Obstfliegen loswerden - die besten Hausmittel

Obstfliegen auf BananeOb in der Obstschale, im Rest- oder Biomüll, Obstfliegen wissen genau, was sie mögen. Auch so manches achtlos stehen gelassene Wein- oder Bierglas steuern sie zielsicher an. Durch ihren permanenten Auftritt wirken sie nicht nur lästig, sondern sie können auch zu Verunreinigungen von Lebensmitteln und Getränken führen. Obst beginnt schneller zu faulen, Getränke können zu gären anfangen. Oft nimmt man die kleinen Plagegeister schon beim Einkauf mit nach Hause, denn sie legen auf der Obst- und Gemüseschale ihre Eier ab, aus denen dann innerhalb kürzester Zeit die Fliegen schlüpfen.

Botanischer Steckbrief
  • gehört zur Klasse der Insekten
  • weltweit sind 300 Arten bekannt
  • sind ungefähr 3 mm groß
  • besitzen eine gelb-braune Panzerfärbung und rote Augen
  • Lebensdauer 3 bis 4 Wochen
  • Larven sind mit kleinen feinen Dörnchen ausgestattet
  • legen bis zu 400 Eier
  • Eier sind arttypisch geformt und besitzen Atmungsanhänge
  • Madenstadium verläuft in 3 Phasen
  • nach 4 bis 5 Tagen verpuppen sich die Larven
  • weibliche Tiere können 24 Stunden nach dem Schlüpfen Eier legen
  • Entwicklung vom Ei bis zur fertigen Fliege dauert 14 Tage
  • vertragen keine Temperaturen unterhalb von 10 Grad Celsius

Schadbild

Die durch die Obstfliege entstehenden Schäden sind nicht zu unterschätzen. Im Privathaushalt hat man die Plage noch ganz gut im Griff, anders sieht das in Großküchen oder Gaststätten aus. Hier kann sich aus der winzigen Fliege ein wirtschaftliches Problem entwickeln, den die von den Larven befallenen Lebensmittel dürfen nicht weiterverarbeitet, sondern müssen vernichtet werden. Weiterhin sind die Obstfliegen für die Übertragung von Bakterien und Hefepilzen verantwortlich, die Lebensmittel schneller verderben lassen und bei Nichterkennen das Auslösen von Darmerkrankungen zur Folge haben kann.

Gattungen

Weltweit sind bis zu 300 Arten der millimeterkleinen Fliegen bekannt. In Deutschland findet man ca. 50 Arten vor. Die Bewohner, die unsere Küchen bevölkern, gehören zur Gattung Drosophilae und sind auch unter dem Namen Taufliege bekannt. Der Name leitet sich aus der aktiven Zeit der Tiere ab, denn sie sind abends und morgens unterwegs, wenn der Tau sich niederschlägt. Oftmals stellt man ein Vorhandensein von kleinen Fliegen auch in Blumentöpfen und dort speziell in der Erde fest. Meist handelt es sich hier um die Weiße Fliege bzw. um Trauermücken.
  • Obstfliegen sind in der Nähe von Getränken und Nahrungsmitteln zu finden
  • sie legen ihre Eier direkt auf Nahrungsmitteln ab
  • die Larven entwickeln sich in mehreren Stadien innerhalb von 14 Tagen zur Fliege
  • finden Gärprozesse in Blumenerde statt, dann findet man die Obstfliege auch dort
  • die Gärung wird durch zu häufiges Gießen unterstützt
  • schnelle Ausbreitung und Population der Fliege ist die Folge

Vorbeugende Maßnahmen

Halten sich Obstfliegen im Küchenbereich auf, dann ist das nicht nur nervig und unangenehm, sondern ihr Vorkommen kann auch mit einem gesundheitlichen Risiko behaftet sein. Ihre kulinarischen Genüsse befriedigen sie nicht nur mit Obst und Gemüse. Gern lassen sie sich auch auf Kompost- und Müllhaufen nieder und tragen auf diese Weise Krankheitserreger weiter. Wer eine größere Plage vermeiden möchte, der sollte vorbeugende Maßnahmen treffen und sich dabei an einige grundlegende Regeln halten.
  • überreifes Obst


