Die besten Tipps zur Rattenbekämpfung ohne Gift

Ratten im KellerWenn ein Befall mit Ratten bemerkt wird, sind Angst, Ekel und Abscheu meist die ersten Reaktionen. Direkt gefolgt von dem Auslegen von Gift. Immerhin sollen die unliebsamen Schädlinge schnell beseitigt werden. Doch derlei Köder sind weder die langfristig wirksamste, noch die sicherste Lösung. Von der notwendigen Entsorgung der Kadaver ganz zu schweigen. Eine Rattenbekämpfung ohne Gift ist daher nicht nur für ausgesprochene Tierfreunde die beste Wahl. Auch für alle anderen sind die schonenden und doch wirksamen Maßnahmen deutlich besser geeignet und sicherer.

Kurzer Steckbrief zur Ratte
  • Bei den Schädlingen handelt es sich meist um Hausratten oder Wanderratten
  • Können selbst oder durch Parasiten Krankheiten übertragen
  • Treten einzeln, als Paar oder Familie auf
  • In der warmen Jahreszeit sehr vermehrungsfreudig
  • Bekannt für ihre große Intelligenz und Anpassungsfähigkeit

Gift: gefährlich und wenig sinnvoll?

Die Gründe für eine Rattenbekämpfung mit Gift liegen auf der Hand. Es ist einfach erhältlich, schnell und simpel in der Anwendung und kostete wenig. Zudem ist es zumindest kurzfristig wirksam. Kein Wunder also, dass so viele bei einer vermeintlichen oder tatsächlichen Rattenlage zu ihm greifen. Die Nachteile bleiben dabei aber meist unerwähnt.

Hat es die Ratten mit Verzögerung getötet, muss deren Kadaver beseitigt werden. Das ist nicht immer einfach oder auch nur möglich. Es kann durchaus vorkommen, dass der Schädling langsam in einem unerreichbaren Zwischenraum verwest - dabei aber über Wochen hinweg riechbar ist. Auch für lästige Insekten, wie beispielsweise Fliegen. In der wenig genutzten Gartenlaube mag das noch hinnehmbar sein, im bewohnten Eigenheim jedoch nicht.

Hinzu kommt der kurz- und langfristige Erfolg dieser Bekämpfungsvariante. Es gibt keine Garantie, dass alle vorhandenen Ratten das Gift aufnehmen. Vor allem, wenn es andere Alternativen zum gefährlichen Futter gibt. Selbst wenn dieser Fall aber eintritt, sind die Gründe für den Befall nicht beseitigt. Innerhalb kürzester Zeit könnten sich die Nager also erneut einnisten.

Das wohl wichtigste Argument gegen den Einsatz von Gift gegen Ratten ist dessen unleugbare Gefährlichkeit. Denn es wirkt eben nicht nur gegen die nagenden Plagegeister - sondern auch gegen die geliebten Haustiere. Schild zu RattengiftUnd auch gegen Menschen. Ob diese das Gift versehentlich direkt aufnehmen, was im Fall von Haustieren oder kleinen Kindern schon bei kleiner Nachlässigkeit eintreten kann, oder über den Kontakt zu vergifteten Ratten - die Gefahr ist gegeben. Sehr gewichtige Gründe also, die für eine Rattenbekämpfung ohne Gift sprechen.

Gefahr durch Ratten?

Wer in Haus, Hof oder Garten auf eine Ratte trifft, geht in der Regel von einer Plage aus. Das ist aber durchaus nicht immer der Fall. Oft genug sind einzelne Ratten, ein Rattenpaar oder sogar ein ganzer Familienverband schlicht auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Sie befinden sich also nicht auf dem Vormarsch, sondern auf der Durchreise und sind damit kein Grund zur Sorge. Anders verhält es sich bei Ratten, die tatsächlich ihr Lager in Gartenlaube oder Garage aufgeschlagen haben.  
Anzeichen für einen anhaltenden und damit handlungsbedürftigen Befall sind:
  • Sicht-


    oder riechbarer Kot und Urin
  • Nagespuren
  • Wiederholte Rattensichtungen
  • Laufspuren, wie tatsächliche Pfotenabdrücke oder verschmutzte Schmierspuren an den Wänden
  • Ein Rattennest
Warum ist eine Bekämpfung notwendig?

