Sauerkirsche, Schattenmorelle - Pflanzen, Pflege und Rückschnitt

KirschbaumDiese Sauerkirsche wächst als kleiner Baum oder strauchartig. Im Gegensatz zu Süßkirschen sind Sauerkirschen wie auch die Schattenmorelle wesentlich anspruchsloser und meist auch kleiner. Ihre Früchte, die zwischen Mitte Juli und Anfang August reifen, sind mittelgroß bis groß mit einer festen, leicht glänzenden Haut. Diese ist zunächst rot und wird mit zunehmender Reife immer dunkler, sodass sie zur Vollreife schwärzlich rot ist. Das Fruchtfleisch ist dunkelrot und sehr saftig mit einem ausgeprägt sauren Geschmack. Die Baumkrone bleibt deutlich kleiner als die von Sauerkirschen, was die Ernte enorm erleichtert.

Steckbrief
  • Laub abwerfendes Gehölz mit mittelstarkem Wuchs.
  • Neigt stark zum Verkahlen.
  • Erreicht Wuchshöhen zwischen 250 und 400 cm.
  • Jährlicher Zuwachs von 20 bis 40 cm.
  • Reich fruchtend.
  • Blütezeit von April bis Mai.
  • Genussreife im Juli, 6.-7. Kirschwoche.
  • Haupterträge am hängenden, einjährigen Holz.
  • Früchte mittelgroß bis groß mit dunkelroter bis schwarzroter Färbung.
  • Fruchtfleisch gut vom Stein lösbar.

Pflanzen

Wie bei anderen Obstgehölzen ist auch bei der Sauerkirsche im Herbst die beste Zeit zum Pflanzen. Eine Pflanzung im Frühjahr ist aber ebenfalls möglich. Containerpflanzen, die in dem Topf in dem sie stehen herangewachsen sind, können das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden frostfrei ist. Der Wurzelballen sollte vor der Pflanzung gründlich gewässert werden. Im Gegensatz dazu müssen wurzelnackte Pflanzen nach dem Kauf schnellstmöglich gepflanzt werden, denn die Wurzeln sind, wie der Name schon sagt, wurzelnackt, d.h., sie verfügen nicht über einen schützenden Erdballen. Bevor es ans Pflanzen geht, ist es ratsam, den Boden tiefgründig aufzulockern und dabei Wurzeln, Unkräuter und mögliche Steine zu entfernen. Verdichtete Böden können mit einer Fräse bearbeitet und gegebenenfalls durch die Zugabe von Sand durchlässiger gemacht werden. Ist der Boden entsprechend vorbereitet, hebt man ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so tief und breit ist wie der Ballen der Pflanze. Offensichtlich beschädigte Wurzelteile werden abgeschnitten.

Um dem Bäumchen das Anwachsen zu erleichtern und gute Ernteerträge zu erzielen ist es ratsam, den Erdaushub mit gut ausgereiftem Kompost oder einer guten Pflanzerde zu mischen. Damit der Baum ungehindert anwachsen kann, setzt man einen Stützpfahl, möglichst entgegen der Hauptwindrichtung mit ins Pflanzloch. Mit einem Kokosstrick, Bast oder Ähnlichem befestigt man später den Baum an diesem Pfahl. Ein paar helfende Hände wären dabei nicht schlecht. Sobald das Gehölz angewachsen ist, kann der Pfahl wieder entfernt werden. Sollen mehrere Sauerkirschen gepflanzt werden, sind Pflanzabstände von 5-6 m empfehlenswert. Nun füllt man einen Teil der Erde in die Pflanzgrube. Darauf setzt man den Baum, und zwar so tief, dass die Veredelungsstelle ca. 10 cm aus dem Boden herausschaut. Nun wird mit Erdaushub aufgefüllt und Erde festgetreten. Während des Auffüllens hebt man den Baum mehrmals etwas an, damit die Erde auch in die Hohlräume zwischen den Wurzeln gelangen kann und die Pflanze ausreichend Halt hat. Um den Wurzelbereich herum legt man dann einen Gießring bzw. einen ca. 5 cm hohen Erdwall an, der dafür sorgt, dass das Gießwasser nicht abläuft, sondern dort bleibt, wo es benötigt wird, nämlich an der   Die Schattenmorelle ist wie andere Sauerkirschen auch, ein guter Befruchter für Süßkirschen. Dementsprechend macht es Sinn, ihn in unmittelbare Nähe einer Süßkirsche zu pflanzen, sofern eine vorhanden ist. Sie selbst ist übrigens selbstfruchtend, benötigt also keine Befruchtersorte.

Kübelpflanzung

In Säulenform kultivierte Schattenmorellen eignen sich sehr gut für eine Kübelpflanzung. Wichtig dabei sind vor allem ein ausreichend großes Pflanzgefäß und eine gute Drainage.

