Palmlilie, Yucca-Palme gelbe und braune Blätter

Yucca-CollageDie Yucca-Palme erfreut sich enormer Popularität unter den Hobbygärtnern. Sie wird überwiegend als Zimmerpflanze kultiviert, ist prächtig anzusehen mit ihren langen, spitz zulaufenden Blättern und symbolisiert unbeschwertes Urlaubs-Feeling. Dabei ist die Yucca-Palme eigentlich gar keine Palme, sondern ein Mitglied der Gattung Palmlilien. Sie gilt im Allgemeinen als pflegeleicht und anspruchslos. Das Problem der gelben und braunen Blätter tritt hingegen häufig auf und kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Die Lösung des Problems darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, denn die Palmlilie ist krank und kann daran zugrunde gehen.

Kurzer Steckbrief:
  • Pflanzenfamilie Spargelgewächse (Asparagaceae).
  • Gattung Palmlilien.
  • Wissenschaftlicher Name Yucca.
  • Beheimatet in Mittelamerika, Kalifornien und Kanada.
  • Mehr als 50 Arten mit 25 Unterarten in 5 Sektionen.
  • Ein- oder mehrstämmige verholzte Pflanzen.
  • Zumeist längliche, spitz zulaufende, grüne Blätter.
  • Weiß-gelbe Blüte und unterschiedlich strukturierte Früchte.
  • Je nach Art winterhart oder nicht winterhart.
Da sich das riesige Verbreitungsgebiet erstreckt über Wüsten, Küstenregionen bis hinauf in die Berge auf 2700 Meter Höhe, haben sich die jeweiligen Arten den unterschiedlichen Umweltbedingungen angepasst, was sich selbstverständlich auf ihre Pflegeansprüche auswirkt.

Die Herkunft bestimmt die Pflege

Es ist ein hartnäckiger Irrglauben unter den Hobbygärtnern, dass die Yucca-Palme aus Gebieten mit tropischem Klima stammt und eine entsprechend hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Daher sollte der erste Schritt im Rahmen der Ursachenforschung darin bestehen, zu ergründen, welche Yucca da eigentlich im Zimmer steht. Damit die Übersicht erhalten bleibt, konzentriert sich die Herkunftsanalyse auf die 5 Sektionen der Yucca-Palme.

Sektion Yucca Engelmann

PalmlilieZu dieser Sektion zählen bekannte Arten und Sorten, wie die Blaue Palmlilie, die Yucca arizonica, die Bajonett-Yucca, die Graue Palmlilie oder die Riesen-Palmlilie. Sie stammen überwiegend aus Texas, Utah und Arizona, wo überwiegend Steppenklima herrscht mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern. Dort stehen die Pflanzen zumeist in sandigem Boden und erhalten nur sehr wenig Regenwasser während der Vegetationsphase.

Sektion Yucca endlichiana Hochstätter

Diese sehr kleine Sektion enthält stammlose, sukkulente Yuccas, die sich in der Zimmerkultur nicht durchgesetzt haben.

Sektion Clistocarpa Engelmann

Die Josua-Palmlilie ist der wohl bekannteste Vertreter dieser Sektion und ist - wie die anderen Mitglieder - hauptsächlich in der Mojave-Wüste heimisch sowie in anderen Wüstenlandschaften Nordamerikas. Dabei handelt es sich um Regenschattenwüsten, die umgeben sind von hohen Gebirgen, über denen der Regen niedergeht, sodass für das dahinter liegende Land kaum Wasser übrig bleibt. Die Yuccas gedeihen entweder im sandigen oder im felsigen, kargen Boden.

Sektion Chaenocarpa Engelmann

Der Hobbygärtner kennt aus dieser Sektion beispielsweise die Fädige Palmlilie, die Schlaffe Palmlilie oder die Zwerg-Palmlilie. Die meisten dieser Yuccas gedeihen stammlos und in Gruppen. In freier Natur sind sie in der Regel in kargen Bergregionen anzutreffen mit trockenen, kühlen Sommern und kalten, schneereichen Wintern.

