Unkrautbekämpfung - Unkraut auf Wegen und Gehwegplatten sanft vernichten

Unkraut entfernenUnkräuter sind bei manchem Hobbygärtner nur ungern gesehen und ein sehr unbeliebtes Thema. Vor allem die Pflanzen in den Fugen zwischen den Gehwegplatten und allgemein auf befestigten Wegen können wie Nervensägen sein. Sie kommen immer wieder, selbst wenn man glaubt, sie ausgemerzt zu haben. Doch Unkrautprobleme müssen bei der Wurzel gepackt werden, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sollten dem Unkraut der Umwelt zuliebe aber nicht mit Chemie zu Leibe rücken, sondern lieber auf sanfte Art und Weise. Wir haben Ihnen einige Methoden zusammengestellt, die sanft und nachhaltig sind.

Fugenkratzer

Im Handel gibt es viele Arten von Fugenkratzern, die entweder manuell oder elektrisch betrieben werden.

Manuell:


Mit einem manuellen Fugenkratzer lässt sich das Unkraut natürlich gut entfernen, allerdings ist diese Maßnahme der Unkrautbekämpfung zeitaufwendig und mühsam. Denn je nachdem, welchen manuellen Fugenkratzer Sie benutzen, müssen Sie in kniender Position oder in der Hocke arbeiten. Manche Kratzer sind mit einer Bürste ausgestattet, mit der auch das Moos auf und zwischen den Gehwegplatten weggeschrubbt werden kann. Auch wenn der Fugenkratzer über einen langen Stiel verfügt, sodass Sie im Stehen arbeiten können, ist diese Tätigkeit dennoch sehr anstrengend. Für wenige Fugen eignet sich ein manueller Fugenkratzer ganz gut, komfortabler geht es natürlich mit einem elektrischen Fugenkratzer.

Elektrisch:


Wer einen elektrischen Fugenkratzer verwendet, ist klar im Vorteil. Wenn es sich dann noch um ein Modell mit austauschbaren Aufsätzen handelt, dann geht die Unkrautentfernung bequem von der Hand. Manche Geräte sind mit einer Nylon-Bürstenwalze oder Drahtbürste ausgestattet, die Sie auch für die Reinigung von Stein- und Holzoberflächen einsetzen können. Für die Fugen zwischen den Steinen und Platten sind v-förmige Aufsätze am besten geeignet. {infobox type=check|content=Sollten Sie sich bei Ihrem nächsten Einkauf in einem Bau- oder Gartenfachmarkt für ein solches Gerät entscheiden, achten Sie darauf, dass ein Spritzschutz angebracht ist. Dieser verhindert, dass neben dem Unkraut auch Steinchen, die eventuell mit in den Fugen liegen, zu weit wegfliegen oder jemanden verletzten. Denn auch kleine Steinchen können durch die rotierenden Bürsten eine hohe Geschwindigkeit bekommen.}

Unkrautvlies

Die Unkrautentfernung ist für manche Hobbygärtner auch mit einem elektrischen Fugenkratzer oder einer elektrischen Bürste zu anstrengend und langwierig, vor allem in großen Gärten mit vielen gepflasterten Wegen. Wer sich nicht davor scheut, die Wege neu anzulegen, der kann auf ein Unkrautvlies aus dem Fachhandel zurückgreifen, das sich für Wege ebenso gut zur Unkrautbekämpfung bewährt wie für Beete. Manche Hobbygärtner verwenden dunkle Folie, doch damit wird der Weg zu sehr abgedichtet und das Wasser kann nicht ablaufen, sodass Pflastersteine und Platten oder Kieswege nach starken Regenfällen unter Wasser stehen.

