7 Gurkenkrankheiten: Mehltau, Grauschimmel & Co | Überblick

Falscher Mehltau an GurkenblattGurkenkrankheiten sind dem Gärtner ein Dorn im Auge. Wenn Mehltau, Grauschimmel oder die gefürchtete Weichfäule auftreten, ist es wichtig, die Ursachen zu kennen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Gefahr zu bannen. Cucumis sativus ist bekannt für eine hohe Krankheitsanfälligkeit, wenn Fehler in der Pflege oder ein falscher Standort vorliegen.

In diesem Fall haben Krankheitserreger, Viren und Pilze leichtes Spiel, das Tropengemüse erkranken zu lassen. Die Anzahl an Krankheiten, die dem Fruchtgemüse gefährlich werden können, ist nicht gering und jede muss anders bekämpft werden.

Gurkenkrankheiten erkennen und bekämpfen

Wenn Sie bemerken, dass Ihre Gurkenpflanzen schwächeln, ist eine Krankheit in vielen Fällen der Ursprung für diesen Zustand. Typische Anzeichen für eine Vielzahl entsprechender Krankheiten sind zum Beispiel hängende Blätter, Flecken, Belag und sogar ein deutlich vernehmbarer fauliger Geruch.

Gurkenpflanze mit FruchtDie Ursachen für eine Erkrankung können zahlreich sein, da Sie viel falsch bei der Kultivierung des Fruchtgemüses machen können. Gerade in Bezug auf den Standort schleichen sich schnell Fehler ein, die den Pflanzen stark zusetzen. Weiter unten erhalten Sie Informationen zu den 7 typischen Gurkenkrankheiten und wie Sie diesen vorbeugen und sie bekämpfen, um an Ihrer Ernte Freude zu haben.

{infobox type=check|content=Tipp: Egal mit welcher von den weiter unten aufgeführten Krankheiten Sie es zu tun haben, verwenden Sie keine Pflanzenschutzmittel aus dem Fachhandel. Diese beeinflussen negativ den Geschmack der Gurken und machen diese ungenießbar.}

Echter Mehltau

Der Echte Mehltau ist ein Klassiker unter den Krankheiten, die Cucumis sativus befallen. Die Erysiphaceae sind recht schnell an den folgenden Symptomen zu erkennen:
  • befällt Gewächshaus- und Freilandgurken
  • weiße Flecken auf der Blattoberfläche
  • Flecken können ineinander verlaufen
  • im Extremfall gesamtes Blatt befallen
  • Blätter trocknen aus
  • Blätter verfärben sich braun
  • Blätter sterben ab
  • kann sich auf Stängel ausbreiten
Da der Pilz problemlos auf bereits abgestorbenen Pflanzenresten überlebt, kann er zu einer echten Plage werden. Echter Mehltau lässt sich meist nur verhindern, wenn Sie widerstandsfähige Sorten anbauen, da Maßnahmen wie eine gute Pflege oder selbst ein idealer Standort die Pilze der Gattung Erysiphaceae nicht wirklich interessieren. Der Befall wird noch intensiver bei trockenwarmem Wetter.

Die folgenden Maßnahmen helfen beim Bekämpfen des Echten Mehltaus:
  1. Milch: Mischen Sie 900 Milliliter Wasser und 100 Milliliter Milch, nicht fettarm, und füllen Sie dieses Mittel in eine Sprühflasche. Verwenden Sie es nun regelmäßig als Spritzmittel. Je stärker der Befall, desto häufiger müssen Sie das Milch-Wasser-Gemisch anwenden.

  2. Knoblauch: Ebenso effektiv funktioniert ein Sud aus 3 Knoblauchzehen und einem halben Liter Wasser. Schneiden und kochen Sie die Zehen. Danach lassen Sie den Sud abkühlen und seihen Sie diesen in eine Sprühflasche ab. Nun auf die gleiche Weise wie die Milch verwenden, um dem Mehltau Herr zu werden.

Lassen Sie bei einem Befall durch den Echten Mehltau nicht nach. Je hartnäckiger Sie gegen diesen vorgehen, desto besser wird es Ihren Pflanzen gehen.