Standort und Boden

KirschenAuch wenn man bei der Schattenmorelle (Prunus cerasus subsp. Acida) annehmen könnte, dass sie ihrem Namen entsprechend schattig stehen möchte, gedeiht sie an sonnigen Standorten am besten. Teilweise toleriert sie auch leicht halbschattige Bereiche. Gut ist es, wenn der Standort zudem etwas windgeschützt ist. Sie eignet sich auch für kühlere und sogar kalte Standorte sehr gut. Gegenüber Hitze und Trockenheit ist sie relativ empfindlich. Der Boden sollte vorzugsweise locker, durchlässig, humos sowie mittel-bis tiefgründig und nicht zu trocken sein. Diese Sauerkirsche verträgt sowohl frisch bis mäßig feuchte Sandböden als auch kalk- und lehmhaltige Böden.

Gießen und Düngen

  • Unmittelbar nach der Pflanzung und in den darauf folgenden Wochen reichlich wässern.
  • Das hilft der Kirsche, anzuwachsen.
  • Ansonsten sind die vorherrschenden Witterungsverhältnisse entscheidend.
  • Sie entscheiden über Häufigkeit und Gießmenge.
  • Sind die Regenmengen ausreichend, muss nicht zusätzlich gegossen werden.
  • Die beste Tageszeit zum Gießen ist in den frühen Morgenstunden oder abends.
  • Um häufiges Gießen zu vermeiden, bietet sich eine Mulchschicht aus Kompost an.
  • Diese wird auf dem Wurzelbereich verteilt.
  • Sie hält Feuchtigkeit länger im Boden und versorgt die Pflanze gleichzeitig mit Nährstoffen.

  Eine Mulchschicht aus Rindenmulch ist nicht empfehlenswert, denn dieser entzieht dem Boden Nährstoffe, vor allem Stickstoff.

Zum Düngen verwendet man am besten organischen Dünger, wie Hornspäne, Kompost oder Stallmist. Diese Dünger versorgen die Sauerkirsche optimal mit Nährstoffen, ohne dass es zu einer Überdüngung kommen kann. Man verteilt eine dünne Schicht des jeweiligen Düngers großflächig auf dem Wurzelbereich und arbeitet ihn mit einem Rechen in den Boden ein. Im Kübel gepflanzte Stämmchen düngt man am besten mit einem handelsüblichen Volldünger. Bei der Dosierung sollte man sich unbedingt an die Vorgaben des jeweiligen Herstellers halten.

  Den Dünger immer bis über die Ausmaße der Baumkrone hinaus verteilen, denn die für die Schattenmorelle wichtigen feinen Wurzeln befinden sich außerhalb des Kronenbereiches.

Rückschnitt

Wie bereits erwähnt, neigt die Schattenmorelle stark dazu zu verkahlen. Deshalb KirschbaumPflanzschnitt Bei Sauerkirschen wird direkt nach der Pflanzung ein Pflanzschnitt vorgenommen. Dabei werden sowohl der Mittelast als auch 3-4 Pflegeschnitt Der Verjüngungsschnitt sollte jährlich nach der Ernte vorgenommen werden. Dabei kürzt man die überhängenden Triebe, die sogenannten Peitschentriebe um ca. zwei Drittel ein. Auch zu dicht stehende, sich kreuzende, dürre und steil nach oben wachsende Triebe werden entfernt. Werden Jungtriebe regelmäßig über einem Auge eingekürzt, führt das zu einem dichteren Wuchs. Von Zeit zu Zeit kann auch ein stärkerer Rückschnitt erforderlich sein, beispielsweise wenn der Fruchtertrag nachlässt oder ein Pilzbefall vorliegt. Im darauf folgenden Jahr fällt die Ernte dann meist etwas geringer aus aber im zweiten Jahr ist die Fruchtbildung dann umso größer.

  Je mehr Schnittwunden beim Rückschnitt entstehen, desto höher ist die Gefahr, dass Bakterien und Pilze eindringen und gegebenenfalls die gefürchtete Monilia-Spitzendürre und/oder Fruchtfäule, eine Fruchtfolgekrankheit zu begünstigen. Um zu viele Schnittwunden zu vermeiden, ist es ratsam, lieber einen dickeren Ast bzw. Zweig herauszuschneiden als mehrere kleine.

Überwintern

Im Vergleich zu anderen Obstgehölzen verfügt die Sauerkirsche über die beste Frosthärte. Das gilt vor allem für ältere Exemplare. Junge Bäume dagegen sind gegenüber der Wintersonne noch recht empfindlich. Um sie davor zu schützen, ist es sinnvoll, sie in den ersten beiden Standjahren mit Jute, Bast- oder Schilfrohrmatten zu umwickeln. Ab dem dritten Standjahr kann man sie schützen, indem man auf den Stamm bis in die Krone einen Kalkmilchanstrich aufträgt. Hierfür bieten sich fertige Mischungen aus dem Baumarkt an oder man stellt sie aus gelöschtem Kalk und Wasser im Verhältnis 1:10 selbst her. Gegebenenfalls kann man für eine bessere Festigkeit zusätzlich etwas Hornmehl unterrühren. Nachdem die Mischung aufgequollen ist sowie lose Rindenstücke und Moos entfernt wurde, wird der Weißanstrich aufgetragen. Die Mischung sollte mehrfach aufgetragen werden, wobei vor jedem neuen Anstrich der Untergrund gut trocknen sollte. Im Kübel kultivierte Exemplare müssen vor Erfrierungen geschützt werden. Dazu stellt man sie auf eine isolierende Styroporplatte und umwickelt den Pflanzkübel mit Luftpolsterfolie. Die oberirdischen Pflanzenteile kann man z.B. mit einem Jutesack vor Erfrierungen schützen.

