Gartenarbeiten

L-Steine: 7 Alternativen für einfache Stützmauern


Alternativen zu L-Steinen

Gründe, einen Geländeverlauf zu verändern, gibt es unzählige. Wichtig ist dabei, angefülltes Gelände sicher abzufangen. Dabei bieten sich neben der klassischen Bauweise einer Stützmauer durch L-Steine noch verschiedene weitere Alternativen.

L-Steine – ein Überblick

Besonders werden so genannte L-Steine als Stützmauer verwendet. Denn bis auf einen tragfähigen Untergrund werden keine weiteren statischen Hilfsmittel benötigt. Die Auflast des angefüllten Bodens auf den unteren waagerechten Schenkel stabilisiert das Element und schafft den nötigen Gegendruck zum anstehenden Gelände am senkrechten stützenden Schenkel.

Alternativen

Nun gilt es, sinnvolle Alternativen für die Winkelsteine in Sachen Funktionalität, Aufwand und Kosten zu finden, die die Aufgabe ebenso gut erfüllen:

Betonformsteine

Alternativen zu L-Steinen - Betonformsteine

Ähnlich den bekannten Spielsteinen aus Dänemark bieten sich heute Betonformsteine an, die einfach aufeinandergesetzt werden und über vorgeformte Noppen einen kraftschlüssigen Verband bilden.

Ausführung

  • Untergrund ebnen und Sauberkeitsschicht aus Schotter einbauen
  • Formsteine waagerecht ausrichten und bündig aneinanderreihen
  • nächste Lage um halbe Steinlänge versetzt aufbringen
  • Erdreich anfüllen

Vorteile

  • einfache Ausführung
  • sauberer Steinverband für hohe Belastbarkeit
  • vergleichsweise hohe Wandhöhen um 1,50 bis 2,00 Meter möglich

Nachteile

  • hohe Kosten für Fertigteile
  • triste Betonoptik
  • versetzen nur mit Maschineneinsatz möglich

Bohlenwände

Alternativen zu L-Steinen - Bohlenwand

Einen besonders urigen Charakter erzeugen Bohlenwände. Sie können sowohl aus Kant- als auch aus Rundhölzern erstellt werden und in ihrer Dimensionierung auf die Erfordernisse angepasst werden.

Ausführung

  • Verlauf der Stützwand frei räumen
  • Rundhölzer oder Stahl-H-Träger in Bohlenlänge Abstand einrammen
  • Bohlen hangseitig hinter Stützen aufstapeln und Bodenanfüllung mitführen
  • alternativ Bohlen in seitlich weisende Taschen der H-Träger einlegen
  • Erdreich anfüllen

Tipp: Anstatt die Stützen einzurammen können Sie auch eingegraben und ausbetoniert werden. So lassen sich auch größere Formate ohne Rammgerät einbringen.

Vorteile

  • platzsparende Ausführung ohne nennenswerte Bautiefe
  • naturnahe Erscheinung über Einsatz von Holz
  • bei entsprechender Einrammtiefe und Dimensionierung hohe Stützlasten möglich
  • durch Einsatz von Holz sehr günstige Ausführung
  • Errichtung ohne aufwändige und teure Maschinen platzsparend möglich

Nachteile

  • begrenzte Lebensdauer durch Einsatz verrottender Baustoffe (Holz)

Flechtwände

Alternativen zu L-Steinen - Flechtwand

Für geringe Stützhöhen bietet sich eine einfache, durch überall erhältliche Materialien errichtbare Variante an: Die Flechtwand. Sie ist flexibel, dekorativ und in Relation zum Materialeinsatz erstaunlich leistungsfähig.

Ausführung

  • Wandbereich freiräumen
  • Rundhölzer ca. alle 50 bis 80 Zentimeter mit dem Vorschlaghammer senkrecht einschlagen
  • etwa daumendicke Zweige waagerecht um die Stützen “weben”
  • Zweige nach dem einlegen bzw. -weben fest nach unten drücken, um Lücken möglichst gering zu halten
  • Erdreich anfüllen

Vorteile

  • nahezu keine Kosten, da Material z.B. an Haselsträuchern überall auffindbar
  • sehr natürliches Erscheinungsbild
  • rasch errichtet und bei Bedarf verändert oder rückgebaut
  • kein Maschinenbedarf
  • auch in beengten Verhältnissen problemlos baubar

Nachteile

  • geringe Lebensdauer wegen großer Oberfläche der verrottenden Hölzer
  • geringe Stützhöhen bis ca. 80 – 100 Zentimeter möglich

Natursteine

Natursteinmauer

Rein auf Grund ihrer eigenen Masse stehen und halten Stützmauern aus großen Natursteinblöcken dem Erddruck stand. Grob behauen erwecken sie häufig einen naturnahen Eindruck und können neben der technischen Funktion gleichzeitig eine gestaltende Rolle übernehmen.

