Melonenbirne, Pepino - Pflege-Anleitung der Birnenmelone

Melonenbirnen-FruchtDer Pepino-Strauch gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Die Birnenmelone ähnelt einer kleinen Melone, mit hellgelber Grundfarbe und violetten Streifen. Ihr Geschmack ist angenehm süß, mit einem Aromen-Mix aus Birne und Honigmelone. Dennoch, die Pepino ist keine neuartige Züchtung experimentierfreudiger Botaniker. Es gibt Hinweise darauf, dass Vorgänger der Solanum muricatu, so die botanische Bezeichnung, schon lange vor unserer Zeitrechnung in den Andenländern geschätzt und kultiviert wurden. Ihre Ausbreitung erfolgte von Südamerika aus zunächst nach Neuseeland und Australien. Heute werden die Melonenbirnen, außerhalb Südamerikas, hauptsächlich in Kalifornien, Japan, Israel und im südlichen Europa angebaut.

Kurzer Steckbrief:
  • Botanischer Name: Solanum muricatum
  • Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Pepino, Birnenmelone, Melonenbirne, Melonenpflanze
  • Der Strauch wird bis zu 1 Meter hoch.
  • Die Blüten sind meistens lila-weiß gestreift.
  • Die Blätter sind dünn, hellgrün, oval und mit feinen Härchen besetzt.
  • Die Pflanze ist mehrjährig und nicht winterhart.
  • Sie trägt süße, wohlschmeckende Früchte mit hohem Vitamin C-Gehalt.
  • Botanische Fruchtform: Beere

Vermehrung und Anbau

Es ist immer eine Herausforderung, entscheidet man sich für den Anbau von Pflanzen, die nicht im mittel- bis nordeuropäischem Klima heimisch sind. Besonders dann, wenn man auf einen reichen Erntesegen hofft. Alles beginnt mit der Frage: Woher bekomme ich die erste Pflanze?

Es kann mit einem Samentütchen beginnen oder mit den Kernen aus einer Melonenbirne direkt. Letzteres kann, muss aber nicht funktionieren. Denn es gibt durchaus Früchte, die keine Kerne haben oder deren Kerne einfach nicht keimen wollen.

Einfacher und erfolgreicher wird es sein, auf eine Vermehrung durch Stecklinge zu setzen. Hierfür schneidet man von einem Pepino-Strauch, nach der Ernte, einen gut 20 cm langen Zweig ab. Dieser Zweig sollte nicht verholzt sein sowie einige Blätter- und Knospenansätze haben. Zunächst lässt man die Stecklinge in einem Wasserglas kleine Würzelchen bilden und steckt sie dann in die Anzuchterde. Darin werden sie bereits nach ungefähr 2 Wochen "Fuß gefasst" haben.

Man hat festgestellt, dass eine Vermehrung durch Stecklinge mehr Fruchtertrag bringt, als eine Aufzucht aus der Saat. Auch der Wuchs fällt bei Stecklingen in der Regel aufrechter aus als bei den Pflanzen, die sich aus Samen entwickeln.

Eine weitere und sehr bequeme Möglichkeit ist es, bereits ein kleines Pepino-Pflänzchen zu kaufen. In Deutschland wird die Solanum Muricatum immer beliebter. Daher ist es ist nicht unwahrscheinlich, solch eine Pflanze im Angebot seines Gartencenters oder sogar im Discounter um die Ecke zu finden.

  Für Anfänger und ungeduldige Exotenliebhaber ist der Kauf eines kleinen Pflänzchens die beste Wahl, damit sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Erfolgserlebnisse einstellen.

Aufzucht und Standort

MelonenbirnenSei es nun aus Freude an exotischen Pflanzen oder aus Vorfreude auf die köstlichen Früchte, zunächst gilt es, den jungen Pflänzchen, den Stecklingen oder der Aussaat optimale Voraussetzungen für ihr Wachstum zu bieten.

Die Melonenbirne mag im Freiland und im Topf einen möglichst durchlässigen und humosen Boden. Das Wasser muss gut ablaufenBlumenerde Kompost und Kokosfasern bei, erhält man eine gute Grundlage.

Egal, ob ins Land gepflanzt oder in einen Kübel, die Birnenmelone aus Südamerika liebt es warm und sonnig. Wenn die Nachttemperaturen zuverlässig nicht mehr unter 10°C fallen, sind die Pflanzen bereit, ihr Winterquartier zu verlassen. Die optimale Fruchtausbeute gibt es, wenn der Sommer sich mit seinen Temperaturen permanent irgendwo zwischen 10°C und  30°C bewegt.

Doch erst wenn es längere Zeit Nachttemperaturen um die 18°Grad gibt, bilden sich aus den schönen Blüten überhaupt erst Früchte aus.

