Gemüsegarten

Gurken im Gewächshaus werden gelb: was tun?


Gurke gelb Gewächshaus

Die Früchte, die zu 95 Prozent aus Wasser bestehen, sind sehr empfindlich und faulen schnell bei ungünstigen Bedingungen. Häufige Ursachen für gelbe Gurken sind falsche Standortbedingungen oder Pflegefehler.

Bodenbeschaffenheit optimieren

Cucumis sativus ist ein Flachwurzler, dessen Wurzelsystem auf eine gute Belüftung angewiesen ist. Probleme entstehen durch Staunässe in einem stark verdichteten Boden oder sandigen Substraten, in denen das Wasser schnell absickert. Um zu verhindern, dass die Früchte durch suboptimale Bodenverhältnisse gelb werden, sollten Sie diese Maßnahmen ergreifen:

  • Kompostsandige und magere Böden mit reifem Kompost verbessern
  • zusätzlich 30 Gramm organischen Gemüsedünger pro Quadratmeter verabreichen
  • Beet gründlich umgraben und Erde fein harken
  • zu Verschlämmung neigende Substrate mit Sand auflockern

Wachstumsprobleme vorbeugen

Gurken werden gelb, wenn es während des Wachstums zu einem Nährstoffmangel kommt. Die Gewächse zählen zu den Starkzehrern und benötigen vom Beginn der Vegetationsperiode bis zur Fruchtreife eine ausgewogene Düngung, damit sich die Früchte nicht verfärben. Bei akuten Symptomen gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Pflanzen mit Brennnesseljauche stärken
  • reifen Kompost oder abgelagerten Stallmist verabreichen
  • alternativ Guano in den Boden einarbeiten
  • Hornspäne maßvoll verwenden, um keine Stickstoffüberdüngung zu riskieren
  • mineralische Spurenelemente durch Urgesteinsmehl verabreichen

Kälte vermeiden

Gurke an sonnigem Standort

Steigt das Thermometer über zwölf Grad Celsius, wird ein gesundes Wachstum positiv beeinflusst. Liegen die Temperaturen für einen längeren Zeitraum zwischen sechs und zwölf Grad, gerät die Wuchsfreudigkeit ins Stocken. Durch das verkümmerte Wachstum entsteht eine Kettenreaktion, die zu gelb verfärbten Gurken führen kann.

  • schwarze Mulchfolie mit Schlitzen versehen und auf den Boden legen
  • Kerzen in der Mitte des Gewächshauses platzieren
  • alternativ Rotlichtlampen als Wärmequelle aufstellen
  • Fenster mit Luftpolsterfolie isolieren
  • Jungpflanzen mit Pflanzenhauben schützen

Schattieren und lüften

Obwohl die Gewächse wärmeliebend sind, zeigen sie sich empfindlich gegenüber der intensiven Sonneneinstrahlung. Besonders gefährlich ist die Kombination aus hohen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus. Sie ist eine häufige Ursache für Gelbfärbungen der Früchte und kann durch einfache Mittel verhindert werden:

  • bereits vor der Pflanzung Drähte an den Fensterrahmen spannen
  • in der Mittagshitze Schattiergewebe anbringen
  • tagsüber Fenster und Türen im Gewächshaus geöffnet halten

Richtig gießen

gießen

Cucumis sativus hat einen hohen Wasserbedarf, der pro Tag zwischen eineinhalb und drei Litern schwankt. Bekommt die Pflanze während der Fruchtreife zu wenig Wasser, werden die Früchte als natürliche Schutzmaßnahme der Pflanze langsam abgestoßen.

  • Morgens mit umgebungswarmem Wasser gießen, um Kälteschock zu vermeiden
  • Regenwasser statt Leitungswasser verwenden
  • direkt an der Stammbasis gießen
  • regelmäßig mit Wasser versorgen

Tipp: Eine schlechte Calciumversorgung führt zur Blütenendfäule. Um dieses Phänomen vorzubeugen, sollten Sie die unteren Blätter entfernen und auf eine gleichmäßige Wasserversorgung achten.

