Verticillium-Welke bekämpfen - die besten Mittel

Welkes BlattDie Verticillium-Welke kann viele Laubbaumarten und Sträucher befallen, darunter auch nützliche Obstbäume. Darüber hinaus kann die Welke auch bei Zierpflanzen, beim Gemüse und anderen landwirtschaftlich genutzten Kulturen auftreten und diese zum Absterben bringen. Selbst vor dem Unkraut macht die Pilzerkrankung nicht Halt und kann sich von dort im ganzen Garten ausbreiten. Der Pilz mit dem Namen Verticillium befällt die betroffenen Pflanzen im Boden und schwächt diese ausgehend von der Wurzel. Die Welke breitet sich oft durch neue Anpflanzungen aus, die bereits mit dem Pilzbefall aus dem Fachhandel bezogen werden.

Steckbrief zur Verticillium-Welke
  • Fatale Pilzerkrankung, welche Nutz- und Zierpflanzen gleichermaßen befällt
  • Beginnt im Boden in der Wurzel und breitet sich von dort in der ganzen Pflanzen aus
  • Ideale Bedingungen sind im Sommer, während heißer Temperaturen und trockener Phasen
  • Trotz konstanter Wassergaben fangen Blätter zu welken an, grüne Blattfarbe wird fahl
  • Äste und Zweige von Gehölzen und Sträuchern zeigen Risse
  • Querschnitt durch das Holz zeigt ringförmige und dunklere Verfärbungen auf
  • Welke kann mithilfe der Mikrosklerotien (Dauersporen) über viele Jahre hinweg im Boden überdauern
  • Manche Pflanzenarten sind besonders anfällig, andere hingegen eher robust und resistent
  • Bei andauernden Problemen mit dem Befall nur noch resistente Pflanzen kultivieren
  • Als Vorbeugemaßnahmen helfen ein passender Standort und ein gesundes Immunsystem

Schadbild

Wie der Name schon sagt, ist die Verticillium-Welke ganz einfach an den welken Blättern der Pflanzen zu erkennen. Obwohl die betroffene Pflanze nicht trocken steht und ausreichend gegossen wird, sieht diese welk, ausgemergelt und krank aus. Wenn bei Gehölzen im Innenbereich des Holzes ein kleiner Halbmond in Sichelform zu erkennen, ist die Welke schon sehr tief in den Baum eingedrungen. In diesem Fall lässt sich selbst mit einem radikalen Rückschnitt das weitere Ausbreiten der fatalen Pilzerkrankung kaum noch bekämpfen und das betroffene Gehölz wird in einigen Jahren zugrunde gehen. Deshalb sollten alle Pflanzen im Gartenbereich regelmäßig auf einen Befall kontrolliert und bei einer Infektion mit dem Verticillium Pilz zeitnah behandelt werden:
  • Gesunde Erdbeere (links) - Erdbeere mit Verticilium-Welke (rechts)Vor allem neu ausgebildete Triebe zeigen auf einmal welke Blätter, trotz regelmäßiger Wassergaben
  • Pflanzen beginnen von unten her zu vergilben, ältere Blätter vergilben normalerweise zuerst
  • Blätter machen einen schlaffen Eindruck, Blattfarbe wird fahlgrün
  • Verfärbtes und verformtes Erscheinungsbild der Blätter, mit braunen Leitungsbahnen
  • Bei krautig wachsenden Pflanzen verändert sich speziell der Strunk
  • Befällt jedoch nicht nur Blätter, sondern auch Zweige und Äste
  • An dickeren und abgestorbenen Zweigen und Ästen wird die Rinde rissig, ist nicht mehr glänzend und glatt
  • Anfänglich erscheinen die Wurzeln noch gesund, werden erst mit der Zeit deformiert
  • Befall führt allmählich zum Absterben einzelner Pflanzenteile und zum Schluss der ganzen Pflanzen
  • Im fortschreitenden Verlauf der Pilzerkrankung verschlimmert sich diese oft und ist deutlich erkennbar
  • Welke verläuft jedoch manchmal sehr schleppend und ist kaum zu erkennen
  • Betroffene Pflanzen können sich sogar zeitweise von Neuem erholen und abermals einen gesunden Eindruck machen

