Gelbe und vertrocknete Blätter am Rhododendron - was tun bei braunen Flecken?

Gelbe Blätter RhododendronDie meisten Krankheiten oder ein Befall von Schädlingen entstehen tatsächlich aus ungünstigen Standort-, Boden-  oder Pflegebedingungen. Dadurch wird die Pflanze allgemein geschwächt und anfällig für Parasiten, Pilze und Viren. Seinen Unmut über die Unzulänglichkeiten seines Lebens äußert der Rhododendron meistens zuerst durch seine Blätter. Gelbe, vertrocknete, aufgerollte Blätter oder braune Flecken, daran lässt sich schnell feststellen, woran es dem Rhododendron mangelt oder was ihm langsam zu viel wird. Eisenmangel ist zum Beispiel eine häufige Erscheinung, die man zuerst an einem außerplanmäßigen Gelbwerden der Blätter bemerkt.

Steckbrief

  • Schadbild: braune, gelbe, welke, fleckige Blätter
  • Ursachen: physikalisch, Krankheiten, Schädlinge
  • Physikalisch: Mangel, Überschuss (Dünger, Wasser, pH-Wert), falscher Standort (Licht, Boden, Nachbarn)
  • Krankheiten: Pilzkrankheiten, Viren- und Bakterienbefall, Parasiten
  • Schädlinge: Läuse, Raupen, Larven, Milben, Schnecken, Wühlmäuse u. v. m.
  • Vorsorge, Bekämpfung
  • Vorsorge: adäquate Standort- und Pflegebedingungen
  • Bekämpfung: natürliche pflanzliche Mittel, chemische Pflanzenschutzmittel, Fressfeinde

Blattprobleme, Schadbilder

Zunächst ein paar der häufigsten Schadbilder, an Hand derer man feststellen kann, welche Ursachen vorliegen. Hierbei ist es wichtig, vor den Maßnahmen genau hinzuschauen und gewissermaßen eine Differenzialdiagnose zu stellen. Gelbe Blätter können auf Eisenmangel hindeuten, darauf, dass der Boden nicht sauer genug ist oder der Rhododendron zu lange trockenstand. Rhododendren sind durchweg Flachwurzler. Der Wurzeldruck von Großgehölzen kann die Pflanzen bedrängen, besonders wenn dieses ebenfalls Flachwurzler sind: Fichten, Buchen, Flieder, manche Magnolien und auch Kastanien oder Linden sind Gift für Rhododendronpflanzungen. Man sagt, dass Rhododendren leichten, "wandernden Schatten" mögen. Optimal sind hainartige Überpflanzungen mit Kiefern, Lebensbäumen oder Scheinzypressen.

Gelbe Blätter

Der Rhododendron bekommt auf einmal gelbe Blätter, die dann abfallen. Der harmloseste Grund kann in der Natur des Rhododendrons liegen. Die wintergrünen Sorten werfen ein Teil ihrer Blätter nach vier bis fünf Jahren ab, um sich zu erneuern. Sind es jedoch zu viele Blätter, die alle gleichzeitig zunächst gelb werden und dann abfallen, kann dies ein Hinweis auf einen Nährstoff-Mangel sein.

Eisenmangel


Am häufigsten ist dies beim Rhododendron ein Eisenmangel. Wurde die Pflanze schon längere Zeit nicht gedüngt, kann ein spezieller Rhododendron Dünger Abhilfe schaffen. Neben Eisen sind darin weitere Nährstoffe, abgestimmt auf den Rhododendron, enthalten. Quasi eine kleine Allzweckwaffe, falls es doch nicht allein an einen Eisenmangel liegen sollte. Stellt man fest, dass außer der Gelbfärbung der Blätter auch keine oder nur ungenügend Knospen ausgebildet werden, so kann man fast sicher von einem Eisenmangel ausgehen. Ein weiteres Zeichen sind junge, gelbgrüne Blätter, mit dunkelgrünen gut sichtbaren Blattadern. Der Fachmann spricht von einer Chlorose durch Eisenmangel. Die Pflanze kann nicht mehr genügend Chlorophyll bilden. Ein Eisenmangel kann primär durch einen Mangel des Spurenelementes Eisen entstehen oder sekundär. In diesem Fall ist der Boden zu alkalisch und verhindert dadurch die Aufnahme von Eisen. Die Ursache lässt sich durch eine pH-Wert Probe des Bodens herausfinden. Ist der Boden zu wenig sauer, besteht die erste Maßnahme darin, den pH-Wert des Bodens durch entsprechenden Spezialdünger, Schwefel, Eisensulfat oder Baumwollsamenmehl, abzusenken. In größeren Ausmaßen kann auch ein Bodenaustausch fällig werden. Ist der Rhododendron schon älter und stark durchwurzelt, dann ist das aufgrund der starken Durchwurzelung nicht möglich. In diesem Fall kann man einen Gießrand in einiger Entfernung um den Stamm ausheben und darin die speziell angemischte oder auch die fertige Rhododendronerde füllen. Mit jedem Gießen gelangen dann die entsprechenden Substanzen ein und senken den pH-Wert.

