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Grüne Vogeleier: welcher Vogel legt sie?

Grüne Vogeleier

Vogeleier sind nur selten zu finden, doch gerade grüne fallen besonders auf. Es ist nicht ganz einfach herauszufinden, zu welcher Vogelart ein solches Ei gehört. Einige Beispiele finden sich im folgenden Text.

Grüne Vogeleier

Ob grün, blau, braun oder weiß – Vogeleier anhand ihrer Farbe zu bestimmen bzw. einer bestimmten Farbe zuzuordnen ist nicht immer leicht. Besonders wenn die Farbspektren sich sehr ähneln. Nachfolgend finden sich die heimischen Vögel, deren Eier als überwiegend grün/grünlich beschrieben werden können.

Tipp: Für blaue bzw. bläuliche Vogeleier schauen Sie bitte hier.

Von A bis E

Amsel (Turdus merula)

Männliche Amseln sind leicht zu bestimmen und allgemein bekannt. Ihr Gefieder ist schwarz und sie haben einen orangen Schnabel und Augenring. Die Weibchen sind unscheinbarer gefärbt und gleichen damit mehr anderen Drosseln. Schwarzdrosseln fressen sowohl Insekten, Würmer und Schnecken, als auch Obst.

Eier der Amsel (Turdus merula)
  • Eier: grün, mit bräunlichen Sprenkeln, oval, manchmal elliptisch, ca. 30×20 mm
  • Nestbau/Brut: brütet März bis August, meist zwei bis drei Bruten, vier bis fünf Eier, nistet in niedrigen Büschen und Bäumen, auch an Gebäuden
  • Vorkommen: weit verbreitet, früherer Waldvogel, jetzt Kulturfolger

Baumpieper (Anthus trivialis)

Der Baumpieper ist überwiegend unscheinbar braun, dabei ist die Unterseite etwas heller mit einer dunklen Maserung. Der Singvogel ernährt sich von Insekten und Spinnen.

Eier des Baumpiepers (Anthus trivialis)
Quelle: Klaus Rassinger und Gerhard Cammerer, Museum Wiesbaden, Anthus trivialis MWNH 1577, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • Eier: die Farbe hängt vom Weibchen ab, außer grün auch grau, violett, bräunlich oder rosa, mit dunkler Maserung oder Flecken
  • Nestbau/Brut: brütet Mai bis Juli, zwei Bruten, vier bis fünf Eier, Bodenbrüter in dichtem Bewuchs
  • Vorkommen: überall verbreitet, an Waldrändern, auf Lichtungen und Heideflächen, in Mooren

Blaukehlchen (Luscinia svecica)

Namengebend für diesen Singvogel ist die blaue Kehle, ansonsten ist das Gefieder überwiegend braun. Bei Weibchen ist die Kehle weiß. Das Blaukehlchen frisst hauptsächlich Insekten und Würmer, aber auch Beeren.

Eier des Blaukehlchens (Luscinia svecica)
  • Eier: dunkel olivgrün, meist einfarbig, selten rotbraun gesprenkelt, ca. 20×15 mm
  • Nestbau/Brut: brütet von April bis Juni, eine Brut, vier bis sieben Eier, bevorzugt niedrige Nester in Kräutern oder Schilf
  • Vorkommen: an Ufern von Gewässern jeder Art, insgesamt seltener Brutvogel

Eichelhäher (Garrulus glandarius)

Das Gefieder des Eichelhähers ist auffallend bunt. Die Grundfarbe ist rotbraun, dazu kommen schwarze Flügel mit blauer Zeichnung, ein schwarzer Schwanz und weiße Gesichtsfedern. Der bekannte Vogel frisst hauptsächlich größere Samen bis hin zu Nüssen, die er auch gern als Vorrat versteckt. Leider gehören auch Eier und Jungvögel zu seiner bevorzugten Nahrung.

Nest des Eichelhähers (Garrulus glandarius) mit Küken und Eiern
  • Eier: grünlich, aber auch bräunlich oder heller, fein gesprenkelt, besonders zum stumpfen Ende hin, ca. 30×20 mm
  • Nestbau/Brut: brütet April bis Juni, eine Brut, vier bis sieben Eier, Nest in Bäumen oder größeren Büschen
  • Vorkommen: überall häufig, in Wäldern, Parks und Gärten

Elster (Pica pica)

Die Elster ist mit ihrem typisch schwarz-weißen Gefieder leicht zu bestimmen. Besonders die Oberseite und der Schwanz glänzen metallisch-bunt. Bei der Ernährung ist sie nicht wählerisch und ein Allesfresser.