    nicht offen liegenlassen, sondern im Kühlschrank lagern
  • Obst und Gemüse nach dem Kauf mit lauwarmen Wasser reinigen, dies zerstört die EierBeeren ziehen Obstfliegen an
  • Lebensmittel in festverschlossenen Behältern aufbewahren
  • süße Flüssigkeiten stets gut verschließen, da der Geruch Obstfliegen anzieht
  • Getränke gut abdecken
  • Obstschalen sollten einer ständigen Kontrolle unterliegen
  • ständiges Reinigen von Obst und Behältnis notwendig
  • Küchenschränke nach gärenden oder faulenden Lebensmitteln untersuchen
  • schimmlige oder faulende Lebensmittel sofort in den Müll nach draußen bringen
  • täglich zweimal sollte der Mülleimer geleert werden
  • benutztes Geschirr und Besteck sofort säubern
  • Wasserabflüsse und Bodenauslässe mit heißem Wasser spülen
  • Hydrokulturen und Zimmerpflanzen ständig kontrollieren
  • Komposthaufen im Garten nicht in der Nähe vom Wohnbereich oder Obstbäumen aufstellen
  • in den Sommermonaten sollte der Kompost abgedeckt werden
  • Essensreste nicht lose, sondern verschlossenen in den Müll geben
  • Mülltonne regelmäßig mit Essigreiniger auswaschen, um Essensrest zu entfernen

  Man sollte öfters das Wasser in Blumenvasen in Augenschein nehmen. Fängt dieses nämlich an zu faulen, dann ist das eine ideale Brutstätte für Obstfliegen. Ein regelmäßiger Wasserwechsel beugt einem Befall vor.

Bewährte Hausmittel gegen Obstfliegen

Obstfliegen sind keine Erscheinung der Neuzeit, auch unseren Vorfahren wurden schon von den nervigen Biestern heimgesucht. Es gibt viele überlieferte, uralte Hausmittel gegen die Schädlinge. Die meisten davon basieren auf raffinierten Tipps und Tricks, die völlig ohne Chemie auskommen und somit auch die Umwelt schonen.
  • ätherische Öle wie zum Beispiel der Duft von Lavendel oder Rosmarin mögen die Fliegen gar nicht
  • Duftlampen verbreiten die ätherischen Düfte in jedem Raum und schrecken ab
  • frisches Obst sollte auch im Freien mit einem feinmaschigem Gazenetz gut abgedeckt werden
  • Tische nach Benutzung immer gut abwischen und reinigen
  • keine Essens- und Getränkereste stehenlassen
  • Leergut immer gut auswaschen
  • Basilikum mögen die Obstfliegen gar nicht, Töpfe mit dem Kräutern aufstellen
  • eine Zitrone mit Nelken spicken und in verschiedenen Wohnräumen verteilen
  • Olivenkraut in einem Leinsäckchen aushängen

Fliegenfallen

ObstfliegeDie im Handel erhältlichen Fliegenfallen sind oft mit Klebefolie oder auch mit chemischen Stoffen versehen und meist kein schöner Anblick mehr, wenn sich unzählige Fliegenleichen darauf sammeln. Es ist aber gar nicht so schwer, sich seine eigenen Fliegenfallen zu bauen und damit den Parasiten auf natürliche Art und Weise den Kampf anzusagen.
  • Getränkereste wie Wein oder Apfelessig, welche die Fliegen besonders mögen, aufstellen
  • jetzt einen Schuss Spülmittel zufügen
  • das Spülmittel zerstört die Oberflächenspannung der Flüssigkeiten
  • auf diese Weise ertrinken die Obstfliegen im Gefäß, was

    ansonsten auf Grund des geringen Eigengewichtes nicht passieren würde
  • die Fallen in der aktiven Zeit der Tiere, also morgens und abends, aufstellen
  • immer mehrere Schalen präparieren und an verschiedenen, besonders beliebten Standorten aufstellen
Eine weitere Möglichkeit für den Bau einer Fliegenfalle ist die Verwendung von einem leeren Essiggurkenglas. Der würzige Duft zieht die Tiere unweigerlich an und lässt sie ins Glas krabbeln.
  • größeres Essiggurkenglas mit einem Rest von Gurkenwasser
  • mehrere kleine Löcher in den Deckel stechen
  • krabbeln die Fliegen in das Glas, können sie sich zwar laben, finden aber nicht mehr hinaus.
Sehr erfolgreich haben sich auch Fliegenlichtfallen, welche mit ultravioletten Licht unterstützt werden, erwiesen. Weiterhin

sind im Handel auch Lichtfallen erhältlich, die mit sogenannten Spannungsfeldern arbeiten und die Fliegen mittels eines elektrischen Schlages abtöten. Auch Fliegengittern an den Fenstern verhindern ein Eindringen der kleinen Plagegeister.