So wird das Vlies verlegt:

  • Unkräuter mit allen Wurzeln entfernen
  • Vlies passend zuschneiden
  • Vlies auflegen und mit Bodenanker fixieren
  • Granulat, Sand oder Pflastersplitt aufbringen und glatt ziehen
  • gewünschte Pflastersteine oder Platten verlegen
  • für Kieswege wird der gewünschte farbige Kies aufgebracht

Unkraut jätenJäten

Das Jäten ist wohl das einfachste Unkrautbekämpfungsmittel, aber sehr anstrengend. Wenn der Boden nach Regenfällen gut aufgeweicht ist, geht es am einfachsten - natürlich sollte der Boden nicht matschig sein, sondern eine angenehme Bearbeitungsmöglichkeit aufweisen. Viele Pflanzen lassen sich dann einfach aus den Fugen zwischen den Platten und Pflastersteinen herausziehen. Aber beispielsweise Giersch und Löwenzahn machen es Ihnen nicht so einfach. Bei diesen Unkräutern müssen Sie einen Fugenkratzer zur Hand nehmen oder die Pflanzen in ihrer Aufkeimphase mit speziellen Geräten abflammen. {infobox type=check|content=Achten Sie darauf, dass Sie die Wurzeln von Unkraut, das sich über Wurzelausläufer vermehrt, nicht auf dem Kompost geben, vor allem nicht vom Giersch. Sie können die Wurzeln im Hausmüll entsorgen oder auf einer Kunststofffolie an einem sonnigen Platz im Garten sammeln. Dort können sie sich nicht weiterentwickeln. Auch falls sie ein Stück austreiben sollten, die finden ja keine Erde, um sich darin zu bewurzeln. Sobald alles vertrocknet und vollständig verdorrt und abgestorben ist, wird auch aus diesen Unkrautwurzeln kompostierbares Pflanzmaterial, welches die Regenwürmer zu Humus verarbeiten können.}

Unkraut einfach essen

Viele Unkräuter sind essbare Wildkräuterpflanzen, die Ihre Küche bereichern. Darüber hinaus erhalten Sie mit dieser Art der Unkrautbekämpfung wertvolle Bio-Lebensmittel für Ihre Familie, die zugleich noch sehr gesund sind. Machen Sie sich aber zuvor richtig über die verschiedenen Arten und deren Aussehen schlau, bevor Sie Ihren Speiseplan damit aufwerten. {infobox type=check|content=Gänseblümchen, Löwenzahn, Giersch, Hirtentäschel, Taubnessel und Brennnessel sind zum Beispiel essbar und können zu wohlschmeckenden Salaten oder Tees zubereitet werden - vorausgesetzt Sie haben nirgends im Garten bisher "chemische Keulen" verwendet! Denn die Inhaltsstoffe und Abbauprodukte dieser Mittel bleiben natürlich nicht an Ort und Stelle, wenn es regnet. Häufig gelangen sie ins Grundwasser und so auch in die Unkräuter zwischen den Gehwegplatten.}

Hochdruckreiniger

Für große Flächen sowie für lange und breite Plattenwege bietet sich ein Heißwasser- oder Kaltwasser-Hochdruckreiniger zur Unkrautbekämpfung an. Der unter Druck gesetzte Wasserstrahl entwurzelt die Pflanzen zwischen den Platten und kann gleichzeitig für die Reinigung der Platten selbst verwendet werden, zum Beispiel für den Algen- und Moosbelag, der sich über die Jahre darauf bilden kann. Einen Hochdruckreiniger müssen Sie sich nicht unbedingt selbst kaufen, manche Verleihservices bieten diese Geräte für eine geringe Ausleihgebühr an, sofern Sie das ausgeliehene Gerät noch am selben Tag wieder zurückbringen.
  • Wasserstrahl des Hochdruckreinigers direkt in die Fugen richten
  • in dieser Art und Weise langsam den Weg entlang arbeiten
  • den Weg danach gut austrocknen lassen
  • zum Abschluss die restlichen Pflanzenteile mit Besen entfernen
  • ausgespülten Sand wieder auffüllen
{infobox type=check|content=Allerdings sind diese Reiniger nicht ungefährlich, da sie
mit sehr hohem Druck arbeiten. Denn ein mit hohem Druck erzeugter Wasserstrahl kann die Haut des Menschen sehr verletzen. Seien Sie also immer vorsichtig beim Umgang mit diesen Geräten!}

Feuer und Flamme

Mit Abflammgeräten kann bequem gearbeitet werden. Vor allem Hobbygärtner, die nicht mehr ganz so jung sind und nicht mehr täglich so viel im Garten arbeiten können, erhalten mit diesen Geräten eine gute Alternative zu Fugenkratzern. Abflammgeräte für die Unkrautbekämpfung arbeiten mit einem einfachen Prinzip: Aufgrund des Verbrennens von Gas entsteht Wärme und die Unkräuter werden auf ca. 70 °C erhitzt. In manchen Geräten wird zuvor eine Platte aus Stahl oder Keramik von der Gasflamme aufgeheizt, die anschließend die Wärme an das Unkraut abgibt. Beide Verfahren haben dieselbe Wirkung: Die Zellwände der Pflanzenzellen platzen auf und Eiweißmoleküle werden denaturiert. Es dauert ein paar Tage, bevor das Blattwerk vollständig vergilbt und vertrocknet.

