Anleitung: Rosen überwintern

Rose mit SchmetterlingKaum eine andere Pflanze ist so schön, edel und anspruchsvoll wie die Rose. Ihre Pflege ist nicht ganz so einfach. Zudem stellen die verschiedenen Rosenklassen nicht nur an die allgemeine Pflege, sondern auch an die Überwinterung unterschiedliche Ansprüche. Jede Klasse hat eine andere Frosthärte. Deshalb ist es schon bei der Auswahl der Rosen wichtig, darauf zu achten, wie frostfähig sie sind. Eine gute Vorbereitung auf den Winter und gut eingepackt, lässt jedoch jede Rose ihren Winterschlaf überstehen, um im nächsten Jahr den Hobbygärtner mit ihrer Schönheit zu erfreuen.


Vorbereitungen

Sommer
Im Sommer werden einmal blühende Kletterrosen und einmal blühende Strauchrosen direkt nach der Blüte zurückgeschnitten. Bei öfter blühenden Rosen werden in den Sommermonaten lediglich die verwelkten Blüten entfernt. Ob Sie hierbei nur die verwelkte Blüte oder den ganzen Trieb abschneiden, das hängt von der jeweiligen Rosenklasse ab.

  Experten raten, spätestens ab Mitte Juli die Düngung mit stickstoffhaltigem Dünger einzustellen, da die Triebe sonst nicht ordentlich verholzen können. Unverholzte Triebe erfrieren im Winter sehr leicht!

Spätsommer
  • keine verwelkten Blüten mehr ausputzen
  • neue gebildete Triebe können bis zum Winter nicht mehr ausreifen
  • nur bei Regenwetter vorbeugend die verwelkten Blütenblätter entfernen
  • zur Ausreifung des Holzes Mitte bis Ende September Patenkali verabreichen
Herbst
Rosen können grundlegend im Herbst sowie im Frühjahr ausgepflanzt werden. Doch die im Herbst ausgepflanzten Rosen wachsen häufig robuster und sind widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Im Herbst ist auch die Zeit, um den bestehenden Rosenbestand für den Winter vorzubereiten. Auch wenn die edlen Rosen eigentlich keinen Winterschlaf kennen und unermüdlich blühen, wenn man sie lässt, sollten sie im Herbst dennoch zur Ruhe kommen. Gerade in rauen Lagen sind der Winterschutz und die Ruhepause der Rosen sehr wichtig, damit die Pflanzen gesund bleiben. Als Vorbereitung auf den Winter sollten Sie das Gießen allmählich einstellen. Zu lange Triebe von Strauch- und Kletterrosen sollten gekürzt werden, damit sie im Winter nicht abbrechen. Wer will, kann natürlich noch mehr einkürzen, aber nicht zu viel. Der eigentliche Rosenschnitt erfolgt erst im Frühjahr.

  Sollte der Herbst so nass sein, dass die Blätter schon am Stängel faulen, schneiden Sie alle von Grauschimmel befallenen Pflanzenteile großzügig ab und geben diese in den Hausmüll. Auf dem Boden liegende Blätter sowie abgestorbenes Holz sollten ebenso entsorgt werden.

Winterschutz

Je nach ihrer Wuchsform benötigen die verschiedenen Rosentypen einen sehr unterschiedlichen Winterschutz. Ende November/Anfang Dezember ist die beste Zeit den Schutz anzubringen. In sehr rauen Lagen natürlich schon früher!

Warme Füße für alle Rosentypen

Alle Rosentypen brauchen im Winter warme Füße, ganz besonders die Beet- und Edelrosen. Bei diesen Sorten ist die sogenannte Veredelungsstelle, wo Wurzelunterlage und Edelreis miteinander verwachsen sind, besonders sensibel gegen Frost. Achten Sie schon beim Pflanzen darauf, dass die Veredelungsstelle 5 cm unter der Erdoberfläche liegt. Um die Wurzeln der Rosen für den Winter warm einzupacken, werden die Pflanzen vor den ersten Frösten ca. 20 cm

