Felsenbirne: ist sie giftig? | Worauf man achten sollte

Felsenbirne - Amelanchier Felsenbirnen, botanisch Amelanchier, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Zur Gattung zählen ungefähr 25 Arten. Die meisten sind in Nordamerika verbreitet. Je nach Art wachsen sie als sommergrüne Sträucher oder als kleine Bäume.

In Europa findet man vor allem die Gewöhnliche oder Gemeine Felsenbirne (Amelanchier ovalis bzw. vulgaris) an Felsen und steinigen Hängen, weshalb sie auch ihren Namen bekommen hat. Manchen ist sie aber vielleicht auch unter den Namen Marzipanstrauch, Felsenmispel oder Juneberry bekannt. Die blauschwarzen Früchte der Sträucher haben ungefähr die Größe einer Erbse. Sie enthalten kleine harte Samen, die leicht giftig sind.

Giftigkeit für den Menschen

Die Informationszentrale für Vergiftungen der Universitätsklinik Bonn stuft Felsenbirnen als "gering giftig" ein. Denn in den Samen und den Blättern sind geringe Mengen an zyanogenen Glykosiden enthalten. Diese können in den menschlichen Körper gelangen, wenn die harten Samen zerbissen werden. Werden sie als Ganzes geschluckt, werden sie unverändert, also unverdaut, ausgeschieden, so dass die Glykoside nicht vom Körper aufgenommen werden können. Deswegen wird eine Vergiftung mit der Felsenbirne hierzulande auch als selten eingestuft.

Frau leidet unter ÜbelkeitWerden größere Mengen an Samen und Blättern verzehrt, dann können folgende Symptome auftreten:
  • Unwohlsein
  • Übelkeit
  • Brechreiz
  • Durchfall
Die kritische Dosis für Kinder und Erwachsene ist noch nicht genau bekannt. Deswegen sollten Kinder, da sie auf alle (Gift-)Stoffe empfindlicher reagieren als Erwachsene, beim Umgang mit den Beeren vorsichtiger sein. Sie dürfen aber trotzdem von einer Marmelade aus Felsenbirnen probieren.

Damit es beim Verzehr der Marmelade aus den süßen Früchten der
Felsenbirne nicht zu bösen Überraschungen kommt, sollten Sie sie passieren, damit sie keine Samen mehr enthält. Dies empfiehlt sich übrigens auch bei den ungiftigen roten Johannisbeeren. Auch rohe Früchte können von Kindern in kleinen Mengen verzehrt werden. Allerdings empfiehlt es sich hier, die Samen zu entfernen.

{infobox type=check|content=Tipp: Kinder spucken die bitteren Blätter in der Regel sofort wieder aus. Trotzdem sollten sie vorsichtshalber nicht davon probieren.}

Giftigkeit für Tiere

Steht eine Felsenbirne in Ihrem Garten, dann werden die meisten Früchten von den Vögeln "geerntet". Aber wie giftig sind Felsenbirnen für Haustiere? Obwohl sich in der Datenbank des Züricher Instituts für Veterinärpharmokologie und -toxikologie kein Eintritt zu den Pflanzen findet, sollten Sie bei Haustieren, wie Hund oder Katze, jedoch aufpassen, dass sie nicht zu viele Beeren vernaschen. Denn größere Mengen der süßen Früchte tun ihrem Liebling nicht gut.

Hunde

HundKleinere bis größere Mengen der Beeren sind für ausgewachsene Hunde ungefährlich. Bei Welpen sollten Sie jedoch darauf achten, dass sie nicht von Beeren naschen, da sie empfindlicher darauf reagieren. So können die Früchte der Felsenbirne bei Hunden folgende Symptome auslösen:
  • Magenbeschwerden
  • Erbrechen
  • Durchfall
{infobox type=check|content=Tipp: Da bei älteren Tieren der Organismus, wie bei Welpen, empfindlicher reagiert, sollte auch bei ihnen darauf geachtet werden, dass sie, wenn überhaupt, nur geringe Mengen von den Früchten der Sträucher naschen.}

Katzen

Bei Katzen geht die Gefahr weniger von den Beeren, sondern v.a. von den Blättern aus. Denn viele Katzen lieben es, alle möglichen Grünpflanzen anzuknabbern. Da ihr Geruchs- und Geschmackssinn nicht so stark ausgeprägt ist wie beim Menschen, merken sie oft nicht, dass sie eine für sie giftige Pflanze anknabbern. Zeigt die Katze Symptome, wie Erbrechen oder Durchfall, sollten Sie eine Vergiftung mit den Blättern der Felsenbirne in Betracht ziehen, wenn ein Exemplar im Revier der Katze steht.

Pferde

Da Pferde wesentlich größer als Hund und Katze sind, kann ihr Organismus mit den giftigen Pflanzenteilen von Felsenbirnen besser umgehen. Da die Blätter zudem sehr bitter schmecken, werden sie von Pferden von Natur aus gemieden. Die Beeren dürfen in kleinen Mengen angeboten werden, aber sie sollten lieber auf ungefährliche Aufmerksamkeiten zurückgreifen.