Unkraut entfernenVorteile:


Der Hauptvorteil des Abflammens von Unkräutern besteht in der bequemen Handhabung. Bei der Anwendung dieser Methode ist es allerdings wichtig, dass Sie frühzeitig im Jahr damit beginnen und anschließend die Prozedur in regelmäßigen Abständen wiederholen, damit die Unkräuter nicht so schnell nachwachsen können. Die Häufigkeit der Anwendung reduziert sich mit der Zeit, sodass nach einigen Monaten kaum noch abgeflammt werden muss.

Nachteile:


Der Nachteil der thermischen Unkrautvernichtung ist, dass kurz nach der Behandlung mehr Unkräuter zu wachsen scheinen als zuvor. Denn durch die Wärme können Unkrautsamen, die noch in den Fugen stecken, zum Keimen angeregt werden. Doch diese nachteilige Wirkung ist nur vorübergehend.  

Richtiger Abflammzeitpunkt:


Da Pflanzen Feuchtigkeit speichern und Tau die Blätter kühlt, muss auf dem richtigen Zeitpunkt für das Abflammen geachtet werden. Denn je mehr Wasser auf oder in den Pflanzen steckt, desto länger dauert die Abflammprozedur. Darüber hinaus wird mehr Gas verbraucht, was natürlich nicht unbedingt sein muss. Flammen Sie deshalb Ihre Unkräuter von Platten- und Pflastersteinwegen tagsüber ab, am besten bei windstillem und trockenem Wetter - dann geht es schneller. {infobox type=check|content=Gehen Sie umsichtig mit dem Abflammgerät um und legen Sie am besten schon einmal einen Gartenschlauch bereit oder stellen eine Gießkanne mit Wasser in Ihre Nähe, damit Sie einen eventuellen Brand sofort löschen können. Tragen Sie beim Arbeiten unbedingt geschlossenes Schuhwerk und lange Arbeitskleidung!} Hausmittel - kochendes Wasser

Kochendes Wasser ist ein hundertprozentig wirkendes und einfaches Hausmittel gegen Unkraut. Sie brauchen nur Wasser im Wasserkocher erhitzen und es über die Terrassenfugen oder Fugen zwischen den Gehwegplatten gießen. Einfacher geht es nicht! Sobald alles getrocknet ist (nach ca. 2 bis 4 Tagen), können Sie das kaputte Unkraut zusammenfegen oder wenn es größere Pflanzen sind, den Rest aus den Fugen ziehen.

Blütenköpfe abschneiden


Am besten geben Sie dem Unkraut erst gar keine Chance, sich auf Ihren Wegen auszubreiten. Viele Unkräuter verbreiten sich durch Samen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie zumindest die Blütenköpfe regelmäßig abschneiden, wenn Sie keine Zeit zum Jäten oder Abflammen haben. Damit können sich keine Samen entwickeln.

Wiesenwege


Wem die Unkrautvernichtung von Wegen und Pfaden in seinem Garten zu lästig ist, der kann die Wege auch als direkte Wiesenwege anlegen. Schön wirken die Wege, wenn sie regelmäßig wie der Rasen mit dem Mäher gepflegt werden. Sollte sich einmal ein Blümchen aus dem benachbarten Gartenbeet im Wiesenweg ausgesät haben, so stechen Sie die Pflanzen einfach aus und setzen diese ins Beet. Unkräuter müssen Sie nicht ausstechen. Diese werden ja immer wieder weggemäht. {infobox type=check|content=Diese Gestaltung der Gehwege, vor allem in großen Gärten, ist eine gute Möglichkeit sich einen Garten zu schaffen, der auch im Alter noch bearbeitet werden kann oder in dem die Kinder oder Enkel schnell einmal helfen können. Rasenmähen ist nicht so schwer!}