Ratten selbst und die Parasiten, die sie auf sich tragen - wie Zecken und Flöhe - übertragen teilweise ernsthafte Krankheiten. Die dafür verantwortlichen Keime finden sich in Urin, Kot und Blut der Nager, können jedoch auch direkt durch die genannten Parasiten übertragen werden. Sind Ratten im Haus oder in dessen Umgebung unterwegs, werden ihre Hinterlassenschaften und Körperflüssigkeiten also zur potenziellen Quelle für Infektionen. Besonders aber nicht ausschließlich davon gefährdet sind Haustiere und kleinere Kinder. Die Rattenbekämpfung ohne Gift beseitigt die Infektionsgefahr, schafft dabei aber kein erneutes Gesundheitsrisiko durch giftige Stoffe.

Vorbeugung

Ratten lassen sich nicht wahllos nieder. Stattdessen sorgt ihre Intelligenz dafür, dass sie sehr überlegt vorgehen und neben instinktiven Faktoren auch Erlerntes bei der Entscheidung miteinbeziehen. Grundsätzlich wollen und benötigen sie eine Futterquelle in unmittelbarer Umgebung, Sicherheit und ausreichend Platz. Sie werden ihr Nest also nicht in einer allzu beengten Nische bauen, die ständig von Katzen, Füchsen und Mardern frequentiert wird. Und in deren Umkreis Nahrung Mangelware ist. Hinzu kommen gesammelte Erfahrungswerte. Hat eine Ratte der Gruppe festgestellt, dass Garagen ungünstig oder unsicher sind, wird sie ihre Familie am Nestbau in einer solchen hindern. Wichtig ist weiterhin, dass die Nager jedwede Lücke und Schwachstelle ausnutzen werden. Das gilt auch dann, wenn die Ritze zu klein erscheint, um auch nur einen Nagerkopf durchzulassen.
Für die Vorbeugung bedeutet dies Folgendes:
Ratte auf einem Stück Holz
  • 1. Mögliche Futterquellen beseitigen: Komposthaufen mit Essensabfällen, Biomüll, Speisereste, Tierfutter, Sämereien, Blumenzwiebeln, eingelagertes Obst und Gemüse - all das kann Ratten anziehen. Länger bleiben oder sogar heimisch werden sie jedoch nur, wenn sie die Nahrung auch erreichen können. Werden Mülltonnen dicht geschlossen, Kompostbehälter, Aufbewahrungskisten und alles Weitere mit engmaschigen Draht geschützt, oder ebenfalls entsprechend sicher geschlossen, werden die Nager aufgeben und weiterziehen.Hierfür geeignet sind Metall, widerstandsfähiger Kunststoff, Glas und engmaschiges Gitter. Holz, Textilstoffe und Folie stellen hingegen keine Hürden für die scharfen Zähne dar.  
  • 2. Mögliche Verstecke beseitigen: Selten aktiv genutzte Räume, in denen gestapelte Kartons lauschige Unterkünfte bilden, Zwischenräume und Chaosecken, ziehen Ratten magisch an. Hier haben sie zum einen Ruhe, zum anderen sind sie vergleichsweise sicher vor Feinden. Aufgeräumte Bereiche, die wenige Versteckmöglichkeiten bieten, meiden sie hingegen. Dichtschließende Boxen aus Metall oder Kunststoff sollten solchen aus Pappe und

    Holz vorgezogen werden. 
  • 3. Lücken schließen: Offene Kellerfenster ohne Gitter, Spalten unter der Tür, Risse, Lücken und Löcher sowie zur Kanalisation hin offene Rohre können von Ratten geradezu als Einladungen verstanden werden. Bevor diese nicht verschlossen werden, lässt sich auch ein erneutes Eindringen der Nager nicht verhindern. Öffnungen lassen sich mit Metallgittern, Bürsten- und Gummistreifen verschließen. Risse sollten ausgebessert werden. Rückstauklappen in den Rohren sorgen für Sicherheit in den Leitungen.