KirschbaumErnte


Zwischen Juni und August sind die Kirschen ausgereift und können geerntet werden, wobei junge Bäumchen noch nicht sehr ertragreich sind. Im Gegensatz zu Süßkirschen besteht der Sauerkirsche nicht die Gefahr, dass die Früchte bei Regen aufplatzen. Für eine längere Lagerung eignen sich die Schattenmorellen nicht.

Krankheiten und Schädlinge

Monilia-Spitzendürre

Die Monilia-Spitzendürre ist vermutlich die gefürchtetste Erkrankung der Schattenmorelle. Begünstigt wird sie durch niederschlagsreiche Witterung während der Blühperiode. Der Baum treibt zunächst ganz normal aus und plötzlich verfärbt sich ein Großteil der Blüten braun und stirbt ab. Danach vertrocknen die jungen Triebe, was sich teilweise auch auf ganze Zweigpartien aber auch auf den ganzen Baum ausweiten kann und diesen zum Absterben bringt. Bei einem Befall sollten alle betroffenen Triebe bis weit ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Da der Pilz weit ins Holz vordringt, sollte man bis ca. 15 cm ins gesunde Holz zurückschneiden. Am besten sieht man sich danach die Schnittflächen an. Solange diese einen bräunlich-faulen Kern zeigen, muss noch tiefer weggeschnitten werden. Nach dem Schnitt können zusätzlich entsprechende Pflanzenschutzmittel gespritzt werden. Die erste Spritzung sollte, kurz bevor sich die Blüten öffnen erfolgen und die Zweite während der Vollblüte.

Sprühfleckenkrankheit


Die Sprühfleckenkrankheit, die ebenfalls durch einen Pilz verursacht wird, äußert sich bei der Sauerkirsche in kleinen rundlichen, rötlich violetten bis bräunlichen Flecken auf der Blattoberseite und eckigen, blassroten Flecken auf der Blattunterseite. Im weiteren Verlauf vergilben die Blätter und fallen frühzeitig ab. Sie tritt vor allem bei feuchtwarmer Witterung im Frühjahr auf. Da dieser Pilz im abgefallenen Laub überwintert, ist es besonders wichtig, das Laub schnellstmöglich und restlos zu entfernen. Die Entsorgung auf dem Kompost ist nicht ratsam. Eine direkte Bekämpfung dieser Erkrankung ist nicht möglich, da es derzeit keine zugelassenen Mittel gegen diesen Pilz gibt. Vorbeugend kann man den Baum von April bis Juni mit pflanzenstärkenden Brühen spritzen, denn gesunde Pflanzen sind weniger gefährdet.

Schrotschusskrankheit


Auch die sogenannte Schrotschusskrankheit wird durch einen Pilz hervorgerufen und ist an zunächst rotbraunen Flecken auf den Blättern zu erkennen, die dann absterben. In der Folge fällt das Gewebe heraus, sodass die Blätter unregelmäßig durchlöchert sind. Zur Behandlung gibt es entsprechende Fungizide. Die sollte man besonders dann einsetzen, wenn bereits im Vorjahr ein Befall vorlag. Die erste Behandlung sollte möglichst während des Austriebs und bei feuchtem Wetter erfolgen. Nach etwa 2 Wochen wird die Behandlung wiederholt.

Häufig gestellte Fragen

Sind bei der Schattenmorelle mehrere Bäume erforderlich zwecks Befruchtung?
Nein, dieser Kirschbaum ist selbstfruchtend, d.h., dass kein zweiter oder dritter Baum erforderlich ist. Allerdings kann die Pflanzung der Schattenmorelle in der Nähe einer Süßkirsche deren Erträge erhöhen.

Kann man vorbeugend etwas gegen die Monilia-Spitzendürre tun?
Von allen Obstgehölzen ist die Schattenmorelle am anfälligsten für diese Erkrankung. Eine Vorbeugung ist schwierig. Da aber gesunde Bäume widerstandsfähiger sind, ist es wichtig, auf optimale Standort- und Pflegebedingungen zu achten. Sinnvoll können auch vorbeugende Spritzungen sein. Zu den entsprechenden Mitteln sollte man sich im Fachhandel beraten lassen. Ansonsten kann man nur auf resistentere Sorten zurückgreifen.