Eier der Elster (Pica pica)
  • Eier: helles grün, mit dichten bräunlichen oder olivgrünen Flecken, etwa 30×20 mm
  • Nestbau/Brut: brütet April bis Juni, eine Brut, in der Regel vier bis sieben Eier, großes, überdachtes Nest in hohen Bäumen
  • Vorkommen: offene Kulturlandschaft, auch in Gärten und Parks, selten in der Stadt, überall verbreitet

Von G bis H

Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)

Obwohl er ein häufiger Gast in Gärten ist, ist der Rotschwanz eher unauffällig, nur die Männchen haben kräftigere Farben. Der Kopf ist schwarz und weiß, Brust und Schwanzunterseite sind rotbraun. Als Nahrung bevorzugen die kleinen Vögel Spinnen, Beeren und Insekten.

Eier des Gartenrotschwanzes (Phoenicurus phoenicurus) im Nest
  • Eier: grünlich-blau gefärbt, oval, matt bis schwach glänzend
  • Nestbau/Brut: brütet Mai bis Juli, zwei Bruten, meist sechs bis sieben Eier, Höhlenbrüter
  • Vorkommen: überall verbreitet, in Wäldern, Gärten, Parks, seltener geworden

Graureiher (Ardea cinerea)

Der bei Anglern nicht gern gesehene Graureiher ist leicht zu erkennen. Das Gefieder ist überwiegend grau in verschiedenen Abstufungen, auffällig sind die grauen Schmuckfedern im Nacken. Er frisst neben Fischen auch Frösche und Kleinsäuger.

Eier des Graureihers (Ardea cinerea) im Nest
  • Eier: hell grünblau, stumpfoval, ohne Glanz
  • Nestbau/Brut: brütet März bis Juni, eine Brut, vier bis fünf Eier, Nest hoch in Bäumen, auch in Kolonien
  • Vorkommen: überall häufig, oft in der Nähe von Gewässern zu sehen

Grauschnäpper (Muscicapa striata)

Der Grauschnäpper ist, wie sein Name schon sagt, überwiegend grau und unscheinbar. Er ernährt sich von Insekten, aber auch Beeren.

Eier des Grauschnäppers (Muscicapa striata) im Nest
Quelle: Kai Pauldrach (de:Benutzer:Der Meister), Muscicapa striata clutch 02, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • Eier: hellgrünlich oder beige, dunkel gefleckt
  • Nestbau/Brut: brütet von Mai bis Juli, bis zu zwei Bruten, zwei bis sechs Eier, Nest in Baumhöhlen, Mauerlöchern oder Nistkästen, Halbhöhlenbrüter
  • Vorkommen: in Wäldern, Parks, Gärten, überall verbreitet, aber nicht allzu häufig

Große Brachvogel (Numenius arquata)

Das Auffälligste am Großen Brachvogel ist sein langer, gebogener Schnabel. Ansonsten ist das Gefieder braun mit einer weißen Maserung. Aufgrund seiner Vorliebe für feuchte Standorte ernährt er sich von Krebstieren, Muscheln, Weichtieren, Insekten und deren Larven.

Eier des Großen Brachvogels (Numenius arquata)
Quelle: No machine-readable author provided. Polarit~commonswiki assumed (based on copyright claims)., Eggs Numenius arquata, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • Eier: hell- oder olivgrün mit bräunlichen Flecken, oval bis kugelförmig, glatt, schwach glänzend
  • Nestbau/Brut: brütet April bis Juni, eine Brut, meist vier Eier, Bodenbrüter
  • Vorkommen: seltener Brutvogel, häufiger in Mooren oder auf Feuchtwiesen, weich auch auf trockenere Standorte aus

Heckenbraunelle (Prunella modularis)

Die Heckenbraunelle ernährt sich wie viele kleine Vögel von Insekten, Spinnen und kleinen Samen. Dabei ist sie dank ihres unscheinbar braun-schwarz gemusterten Gefieders so gut wie unsichtbar, lediglich der Kopf und der Bauch sind grau.

Eier der Heckenbraunelle (Prunella modularis)
  • Eier: einfarbig grünblau
  • Nestbau/Brut: brütet von April bis Juli, zwei Bruten, drei bis sechs Eier, Nest aus Moos in Hecken oder kleinen Bäumen
  • Vorkommen: in Wäldern, Parks und Gärten, überall verbreitet

Hinweis: Das von März bis September geltende Heckenschnittverbot, dass radikale Rückschnitt an lebenden Zäunen, Gebüschen und anderen Gehölzen untersagt, dient besonders dem Schutz nistender Vögel.

Von K bis W

Kolkrabe (Corvus corax)

Raben sind die größten einheimischen Rabenvögel. Im Allgemeinen sind sie leicht zu erkennen, ihr Gefieder ist schwarz und glänzt metallisch. Das Nahrungsspektrum reicht von Insekten über Kleinsäugern bis hin zu Vögeln und Aas.

