Zimmerhibiskus blüht nicht: was tun? | Hibiskus zum Blühen bringen

Blühende Zimmer-HibiskenDer Chinesische Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis) oder auch Zimmerhibiskus ist ein Malvengewächs (Malvaceae) mit großen, auffälligen Blüten. In Asien gilt die Hibiskusblüte als Symbol für die weibliche Sinnlichkeit und Verführung. Die Herkunft der Wildform ist bis heute ungeklärt, wird aber im asiatischen Raum vermutet. Europäische Entdecker sammelten schon seinerzeit vor allem gezüchtete Exemplare und brachten diese nach Europa.

Die jahrhundertealten Züchtungen sorgen für eine endlose Auswahl an Blütenfarben. Ob einfarbig oder mit Farbverläufen und gefleckt, alles ist möglich. Zu der Gattung Hibiskus gehören über 300 Arten. Im Gegensatz zum ebenfalls sehr beliebten Gartenhibiskus (Hibiscus syriacus) behält der Zimmerhibiskus seine Blätter ganzjährig.

Wie bringe ich Zimmerhibiskus zum Blühen?

Mit den folgend beschriebenen Maßnahmen erhalten Sie einen gesunden Zimmerhibiskus mit regelmäßigen Blüten.

Standort

Der Hibiskus ist eine lichthungrige Pflanze. Gleichzeitig sollte jedoch eine längere direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Ein Platz an großen Fensterflächen, möglichst in südlicher Richtung ist ideal. Eine dünne Gardine schützt die Pflanze vor der direkten Sonne. Der Zimmereibisch blüht nicht oder nur mit wenigen Blüten, wenn er unter Lichtmangel leidet. Kalte Zugluft, vor allem beim Lüften im Winter, quittiert der Eibisch mit Blattfall und muss daher unbedingt verhindert werden. Kälte schwächt die Knospe der Blüte. Der Zimmerhibiskus blüht nicht oder nur spärlich.

Substrat und Topf

Blick auf Substrat eines Zimmer-HibiskusDer Roseneibisch benötigt ein locker luftiges Substrat, das überschüssige Feuchtigkeit schnell durchsickern lässt und abgibt. Ein hoher Anteil an Humus in Verbindung mit geringen Lehm- oder Toninhalten ist für die Pflanze ideal. Qualitativ minderwertige Blumenerden und Substrate neigen im Laufe der Zeit zu einem Zusammensacken und Verdichten. Dadurch verringert sich der Anteil an Luftporen im Substrat. Staunässe ist die Folge.

Die Wurzeln des Zimmerhibiskus reagieren empfindlich auf diese Bodenverdichtung und den dadurch verursachten Sauerstoffmangel. Sie werden schwach oder sterben sogar teilweise ab. In der Folge blüht er nicht oder die Blüte ist nur schwach ausgeprägt. Der Topf muss zwingend ein Loch im Boden besitzen, durch das überschüssiges Wasser in den Topf-Untersetzer austreten kann. Der Untersetzer sollte nie voll Wasser stehen!

Gießen

Den Zimmerhibiskus richtig zu gießen ist nicht einfach. Einerseits erwartet die Pflanze ein immer ausreichend feuchtes Substrat, andererseits reagiert sie sehr empfindlich auf Staunässe und blüht dadurch wenig. Durch fehlenden Sauerstoff sterben die Wurzeln teilweise ab und schwächen so die gesamte Pflanze samt ihren Blüten. Die Feuchtigkeit sollte in den Sommermonaten täglich kontrolliert werden. Das Übersprühen der Pflanze mit Wasser erhöht die Luftfeuchtigkeit und schafft ideale Wachstumsbedingungen.

