Kann man Zierkürbisse essen? - das ist zu beachten!

ZierkürbisseAls Kulturpflanzen mit starkem Pinselstrich, zeichnen Zierkürbisse eindrucksvolle Bilder im herbstlichen Garten oder Eingangsbereich des Hauses. Mit Blick auf die kulinarischen Köstlichkeiten, die sich aus Speisekürbissen zaubern lassen, drängt sich die Frage auf: Kann man Zierkürbisse essen? Um die Antwort herauszufinden, ist ein Selbstversuch wenig empfehlenswert. Besser ist, Sie erkunden hier fundierte Informationen, da es mit einem einfachen Ja oder Nein nicht getan ist. Wir bringen Ihre Kenntnisse in Punkto Bekömmlichkeit von Zierkürbissen auf den neuesten Stand - das ist zu beachten!

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
  • Gattung: Kürbisse (Cucurbita)
  • Spezielle Sorten innerhalb der Art Gartenkürbis (Cucurbita pepo)
  • Einjährige, krautige Pflanzen mit niederliegenden oder kletternden Ranken
  • Gelbe Blüten von Juni bis August
  • Farbenfrohe Panzerbeeren ab September
  • Bitterstoff Cucurbitacin in unterschiedlichen Konzentrationen
  • Verwendung als Dekoration und Bastelmaterial

Cucurbitacin im Kürbis

ZierkürbisseWilde Kürbisarten sind durchströmt von giftigem Cucurbitacin. Erst als es genialen Züchtern gelang, diesen Bitterstoff zu eliminieren, öffnete sich das Tor zu schmackhaften Gerichten auf der Basis von Speisekürbissen. Dieses Meisterstück gelang indes nicht bei allen Garten-Kürbissen. In Kronen- und Krallenkürbissen beispielsweise, ist das Toxin nach wie vor enthalten. Diese und andere Zierkürbisse sind demzufolge nicht essbar. Da wir die dekorativen Früchte vor allem aufgrund ihrer markanten Formen so lieben, ist das Manko leicht zu verschmerzen. Ohnehin enthalten die Panzerbeeren nur einen geringen Anteil an Fruchtfleisch, zugunsten einer kräftigen Schale, die für eine Haltbarkeit garantiert.

Giftige Kürbisarten identifizieren

Wer als Hobbygärtner Zierkürbisse im Beet kultiviert, ist sich darüber im Klaren, um welche Art und Sorte es sich handelt. Im Ladenregal fehlt es indes nicht selten an einer klaren Kennzeichnung. Damit Sie im Zweifel einen giftigen von einem bekömmlichen Kürbis unterscheiden können, haben wir im Folgenden alle eindeutigen Merkmale für Sie zusammengetragen:
  • Aufgeschnittener Zierkürbis enthält nur wenig Fruchtfleisch
  • Mit Bitterstoffen durchsetztes Kürbisfleisch verbreitet einen herben Geruch
  • Der Schmecktest entlarvt ein ungenießbares, sehr bitteres Aroma
Führen Sie den Geschmackstest bitte vor der Zubereitung durch. Gekochtes Kürbisfleisch büßt deutlich an bitterem Aroma ein, ohne dass sich der Gehalt an giftigem Cucurbitacin reduziert.

  Tipp: Bei kleinen Kindern ist der Geschmackssinn noch nicht voll entwickelt. Umsichtige Eltern kosten daher Speisen mit Kürbis vor.

Was macht Cucurbitacin im Körper?

Der Bitterstoff reizt die Magenschleimhäute. Abhängig von der verzehrten Menge, leiden betroffene Menschen an Übelkeit, Magenschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Wer trotz des bitteren Geschmacks weiter das Fruchtfleisch oder die Schale von Zierkürbissen verspeist, muss schlimmstenfalls mit einer stationären Behandlung im Krankenhaus rechnen. Übrigens ist Cucurbitacin nicht nur in Gartenkürbissen enthalten, sondern ebenfalls in Artgenossen, wie Zucchini, Melonen oder Gurken.

Das ist zu beachten

ZierkürbisseWerden im Hobbygarten Zierkürbisse und Speisekürbisse in räumlicher Nähe zueinander angebaut, ist eine Problematik zu bedenken, die jegliche Identifizierungsmethode aushebelt. Da es für emsige Bienen irrelevant ist, welche Kürbissorte sie gerade bestäuben, werden giftige und ungiftige Sorten munter
  • An den Speisekürbissen kräftige, weibliche Blüten mit Fruchtansatz selektieren
  • Alle übrigen weiblichen Blüten abknipsen
  • Die rankenden Triebe einkürzen bis auf 4 oder 5 Blätter
  • Den ausgewählten Blüten eine Haube überstülpen aus insektensicherem Stoff, wie Gaze oder Tüll
Die Hülle bewahrt die Kürbisblüten sicher vor anfliegenden Bienen, Hummeln und Schmetterlingen. Der weitere Verlauf hängt nun maßgeblich davon ab, ob Sie die für wenige Stunden geöffneten Blüten erkennen. In dieser Phase ist somit die tägliche Kontrolle während der Vormittagsstunden wichtig. Entfalten sich die Blütenblätter, wird die Hülle entfernt. Jetzt schlägt die Stunde der männlichen Blüten. Pflücken Sie ein vitales Exemplar ab und verreiben die beiden Oberflächen so miteinander, dass sich die Pollen schön gleichmäßig verteilen. Für die kommenden Tage trägt die befruchtete Blüten nochmals ihre Haube, bis das Wachstum am Fruchtansatz einsetzt.