Eier des Kolkraben (Corvus corax) im Nest
  • Eier: grünliche Grundfarbe, viele braune Sprenkel, im Mittel ca. 50×30 mm
  • Nestbau/Brut: brütet von Februar bis April, eine Brut, meistens drei bis sechs Eier, baut Nester aus Ästen und Zweigen in große Bäume oder Felsnischen
  • Vorkommen: hauptsächlich in Alpennähe oder Waldgebieten

Nachtigall (Luscinia megarhynchos)

Die Nachtigall ist unscheinbar braun gefärbt und ernährt sich von Insekten, Würmern und Beeren.

Eier der Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
Quelle: Klaus Rassinger und Gerhard Cammerer, Museum Wiesbaden, Luscinia megarhynchos MWNH 1797, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • Eier: grünlich oder bräunlich
  • Nestbau/Brut : brütet Mai bis Juni, eine Brut, vier bis sechs Eier, Nest in Bodennähe
  • Vorkommen: nicht häufig, in Wäldern, Gärten und Parks

Hinweis: Die Nachtigall selbst ist selten zu sehen. Dafür ist der Gesang weit bekannter.

Nachtreiher (Nycticorax nycticorax)

Die Oberseite dieses kleinen, gedrungenen Reihers ist grau, die Unterseite etwas heller. Auffällig sind die weißen Schmuckfedern im Nacken. Nachtreiher ernähren sich hauptsächlich von unterschiedlichen Wasserlebewesen.

Ei des Nachtreihers (Nycticorax nycticorax)
Quelle: Didier Descouens, Nycticorax nycticorax MHNT, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • Eier: anfangs kräftig grün, später ausblassend
  • Nestbau/Brut : brütet von April bis Juli, eine Brut, drei bis fünf Eier, Koloniebrüter in Gebüschen oder Bäumen
  • Vorkommen: sehr seltener Brutvogel in Sumpflandschaften, hauptsächlich in Süddeutschland

Saatkrähe (Corvus frugilegus)

Die Saatkrähe ist ein typischer Allesfresser, der auch vor Abfällen nicht halt macht. Sie besitzt die typische schwarze Gefiederfärbung der Krähenvögel und ist leicht zu erkennen.

Ei der Saatkrähe (Corvus frugilegus)
Quelle: Klaus Rassinger und Gerhard Cammerer, Museum Wiesbaden, Corvus frugilegus MWNH 2327, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • Eier: Grundfarbe grünlich, stark bräunlich gesprenkelt
  • Nestbau/Brut : brütet von März bis Mai in Kolonien, eine Brut, drei bis sechs Eier, in hohen Bäumen, Nest aus Zweigen, Gräsern und Erde
  • Vorkommen: vor allem im Tiefland, in offenen Landschaften mit Baumbestand, auch in Städten

Uferschnepfe (Limosa limosa)

Wie für Schnepfen typisch hat auch die Uferschnepfe lange Beine und einen langen Schnabel. Dazu kommt ein braunes Gefieder mit heller Maserung. Sie frisst gern Kleintiere in und am Wasser und Samen.

Eier der Uferschnepfe (Limosa limosa)
  • Eier: Grundfarbe grünlich, mit braunen Flecken
  • Nestbau/Brut : brütet von April bis Juni, eine Brut, drei bis fünf Eier, Bodenbrüter
  • Vorkommen: hauptsächlich auf Feuchtwiesen, in Mooren oder Heidelandschaften, am häufigsten in Norddeutschland

Häufig gestellte Fragen

Wie hilft die Eifarbe beim Verbergen der Eier vor Fressfeinden?

Blaue oder grüne Vogeleier sind häufig sehr auffällig, allerdings in dichter (grüner) Vegetation durchaus so gut wie unsichtbar. Dabei helfen außerdem die dunklen Sprenkel oder Flecken, die häufig vorkommen.

Kann die Eifarbe innerhalb eines Geleges unterschiedlich sein?

Tatsächlich ist das bei einigen Vögeln möglich. Außerdem können manche Vogeleier im Laufe der Zeit ausblassen. Es ist dann schwieriger, die richtige Vogelart zu bestimmen.

Warum kann der Kuckuck blaugrüne, aber auch andersfarbige Eier legen?

Der Kuckuck ist ein Sonderling unter den Vögeln, der seine Eier nicht selbst ausbrütet. Damit dies andere Vögel für ihn erledigen, muss sich seine Eifarbe an die der Wirtsvögel anpassen. Blau-grüne Vogeleier legen zum Beispiel Kuckucksweibchen, die auf die Nester von Gartenrotschwänzen spezialisiert sind.

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