Stickstoffmangel


Braune Blätter Rhododendron Auch einen Mangel an Stickstoff erkennt man zunächst an gelben Blättern. Zusätzlich stellt man einen Kümmerwuchs der nachwachsenden Blätter fest. Unter   Bei korrektem pH-Wert können allgemeine Stresssituationen wie lange, feuchte oder zu trockene Wetterperioden eine Gelbfärbung der Blätter hervorrufen. Auch ein Mangel an Magnesium ist möglich.

Braune Blätter, braune Flecken

Auch bei diesem Schadbild muss man zunächst genau hinsehen, um dann die passenden Maßnahmen durchführen zu können.

Frostschaden


Die Blätter sind von den Blatträndern her braun und teilweise völlig abgestorben. Auch die Blütenknospen erscheinen trocken und tot. Manche Rhododendron Arten sind nicht ganz so winterhart. Eiskalte, trockene und scharfe Winterwinde mögen sie gar nicht. Ist der Frostschaden weit fortgeschnitten, so sind die abgestorbenen Teile nicht mehr zu retten und müssen im zeitigen Frühjahr abgeschnitten werden. Ansonsten muss sofort ein Wind- und Frostschutz arrangiert werden. Zum Beispiel mit Schilfmatten und Tannenreisig.

  Sind im Frühjahr die jungen Blätter verformt und runzlig, sind späte Frostschäden dafür verantwortlich. Sie haben ihren Schaden genau in der Zeit der Laubentwicklung angerichtet. Für diese Blätter kommt jede Maßnahme zu spät und sollte ein Fingerzeig für mehr Winterschutz im nächsten Jahr sein.

Sonnenbrand

Dass es sich bei den Gelben und braunen Blättern um einen Sonnenbrand handelt, kann sehr schnell abgeklärt werden. Die Blätter an den Schattenseiten sehen kerngesund und grün aus. Besonders die Sonne im Juni und Juli, sowie die Wintersonne können dem Rhododendron zusetzen. Hier sollte man überlegen, wie man den Busch beschatten kann. Ein luftiger, wandernder Halbschatten ist für die meisten Sorten optimal.

  Besonders großblättrige Rhododendren sind anfällig gegen Sonnenbrand. Hier besonders vor dem ersten Frost darauf achten, genügend zu wässern. Bei Kälte rollt der Rhododendron seine Blätter ein. Dadurch sind dann die Mittelrippen der Wintersonne stark ausgesetzt und die Blätter vertrocknen. Bei starker Wintersonne die Pflanze schattieren.

Pilzkrankheiten

Pilzkrankheiten, das ist ein schwieriges Thema. Manchmal können nur Fachleute den genauen Befall analysieren. Für den Gartenliebhaber bleibt bei Pilzbefall als Maßnahme nur:
  • so früh wie möglich schadhafte Teile
  • bessere Grundbedingungen schaffen (Boden, Standort, Dünger)
  • Breitband-Fungizid aufbringen
  • Grauer Belag auf den Blättern
Die Blattspitzen sind fast bis zur Mitte mit einem grauen Schimmelbelag überzogen. Das ist die Grauschimmelfäule. Besonders gern macht sie sich bei hoher Luftfeuchtigkeit und warmer Witterung auf den Blättern breit.

Heller, pulvriger Belag auf den Blättern


Kranker Rhododendron Auch von anderen Pflanzen her, dürfte der lästige Mehltau gut bekannt sein. Da gibt es den echten und den falschen Mehltau. Unschön sind bei und es gibt dagegen eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln
Grüner Belag auf den Blättern


Lange feuchte Witterung, sowie sehr schattiger Standort, da meldet sich ein grüner Algenbelag auf den Blättern. Das ist unschön, aber harmlos. Wen dieser Anblick stört, der kann die Blätter von Februar bis April mit Weißöl besprühen.