Gefährliche Unkräuter

RiesenbärenklauBeim Unkrautjäten oder beim Arbeiten mit Geräten im Garten sollten Sie immer Handschuhe tragen. Für manche Hobbygärtner ist das aber nicht selbstverständlich und so kann es manchmal vorkommen, dass Pflanzengifte über die Haut einwirken können. Zum Beispiel ist der Riesen-Bärenklau sehr gefährlich, der sich auch in Fugen zwischen Gehwegplatten niederlassen kann. Nach Berührung der Pflanze können einige Menschen Ausschlag mit starkem Juckreiz und Bläschen bekommen. Riesen-Bärenklau enthält ein bestimmtes Furocumarin, das in Verbindung mit Sonnenlicht fototoxisch auf die Haut wirkt und damit Hautentzündungen verursacht. Diese Hautentzündungen sind sehr schmerzhaft und können Pigmentierungen und Narben hinterlassen. Achten Sie vor allem auf Ihre Kinder! Sollten Sie die Wurzeln dieser gefährlichen Pflanze nicht vollständig aus den Fugen bekommen, so ist Ihnen angeraten, die Platten neu zu verlegen - am besten mit einem Unkrautvlies.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich auch Essig oder Salz für die Unkrautentfernung zwischen Gehwegplatten oder auf meinem gepflasterten Parkplatz verwenden?
Nein, Salz und Essig dürfen Sie auf befestigtem Untergrund nicht verwenden! Diese Mittel zur Unkrautbekämpfung sind gesetzlich verboten und gehören zu den nicht erlaubten Pflanzenschutzmitteln. Denn diese Substanzen können nicht so schnell abgebaut werden und verbleiben zu lang in hoher Konzentration im Boden, wo sie schädigend auf die Umwelt und vor allem auf die Mikroorganismen wirken. Darüber hinaus können sie ins Grundwasser gelangen und auch auf diesem Wege große Schäden anrichten.
 
Ist es gut, wenn ich das Moos zwischen den Fugen stehen lasse? Es wird nicht so groß und passt gut zu unseren Pflastersteinen. Oder ziehe ich damit nur noch mehr Unkraut an?
Das Moos zwischen den Fugen können Sie ruhig stehen lassen, wenn es Ihnen so gut gefällt. Es zieht keine Unkräuter an, da es die Fugen gut abdichtet. Außerdem produziert Moos jede Menge Sauerstoff und speichert Wasser. Die Verdunstung des Wassers fördert das Kleinklima in Ihrem Garten, ähnlich wie eine Dachbegrünung mit Sedum und Moosen. Auch wenn es nicht in so großem Maße wie auf dem Dach stattfindet, da nur die Fugen zwischen den Pflastersteinen mit Moosen bewachsen sind, tun Sie etwas Gutes für Ihren Garten und die gesamte Umwelt. Denn Moos entzieht der Umgebungsluft Schad- und Schwebstoffe und verbessert damit die Luftqualität. Somit wirkt das Moos in den Fugen wie eine kleine Filterstation. Alternativ für sonnige Wege, wo das Moos schnell verdorrt, da es dort kaum Wasser bekommt, können Sie auch niedrig wachsenden, trittfesten Thymian hernehmen. Der Bodendecker lässt keine Unkräuter durch und verströmt einen würzigen Duft beim Betreten des Weges.

Ich habe von Abflammgeräten zur sanften Unkrautvernichtung gehört. Aber es gibt so viele Geräte. Welche Geräte sind denn für kleine Flächen geeignet?
Für kleine Flächen eignen sich Handgeräte am besten, für die nur eine Gaskartusche notwendig ist. Einige dieser Geräte besitzen eine Piezo-Zündung, mit dem sich das Gerät selbstständig starten lässt. Ebenso für kleine Flächen eignen sind beispielsweise Infrarotgeräte, die ohne offene Flamme und Strahlungswärme arbeiten. Diese Geräte eignen sich vor allem auch für Orte oder Plätze mit erhöhter Brandgefahr und für sehr sensible Anwender.