Der Standort darf gern an einer Wand oder in einer Ecke sein, die zudem noch Richtung Süden, Süd-Westen gerichtet ist. Ständiger Wind und kühle Brisen bekommen den Melonenpflanzen gar nicht.
  • lockerer humoser Boden
  • keine Staunässe
  • nicht bei Nacht-Temperaturen unter 10C herausstellen
  • Standort Süd oder Süd-West und windgeschützt

  Die Pflanzen der Birnenmelone erst nach den Eisheiligen ins Freie stellen oder pflanzen.

Gießen und Düngen

Die Pepino-Pflanzen brauchen viel Wasser, besonders in der Wachstumsphase der Früchte. Der Boden ist immer feucht zu halten. Jedoch, wie schon erwähnt, darf es niemals zu Staunässe kommen. Für die Birnenmelone im Topf kann die Gefahr der Staunässe gemildert werden, indem man einfach den Abstand zwischen dem Topfboden und der Unterschale oder dem Übertopf vergrößert und einige Steine dazwischen legt. Im Winter werden sie dann nur noch mäßig gegossen, um ein vollständiges Austrocknen zu vermeiden.

Die Birnenmelone mag auch mit Nährstoffen versorgt werden. Ein Universal-Flüssigdünger für Obst- und Gemüse ist hierfür gut geeignet. Der Stickstoffanteil sollte nicht zu hoch liegen, ansonsten gibt es im besten Falle nur große, grüne Blätter. Bei einer Stickstoffüberdüngung werden die Blätter gelb und krank.
  • spätestens nach der ersten Blütenbildung mit der Düngung beginnen
  • ab August und im Winterlager nicht mehr düngen
  • ausreichend feucht halten, keine Staunässe
  • im Winterlager nur wenig gießen, aber nicht vollständig austrocknen lassen
Nach ungefähr 7 Wochen kann man mit moderater Düngung, einmal wöchentlich, beginnen. Phosphor und Kalium sind wichtig für die Blüten- und Fruchtbildung. Grundsätzlich nur in der Wachstumsphase düngen. Nicht während der Winterzeit und auch nicht, wenn die Pflanze krank sein sollte.

  Wie so oft, sollte auch für die Pepino-Pflanze niemals der Spruch "Viel hilft viel" zur Anwendung kommen: Weder beim Düngen noch beim Gießen.

Schnitt

Möchte man das Wachstum der Früchte forcieren, entfernt man die kleinenTomatenpflanzen her kennt. Auch blütenlose Seitentriebe können regelmäßig entfernt werden. Beide Maßnahmen erhöhen die Anzahl und die Größe der späteren Früchte.

Wichtig, erst mit dem Ausgeizen und Abschneiden der blütenlosen Triebe beginnen, wenn erste Blütenansätze sichtbar sind. So verhindert man, eventuell ertragreiche Nachzüglerzweige aus Versehen zu entfernen. Grundsätzlich gilt, alle Schnitte nur mit scharfen, sauberen Werkzeugen vornehmen, damit keine Krankheiten durch Verunreinigungen oder Beschädigungen entstehen.

  Unerwünschte Triebe ausgeizen (wie bei Tomatenpflanzen) bringt eine bessere Fruchtausbeute.

Krankheiten und Schädlinge

Ähnlich Tomaten, kann ein Befall von Kartoffelkäfern und dem Tomatenbronzefleckenvirus auftreten. Auch die weiße Fliege, Pflanzenläuse und die Spinnenmilbe befallen mitunter die Solanum muricatum. Die beste Vorbeugung ist eine gesunde Pflanze. Sie darf nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser bekommen und trotz der Liebe zur Wärme, nicht permanent der prallen Sonne ausgeliefert sein. Der Stand mehrerer Pflanzen sollte nicht zu eng sein und mit dem Dünger geht man lieber sparsam statt großzügig um. Ein regelmäßiges, sanftes, gezieltes Abduschen der Pflanze kann einem Befall ebenfalls vorbeugen.

Stellt man fest, dass die Pflanze an Vitalität verliert, kann es zu Beginn noch gelingen, durch gründliches Absammeln der Schädlinge und Entfernen der befallenen Pflanzenteile, das Schlimmste zu verhindern. Haben sich erst mehrere Generationen der Schädlinge gebildet hilft fast nur noch ein bio-chemischer Eingriff.

Eine sanfte Gegenmaßnahme ist es, die befallene Pflanze mit einem passenden Kräuteraufguss oder -ansatz zu besprühen. Zum Beispiel, je nach Schädlingsart, mit einem Sud aus Brennnesseln, Rainfarn, Knoblauch, Tabak oder Tomatenblättern.