  Tipp: An den beliebten Hokkaido-, Muskat- und Riesenkürbissen kann es nicht zu einer Kreuzbestäubung mit Zierkürbissen kommen, da sie zur Kürbisart Cucurbita moschata zählen.

Wer ist betroffen?

Die erläuterten Vorkehrungen zur Unterbindung einer Kreuzbestäubung sind für alle Hobbygärtner empfehlenswert, die ihr Saatgut aus selbst angebauten Kürbissen gewinnen. Die Folgen einer Kreuzung von Zier- und Speisekürbissen schlagen sich erst in den Samen nieder. Das diesjährige Fruchtfleisch von Speisekürbissen bleibt davon unberührt. Werden indes die Kerne der Kürbisernte als Saat für die nächste Saison verwendet, können daraus Früchte resultieren mit gesundheitsschädlichem Gehalt an Cucurbitacin. Sofern Sie auf Zuchtexperimente mit eigenhändig gewonnenen Samen verzichten, können Sie sich den Aufwand der manuellen Befruchtung ersparen. Das im Fachhandel angebotene zertifizierte Saatgut unterliegt nicht den Unwägbarkeiten einer Kreuzbestäubung.

Populäre Sorten

ZierkürbisseBegegnen Ihnen bei der Wahl von Saatgut die folgenden Sortennamen, haben Sie es ganz sicher mit Zierkürbissen zu tun, die nicht für den Verzehr geeignet sind:
  • Autumn Wings: Weltweit beliebte Zierkürbissorte, die mit bizarren Formen begeistert
  • Ball Orange: Kugelige Früchte mit 10-12 cm Durchmesser, die Ihre Kinder mit Freunden bemalen
  • Dancing Gourd: Der kleinste Zierkürbis der Welt, dunkel- und hellgrün gestreift und nur 3-6 cm groß
  • Flat stripes: Die Sorte punktet mit flach-runden, grünlich-weißen Formen, die Ihre Herbstdeko bereichern
  • Gourd Verruqueuse: Wunderschöne
  • Kelle bicolor: Schlanke, gebogene Kürbiskellen mit bis zu 10 cm Länge, hübsch gezeichnet in zwei Farben
  • Pear bicolor: Die Sorte setzt sich in Szene mit 10 cm kleinen, zweifarbig gestreiften Früchten in Birnenform
  • Shenot Crowns: Die Premium-Sorte unter den Kronen-Zierkürbissen in schönen Nuancen von Weiß bis Orange
  • Triamble: Die 3-5 kg schweren, cremeweißen Kürbisse sind dreiteilig ausgestaltet
Der Fachhandel bietet zahlreiche Saat-Mischungen an mit den schönsten Sorten die Cucurbita pepo zu bieten hat. Halten Sie Ausschau nach Namen, wie Stars and Stripes, Dandy Mix, Rhapsody oder Maya Mix, wenn Sie Zierkürbisse anbauen möchten, die Häufig gestellte Fragen ZierkürbisseKann ich Zierkürbisse auch auf dem Balkon anbauen?

Aufgrund ihrer geringen Größe, sind Zierkürbisse ausgezeichnet geeignet für den Anbau auf dem Balkon. Im April vorgezogen durch Aussaat auf der Fensterbank, pflanzen Sie ab Mitte Mai die jungen Kürbisse in Kübel mit nährstoffreichem Substrat. Verwenden Sie Pflanzgefäße mit einem Volumen von mindestens 40 Litern. Es ist von Vorteil, wenn Sie die Jungpflanzen in den 2 Wochen zuvor tagsüber am halbschattigen Standort abhärten. Somit sind Zierkürbisse bestens gerüstet für ein prachtvolles Wachstum am vollsonnigen, warmen Standort auf dem Balkon.

Wie ziehe ich Zierkürbisse hinter Glas vor?

Nehmen Sie die Aussaat Mitte bis Ende April in Angriff, halten Sie pünktlich zum Beginn der Pflanzzeit Mitte Mai vitale Jungpflanzen in Händen. Feilen Sie die hartschaligen Samen ein wenig an, um sie anschließend für 1 Tag in lauwarmem Wasser einzuweichen. Daraufhin säen Sie das Saatgut 1-2 cm tief in magere Anzuchterde, die Sie mit weichem Wasser konstant leicht feucht halten. Am halbschattigen Standort setzt bei 25-26 Grad Celsius die Keimung innerhalb von 8-10 Tagen ein. Um den Kürbis-Jünglingen des Stress des Pikierens zu ersparen, empfehlen wir die Aussaat in Einzeltöpfen.

Tipps für Schnellleser

  • Zierkürbisse enthalten hochkonzentriertes Cucurbitacin
  • Kronen-, Krallen- und Warzenkürbisse nicht essen
  • Bitterer Geschmack und wenig Fruchtfleisch kennzeichnen Zierkürbisse
  • Kochen löst Bitterstoffe nicht auf
  • Im Hobbygarten Kreuzbestäubung unterbinden
  • Selektierte, weibliche Blüten umhüllen
  • Überschüssige weibliche Blüten abschneiden
  • Geöffnete weibliche mit männliche Blüten verreiben
  • Bis zum Wachstum des Fruchtansatzes nochmals umhüllen
  • Vorkehrungen nur erforderlich bei eigener Saatgutgewinnung
Nicht essbare Zierkürbis-Sorten:
  • Autumn Wings
  • Ball Orange
  • Dancing Gourd
  • Flat stripes
  • Gourd Verruqueuse
  • Kelle bicolor
  • Pear bicolor
  • Shenot Crowns
  • Triamble
Mischungen:
  • Dandy Mix
  • Maya Mix
  • Rhapsody
  • Stars and Stripes