Bekämpfung und Abwehr

Besteht noch kein Rattenproblem, reichen vorbeugende Maßnahmen bereits aus. Anders verhält es sich, wenn die Nager bereits ein Nest etabliert haben. Zwar helfen die obig genannten Maßnahmen auch dann,

für einen schnelleren Erfolg sind jedoch zusätzliche Schritte notwendig. Diese fallen in die fünf folgenden Kategorien.
  • Fallen
  • Abwehrende Geruchsstoffe
  • Natürliche Feinde
  • Schließen von Verstecken und Bauten
  • Abschreckende Geräusche
Lebend- und Todfallen

Rattenfallen erscheinen zwar die logische Alternative zu Giftködern zu sein, zahlreiche Vertreter der Nagetiere sind jedoch zu schlau, um - wortwörtlich - in die Falle zu treten. Die beste Lösung sind hier noch Lebendfallen, die mit Erdnussbutter, Schokolade, Nugatcreme oder anderen süßen Verlockungen bestückt werden. Neben dem richtigen Köder ist es entscheidend, die Falle zügig und natürlich weit ab vom eigenen Heim zu leeren. Sobald der Rest der Rattenfamilie bemerkt, dass Mitglieder gefangen werden, werden sie die Fallen meiden.

  Hilfreich kann es sein, die Humanfallen für Ratten immer wieder anders aussehen zu lassen und mit verschiedenen Ködern zu bestücken.

Abwehrende Geruchsstoffe

Eine der wohl sanftesten und für den Menschen angenehmsten Rattenbekämpfungsmaßnahmen ohne Gift ist das Ausbringen von Geruchsstoffen. Gewählt werden sollten intensive Düfte, in Form von ätherischen Ölen oder zerstoßenen Gewürzen.
Geeignet sind:
  • Zitrusdüfte, wie Zitrone, Limette und Orange
  • Pfefferminze
  • KamilleSchild zu Ratten verboten
  • Gewürznelke
Für die menschliche Nase weit weniger angenehm aber ebenfalls wirksam ist Essigessenz. Effektiv sind auch Terpentine, allerdings kann dieses nur beschränkt eingesetzt werden. Ebenfalls nicht für Innenräume geeignet sind Tiergerüche, die den Ratten die Anwesenheit von natürlichen Feinden wie Hunde, Katzen und Mardern, vorgaukeln sollen. Fellhaare, Kot, gut und damit geruchsintensives, benutztes Katzenstreu oder die Einstreu aus einem Frettchenkäfig - was für menschliche Nasen nach den jeweiligen Tieren stinkt, erfüllt diesen Zweck auch bei den Ratten. Auch der Geruch von Ziegen soll die Nager vertreiben.

Damit die abwehrenden Geruchsstoffe tatsächlich wirken, müssen zunächst die Gänge und Wege der Ratten gefunden werden. Getränkte Tücher und Streu dienen dazu, den Geruch in den Gängen auszubreiten. Hierzu werden sie in die Eingänge dieser gestopft und der Bau im Anschluss mit einer Steinplatte oder ähnlichem abgeschlossen. Der Verschluss muss möglichst schwer sein und sollte dicht schließen. Die Wege können direkt mit ätherischen Ölen gewischt werden. Alternativ ist auch das auslegen durchtränkter Lappen sinnvoll.

  Streu, Kot und Fellhaare können in engmaschigen Netzbeuteln oder Stoffsäckchen ausgelegt werden - so verbreiten sie ihren Geruch, ohne die Umgebung zu verunreinigen.

Natürliche Feinde

Alle Tiere die Jagd auf die unerwünschten Nager machen, eignen sich zur Rattenbekämpfung ohne Gift. Wie bereits erwähnt handelt es sich dabei um Hunde, Katzen und Marder. Auch Füchse und Waschbären gehören dazu. Nun ist es natürlich wenig sinnvoll, Haustiere allein zu diesem Zweck anzuschaffen oder Wildtiere anzulocken. Zumal nicht alle Vertreter der genannten Arten geborene Rattenfänger sind. Ihre Gegenwart kann aber zumindest für den Moment abschreckend wirken.
 
