Pflanzenlexikon

Glückskastanie, Pachira aquatica – Pflege-Anleitung


Glückskastanie in Nahansicht

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Die Glückskastanie ist eine beliebte Zimmerpflanze, was sie nicht zuletzt ihrem auffälligen Wuchs und den großen, dekorativen Blättern verdankt. Sie stellt keine großen Ansprüche und ist recht robust und pflegeleicht. Probleme macht häufig der gedrehte bzw. geflochtene Stamm, der zwar sehr gut aussieht, für die Pflanzen aber nicht ideal ist. Kleine Pflegefehler werden meist verziehen, solange die Glückskastanie einen guten Standort und passendes, nicht zu nassen Pflanzsubstrat bekommt. Wie wird Patchira aquatica gepflegt? Was muss beachtet werden?

Steckbrief

  • Immergrüner Laubbaum
  • Kann im Freien 4 bis 20 Meter hoch werden
  • Der leicht verdickte Stammfuß dient als Wasserspeicher
  • Rinde braun bis grau
  • Junge Zweige sind kräftig grün
  • Der Baum bildet eine breite Krone aus
  • Die Blätter sind meist lang gestielt und glänzen in einem satten Grün
  • Die Form erinnert an eine Hand mit vielen Fingern (bis zu neun Fiederblätter)
  • Grünlich-Gelbe oder cremefarbene Blüten mit roten Staubblättern
  • 30 cm lange braune, holzige Früchte mit einem Durchmesser von 15 cm
  • Samen können geröstet verzehrt werden

Pflege der Glückskastanie

Die Pflege ist einfach, denn die Pflanze ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Sie benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das ist allerdings der einzige Sonderwunsch. Ansonsten ist sie genügsam und kommt mit wenig Wasser und Dünger aus. Die Glückskastanie lässt sich leicht vermehren und wird nicht von vielen Krankheiten und Schädlingen bedroht. Allerdings sollte man beim Kauf auf einen Punkt achten!

So schön die Glückskastanien mit geflochtenem Stamm aussehen, man sollte sich für ein Exemplar mit einem einzigen und geraden Stamm entscheiden. Die Stämme sind viel zu eng geflochten, wenn sie wachsen, behindern sie sich gegenseitig. Sie drücken sich ab, es kommt zu Verletzungen. Das hat zur Folge, dass Krankheitserreger eindringen und sich auch Schädlinge ansiedeln. Die Glückskastanie geht ziemlich schnell ein. Wer ein Exemplar mir geflochtenem Stamm hat, sollte sehen, ob sich der Stamm entflechten lässt. Manchmal klappt das, vor allem, bei jungen Bäumchen. Besser ist, sie einzeln zu pflanzen oder so, dass sich die Stämme nicht gegenseitig behindern.

Standort

Glückskastanie am FensterDie Glückskastanie mag es hell und warm. Sie kann im Sommer gern ins Freie gestellt werden, sollte dort aber nicht in der knalligen Sonne stehen. Außerdem muss der Platz vor Wind und Regen geschützt sein. Den Winter verbringt die Glückskastanie dann besser im Haus.

Im Freien

  • Warm und geschützt
  • Am besten überdacht, auf einer Terrasse oder einem Balkon
  • Halbschatten ist ausreichend
  • Langsam an die Sonne gewöhnen, sonst kann es zu Verbrennungen kommen
  • Nicht zu hohe Temperaturen und nicht unter 12°C!

Im Haus

  • Sonniger bis halbschattiger Standort
  • Hinter einer Gardine kann die Glückskastanie auch in der prallen Sonne stehen
  • Wichtig ist, dass die Pflanze viel Licht erhält, vor allem auch im Winter
  • Keine Temperaturen unter 12°C

Glückskastanien mögen es nicht sonderlich, wenn sie häufig umgestellt werden. Man sollte das Rücken also auf das Ein- und Ausstellen ins Freie beschränken. Allerdings ist es wichtig, die Pflanze samt Gefäß immer mal zu drehen, denn sie wächst sonst Richtung Licht und wird schief.

Pflanzsubstrat und Pflanzgefäß

Die Glückskastanie benötigt einen durchlässigen, lockeren und dabei nährstoffreichen Boden. Das Bäumchen ist auch für Hydrokultur geeignet. Besser noch ist aber die Kultur in einem Pflanzgefäß mit Bewässerungssystem. Darin kann sich die Glückskastanie immer so viel Wasser entnehmen, wie sie benötigt. Das etwas schwierige Gießen entfällt. Der Wasserstand sollte aber möglichst niedrig sein.
Glückskastanie im Topf

  • Blumenerde
  • Kakteenerde
  • Kübelpflanzenerde mit Sand oder Perlite auflockern (alternativ Bimskies oder Tongranulat)
  • An das Gefäß stellt die Glückskastanie keine besonderen Ansprüche. Optisch gut macht sie sich aber in höheren Gefäßen, die keinen allzu großen Durchmesser aufweisen müssen.