Falscher Mehltau

Der Falsche Mehltau wird durch Peronosporales-Pilze hervorgerufen und ist ebenso schlimm für Ihre Gartenpflanzen wie der Echte. Salat- und Einlegegurkensorten sind hauptsächlich von diesem Mehltau betroffen und an den folgenden Symptomen erkennbar:
  • Falscher Mehltau an GurkenblattOberseite der Blätter zeigt hellgrüne bis braune Flecken
  • Flecken können Gelbstich haben
  • Unterseite der Blätter zeigt Belag in violettem Grau
  • Gurkenpflanzen färben sich gelb
  • sterben ab
Gefährlich ist der Falsche Mehltau aufgrund seiner rasanten Ausbreitung, vor allem wenn es trocken und warm ist. Er kann sich innerhalb kurzer Zeit auf alle Exemplare in der Nähe ausbreiten und diese verenden lassen. Entfernen Sie sofort befallene Pflanzenteile im Hausmüll und senken Sie die Luftfeuchtigkeit in Gewächshäusern durch regelmäßiges Lüften. Sie können dem Pilz nur durch den Kauf widerstandsfähiger Gurkensorten vorbeugen.

{infobox type=check|content=Tipp: Achten Sie beim Echten und Falschen Mehltau darauf, dass Wind die Sporen in die Luft tragen und
somit zu anderen Gurkenpflanzen transportieren kann. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Exemplare immer an einen windgeschützten Platz pflanzen, an dem selbst bei einem Befall durch Mehltau sich dieser nicht mehr so leicht ausbreiten kann.
}

Grauschimmel

Grauschimmel gehört wie Mehltau zu den schlimmsten Gurkenkrankheiten. Wenn Ihre Gurken von Botrytis cinerea befallen sind, können zahlreiche andere Gewächse betroffen sein, da der Schimmelpilz über 230 verschiedene Pflanzenarten als Ziel auserkoren hat. Die Symptome sind ein grauer Belag mit einer samtigen Struktur auf Blättern, Stängeln und den Fruchtansätzen.

Sie können diesen vorbeugen, indem Sie altes Laub entfernen, denn dort überdauern die Pilze. Entsorgen Sie dieses im Hausmüll. Zudem müssen Sie Gewächshäuser regelmäßig lüften. Maßnahmen zum Bekämpfen sind:
  • nicht abends gießen
  • nächtliche Feuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung
  • regelmäßig mit Dünger kräftigen

Gurkenmosaikvirus

Der Gurkenmosaikvirus wird durch Blattläuse hervorgerufen. Zu erkennen ist der Befall an folgenden Symptomen:
  • Gurkenmosaikvirus auf Gurkenblätternunter 20°C: Gurkenpflanzen welken stark
  • über 24°C: Mosaikflecken bilden sich auf Blättern
  • können zusammen auftreten
  • Warzenbildung
  • Blattläuse und Honigtau erkennbar
  • seltener Ameisen
Die Gurkenpflanzen sterben nicht sofort durch den Virus ab, jedoch kann sich dieser aufgrund der Blattläuse auf den gesamten Garten ausbreiten. Einzig der Einsatz robuster Gurkensorten und die Ansiedlung von Fressfeinden wie Florfliegenlarven helfen gegen den Befall. Ebenso sind Spritzmittel aus Rapsöl zu empfehlen.

Weichfäule

Mit der Weichfäule findet sich eine Krankheit, die Sie auf die gleiche Weise wie die Weißstängeligkeit vorbeugen, da befallene Pflanzen absterben und sich der Parasit auf andere Exemplare ausbreiten kann. Vor allem junge oder beschädigte Pflanzen sind von der Weichfäule betroffen. Achten Sie bei der Pflege also darauf, nicht an Blättern und Stängeln zu reißen und dadurch Wunden entstehen zu lassen. Über diese gelangt der Erreger in die Pflanzen.

