Ziergarten

Hortensien: Blätter rollen sich ein oder werden gelb: was tun?


Hortensie krank

Nur wenig Zeit? Dann lies unsere Tipps für Schnellleser.

In weiß, natur, rot, rosa oder blau leuchten von Juli bis September die Blüten der Hortensiensträucher. Die über 80 verschiedenen Arten kommen aus Ostasien, Chile und Nordamerika. Mit ihrer wunderschönen Blütenkraft und einer Höhe von weniger als zwei Meter sind die Sträucher für jede Gartengröße ideal geeignet. Färben sich die Blätter gelb oder rollen sich die Blätter ein, kann das die langanhaltende Blütenkraft trüben und es müssen schnell Maßnahmen ergriffen werden. Sonst kann sich dies über die gesamte Pflanze ausbreiten und am Ende ist nur eine neue Pflanze die Lösung.

Falscher Standort

Ist der Strauch an einem zu sonnigen Standort im Garten, rollt die Pflanze ihre Blätter ein. Hier sollte über einen geeigneten Schattenspender nachgedacht werden. Ist dies nicht möglich, muss der Strauch an einen besseren Standort umgepflanzt werden.

Hortensie an zu sonnigem StandortDie aufrecht wachsenden Hortensien sind in feuchten Laubwäldern mit humusreichen Böden beheimatet. Wer sich lange an reich blühenden und gesunden Hydrangea erfreuen möchte, muss ähnliche Bedingungen wie in der Heimat schaffen. In unseren Breitengraden sollte daher ein halbschattiger und windgeschützter Standort gewählt werden. Einen natürlichen Wind- und Sonnenschutz durch ausreichend Schatten bieten große Baumkronen den Sträuchern. Ein Standort unter größeren Gehölzen mit üppiger Baumkrone wie zum Beispiel der Wald-Kiefer ist ideal geeignet. Alternativ können die Sträucher an heißen Mittagsstunden auch mit einem weißen Bettlaken vor der Sonne geschützt werden.

Falscher Mehltau

Ist der falsche Standort nicht ursächlich für das Rollen der Blätter, kann die Hortensie krank sein. Im fortschreitenden Stadium des “Falschen Mehltaus” können sich die Blätter einrollen. Vorher ist bereits ein mehlartig stäubender Belag auf der Blattoberseite ersichtlich. Dieser kann ganz einfach von den Blättern abgewischt werden. Erfolgen keine Maßnahmen, kann sich die Krankheit weiter ausbreiten und die Pflanze stirbt ab.

Ursächlich für die Entstehung von Falschen Mehltau können sein:

  • zu wenig Licht
  • zu viel Stickstoff
  • hohe Temperaturunterschiede
  • zu dichter Pflanzenabstand

Neben den Sofortmaßnahmen zur Eindämmung der Pilze, sollte auch die Ursache für das Rollen der Blätter behoben werden. Die Entfernung von Unkraut im Umkreis des Strauches beugt der Krankheit vor. Bei rechtzeitigem Erkennen sollten Sie folgende Anweisungen befolgen:

  • Entfernen der befallenen Pflanzen
  • Entsorgung in den Hausmüll verhindert weitere Ausbreitung der Pilzsporen
  • mit verdünnter Milch oder Molke die Pflanze behandeln
  • bei starkem Befall Fungizide verwenden

Die in Milch und Molke enthaltenen Mikroorganismen unterstützen die Pflanze bei der Bekämpfung des Pilzes. Bei der Verwendung von Fungiziden achten Sie auf die angegebene Dosierung. Verwenden Sie keine Fungizide, die Marienkäfer oder Wespen schaden. Diese Nützlinge halten den Pilz in Schach.

Tipp: Pflanzen Sie Knoblauch, Basilikum oder Schnittlauch zwischen den Pflanzen. Diese Pflanzen halten die Erreger des Falschen Mehltaus in Schach.

