6 typische Krankheiten und Schädlinge an Stockrosen

Kranke StockroseRobust und pflegeleicht, das ist die dekorative Stockrose, die ursprünglich im Orient beheimatet ist. Doch auch diese Pflanze ist nicht gefeit vor Krankheiten oder Schädlingen. Oft wächst die Pflanze an Straßenrändern oder am Rande von Betonplätzen, gerne wird sie aber auch immer häufiger in einem naturnahen Bauerngarten kultiviert. Hier benötigt sie dann den richtigen Standort und die richtige Pflege, damit sie gegen Malvenrost, Welke-Krankheit oder diverse Schädlinge ein gesundes Immunsystem aufbauen kann. Welche Krankheiten und Schädlinge die dekorativen Stockrosen befallen und diese schädigen könnten, wird im folgenden Artikel erklärt.

Krankheiten und Schädlinge

Es gibt einige typische Krankheiten und Schädlinge, die auch eine eigentlich sehr robuste Stockrose befallen können. An erster Stelle ist hier der Malvenrost zu nennen, bei dem es sich um eine Pilzkrankheit handelt. Doch auch die Welke-Krankheit ist bei den Stockrosen weit verbreitet. Hinzu kann ein Befall von diversen Schädlingen kommen.

Malvenrost

Der Malvenrost ist eine Pilzerkrankung, die die Stockrosen in jedem Jahr neu bedroht. Denn die Krankheit ist in den hiesigen Breitengraden sehr weit verbreitet und befällt auch andere Pflanzen im Garten. Malvenrost kann wie folgt erkannt werden:
  • Malvenrost an StockroseBildung kleiner gelber Flecken auf Blattoberseite
  • rot-braune Pusteln auf Unterseite
  • bereits im Frühjahr
  • an den ersten Trieben
  • Pilz überwintert an Stockrose
Vorbeugend sollten die Stockrosen immer einen sonnigen und luftigen Standort erhalten, damit der Pilz sich nicht ausbreitet. Oft stehen die dekorativen Pflanzen in einem Beet viel zu eng zusammen, was den Malvenrost begünstigt. Mit Scharfgarben- oder Achtelschachtelhalm kann gegen einen Befall vorgegangen werden, indem die Pflanzen hiermit gedüngt werden. Über den Sommer werden alle befallenen Stellen entfernt und im Restemüll entsorgt sowie ein Fungizid eingesetzt.

{infobox type=check|content=Tipp: Hat der Pilz in einem Jahr die Pflanze befallen, dann sollte die Staude im Winter bis auf den Stock entfernt werden. Rundherum wird der Boden sowie der Stock mit Fungiziden behandelt, damit nicht direkt im Frühjahr der Pilz wieder ausbricht.}

Welke-Krankheit

Bei der Welke-Krankheit handelt es sich ebenfalls um einen Pilzbefall. Die Stockrose fängt hierbei an, von unten zu welken. Wird nun hiergegen nicht sofort vorgegangen, dann überträgt sich die Krankheit rasant auf die gesamte Pflanze, die dann nicht mehr zu retten ist. Denn der Pilz schädigt auch die inneren Gefäße, die Stockrose stirbt ganz ab. In einem solchen Fall sollten die nachstehenden Maßnahmen erfolgen:
  • Staude insgesamt entfernen
  • auch die Erde rund um befallene Pflanzen
  • beides nicht auf den Kompost geben
  • im Restemüll entsorgen
  • Pilzsporen überwintern in Erde
  • Fungizide als Behandlung meist nicht erfolgreich
Ist eine Malve, zu denen auch die Stockrosen gehören, von der Welke-Krankheit befallen, dann gibt es meist keine andere Möglichkeit, als den Schaden so gering wie möglich zu halten und zu versuchen, dass der Pilz nicht auch die umliegenden Stockrosen und eventuell andere Pflanzen befällt. Die befallene Pflanze selbst ist nicht zu retten.

{infobox type=check|content=Tipp: Für den Ausbruch der Welke-Krankheit, die zum Glück nur sehr selten auftritt, wird vermutet, dass die betroffene Pflanze unter einem gestörten Wasserhaushalt leidet, gegen den auch nicht vorgebeugt werden kann.}

Malven-Erdfloh

Stockrose mit Malven-Erdfloh-BefallBei dem Erdfloh handelt es sich weniger um einen Floh im herkömmlichen Sinn, sondern um einen Käfer. Dieser kann die Stockrosen jedoch sehr schädigen, vor allem die Attraktivität des Aussehens leidet unter dem Erdfloh. Der Schädling kann wie folgt erkannt und bekämpft werden:
  • viele kleine Löcher in Mitte der Blätter
  • hierbei handelt es sich um einen Fraßschaden
  • Blattrippen bleiben jedoch unversehrt
  • Käfer ist grün, blau oder schwarz
  • besitzt rote Beine
  • bei Erkennen absammeln
  • Erde auflockern
  • Streichhölzer mit Kopf in Erde stecken
  • rund um die Pflanze
Nur wenn nichts hilft, kann gegen den Schädling mit einem Insektizid vorgegangen werden. Beschädigte Blätter sollten entfernt werden, damit hierüber keine Bakterien, Pilze oder Viren eindringen können.