Sektion Hesperoyucca Engelmann

Die Yucca-Arten Wie dieser zusammenfassende Überblick über die Yucca-Palme zeigt, kann von tropischer Herkunft keine Rede sein. Es ist daher von essenzieller Bedeutung, sich beim Kauf einer Palmlilie vom Fachpersonal genau darlegen zu lassen, um welche Sektion, Art oder Sorte es sich handelt, damit der neue Hausbewohner von Beginn an richtig gepflegt wird.

  Als erste Maßnahme zur Gesundung der Yucca-Palme, sollten die Wässerung deutlich reduziert und das Einsprühen der Blätter unterlassen werden. Es kann durchaus sein, dass das Problem damit bereits behoben ist.

Gießrhythmus überprüfen

Blätter der Yucca-PalmeFür eine Yucca-Palme ist eine Überversorgung mit Wasser ebenso schädlich, wie eine Unterversorgung. Gelbe und braune Blätter werden von Hobbygärtnern häufig als Signal für einen zu trockenen Wurzelballen gedeutet. Zumeist ist hingegen eher das Gegenteil der Fall.
  • Palmlilien erst dann gießen, wenn die Substratoberfläche trocken ist.
  • Vorzugsweise mit gesammeltem Regenwasser bei Zimmertemperatur gießen.
  • Alternativ abgestandenes, abgekochtes oder entkalktes Leitungswasser verwenden.
Aufgrund der Zimmerkultur, befinden sich die Yucca-Palmen häufig auf einem Untersetzer oder in einem dekorativen Übertopf. Das überschüssige Gießwasser, das sich hier sammelt, wird nach spätestens 20 Minuten entleert, weil sich andernfalls Staunässe bildet, eine weitere Ursache für gelbe und braune Blätter.

Standortbedingungen einschätzen

Wie die kurze Darstellung der Yucca-Sektionen zeigt, sind die Pflanzen in ihrer mittelamerikanischen Heimat durchweg einer hohen Lichtintensität ausgesetzt. Schatten ist absolute Mangelware in den heimatlichen Gefilden. Demgemäß stellt der geübte Hobbygärtner seine Palmlilie im Zimmer auf:
  • Sonnige bis vollsonnige Lage.
  • Lichter Halbschatten wird zeitweise toleriert.
  • Temperaturen zwischen 12° und 27° Celsius.
Demzufolge führt ein Mangel an Licht zwangsläufig zu Krankheitsbildern, wie gelben und braunen Blättern.

  Je nach Art der Yucca-Palme, ist es angeraten, ihr während der dunklen Jahreszeit zusätzliches Licht mithilfe spezieller Pflanzen-Lampen zu verschaffen, um der Verfärbung der Blätter vorzubeugen.

Nährstoffversorgung beurteilen

Die Yucca-Palme hat sich kargen Bedingungen angepasst und benötigt nur selten ein wenig Dünger. Ist ein verstärktes Wachstum unerwünscht, wird sogar gänzlich auf die Gabe von Nährstoffen verzichtet. Da erfahrungsgemäß Hobbygärtner dazu tendieren, ihre Pflanzen reichhaltiger zu düngen, als nötig, kann in diesem Pflegefehler ebenfalls die Ursache für die Verfärbung der Blätter liegen.
  • Yucca-Palmen während der Vegetationsphase alle
  • Während der Winterruhe nicht düngen.
Um festzustellen, ob eine Überdüngung der Auslöser für die Bildung gelber und brauner Blätter ist, sollte daher für 2 bis 3 Monate vollkommen auf Dünger verzichtet werden.

Umtopfen

Eingetopfte Yucca-PalmeBereits im Gartencenter stehen die Palmlilien zumeist in zu kleinen Töpfen. Daher raten Experten zu einem sofortigen Umtopfen gleich nach dem Kauf. Diese Maßnahme dürfte im Laufe der Zeit noch weitere Male erforderlich sein. Die Yucca-Palme signalisiert, wenn es ihr zu eng wird im Topf, indem sie ihre Wurzeln nach oben durch Substrat drückt. Alternativ topft der Gartenfreund die Pflanze aus und beurteilt das Verhältnis von Substrat zu Wurzelvolumen. Überwiegen die Wurzeln, muss ein größerer Kübel her. So wird eine Yucca-Palme umgetopft:
  • Nur Kübel verwenden, die über ein Ablaufloch im Boden verfügen.
  • Über dieser Öffnung eine Drainage anlegen aus Kies, Perlite oder Bims.
  • Wenn möglich, die Drainage mit einem luft- und wasserdurchlässigen Vlies abdecken.
  • In einem Gartenerde-Kompost-Gemisch mit etwas Sand fühlt sich die Yucca wohl.
  • Torfhaltige Substrate können den Wurzeln Schaden zufügen und Fäulnis verursachen.
  • Die Palmlilie in den Kübel setzen und mit der Pflanzerde umgeben.
  • Zu guter Letzt angießen und den Untersetzer nach 20 Minuten entleeren.
Mit etwas Glück ist dieser Umzug des Rätsels Lösung und die Yucca-Palme bildet keine gelben und braunen Blätter mehr.