Schutz der oberen Pflanzenteile

Beetrosen
  • Rote Beetrosenöfter blühende Rosen mit Nadelreisig abdecken
  • Abdeckung mit Schilfmatten ebenso möglich
  • eventuelle Hohlräume mit Laub auffüllen
  • kein zu nasses und angefaultes Laub verwenden
Hochstammrosen
  • Veredelungsstelle im Kronenbereich
  • jüngere Exemplare an der Stammbasis vorsichtig nach unten biegen
  • Krone mit Pflöcken oder einem Haken am Boden fixieren
  • Veredelungsstelle ca. 20 cm hoch mit Erde bedecken
  • ältere Stammrosen nicht umbiegen!
  • Krone der älteren Hochstammrosen mit Vlies, Sackleinen oder Reisig einpacken
  • Hohlräume mit feinem, trockenem Laub oder Holzwolle auffüllen
  • Krone aber nicht zu dicht einpacken, damit sie Luft bekommt
  • eventuelle Schneehauben im Winter entfernen, damit die Kronen nicht brechen
Strauch- und Kletterrosen
  • oberirdische Triebe der Strauch- und Kletterrosen einpacken
  • Tannen- oder Fichtenreisig sind optimale Materialien dafür
  • Zweige um die Rosensträucher stecken und etwas festbinden
  • Kletterrosen werden mit samt ihrer Rankhilfen mit Nadelreisig eingepackt
  • Nadelreisig dachziegelartig von oben nach unten übereinanderlegen
  • Reisigspitzen immer nach unten; so kann das Wasser besser ablaufen
  • Luftdurchlässiges Vlies, Jute oder Schilfmatten sind ebenso verwendbar
Topfrosen
Die Wurzeln der Topfrosen sind den Frösten viel stärker ausgesetzt, als die Wurzeln anderer Rosensorten. Achten Sie darauf, dass Ihre Topfrosen nur langsam einfrieren und ebenso langsam wieder auftauen. So überstehen sie den Winter am besten.
  • Topfrosen an eine Stelle bringen, an der sie vor Sonne und Wind geschützt sind
  • ideal dafür ist eine Ecke oder Hauswand
  • Pflanzgefäße mit einer 10 cm dicken Schicht aus Sackleinen, Noppenfolie oder anderem Material einpacken
  • kleine Gefäße in einen Mörteleimer mit Abzugsloch stellen (10 cm Abstand vom Rand müssen übrig sein)
  • Zwischenräume mit Laub, Holzwolle oder Styropor auffüllen
  • oberirdische Triebe der Rosen mit Sackleinen, Vlies oder Nadelreisig schützen

Maßnahmen während der Ruhepause

Januar
Sollten im Januar stärkere Fröste drohen, dann sollten Sie den Winterschutz an allen Rosen überprüfen und diesen gegebenenfalls verstärken. Wenn viel Schnee fällt, schütteln Sie diesen gegebenenfalls von den Rosen, besonders von Hochstamm- und Strauchrosen. Bei zu großer Schneelast können Rosenzweige abbrechen, vor allem wenn der Schnee zu tauen beginnt.  

Februar
Eingetopfte RosenTopfrosen sollten Sie spätestens jetzt darauf überprüfen, ob das Pflanzsubstrat ausreichend feucht ist. Die Erde im Topf sollte nicht ganz austrocknen. Aber nur vorsichtig und sehr wenig gießen, falls es notwendig ist. Auch im Februar sollten Sie weiterhin den Winterschutz Ihrer Rosen überprüfen und den Schnee beseitigen, bevor er zu schwer wird.

März
Im März wird es Zeit, den Winterschutz von den Rosen
Der Frühjahrsschnitt der Rosen wird erst zur Zeit der Forsythienblüte durchgeführt. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu früh damit beginnen!}Wie die verschiedenen Rosenklassen im Frühjahr geschnitten werden müssen, können Sie den entsprechenden Schnitt-Anleitungen für Rosen in unserem Gartenlexikon entnehmen.