{infobox type=check|content=Tipp: Der Malven-Erdfloh tritt meist dann auf, wenn die Erde im Gartenbeet zu trocken geworden ist. Daher kann hier schon regelmäßiges Gießen Abhilfe schaffen.}

Malven-Spitzmäuse

Bei der Malven-Spitzmaus handelt es sich nicht um eine Maus, sondern ebenfalls um einen Käfer, der sich gerne von den Stockrosen ernährt. Durch seinen spitzen Rüssel erinnert dieser Schädling jedoch an eine Spitzmaus. Der Käfer kann wie folgt erkannt werden:
  • Malven-Spitzmäuse an Stockrosenfrisst die Triebspitzen an
  • Eier werden auf Stängeln abgelegt
  • Käferart eher selten
  • bei Befall jedoch handeln
  • Eier absammeln
  • auch Käfer entfernen
  • Pflanze nimmt sonst Schaden
  • wenig Blüten zu erwarten
  • da Triebe angeknabbert

Blattläuse

Wie auf fast jeder Pflanze im Garten setzen sich auch auf der Stockrose im Frühling auf den frischen Trieben die Blattläuse ab. Erkannt werden diese an ihrem zahlreichen Aufkommen sowie an der klebrigen Flüssigkeit auf Knospen, Blüten und Blättern. Gegen die Blattläuse sollten bei den blühenden Stockrosen Insektizide eingesetzt werden, da zum Beispiel ein Abduschen auch der Pflanze eher schaden würde. Alternativ kann jedoch Brennnesselsud hergestellt werden, mit dem die Pflanzen eingesprüht werden.

Schnecken

Schnecken bevorzugen vor allem die zarten Blätter im Frühling, wenn die Stockrose neu austreibt. So kann es unter Umständen zu einem extremen Schneckenbefall kommen, der der Stockrose sehr schaden kann. Denn werden die jungen Blätter durch den Fraß so gut wie zerstört, wächst die Pflanze nicht mehr richtig. Die Vorbeugung gegen Schnecken sollte daher wie folgt aussehen:
  • Schnecken - GastropodaSchneckenkorn auslegen
  • nicht zu empfehlen bei kleinen Kindern im Haushalt
  • auch bei Haustieren nicht nutzen
  • Schneckenbarrieren auslegen
  • Kaffeesatz oder Sand um Pflanzen streuen
  • auch Sägespäne sind hilfreich
  • Schnecken alternativ aufsammeln
  • in den Abendstunden
{infobox type=check|content=Tipp: Sobald der erste Fraßschaden von Schnecken erkannt wird, sollte hiergegen vorgegangen werden. Denn die Tiere können durchaus alle Pflanzen in einem Beet zerstören, wenn hiergegen nicht vorgegangen wird.}

Schädlingen vorbeugen

Sind die Stockrosen gut gepflegt, dann sind diese auch widerstandsfähiger gegen den Befall von Schädlingen. Daher sind hier ein sonniger und heller Standort sowie das richtige Gießen und Düngen sehr wichtig. So sollte hier vor allem auf das Folgende geachtet werden:
  • keine Staunässe
  • nur bei Bedarf gießen
  • nicht austrocknen lassen
  • alle zwei bis drei Wochen düngen
  • hierzu Dünger für Blühpflanzen nutzen
  • Erde rund um Pflanze regelmäßig auflockern
  • Fressfeinde von Schädlingen ansiedeln
  • naturnaher Garten hilft hierbei

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich verhindern, dass bei meinen Stockrosen der Malvenrost ausbricht?
Gut gepflegte Stockrosen, die an einem sonnigen und luftigen Standort kultiviert wurden, haben in der Regel von dieser Krankheit nichts zu befürchten. Pilzsporen können immer überwintern, brechen aber nur aus, wenn die Pflanze insgesamt geschwächt ist. Mit Schachtelhalm- und Scharfgarbensud als Düngemittel kann sie gestärkt werden.

Warum sind Schnecken so gefährlich für meine Stockrosen?
Gerade Schnecken treten schnell in einer Vielzahl auf, die Schädlinge sind sehr gefräßig und bevorzugen vor allem die jungen Blätter an einer Pflanze. So kann es schnell zu einem erheblichen Fraßschaden kommen, wenn die Schnecken nicht rechtzeitig erkannt und bekämpft werden. Die Stockrose hat dann keine Möglichkeit mehr, Blüten zu entwickeln, da ihr die Kraft fehlt.

Wie kann ich meine Stockrosen kräftigen?
Als Schutz vor Schädlingen hilft in der Regel die ideale Pflege. So sollte der Standort hell und sonnig sein, Staunässe vermieden aber trotzdem moderat gegossen und regelmäßig gedüngt werden. So haben Schädlinge an einer gesunden und widerstandsfähigen Pflanze meist keine Chance.