Gelbfärbung durch Chlorose

Gelbe Blätter an HortensieWerden die Blätter ihrer Hortensie gelb, ist die Pflanze krank. Gelbe Blätter sind typisch für Blattchlorose. Bei dieser Erkrankung wird das Blatt von der Spitze an gelb. Es verfärben sich nur die Blätter, die Blattadern bleiben grün. Im späteren Stadium verfärbt sich das Laub braun. Ein Eisenmangel ist ursächlich für diese Krankheit, welcher durch einen Kalküberschuss im Boden entsteht. Durch den zu hohen Kalkgehalt kann die Hydrangea nicht mehr genügend Eisen aus dem Boden aufnehmen. Überkalte Böden müssen angesäuert werden. Hierzu eignen sich:

  • Blattkompost
  • Torf
  • Rhododendron-Erde

Als Sofortmaßnahme sollte mit einem Eisen-Dünger der Mangel ausgeglichen werden. Anschließend sollte man regelmäßig zu einem speziellen Hortensien-Dünger greifen.

Tipp: Der Eisendünger ist giftig. Verwenden Sie diesen daher nur mit Schutzkleidung.

Gelbe Blätter durch Überdüngung

Eine falsche Düngung kann ebenfalls die Ursache für gelbe Blätter sein. Ein Stickstoffmangel führt in den Blättern zu Engpässen und es kann kein Chlorophyll mehr gebildet werden. Dieser grüne Farbstoff wird für die Photosynthese benötigt und ist überlebenswichtig.

Hierbei ist meist das gesamte Blatt betroffen. Zuerst vergilben die älteren Blätter im unteren Bereich, später ist auch das nachgetriebene Laub betroffen. Die Ursache muss schnell behandelt werden. Denn ohne weitere Maßnahmen kann sie sich weiter ausbreiten und die Blüten verkümmern.

Tipp: Düngen Sie mit einem Stickstoffdünger. Aber Achtung: Nicht überdüngen. Halten Sie sich unbedingt an die angegebene Dosierung.

Staunässe vermeiden

Gärtner prüft ausgegrabene HortensienwurzelNeben einem Nährstoffmangel können auch Schäden an den Wurzeln, verursacht durch zu hohe Wassergaben, die Gelbfärbung der Blätter verursachen. Um dies zu überprüfen, graben Sie die Wurzeln vorsichtig aus und schauen Sie den Zustand der Wurzeln an. Sind diese matschig und faulig, haben Sie die Ursache für die gelben Blätter gefunden.

Tipp: Geben Sie zur Bodenverbesserung Kompost oder Sand in die Erde. Damit wird der Boden durchlässiger.

Hortensien kommen besser mit Trockenheit als mit zu hohen Wassermengen zurecht. Die Wurzeln sind in der Lage viel Wasser zu speichern. Am besten verwenden Sie spezielle Hortensien Erde.

ACHTUNG: Zu hohe Wassergaben vermeiden!

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Tipps für Schnellleser

- Ursachen für eingerollte Blätter: zu sonniger Standort oder falscher Mehltau
- Hortensien benötigen halbschattigen und windgeschützten Standort
- wenn nicht möglich, Strauch mit weißen Bettlaken vor Sonne schützen
- bei falschem Mehltau Sofort-Maßnahmen ergreifen
- befallene Blätter entfernen und entsorgen
- mit verdünnter Milch oder Molke und Fungiziden behandeln
- Ursachen für gelbe Blätter: Chlorose, Staunässe, Stickstoffmangel
- bei Chlorose Boden mit Kompost, Torf oder Rhododendron-Erde ansäuern
- Pflanze mit Eisendünger düngen
- zur Vorbeugung von Staunässe nicht zu viel gießen
- Kompost oder Sand als Drainage in die Erde einarbeiten
- bei Stickstoffmangel mit Stickstoffdünger nachdüngen
- nicht überdüngen, sondern angegebene Dosierung beachten

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