Ausführung

  • Gelände einebnen
  • bei nachgiebigem Boden Tragfähigkeit durch Unterbau aus Schotter oder Magerbeton herstellen
  • quaderförmige Natursteinblöcke gestoßen versetzen
  • bei Bedarf zusätzliche Reihen versetzt ausrichten, Kreuzfugen vermeiden
  • Reihen übereinander zum Hang hin leicht versetzen
  • abschließend Erdreich hinterfüllen
  • falls gewünscht Fugen mit Gartenerde füllen und bepflanzen

Vorteile

  • kurze Errichtungszeit
  • hoher dekorativer Wert
  • in Abhängigkeit von der Quadergröße hohe Standfestigkeit

Nachteile

  • großer Platzverbrauch durch Tiefe der Steinquader
  • Zugänglichkeit für Bagger / LKW mit Ladekran für das Versetzen erforderlich
  • abhängig von gewählter Steinart vergleichsweise hohe Materialkosten

Trockenmauern

Trockenmauer

Die aus Weinbergergen und anderen Nutzflächen in Hanglage bekannten Trockenmauern lassen sich auch privat wunderbar als dekorative und naturnahe Stützmauer einsetzen.

Ausführung

  • Gelände einebnen
  • Basis aus Schotter einbringen
  • Steinreihen aus unbehauenen Findlingen aufeinandersetzen
  • Wand für höhere Standsicherheit leicht in Richtung Hand geneigt errichten
  • bei hohen Stützhöhen Steingröße nach oben hin kleiner wählen (abnehmende Wanddicke)

Tipp: Je gleichförmiger und flacher die gewählten Steine ausfallen, um so einfacher gelingt ein lagesicherer und belastbarer Verband auch ohne weitere Fixierung durch Beton oder Mörtel.

Vorteile

  • hoher Dekorationswert
  • problemlos rund oder gebogen errichtbar
  • wegen fehlender Steinbearbeitung und Einsatzmöglichkeit für anderweitig nicht einsetzbare Steine sehr geringe Kosten
  • hoher Fugenanteil als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, somit sehr naturnah

Nachteile

  • hohes fachliches Wissen für Errichtung erforderlich
  • relativ hohe Gefahr der Verformung über die Standzeit hinweg
  • begrenzte Wirksamkeit als Stützmauer wegen fehlender Aussteifungen, sowie Horizontal- und Vertikalverbindungen

U-Steine

Alternativen zu L-Steinen - U-Steine

Wie auch die bekannten Winkelsteine sind U-Steine vorgefertigte Serienprodukte, die sozusagen von der Stange zur Errichtung von Wänden und Abfangungen eingesetzt werden können. Werden die U-Steine leicht versetzt angelordnet, lässt sich ein hoher Fugenanteil erzielen, die stringente Optik durchbricht und zusätzliche Bepflanzungen erlaubt.

Ausführung

  • Gelände einebnen
  • Sauberkeitsschicht aus Schotter einbringen
  • U-Steine mit Öffnung zum Hang hin ausrichten und versetzen
  • weitere Steinreihen jeweils versetzt anordnen
  • zur Erhöhung der Masse und Tragfähigkeit bei Bedarf untere Steinreihen mit Magerbeton verfüllen

Vorteile

  • hohe Gestaltungsfreiheit
  • einfache Verarbeitung ohne Baumaschinen
  • als Betonfertigelemente geringe Kosten
  • gute Bepflanzungsmöglichkeiten

Nachteile

  • begrenzte Stützfähigkeit hinsichtlich der erzielbaren Höhe, ohne zusätzliche Stahlarmierung und Betonkerne meist bis ca. 1 bis maximal 1,50 Meter
  • graue, wenig ansehnliche Betonoptik

Die Böschung

Zuletzt soll noch eine letzte, extrem günstige und einfache Variante als Ergänzung der beschrieben Alternativen Erwähnung finden: Bei geringen Stützhöhen bietet sich die Möglichkeit, an Stelle einer senkrechten Stützwand das Gelände anzuböschen. Je nach Boden geht man davon aus, dass der Boden ab einem Winkel von 45°, in einigen Fällen bereits ab 60°, standsicher ist. Bepflanzt wird auch das Auswaschen durch Regen und Schnee vermieden, so dass sich hier eine einfache und dauerhafte Möglichkeit bietet.

Häufig gestellte Fragen

Welchen Vorteil bringen L-Steine gegenüber den genannten Varianten?

Entgegen vieler anderer Methoden sind Winkelsteine industriell erstellt und geprüft. Meist lässt sich bei vorschriftsgemäßem Einbau der L-Steine an Hand einer Tabelle leicht bestimmen, welches Modell bei welcher Stützhöhe und welcher Belastung zugelassen ist und eingesetzt werden darf.

Wie dimensioniere ich Stützwände richtig?

Eine korrekte und zuverlässige Bemessung von Wandkonstruktionen kann nur durch einen Statiker erfolgen. Geringe Stützhöhen bis rund einen Meter können Sie meist noch recht einfach “aus dem Bauch heraus” errichten. Darüber hinaus sollten Sie aber unbedingt einen Fachmann hinzuziehen.

Hat die Bodenbeschaffenheit Einfluss auf die Wand?

Definitiv. Standfeste Böden belasten eine Wandkonstruktion weit weniger, als beispielsweise ein sandiger, leicht nachrutschender Boden. Daher muss auch die Bodengüte bei der Entscheidung für eine Bauweise berücksichtigt werden.

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