Pflanzen

Die Glückskastanie wird meist in einem zu kleinen Gefäß angeboten. Deshalb ist es empfehlenswert, sie gleich nach dem Kauf umzutopfen, obwohl man dies in der Regel erst nach drei Jahren bräuchte. Empfehlenswert ist auch, die Gummibänder der geflochtenen Exemplare zu entfernen. Meist ist eines ganz unten, knapp über der Wurzel befestigt und eines oben, unterhalb der Krone. Diese Befestigungen drücken den Stamm oder die Stämme und schneiden manchmal tief ein. Bei der Gelegenheit können die Stämme gleich vorsichtig entflochten werden. Bei jungen, noch halbwegs grünen Trieben geht das ganz einfach.

  • Umtopfen im Frühjahr
  • Umtopfen alle drei Jahre ist meist ausreichend. Dann ist die Erde ausgelaugt und das Wasser läuft einfach durch.

Gießen und Düngen

Die Glückskastanie benötigt nicht viel Wasser. Ganz im Gegenteil, zu viel Wasser ist absolut schädlich und Todesursache Nummer 1 bei Patschira aquatica. In der Hauptwachstumszeit, also im Sommer reicht meist, die Pflanze einmal pro Woche mit Wasser zu versorgen. Allerdings soll durchdringend gegossen werden, das heißt, der Ballen soll sich richtig voll saugen. Er speichert das Wasser. Man gießt so viel, bis die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen kann, es im Übertopf oder Untersetzer stehen bleibt. Dieser Rest muss weggegossen werden. Die Wurzel verträgt keine stehende Nässe.

  • Wassertropfen auf GlückskastanieNicht zu viel gießen!
  • Einmal pro Woche durchdringend gießen, bis kein Wasser mehr aufgenommen werden kann.
  • Kein stehendes Wasser!
  • Möglichst täglich besprühen, denn die Pflanze mag eine hohe Luftfeuchte.

Zum Besprühen möglichst kalkfreies Wasser verwenden, sonst bilden sich Kalkflecken auf den Blättern und das sieht weniger schön aus.

  • Im Winter nur sehr wenig gießen, den Ballen aber nicht ganz austrocknen lassen. Die Pflanze legt eine Ruhepause ein.
  • Besser ist, immer mal die Blätter einzusprühen. Auch so kann Wasser aufgenommen werden. Gleichzeit dient das Besprühen als Schutz vor trockener Heizungsluft.
  • Düngen vom Frühjahr bis zum Herbst.
  • 14tägig in halber Konzentration mit Grünpflanzendünger versorgen.
  • Im Winter nicht düngen
  • Auch im ersten Standjahr nicht düngen!

Schneiden

Eigentlich muss die Glückskastanie nicht geschnitten werden. Allerdings ist es möglich, z.B. wenn die Pflanze schlichtweg zu groß geworden ist und nicht mehr in ihr Quartier passt. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr. Bei Temperaturen über 20°C kann sie aber eigentlich ganzjährig gestutzt werden. Sie treibt danach gut aus, allerdings kann es passieren, dass sich die Form nicht wieder so gleichmäßig entwickelt. Das liegt meist an den Lichtverhältnissen.

Überwintern

Eine Glückskastanie überwintert bei Zimmertemperatur. Sie sollte nicht unter 12°C stehen, zumindest nicht für längere Zeit. Wichtig sind ausreichend Licht und eine Luftfeuchte von 40 bis 50 Prozent. Gegossen wird nur sehr wenig, da die Pflanze eine Art Winterruhe einhält. Der Pflanzballen sollte nicht ganz austrocknen, aber keinesfalls zu nass sein. Gedüngt wird nicht.

Spinnmilbe an BlattBei der Überwinterung treten häufig Schädlinge auf, vor allem, wenn die Bedingungen nicht ideal sind. Deshalb muss regelmäßig auf Schädlingsbefall kontrolliert werden. Je früher die Plagegeister entdeckt werden, um so einfacher lassen sie sich bekämpfen. Besonders hartnäckig sind Spinnmilben. Werden sie zu spät entdeckt, können sie ziemliche Schäden anrichten.

Vermehren

Vermehren kann man eine Glückskastanie durch Samen, also Aussaat oder durch Stecklinge. Beides ist nicht schwierig und gelingt meist problemlos.

Stecklinge

  • Halbverholzte Stecklinge schneiden
  • Triebe mit einem scharfen Messer abtrennen, damit sie nicht gequetscht werden.
  • Triebe einfach in ein Wasserglas stellen und bewurzeln lassen
  • Danach einpflanzen.
  • Man kann auch gleich einpflanzen, den Bewurzlungsvorgang im Wasser überspringen.
  • Allerdings geht es nicht schneller und ist unsicherer.

