
Der formschöne Strauch ist jeder Witterung ob Platzregen oder Hagelschauer schutzlos ausgesetzt, wodurch es zu Verletzungen kommen kann. Deshalb sollte jeder Hobbygärtner seine Blütensträucher nach einem Unwetter auf Schäden kontrollieren und gegebenenfalls beschädigte Zweige entfernen.

Verringertes Wachstum
Bilden sich gelbe Blätter und an dem Zierstrauch entwickeln sich keine Blüten ist dies oft auf einen Wassermangel zurückzuführen. Damit es gar nicht erst dazu kommen kann, sollte der Strauch im Sommer häufig richtig bewässert werden. Ratsam ist in diesem Fall zudem eine dicke Mulchschicht aufzutragen, die einer Austrocknung vorbeugt. Da Überwässerung genauso schädlich für die Blutjohannisbeere ist wie zu wenig Wasser kann an einem Ort mit Staunässegefahr eine Drainage sehr hilfreich sein in die grober Sand, Kies oder zerkleinerte Tonscherben gegeben werden. Ein Standort in kurzer Distanz zu älteren Bäumen, der zwangsläufig aufgrund von Wurzelkonkurrenz zu Wassermangel führt, ist ebenso zu vermeiden wie ein nasser Platz im Garten.

Blattfallkrankheit
In der Regel ist die Blutjohannisbeere bis auf wenige Ausnahmen gegenüber Schädlingen und Pilzen resistent. Zeigen sich allerdings viele bräunliche Flecken auf den Blättern der Ribes sanguineum ist der Zierstrauch von dem Pilz Drepanopeziza ribis befallen, der sich gern bei feuchter Witterung ausbildet. Liegt ein starker Befall vor hilft ein radikaler Rückschnitt, der bis ins gesunde Holz zu erfolgen hat. Bei leichter Blattfallkrankheit ist wiederum die konsequente Entfernung aller Blätter oder des gesamten Laubes ratsam. Eine der hilfreichsten Methoden zur Vorbeugung der Blattfallkrankheit ist das Auslichten des Blütenstrauches in jedem Jahr sowie zu Beginn der Vegetationszeit eine kräftige Volldüngung. Bereits erkrankte Pflanzen können mit Schachtelhalmbrühe und Brennnesseljauche besprüht werden.

Johannisbeerblasenlaus
Die 2 mm bis 3 mm kleine Schädlingslaus Cryptomyzus ribis befällt sowohl gern die echte Johannisbeere als auch alle bekannten Zierformen wie die Blutjohannisbeere. Die Schäden zeigen sich in Form von zahlreichen blasenartigen Aufwölbungen auf den Blättern, die sich rötlich bis Gelb verfärben. Ist der Befall noch nicht zu stark ausgebreitet, reicht es die Blattläuse von den Blättern zu entfernen. Bei stärkerem Befall können Rapsöl-Spritzmittel, Neudosan Blattlausfrei oder Schädlingsfrei Calypso Perfekt AF zum Einsatz kommen. Wichtig ist das vor allem die Blattunterseite gut benetzt wird, wo sich die Läuse angesiedelt haben.

Häufig gestellte Fragen

Warum blüht eine junge Blutjohannisbeere nicht?
Die Zierjohannisbeere gehört zu den Sträuchern, die selbst an einem recht schattigen Standort noch eine üppige Blüte entwickelt. Bleibt diese bei einem noch jungen Strauch aus, könnte es am Rückschnitt liegen, der zum falschen Zeitpunkt erfolgte. Denn wie alle Frühblüher sind auch Blutjohannisbeeren im Mai/Juni direkt nach der Blüte und niemals im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter zu verschneiden, da sie ihre Blütenknospen bereits im Frühsommer für das nächste Jahr anlegen.

Kann der Strauch nach zwei Jahren noch versetzt werden?
Blutjohannisbeeren können auch nach einigen Jahren einen neuen Platz im Garten erhalten. Dabei sollte idealerweise nicht zu viel vom Wurzelballen abgestochen, sondern der komplette Ballen verpflanzt werden. Denn je kleiner dieser ist umso mehr muss der Strauch zurückgeschnitten werden da anderenfalls die wenigen Wurzeln nicht das zahlreiche Blattwerk versorgen können. Damit es möglichst rasch zu einer neuen Wurzelbildung kommen kann, wird der Zierstrauch reichlich angegossen und gut feucht gehalten.