Ursachen

Eine Infektion mit der Verticillium-Welke wird besonders von trockenem und warmem Sommerwetter gefördert. Nachdem zunächst nur die äußeren und älteren Blätter absterben, verwelkt nach und nach die ganze Pflanze und stirbt dann ab. Die Pilzerkrankung breitet sich vom Boden her in der Pflanze aus und verstopft deren Wasserleitungsbahnen, sodass sich die Pflanze nicht mehr richtig selber versorgen kann. Bei Gehölzen lassen sich erste Hinweise auf einen Pilzbefall erhalten, wenn betroffene Ast- und Triebteile quer durchgeschnitten und untersucht werden. Die folgenden Ursachen sind für die Verticillium-Welke ausschlaggebend:
  • Kommt häufig in der heißen Sommersaison mit langen Trockenperioden vor
  • In den Sommermonaten Pflanzen verstärkt auf Befall kontrollieren
  • Gefäßparasitäre Pilzerkrankung, Welke besiedelt nach einer Infektion die Leitungsbahnen der Pflanze und verstopft diese nachhaltig
  • Behindert die wichtige Wasseraufnahme und führt zu einem welken Erscheinungsbild
  • Pilzbefall dringt in der Regel vom Boden aus in die Pflanzen ein
  • Ast- und Triebteile weisen im Bereich der Leitgefäße dunkle und ringförmig angeordnete Verfärbungen auf
  • Befall mit Schadpilz lässt sich eindeutig nach einer Laboruntersuchung feststellen
  • Speziell bei Nutzpflanzen in Monokultur ist der Gang zum Labor bei ersten Anzeichen erforderlich
  • Dauersporen der Welke überleben jahrelang im Erdboden, diese Mikrosklerotien lassen sich nur schwer abtöten

Anfällige Pflanzen

Zu den besonders anfälligen und häufig befallenen Pflanzen gehören die folgenden Arten:
  • Apfelbaum - MalusApfelbaum, Blasenbaum
  • Erdbeeren, Essigbaum, Esskastanie
  • Fächerahorn, Spitzahorn
  • Himbeere, Hortensien
  • Johannisbeere, Judasbaum
  • Kartoffeln, Linde, Ölweide
  • Paprika, Perückenstrauch, Quitte
  • Prunus-Arten: Aprikosenbäume, Kirschbäume, Kirschlorbeeren, Mandelbäume, Pfirsichbäume, Pflaumenbäume und Zierkirschen
  • Rhododendren, Robinie, Rosen
  • Sauerdorn, Seidelbast, Spiraea
  • Tomaten, Trompetenbaum

Vorbeugemaßnahmen

Zu den Vorbeugemaßnahmen gehört das Anpflanzen von resistenten Pflanzenarten und Gehölzen im jeweiligen Garten. Ansonsten ist stets darauf zu achten, dass die Standortbedingungen und die Pflegekriterien möglichst genau eingehalten werden und somit das Immunsystem der Pflanzen stark bleiben kann. Darüber hinaus lassen sich Mittel zur Stärkung des Immunsystems verwenden, welche nicht nur aus dem Fachhandel bezogen werden können, sondern sich auch in Heimarbeit herstellen lassen:
  • Gegen die Pilzerkrankung resistente Pflanzen: Birke, Birnbaum, Hain- und Rotbuche, Eiche, Koniferen, sämtliche Nadelgehölze, Platane, Walnuss, Weide
  • Einsatz von Pflanzenstärkungsmittel, aus dem Fachhandel oder selber hergestellt
  • Potente Brühen ergeben sich aus Ackerschachtelhalm, Brennnesseln, Farnen und Wermut
  • Im Fachhandel sind spezielle Extrakte aus Algen und ätherische Ölen zur Stärkung zu erhalten
  • Die Zellwände stärkende Präparate einsetzen, mit den folgenden Inhaltsstoffen: Carbonat, Silikat, Phosphorsalz, Kali
  • Bodenpflege und Düngen nachhaltig optimieren
{infobox type=check|content=Durch eine Absenkung des pH-Wertes im Boden lässt sich die Infektionsgefahr deutlich senken. Dies kann durch das Ausbringen von Traubentrester, Torf oder dem Kompost aus Nadelhölzern erfolgen, jedoch geht die Absenkung des pH-Wertes im Boden normalerweise eher langsam von Statten und sollte deshalb frühzeitig geplant werden.}

Präventives Pflanzen und Pflege

Schon beim Aussuchen der Bepflanzung und dem nachfolgenden Einpflanzen lässt sich die Ausbreitung der Welke verhindern. Je gesünder und robuster die Pflanzen sind, desto eher kann eine Infektion verhindert werden. Auch spielt der richtige Standort eine große Rolle und eine entsprechende Vorbereitung des Bodens, gegeben falls ist eine professionell durchgeführte Bodenanalyse anzuraten. Die folgenden Regeln sind beim Pflanzen und der Pflege zu beachten:
  • KompostVor dem endgültigen Kauf die gewünschten Pflanzen auf konkrete Hinweise einer Infektion absuchen
  • Beim Einpflanzen zu nasse Erdböden vermeiden, Risiko von Staunässe unterbinden
  • Nicht zu tief einpflanzen, nur so weit wie nötig
  • Sorgfältig vorgehen, um Verletzungen und daraus folgende Schwächungen der Wurzelstöcke zu verhindern
  • Wurzelbelüftung einplanen, vor allem für größere Pflanzenarten
  • Zu stickstoffhaltige Dünger umgehen
  • Mit Kompost und Kalidünger versorgen
  • Regelmäßig, aber nicht übermäßig Wässern
  • Pflanzen periodisch auslichten, zum richtigen Zeitpunkt einen Rückschnitt planen
  • Eventuelle Wunden und Verletzungen umgehend versorgen und gut schließen
{infobox type=check|content=Mit einer professionellen Kompostierung werden die Dauersporen im Boden auf Dauer abgetötet, dazu werden aktive Pflanzensubstanzen in den Boden eingearbeitet, zum Beispiel Senf- und Rettichpflanzen. Dieser Prozess führt zu einer nachhaltigen Bodenverbesserung und einem Klima, in dem die Pilzsporen nicht lebensfähig sind.}