Anstatt Nachbars Katze vom Beet zu jagen, sollte diese also willkommen sein. Aber bitte nicht nur, bis keine Ratten mehr zu sehen sind. Denn verschwindet die Katze, kehren diese nicht selten zurück. Auch Füchse sollten Gartenbesitzer willkommen heißen, sofern diese keine Krankheitsanzeichen aufweisen. Alternativ können Bekannte mit Hunden eingeladen werden. Toben diese mehrmals über die Wiese oder rennen durch das Haus, wird es den Ratten unheimlich und sie werden sich nach einer sichereren Bleibe umsehen. Urlaubsbetreuung für die Frettchen von Freunden, ebenso wie für Katzen und Hunde wirkt weiterhin abschreckend. Wer langfristig etwas Gutes tun möchte und dabei die Ratten verschrecken will, kann auch Pflegetiere aufnehmen.

Schließen von Verstecken und Bauten


Das Verschließen und Abdichten von Lücken eignet sich bereits als vorbeugende Maßnahme, kann jedoch ebenfalls zur giftlosen Rattenbekämpfung eingesetzt werden.
Dabei ist allerdings etwas Geduld gefragt, da sich die ungeladenen Gäste meist wieder durch die Absperrungen nagen. Cartoon zur RatteDamit wird der Aufenthalt an dieser Stelle aber mühsam und langfristig schlicht ungemütlich. Neben Löcher und Spalten sollten im Freien auch sämtliche Gänge verschlossen werden. Das Einfüllen von Geruchsstoffen und Steinen sowie das Auflegen einer schweren Steinplatte machen diesen Ausgang für schnelle Fluchten ungeeignet und auch das erneute Graben ist mühsamer.
Abschreckende Geräusche
 
Handelsübliche Ultraschallgeräte können kurzzeitig wirken, wenn die Ratten das Geräusch noch nicht kennen. Allerdings können sie auch auf die Ohren von Menschen und Haustieren gehen. Zudem gewöhnen sich die Ratten recht schnell an das unangenehme Geräusch und zeigen sich langfristig wenig beeindruckt. Als dauerhafte Rattenbekämpfung ohne Gift oder abschreckende Maßnahmen sind diese also nicht geeignet.

Umfassende Rattenbekämpfung


Ratten sind - wie bereits erwähnt - anpassungsfähig und intelligent. Was ein Mitglied der Gruppe lernt, wird wenn möglich sofort an alle anderen weitergegeben. Eine einzelne Maßnahme der Bekämpfung bringt daher in der Regel keinen Erfolg. Es muss daher eine umfassende Abwehr erfolgen. Wer Lücken verschließt und mögliche Verstecke und Futterquellen beseitigt, hat bereits eine gute Basis gelegt. Fallen, abwehrende Gerüche und die Anwesenheit natürlicher Feinde sollten aber ebenfalls dazu gehören. Und das am besten im Wechsel, denn Ratten passen sich nun einmal rasant an. Aller paar Tage sollte daher der Duftstoff gewechselt, das Aussehen der Fallen geändert oder die Art des Köders ausgetauscht werden.

Häufig gestellte Fragen

Funktioniert eine Rattenbekämpfung ohne Gift überhaupt?
Immer wieder wird behauptet, das einzig Wirksame gegen Ratten sei Gift oder direkt ein Kammerjäger. Oder ein Ultraschallgerät. Das stimmt schlicht nicht. Die giftfreie Bekämpfung kann etwas mehr Geduld erfordern, zeigt sich langfristig aber ebenso effektiv und dabei schonender.  

Beseitigt die Anschaffung einer Katze das Rattenproblem?
Wer vielleicht ohnehin den Einzug einer Katze geplant hat, kann sich durch die Anwesenheit von Ratten noch motivierter fühlen. Aber nicht jede Katze wird die Nager jagen. Einige haben Angst vor den großen Ratten und werden eher das Weite suchen, als zur Jagd aufzubrechen. Eine Katze ist also keine Garantie.