{infobox type=check|content=Tipp: Es gibt noch weitere Welken, dessen Ursache verschiedene Pilze sind und im Schadbild stark der Weichfäule ähneln. In diesem Fall sollten Sie die Gurken veredeln, wofür sich Feigenblattkürbisse (bot. Cucurbita ficifolia) am besten eignen.}

Weißstängeligkeit

Die Weißstängeligkeit erkennen Sie an einem wolligen Belag in weißer Farbe, der sich auf den Gurkenstängeln bemerkbar macht. Dort haben sich Sclerotinia sclerotiorum-Pilze festgesetzt, die die Gurken anschließend verfaulen lassen.

WeißstängeligkeitEgal wie viel Wasser Sie verabreichen, es ist nicht genug für die Gurkenpflanze. Der weiße Belag zeigt sich später auf den Blättern und zeigt sich zusammen mit kleinen, schwarzen Auswüchsen. Die Sclerotinia-Welke lässt sich nicht bekämpfen und die betroffenen Pflanzen müssen entfernt und im Hausmüll entsorgt werden. Vorbeugen ist jedoch möglich:
  • vermeiden Sie hohe Feuchtigkeit am Gurkenstandort
  • Blätter nicht unnötig nass werden lassen
  • nur das Substrat, nie direkt die Pflanze gießen
  • keine Wassergaben am Abend
Übermäßige Feuchtigkeit ist es, was die Weißstängeligkeit hervorruft. Aus diesem Grund dürfen Sie es dazu nicht kommen lassen.

{infobox type=check|content=Tipp: Hauptsächlich sind Gewächshauspflanzen von der Sclerotinia-Welke betroffen. Neben der Gurke haben es die Sporen besonders auf Tomaten, Paprika und Salat abgesehen.}

Eckige Blattfleckenkrankheit

Bei der Eckigen Blattfleckenkrankheit handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die vor allem an feuchten Standorten bei warmem Wetter zuschlägt. Zu erkennen ist sie an den folgenden Merkmalen:
  • gelbe, eckige Flecken auf Blattoberfläche
  • verlaufen mit der Zeit ineinander
  • schleimige Tropfen an Blattunterseite bilden sich
  • Blätter werden braun
  • Blätter trocknen aus und reißen
  • Gurken verfaulen
Hier hilft es nur, wenn Sie entsprechend vorbeugen, denn befallene Pflanzen erholen sich meist nicht mehr. Lüften Sie immer ausreichend und achten Sie darauf, die Pflanzen nicht zu beschädigen. Wichtig ist ein Fruchtwechsel, da die Erreger ausschließlich Kürbisgewächse (bot. Cucurbitaceae) befallen. Wurde ein Befall verzeichnet, müssen Sie drei Jahre lang warten, bis Kürbisgewächse an den gleichen Standort gepflanzt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Welche guten Nachbarn eignen sich für Gurken, um die Krankheitsresistenz zu verbessern?
Rote Bete im BeetGurkenpflanzen haben eine große Zahl an guten Nachbarn, die die Resistenz vor Krankheiten und zudem die allgemeine Vitalität des Fruchtgemüses verbessern. Hierfür bieten sich vor allem Dill, Erbsen, Bohnen, Fenchel, Lauch, Kohl, Kopfsalat, Mais, Rote Bete, Sellerie, Kümmel und Zwiebeln an.

Ist das Klima ausschlaggebend für geschwächte Gurkenpflanzen?
Das Klima ist nur für einen Teil der Vitalität der Pflanze zuständig und so sind nicht alleine kühle Sommertage die Ursache für eine höhere Anfälligkeit gegenüber Viren, Bakterien, Pilzen und anderen Erregern. Der Standort, schlechte Nachbarn wie Radieschen und Tomaten und falsche Pflege gehören ebenfalls dazu.

Geht es Gurken im Gewächshaus besser?
Gurkenpflanzen bleiben vitaler und sorgen für höhere Erträge, wenn Sie in kühlen Regionen Deutschlands wohnen und dort die anfälligen Tropenpflanzen in einem Gewächshaus unterbringen. In milderen Ecken wie den Weinbaugebieten in Baden oder der Pfalz dagegen sind die Kürbisgewächse nicht unbedingt auf ein Gewächshaus über den Sommer angewiesen.