Der Hibiskus blüht nicht oder die Blüten
hängen herab und gleichzeitig ist die Erde nass? Folgende Maßnahmen sollten dann schnellstmöglich ergriffen werden, um die Pflanze zu retten und wieder zum Blühen zu bringen:
  • Zimmer-Hibiskus mit GießkannePflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen
  • Wurzelballen per Hand unterstützen damit nichts abreißt
  • vernässtes Substrat entfernen
  • frisches, geeignetes Substrat (Siehe oben) einfüllen
  • faulig riechende und schwarze Wurzeln vorsichtig abschneiden (scharfe Schere)
  • Zimmerhibiskus wieder einpflanzen, jedoch nicht angießen
  • mit dem Gießen erst wiederbeginnen, wenn die obere Substratschicht angetrocknet ist
  • in der Zwischenzeit die Blätter regelmäßig mit Wasser besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen
  • Pflanze auslichten bzw. Triebe um etwa 25 Prozent einkürzen
Auf der anderen Seite darf die Erde nie komplett austrocknen. Prüfen Sie bei Unsicherheit mit dem Finger, wie tief das Substrat trocken ist. Mehr als ein paar Zentimeter sollten es nicht sein.

Düngen

Da der Wurzelraum des Zimmerhibiskus durch den Topf stark eingeschränkt ist, muss regelmäßig mit geeignetem Dünger für frische Nährstoffe gesorgt werden. Vor allem während der Wachstumsperiode ab Ende Februar bis in den Herbst hinein freut sich die Pflanze über 14-tägige Düngergaben. Dabei ist auf eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung zu achten. Zu hohe Stickstoffgaben führen zu unnatürlich starkem Triebwachstum. Der Zuwachs ist weich und anfällig für Pilzbefall.

Andererseits fördert ein leicht phosphorbetonter Dünger die Ausbildung von gesunden Blüten. Überdurchschnittlich viele welke und blasse Blätter, sowie schwacher Wuchs sind deutliche Hinweise auf einen Nährstoffmangel. Die Pflanze kümmert und wird in Zukunft nicht mehr blühen. Optimal ausgewogene Dünger für blühende Zimmerpflanzen bietet der Fachhandel in großer Auswahl.

Die Verwendung von flüssigem Dünger ist die einfachste Variante. Auch Depot-Dünger, die über mehrere Wochen oder Monate gleichmäßig ihre Nährstoffe an den Boden abgeben sind erhältlich. Soll ihr Eibisch auch nach ihrem Urlaub noch herrlich blühen, ist diese Methode zu empfehlen.

Schnitt

Egal ob Garten- oder Zimmerhibiskus, über einen jährlichen Rückschnitt freut sich die Pflanze und revanchiert sich mit zahlreichen, üppigen Blüten. Bei fehlendem Schnitt steckt der Hibiskus seine Kraft vor allem in das vegetative Wachstum und die wertvollen Blüten bleiben aus. Wichtig bei dieser Maßnahme ist die Einhaltung folgender Hinweise:
  • Schnitt eines Zimmer-HibiskusRückschnitt erfolgt im Januar während der vegetativen Ruhephase
  • nur saubere und scharfe Werkzeuge verwenden, um glatte, von der Pflanze gut verschließbare Wunden zu erzeugen
  • komplette Entfernung von eingetrockneten, schwachen und sich reibenden Trieben
  • andere Triebe um etwa 20 - 25 Prozent einkürzen
  • darauf achten, den ursprünglichen Habitus der Pflanze zu erhalten

Überwintern

Obwohl der Zimmerhibiskus ursprünglich aus tropischen bis subtropischen Regionen stammt, wächst er in unseren Wohnungen nicht das ganze Jahr gleichmäßig stark. Zu unterschiedlich sind in unseren Breiten die Tages- und Nachtlängen der Jahreszeiten. Von November bis Ende Februar fährt die Pflanze den Stoffwechsel kräftig herunter und stellt das Wachstum ein. Das Gießen erfolgt nun sehr sparsam, gedüngt wird überhaupt nicht. Auch in dieser Zeit ist ein möglichst heller Standort zu wählen.

Die Temperatur darf nie unter 10° C sinken. Ohne diese Maßnahmen sind Schäden an Zweigen und Blüten zu befürchten. Ein Platz zu dicht an der Heizung ist ebenfalls ungünstig, da hier die Temperatur zu hoch und die Luftfeuchtigkeit zu niedrig sind. Unter ungünstigen Bedingungen, vor allem bei falschen Temperaturen, werden Blüte und Zweige von Pilzen oder Schädlingen wie Spinnmilben befallen. Die Blüte bleibt aus und die Pflanze geht geschwächt in die neue Vegetationsperiode.