  Wer es besonders umweltfreundlich mag, der kann sich  auch eine fleischfressende Pflanze halten. Diese nehmen die beliebte Einweißzufuhr gerne und dankend an. Bei einer größeren Population kommt sie dann allerdings kaum noch mit Fressen hinterher.

Maßnahmen bei Befall in der Blumenerde

Wenn sich über einen längeren Zeitraum stehendes Wasser in den Blumenbehältnissen ansammelt, dann fängt es irgendwann an zu faulen. In diesem Wohlfühlambiente lassen sich die Obstfliegen gern nieder und legen ihre Eier ab. Völlig unbemerkt entsteht eine größere Population, die ohne Gegenmaßnahmen zu einem rasanten Wachstum führen kann, dass man kaum noch in den Griff bekommt. Eine regelmäßige Kontrolle ist hier das A und O.
  • Blumenerdestellt man einen Befall fest, sollten die Pflanzen umgetopft werden
  • stets neue Erde benutzen und die befallenen Stoffe entsorgen
  • kontaminierte Erde lässt sich auch wieder recyceln, wenn man ihr Hitze zufügt
  • Erde in einen Bratschlauch geben und im Backofen erhitzen
  • die große Hitze überleben die vorhandenen Eier und Larven nicht
  • Vogelsand auf die Erdoberfläche im Blumenkübel streuen
  • dies verhindert die Ansammlung von Eiern
  • Streichholzköpfe in die Erde stecken, diese enthalten abschreckenden Schwefel
  • durch die Bodennässe nutzen sich die Hölzer leicht ab, deshalb immer wieder erneuern

Dauer der Anwendung

Obstfliegen gelten als äußerst robust und finden immer wieder Schlupflöcher, durch die sie so mancher vorbeugender Maßnahme entkommen. Deshalb ist eine Bekämpfung der Quälgeister nur mit Kontinuität und Ausdauer wirkungsvoll möglich. Erst wenn man merkt, dass die Zahl der Fliegen weniger wird, hat man schon einen großen Schritt in die richtige Richtung erreicht. Ein vollständiges Ausrotten scheint fast unmöglich, da beim Einkaufen von Lebensmitteln immer wieder Eier oder Larven mit nach Hause gebracht werden. Weiterhin finden die Obstfliegen auch durch geöffnete Fenster ihren Weg nach drinnen.
  • vor allem in den prädestinierten Sommermonaten Vorbeugungsmaßnahmen dauerhaft einsetzen
  • Methoden so lange anwenden, bis der Befall zurückgeht.
  • Fallen immer wieder kontrollieren und bei Bedarf neu auffüllen
  • wachsam durch die Wohnung gehen und nach Obstfliegen schauen
  • werden einzelne Exemplare gesichtet, dann sofort Maßnahmen ergreifen
  • auf diese Weise wird eine Population gestoppt
  • beim Einsatz von ätherischen Ölen immer die Fenster schließen, da sonst neue Fliegen angezogen werden

Häufig gestellte Fragen

Im Winter sind immer noch Obstfliegen in der Küche vorhanden. Ist das normal?
Obstfliegen benötigen zur Vermehrung eigentlich warme Temperaturen und so findet die Population mit dem Einzug der ersten Kälteperioden ein Ende. Die mittlerweile sehr warmen Winter und milden Temperaturen sind dafür verantwortlich, dass sich die kleinen Plagegeister bis in den Dezember hinein weiter vermehren können.

Kann das von Fruchtfliegen befallene Obst trotzdem noch gegessen werden oder sollte es weggeworfen werden?

Stellt man ein Vorkommen von Obstfliegen in der Küche fest, dann müssen nicht alle Lebensmittel im Müll landen. Die kleinen Fliegen sind zwar als Überträger von Keimen bekannt, wer aber sein Obst gründlich reinigt und im Idealfall noch die Schale entfernt, der kann auch überreifes Obst weiterhin essen. Wichtig ist immer eine gewisse Hygiene einzuhalten.