Artgerechte Überwinterung

An dieser Stelle wird wiederum offenbar, wie wichtig es ist, dass die genaue Art der Yucca-Palme bekannt ist. Einige Arten gedeihen in ihrer Heimat in den Bergen und überstehen schadlos bitterkalte Winter. Andere gehen bereits bei Temperaturen unter 10° Celsius zugrunde.
Als Faustregel gilt für alle Yucca-Palmen, dass eine Überwinterung im warmen Wohnzimmer nicht artgerecht ist und zwangsläufig zu Blattverfärbungen führt. Sehr viel besser ist ein kühler, heller Raum bei 5° bis 10° Celsius. Darüber hinaus wird während der dunklen Jahreszeit noch seltener gegossen, als ohnehin und nicht gedüngt.

Treten demzufolge gelbe und braune Blätter an der Palmlilie lediglich im Verlauf der Überwinterung auf, ist es ratsam, die Bedingungen auf die Bedürfnisse der Pflanze umzustellen.

Krankheiten und Schädlinge

Auf die Infektion durch Pilze oder Viren sowie den Befall durch Schädlinge, reagiert die Yucca-Palme ebenfalls mit gelben und braunen Blättern. Diese Faktoren dürfen im Rahmen der Ursachenforschung nicht übersehen werden. Palmlilien sind insbesondere während des Winters, aber auch im Verlauf der Wachstumsphase anfällig für:
Dank des zunehmenden ökologischen Bewusstseins unter den Gärtnern, nicht nur im Hobbybereich, konnten eine ganze Reihe umweltfreundlicher Bekämpfungsmittel entwickelt werden. Es ist daher nicht zwingend erforderlich, sogleich zur 'chemischen Keule' zu greifen, wenn die Yucca-Palme krank ist. Erst wenn kein natürliches Mittel hilft, kann die Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit konsultiert werden. Dort sind alle aktuell zugelassenen Präparate aufgelistet.

Häufig gestellte Fragen

Ich habe herausgefunden, dass meine Yucca-Palme zu viel Wasser erhielt, weshalb sie gelbe und braune Blätter bildete. Diesen Pflegefehler habe ich nun behoben. Was mache ich mit den verfärbten Blättern? Soll ich sie abschneiden?
Zuerst herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Ursachenforschung. Die gelben und braunen Blätter werden mit der Zeit von alleine abfallen. Sollte Ihnen das zu lange dauern, ziehen sie diese einfach vom Stamm ab.

Die gelben und braunen Blätter bilden sich an meiner Palmlilie nur an einer Seite und nicht rundherum. Woran kann das liegen? Sie steht bei mir am Wohnzimmerfenster.
Die Vermutung liegt nahe, dass die Seite, an der sich die verfärbten Blätter zeigen, zu wenig Licht erhält. Die Beleuchtung nur von einer Seite kann vermieden werden, indem die Yucca-Palme regelmäßig gedreht wird. Dabei ist zu bedenken, dass die Palmlilie eine ganze Menge Energie aufwendet, um ihre Blätter nach dem Licht auszurichten. Damit dieser Energieaufwand auf möglichst niedrigem Niveau gehalten wird, sollte die Yucca schneller gedreht werden, als sie ihre Blätter ausrichtet. Wenn Sie die Pflanze täglich um 20° drehen, hat sie nach 18 Tagen eine volle Umdrehung vollzogen. Übrigens gibt es zu diesem Zweck auch elektrisch betriebene Drehteller im Handel.