Bekämpfung

Die Verticillium-Welke lässt sich bis heute noch nicht konkret bekämpfen. Das Einspritzen der erkrankten Pflanzen bringt in der Regel nicht besonders viel, da der Pilz im Inneren der befallenen Pflanzenteile gut geschützt. Zwar lässt sich manchmal eine Verminderung der Schadstellen und Symptome erreichen, aber keine ganzheitliche Heilung der Pflanze. In den meisten Fällen bleibt dem Gärtner nur die Möglichkeit, die befallenen Pflanzenteile komplett abzuschneiden. Diese Gegenmaßnahme ist allerdings nur dann von Erfolg gekrönt, wenn sich die Pilzerkrankung noch nicht besonders weit innerhalb der betroffenen Pflanze eingenistet und ausgebreitet hat. Die folgenden Bekämpfungsmaßnahmen haben sich bei einem Befall mit der Verticillium-Welke bewährt:
  • Entsorgen alter PflanzenteileEinspritzen wirkt nur, wenn sich der Pilz auf den Blättern befindet
  • Abgefallene Blätter umgehend vom Boden abharken und entsorgen
  • Bei Befall die erkrankten Pflanzen-, Ast- und Triebteile bis weit in das gesunde Holz zurückschneiden
  • Tote Äste und Zweige sind direkt am Ansatz abzuschneiden, keine erkrankten Stummel stehenlassen
  • Zum Beschneiden nur saubere und sehr scharfe Astscheren und anderes Werkzeug verwenden.
  • Möglichst bei trockener Witterung und sonnigem Wetter beschneiden
  • Abgeschnittene Pflanzenteile sind getrennt im Müll zu entsorgen, weit vom Garten entfernt
  • Gartengeräte unbedingt nach dem Gebrauch bei erkrankten Pflanzen gut säubern und desinfizieren
  • Gartenscheren, Sägen und anderes Werkzeug aus Metall sind sogar abzuflammen, um alle Sporen nachhaltig zu vernichten
  • Pilz kann mithilfe der Mikrosklerotien (Dauersporen) über viele Jahre hinweg im Erdboden überleben
  • Mit einem tiefgründigen Bodenaustausch lässt sich der Pilz endgültig los werden
  • Dazu sämtliche Pflanzen aus dem Erdboden nehmen und vernichten, da an den Wurzeln noch Erde anhaftet
  • Vor neuen Anpflanzungen Erde möglichst weiträumig austauschen
  • Auf bereits befallenen Gartenflächen im Anschluss nur resistente Pflanzenarten ansiedeln
{infobox type=check|content=Erkrankte Pflanzenteile dürfen nie auf dem Kompost entsorgt werden, da der Verticillium-Pilz hochinfektiös ist und sich über den Kompost im ganzen Garten verbreiten kann, speziell wenn dieser klein gehäckselt und zum Düngen genutzt wird.}

Häufige Fragen und Antworten

Woran lässt sich ein Befall mit der Verticillium-Welke erkennen?
Wenn die Blätter der Pflanzen während der Wachstumsperiode schlaff herunter hängen und trotz ausreichender Wassergaben welk erscheinen, dann hat oft die Verticillium-Welke zugeschlagen. Darüber hinaus wirkt das Blattgrün fahl und die Zweige und Äste von befallenen Bäumen und Sträuchern zeigen Risse auf und verlieren ihren Glanz. Im Innenbereich der Bäume und Sträucher zeigen sich nach dem Aufschneiden halbmondförmige Verfärbungen.

Welche Pflanzen können von der Pilzerkrankung befallen werden?
Der Verticillium-Pilz kann sowohl Laubbäume als auch Sträucher befallen, vor allem viele nutzbringende Obstbaumarten leiden unter der Erkrankung. Auch Zierpflanzen, Kräuter und Gemüse befällt die Welke, selbst Unkraut kann mit dem Pilz infiziert werden.

Was sind die besten Vorbeugemaßnahmen gegen eine Infektion mit der Verticillium-Welke?
Ideal ist das Anpflanzen von resistenten Pflanzenarten, sodass es erst gar nicht zu einem Befall kommen kann. Wenn Sie nicht auf bestimmte und anfällige Pflanzen im Garten verzichten wollen, ist auf die richtigen Standortbedingungen, eine adäquate Pflege und auf regelmäßige Kontrollen zu achten. Ein starkes Immunsystem der Pflanzen verhindert die Infektion, dieses lässt sich mit Stärkungsmitteln tatkräftig unterstützen.