Fruchtansatz dezimieren

Wenn der Fruchtbesatz an einer Pflanze zu hoch ist, können nicht alle Früchte vollständig ausreifen und faulen am Blütenansatz. Entfernen Sie die betroffenen Gurken im Gewächshaus und halten Sie das Gewächs in den nächsten Tagen trocken. Gewässert wird nur an heißen Tagen. Um dieses Phänomen vorzubeugen, sollten Sie im frühen Stadium Blüten- und Fruchtansätze reduzieren:

  • Gurkenblüteuntersten Blütenknospen direkt nach ihrem Aufkommen abknipsen
  • nachdem genügend Blattmasse entwickelt wurde, in jeder zweiten Blattachsel eine Frucht reifen lassen
  • bei Erreichen der endgültigen Höhe keine Fruchtansätze mehr auslichten

Krankheiten rechtzeitig erkennen

Die bakterielle Weichfäule verursacht hauptsächlich Symptome an geschwächten Pflanzen. Die Bakterien werden durch Wasserspritzer auf die Gurken übertragen und dringen schließlich durch angefressenes oder beschädigtes Gewebe in die Frucht ein. Schon kleine Früchte werden an der Spitze gelb und matschig. Es gibt kein zugelassenes Mittel, mit welchem Sie die Krankheit bekämpfen können.

  • betroffene Gurken entfernen
  • beim Pflücken Handschuhe verwenden
  • Gewächshaus belüften
  • Gewächs mit stärkenden Pflanzenjauchen versorgen

Tipp: Wählen Sie veredelte Sorten, denn diese sind robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten wie Gurkenwelke oder bakterielle Infektionen.

Weiblichblühende Sorten vermeiden

Junge GurkenpflanzenJungfernfrüchtige Sorten entwickeln aus jeder Blüte eine Frucht, ohne dass es vorher zur Bestäubung gekommen ist. Da die genetische Vielfalt fehlt, neigen solche Sorten häufiger zu Fehlbildungen oder Gelbverfärbungen. Wenn Sie solche Sorten angepflanzt haben, sollten Sie folgende Empfehlungen beachten:

  • nicht die Obergrenze der Fruchtstückzahl ausreizen
  • nicht bis zur vollen Größe ausreifen lassen
  • Früchte laufend im jungen Stadium abpflücken

Häufig gestellte Fragen

Welche Gurken sind für das Gewächshaus geeignet?

Empfehlenswert sind Schlangengurken, die zur Entwicklung der Früchte keine Bestäubung benötigen. Daher sind die Früchte der besonders geeigneten Sorten ‘Helena’ und ‘Fitness’ samenlos. Eine rein weiblich blühende und reich fruchtende Züchtung ist die Minigurke ‘Picolino’. Möchten Sie trotz niedriger Frühjahrestemperaturen Sorten von Cucumis sativus unter Glas kultivieren, sollten Sie zu einer robusten Landgurke wie ‘Tanja’ greifen, die eigentlich für das Freiland vorgesehen ist.

Warum werden die Blätter meiner Gurken gelb?

Neben suboptimalen Standortbedingungen können falsche Pflegemaßnahmen dazu führen, dass das Laub vergilbt. Häufig sind Krankheiten wie das Gurkenmosaikvirus oder Pilze wie Falscher Mehltau für Gelbfärbungen verantwortlich, doch auch Schädlinge verursachen helle Flecken. Spinnmilben, Blattläuse oder Thripse befallen vorzugsweise geschwächte Pflanzen, deren Blattgewebe besonders dünn ausgeprägt ist. Befindet sich die Population im Anfangsstadium, können Sie die Pflanzen mit einem harten Wasserstrahl abspritzen. Bei einer stärkeren Ausbreitung sollten Sie indes Nützlinge wie Marienkäfer- und Florfliegenlarven gegen die Schädlinge einsetzen.

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