Krankheiten und Schädlinge

Eigentlich ist die Glückskastanie robust und sehr gesund. Geflochtene Exemplare leiden aber unter allerlei Krankheiten. Man sagt, das komme daher, dass die Rinde dünner ist und Krankheitskeime besser eindringen können. Ich denke, es liegt einfach daran, dass die Rinde der einzelnen Bäumchen beim Wachsen aneinander reibt und es zu Verletzungen kommt. Fest steht, dass diese Glückskastanien meist eine kürzere Lebensspanne haben.

  • Spinnmilben – erscheinen meist bei trockener Luft. Die Gespinste sind anfangs fast unsichtbar, befinden sich an Blattaustrieben oder an Gabelungen. Sichtbar werden sie, wenn sie mit Wasser eingenebelt werden, ähnlich wie Tau auf Spinnennetzen. Wenn Spinnmilbengeflechte sichtbar werden, haben sich die Schädlinge meist schon massenhaft vermehrt und sind schwer zu bekämpfen. Tägliches Einsprühen zur Erhöhung der Luftfeuchte beugt vor. Bei Befall die ganze Pflanze abbrausen, bei Bedarf mehrmals wiederholen. Wenn nichts hilft, muss die chemische Keule herhalten.
  • Schmierläuse – sind meist an klebrigen Flecken auf den Blättern oder am Boden um die Pflanze herum zu erkennen. Das sind die Ausscheidungen, der so genannte Honigtau. Die Läuse, entweder Wollläuse oder Schildläuse, sind manchmal nicht einfach zu finden. Wollläuse sind weiß und bilden kleine haarige Gebilde an Blattachsen. Schildläuse sitzen meist am Stamm und sind sehr schwierig auszumachen. Auf Blättern sind sie besser zu erkennen. Die Gebilde und Tiere können einzeln entfernt werden (Zahnstocher), was sehr mühsam ist. Man erwischt meist auch nicht alle. Oft hilft nur Chemie, um die Tiere wieder loszuwerden.
  • Krankheiten kommen meist durch falsche Pflege. Häufig ist es Wurzelfäule. Spezifische Krankheiten, welche ausschließlich die Glückskastanie befallen, sind unbekannt.

Häufige Fragen

Woran kann es liegen, wenn die Glückskastanie Blätter verliert?
Abgeworfenes Laub der Glückskastanie
Blattfall kann verschiedene Ursachen haben. Solange das Bäumchen nur ab und zu mal ein Blatt verliert, muss man sich keine Sorgen machen. Vermehrter Blattfall kann folgende Ursachen haben:

  • Lichtmangel
  • Staunässe
  • Kälte
  • Zugluft
  • Eine Kombination aus mehreren Ursachen

Die Ursache muss gefunden werden. Anschließend Gegenmaßnahmen einleiten!

Was bedeutet es, wenn von den Blattspitzen eine Flüssigkeit tropft?
Das ist nicht schlechtes. Es handelt sich um Guttation. Entweder schwitzt die Glückskastanie und scheidet überschüssiges Wasser aus oder aber, es wurde zu viel gegossen und die Pflanze versucht, das zu viel an Wasser auszugleichen. Das muss nicht der Fall sein, sollte aber überprüft werden. Häufig ist feuchtwarmes Wetter die Ursache und das Ganze nicht weiter bedenklich.

Kann man die Glückskastanie noch retten, wenn der Stamm weich wird?
Da gibt es kaum noch eine Chance. Was man tun kann ist, von gesunden Trieben Stecklinge zu schneiden und die Patchira aquatica so zu vermehren. Der weiche Stamm hat meist Wurzelfäule als Ursache und die kommt von zu viel Wasser um die Wurzel herum.

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Tipps für Schnellleser

- Glückskastanie – beliebte Zimmerpflanze
- Besonders beliebt mit geflochtenen Stämmen – heikel in der Pflege
- Standort – hell und warm
- Zwischen 12 und 15°C
- Kann im Sommer ins Freie – nur geschützt und nicht in die volle Sonne
- Nicht oft umstellen
- Erde durchlässig, locker und etwas nährstoffreich
- Normale Erde auflockern
- Nach Kauf umtopfen, sonst alle drei Jahre
- Wenig Gießen, aber durchdringend
- Keine Staunässe
- Möglichst häufig besprühen
- Düngen in Wachstumsperiode 14tägig in abgeschwächter Dosis
- Im ersten Standjahr nicht düngen
- Schnitt möglich, zum Einkürzen
- Möglichst im Frühjahr schneiden
- Überwintern warm und hell
- Wenig gießen, besser besprühen
- Vermehrung durch Aussaat oder Stecklinge
- Krankheiten – durch Pflegefehler
- Schädlinge – Spinnmilben und Schmierläuse

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