Rosensorten für Frost- und Höhenlagen

Wer darüber nachdenkt sein
Kletterrosen
Alchymist (Kordes 1956):
  • 100 cm breit
  • 250 hoch
  • aufrecht wachsend
  • goldgelbe Blüten
  • Blüten beim Aufblühen rot überhaucht
  • dicht gefüllte Blütenbüschel
  • einmal blühend
  • duftend
Veilchenblau (Schmidt 1909):
  • 1 m breit
  • 3 bis 4 m hoch
  • violette bis purpurfarbene Blüte mit weißem Auge
  • halb gefüllte Blüten in Büscheln
  • einmal blühend
  • stark duftend
Flammentanz (Kordes 1955, ADR-Rose 1956):
  • 1,5 bis 2 m breit
  • 3 bis 5 m hoch
  • sehr ausladend und aufrecht wachsend
  • leuchtend rote bis dunkelrote Blüten
  • Blüten in Büscheln
  • einmal blühend
New Dawn (Sommerset Rose, Nursery (USA) 1930):
  • 2,5 bis 3 m breit
  • 2,5 bis 4 m hoch
  • aufrecht und überhängend wachsend
  • hellrosa Blüten
  • gefüllte Blüten in Büscheln
  • öfter blühend
  • duftend
Strauchrosen
Strauch-RosenCentenaire de Lourdes (Delbart-Schabert (F) 1958):
  • 80 bis 100 breit
  • 100 bis 180 cm hoch
  • mittelstarker, leicht bogig überhängender Wuchs
  • rosafarbene halb gefüllte Blüten; seidig schimmernd
  • große Blüten in Büscheln
  • öfter blühend
  • stark duftend
Lichtkönigin Lucia (Kordes 1966, ADR-Rose 1968):
  • 70 bis 80 cm breit
  • 150 cm hoch
  • aufrechter und buschiger Wuchs
  • zitronengelbe Blüten mit roten Staubfäden
  • gefüllte, große Blüten
  • öfter blühend
  • duftend
Beetrosen
Play Rose (Mailand (F) 1989, ADR-Rose 1989):
  • 50 cm breit
  • 60 bis 80 cm hoch
  • mittelstarker Wuchs
  • leuchtend karminrosa Blüten
  • locker gefüllte Blüten in Büscheln
  • öfter blühend
Nina Weibull (Poulsen (NL) 1962):
  • 50 cm breit
  • 50 bis 60 cm hoch
  • kompakter, verzweigter Wuchs
  • dichtes Laub
  • dunkel- bis orangerote, edelrosenähnliche Blüten
  • gefüllte Blüten in großen Dolden
  • öfter blühend
Diese frostharten Sorten können Sie trotzdem im späten Herbst etwas mit lockerer Gartenerde anhäufeln. Ansonsten benötigen diese Rosen keine weiteren Schutzmaßnahmen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Torf zum Anhäufeln meiner Beetrosen verwenden, um sie im Winter vor Frost zu schützen?
Nein! Torf ist weniger dafür geeignet, da er sich mit Wasser vollsaugt. Wenn das Material dann bei Minustemperaturen gefriert, wirkt es wie ein Eispanzer auf die Stammbasis der Pflanze und schädigt diese. Dabei kann es auch passieren, dass die Veredelungsstelle abgedrückt wird.
Lauberde, lockere Gartenerde und lockerer Kompost sind besser für das Anhäufeln von Rosen geeignet.

Die Krone meiner Hochstammrose habe ich im Winter in dichte, transparente Folie aus Kunststoff gepackt. Sie ist aber trotzdem erfroren. Was habe ich falsch gemacht?
In einer geschlossenen Kunststofffolie bekommt die Rose keine Luft. Darüber hinaus wird bei sonnigem Winterwetter sowie im zeitigen Frühjahr das Klima unter der transparenten Folie sehr warm. Die Folie wirkt dabei wie ein Gewächshaus. Dadurch wird die Rose zu früh zum Austreiben angeregt und erfriert beim nächsten Frost.
Nutzen Sie lieber eine Folie mit Löchern, um für eine bessere Durchlüftung der Krone der Hochstammrose zu sorgen. Noch besser eignen sich aber luftdurchlässige Naturmaterialien, wie zum Beispiel Jute, Sackleinen oder Nadelreisig. Diese Materialien schützen die Krone vor Wind, der austrocknend wirkt und ebenso vor eisiger Kälte. Dennoch sorgen sie für genügend Luftaustausch, sodass die Rose nicht frühzeitig austreibt und dem nächsten Frost zum Opfer fällt.

Muss ich die Verdickung, die sich an meiner Hochstammrose direkt über der Erde befindet, auch vor Frost schützen?
Für die Veredelung der Hochstammrosen wird eine Wurzelunterlage herangezogen, deren dickster Trieb stehen bleibt, um den Stamm zu bilden. Dieser Trieb wird auf Kronenhöhe erst veredelt. Da alle weiteren Triebe der Wurzelunterlage an der Basis gekappt werden, entsteht an dieser Stelle eine Verdickung. Diese Verdickung wird "Zapfenschnittstelle" bezeichnet. Im Normalfall müssen Sie diese Stelle nicht schützen, da sie Frost verträgt. Die zu schützende Stelle sitzt bei den Hochstammrosen an der Kronenbasis.
Ausnahmen bilden die neuen Züchtungen der Hochstammrosen, die mit sogenannten Zwischenstämmen versehen sind. Hierzu werden zum Beispiel stammbildende Rosen wie Rosa canina oder Rosa multiflora auf Rosa corymbifera veredelt. Diese veredelten Stammstücke werden im oberen Bereich noch einmal mit der jeweiligen Edelrosensorte veredelt. Das bedeutet, diese Hochstammrosen besitzen zwei Veredelungsstellen, die geschützt werden müssen: einmal an der Stammbasis und einmal an der Kronenbasis!