Braune bis schwarze Blattflecken

Oft sieht man Flecken mit einer rötlichen Umrandung. Hierfür können gleich mehrere Pilzarten in Frage kommen. Meistens kann man mit gründlichem Entfernen der befallenen Blätter einen größeren Schaden vermeiden. Beste Maßnahme auch hier, Standort- und Bodenbedingungen sowie Nährstoffgaben überprüfen und gegebenenfalls verbessern.

Rotbraune und graue Flecken, dunkle Umrandung


Oft sieht man in den Flecken schwarze kleiner Flecken, das sind die Sporenlager. Es handelt sich dann wohl um die Blattfleckenkrankheit. Im weiteren Verlauf fallen die Blätter von der Spitze her ab. Hier versucht man in den meisten Fällen mit breitenwirksamen Fungiziden dagegen anzugehen.

Trockene, welke Astbereiche


Die Phytophthora-Welke ist eine gefährliche Pilzerkrankung. Daran kann letztendlich ein ganzer Busch zugrunde gehen. Ursache für diesen sogenannten Schwächeparasiten ist meistens ein zu feuchter, schwerer Boden. Hier heißt es schnell handeln, die betroffenen Äste sollten weit bis in das gesunde Holz hinein entfernt werden. Gleichzeitig sollte ein Fungizid aufgebracht werden. Ist die Welke bereits bis an den Stamm fortgeschritten, so ist der Busch nicht mehr zu retten. Vor einer Neupflanzung am selben Standort muss ein Teil des Bodens großzügig ausgetauscht werden.

Schädlinge

Aber auch Schädlinge können einem Rhododendronbusch ganz schön zusetzen. Das erkennt man recht schnell an den Blättern. Also oberstes Gebot, genau hinschauen und: wehret den Anfängen.
 
Blassgrüne, gelb- bis hellgelb gesprenkelte Blätter

An der Unterseite werden die Blätter braun-schwarz und rollen sich ein. Danach vertrocknen sie und fallen ab. Das ist ein Hinweis auf den Befall durch die Rhododendronhautwanze (Stephanitis rhododendri). Es gibt bestimmte Sorten, die sie bevorzugt, die Hauptsaison ist Mai bis Juli. Hier ist verstärkte Kontrolle angesagt. Die Wanzen selbst sind nur schwer zu entdecken. Bei Befall hilft nur noch ein entsprechendes Insektizid gegen saugende Insekten.

  Im Fachhandel gibt es sogenannte Gelbtafeln zu kaufen, an denen die Wanzen hängen bleiben.

Angefressene Blätter

Der Gemeine Dickmaulrüssler nagt sich vom Blattrand aus nach innen durch. Doch bereits die nachtaktiven Larven im Boden, beginnen ihr zerstörerisches Werk, indem sie die Wurzeln anknabbern. Setzt man kleine Blumentöpfe umgekehrt auf die Erde, so verstecken sie sich gern am Tage darin und lassen sich absammeln. Auch Fadenwürmer (Nematoden) aus dem Fachhandel kann man erfolgreich als Fressfeinde einsetzen.

Schwarze Knospen


Kranker RhododendronBei der Rhododendron-Zikade sind es die Knospen, die zuerst befallen werden. Sie legt ihre Eier in die Knospen ab, dadurch wird sie außerdem noch anfällig gegen Pilzkrankheiten. Die wichtigste Maßnahme ist das konsequente Absammeln und Vernichten der schwarzen Knospen, um eine weitere Generation zu verhindern. Gegen die aktive Generation kann ein spezielles Spritzmittel gegen saugende Insekten helfen.

Häufig gestellte Fragen

Die Blätter rollen sich nach unten hin ein, ist es zu kalt?
Das ist fast immer ein Zeichen von Trockenheit. Die immergrünen Rhododendronsorten benötigen auch im Winter Wassergaben in trockenen Zeiten. Allerdings nur an frostfreien Tagen. Im Sommer sind eingerollte Blätter ein Zeichen, dass die Pflanze nicht ausreichend gewässert wird.

Der Rhododendron blüht nicht?
Hier kann es eine Reihe von Ursachen geben. Am häufigsten sind Lichtmangel und falsche Düngung. Bekommt der Rhododendron zu viel Stickstoff und Phosphor kann sich das auf die Blühfreudigkeit auswirken. Weitere Gründe können eine falscher Rückschnitt sein oder, falls er noch nie geblüht hat, kann es sich um eine sämlingsvermehrte Pflanze handeln, die keine Blüten ausbilden kann.