  Optimale Wachstumsbedingungen bieten Schädlingen eine möglichst geringe Angriffsfläche. Eine regelmäßige Inspektion der Pflanze hilft, früh genug eingreifen zu können.

Reife, Ernte und Genuss

Zeichnung der MelonenbirneIst alles richtig gemacht und vor allem, hat der mitteleuropäische Sommer mitgespielt, dann reifen, circa 30 Tage nach der Bestäubung der voll ausgebildeten Blüten, die Früchte heran. Die Bestäubung findet durch Insekten, Wind und durch Selbstbestäubung statt. Am besten ist es, nur vollausgereifte Früchte zu ernten. Erntezeit ist im Spätsommer bis Frühherbst.

Reif geerntete Melonenbirnen haben den besten Geschmack und am meisten Vitamine. Sie sind dann, je nach Sorte gelb oder hellgrün mit violetten Streifen. Sie duften süß und geben auf Druck leicht nach.

Kommen die kalten Temperaturen zu früh, so reifen sie im Winterquartier noch nach. Man kann die unreifen Früchte auch ernten und bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Etylen, zum Beispiel von Äpfeln beschleunigt den Reifeprozess. Im Gemüsefach des Kühlschranks können reife Birnenmelonen bis zu 3 Wochen gelagert werden.

Pepinos eigenen sich gut für erfrischende Smoothies und Sorbets. Sie schmecken hervorragend zusammen mit Schinken. Pur genießt man die Melonenbirne, indem man die Frucht halbiert, die Kerne heraus schabt und das Fruchtfleisch aus der Schale löffelt oder schneidet, ähnlich wie bei einer Honigmelone. Kommt man gar nicht mehr gegen die Flut der reifen Früchte an, lässt sich daraus auch eine besonders aromatische Marmelade herstellen.

Überwintern

Wenn es langsam kühler wird, ab September, gilt es zu überlegen, wo Pepino am besten überwintern kann. Es sollte eine Temperatur von um die 10°c gewährleistet sein. Ein Wintergarten, ein Kellerraum mit Fenster oder der Flur sind gute Möglichkeiten. Pflanzen, die im Freien wachsen müssen dafür vorsichtig ausgehoben und in ein Gefäß gesetzt werden.

Gewässert wird die Melonenbirne während des Winterschlafes nicht mehr so häufig. Aber sie darf auf keinen Fall vollständig austrocknen. Gedüngt wird jetzt gar nicht mehr, am besten schon im August die Düngung einstellen.

Nach der Winterruhe ist die beste Zeit, die Birnenmelone, falls nötig, in ein größeres Gefäß umzutopfen. Jedoch darf der Topf nicht gleich zu groß gewählt werden, nur um sich eventuell spätere Umtopfaktionen zu ersparen. Dann geht alle Kraft in das Wurzelwachstum und nicht selten bleiben Früchte in diesem Jahr aus.

  Pepino hell und kühl bei ca. 10° C überwintern.

Häufig gestellte Fragen

Wächst die Melonenbirne auch im Kübel?
Als Kübelpflanze ist die Pepino sogar hervorragend geeignet. Genauso, wie einige andere Familienmitglieder der Nachtschattengewächse, verträgt es die Pepino-Staude sehr gut, in einem Gefäß zu wachsen. Wie Tomatenpflanzen auch, platziert man sie so als nützliche Pflanzendeko im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Im Kübel lässt sich die Pflanze später auch bequem in ein Winterquartier transportieren. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Melonenbirne mit dem Topf ins Land auszusetzen. Der Stress für die Pflanze, im Winter aus dem Freiland wieder in ein Gefäß gesetzt zu werden, entfällt.

Reifen die Früchte nach der Ernte noch nach?
Ja, aber wie bei vielen Früchten liegt die Geschmacks- und Vitaminausbeute am höchsten, wenn die Pepino-Früchte reif geerntet werden. Geht es darum, die Früchte eine Weile lang zu lagern, oder zu transportieren, dann ist es besser, sie vor der Vollreife zu ernten. Zum Nachreifen dann am besten einige Tage bei Zimmertemperatur lagern. Ob das Nachreifen gelingt und die Frucht dann auch schön süß ist, das kann, abhängig von der Sorte, recht unterschiedliche sein.

Die Blüten sind abgefallen, es haben sich keine Früchte gebildet, was tun?
Es lohnt sich auf jeden Fall, die Pflanze zu überwintern und im nächsten Jahr noch einmal sein Glück zu versuchen. Es kann sein, dass die Sommertemperaturen in diesem Jahr einfach nicht ausgereicht haben oder dass zu viel Regen und Luftfeuchtigkeit die Ausbildung von Früchten verhindert haben.