Zimmerpflanzen

Monstera hat braune Blätter und Blattspitzen: Ursachen & Hilfe


Fensterblatt braune Flecken

Die ornamentale Prachtentfaltung ist ramponiert, wenn Monstera mit braunen Blättern und Blattspitzen dasteht. Verschiedene Ursachen verbergen sich hinter dem gefürchteten Schadbild. Krankheiten, Pflegefehler und Standortkonflikte setzen einem tropischen Fensterblatt massiv zu. Dieser grüne Ratgeber macht Schluss mit besorgtem Rätselraten, warum sich die schmucken Blätter und Blattspitzen an Monstera deliciosa braun verfärben.

Widmen Sie sich folgender Ursachenanalyse, statt in blinden Aktionismus zu verfallen mit chemischen Mitteln. Erfahren Sie hier alles über die häufigsten Auslöser für das Problem mit fundierten Anleitungen zur Hilfe im Einklang mit der Natur. Das ist zu tun, wenn Monstera braune Blätter und Blattspitzen hat.

Ursache: Falscher Standort

Hilfe: Standortwechsel
Damit sich ein Fensterblatt von seiner schönsten Seite zeigt, nehmen die Standortbedingungen eine Schlüsselfunktion ein. Lichtmangel, pralle Sonne und trockene Luft sind verantwortlich, wenn sich Blätter und Blattspitzen braun färben. Monstera entstammen den Wäldern Mittel- und Südamerikas. Mit ihren lianenartigen Ranken erklimmen die immergrünen Blattschönheiten die Kronen mächtiger Urwaldriesen und gedeihen im Dämmerlicht der Laubdächer. Mit dieser Überlebensstrategie meiden die Kletterpflanzen Dunkelheit in Bodennähe und heiße, direkte Tropensonne gleichermaßen.

Monstera deliciosa - FensterblattJe besser ein Standort in Wohnräumen die natürlichen Rahmenbedingungen simulieren, desto vitaler, gesünder und farbenprächtiger die Blätter. Können Sie Standortmängel als Ursache identifizieren, löst ein Umzug das Problem:

  • Fensterblatt umsiedeln an einen hellen, nicht vollsonnigen Platz mit mehr als 1500 Lux
  • maximaler Abstand zum Fenster 2 bis 3 m
  • ideale Temperaturen April bis September 20°-28°, Oktober bis März 16°-21°
  • vorzugsweise mit möglichst hoher Luftfeuchtigkeit

Ein Platz am West- oder Ostfenster behagt Ihrer Monstera sehr. Die Fensterbank auf der Südseite ist geeignet, wenn am Nachmittag eine Gardine direkte Sonnenstrahlen filtert. Gerne verweilt die tropische Blattschmuckpflanze von Juni bis September auf dem sonnigen Balkon, wenn Sonnenschirm oder Markise pralles Sonnenlicht abfangen.

Tipp: Kollidieren die Blätter einer Monstera regelmäßig mit Fensterscheibe, Zimmerwand oder menschlichen Mitbewohnern, sind braune Verfärbungen vorprogrammiert. Wählen Sie für Ihr Fensterblatt einen hellen, warmen Standort, an dem die Pflanze vor mechanischen Beschädigungen geschützt ist.

Ursache: Staunässe

Hilfe: Umtopfen und moderater gießen
Halten die Standortbedingungen Ihrer kritischen Prüfung vorbehaltlos stand? Dann rückt die Wasserversorgung in den Fokus als häufige Ursache für braune Blätter und Blattspitzen. Zu häufiges Gießen in zu großen Mengen schlägt sich nieder in braunen Blatträndern. Im nassen Substrat verfaulen die Wurzeln und stellen ihre Arbeit ein. Infolge der Unterversorgung breiten sich die braunen Verfärbungen über das ganze Blatt aus. Beste Hilfe ist der sofortige Wechsel in frische, trockene Erde.

Monstera - FensterblattSo machen Sie es richtig:

  • Fensterblatt austopfen
  • nasses Substrat abschütteln oder abbrausen
  • braune, faulige Wurzeln abschneiden
  • Topf reinigen mit heißem Wasser
  • auf dem Topfboden 5 cm hohe Drainage anlegen aus Tonscherben, Kies oder Blähton
  • torffreie Rhododendronerde einfüllen bis auf halbe Höhe
  • Mulde ausheben für den Wurzelballen

Positionieren Sie den Wurzelballen in der Mulde und füllen sukzessive Substrat hinzu. Die bisherige Pflanztiefe sollte beibehalten bleiben. Ein Gießrand von 2 Zentimetern ist empfehlenswert. Ausnahmsweise verzichten Sie darauf, die umgetopfte Monstera anzugießen. Im Anschluss an eine einwöchige Phase der Regeneration nehmen Sie die Wasserversorgung wieder auf. Gießen Sie fortan, wenn sich die Erde an der Oberfläche trocken anfühlt. Sie gehen auf Nummer sicher, indem Sie einen Feuchtigkeitsmesser im Substrat einsetzen, der den tatsächlichen Gießbedarf anzeigt.

Ursache: Trockenstress

Hilfe: Wurzelballen tauchen, häufiger gießen und besprühen
Die vielen Appelle für sparsames Gießen veranlassen besorgte Zimmergärtner, eine Monstera zu wenig zu wässern. In diesem Fall sind die Wurzeln intakt und erfüllen ihre Aufgabe als Versorgungsleitung nicht, weil es an Wasser mangelt. Ertasten Sie mit dem Zeigefinger selbst in mehreren Zentimetern Tiefe keine Feuchtigkeit, leidet das Fensterblatt unter Trockenstress.

GießkanneSo greifen Sie der durstigen Blattschmuckpflanze wirksam unter die Arme:

  • zimmerwarmes, abgestandenes Wasser in Eimer oder Bottich füllen
  • Wurzelballen mitsamt Topf tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • Blätter besprühen mit weichem Wasser

Eine wöchentliche Fingerprobe gibt zukünftig Aufschluss, ob Sie die Monstera gießen sollten. Drücken Sie einen Finger einen Zentimeter tief ins Substrat, um den Feuchtigkeitsgehalt zu ermitteln.

Tipp: Ihre Monstera ist im Urlaub gegen Trockenstress gefeit mit einem einfachen Trick. Hängen Sie die Luftwurzeln in ein Glas mit Wasser, bevor Sie sich auf Reisen begeben. Somit steht bei Ihrer Rückkehr das Fensterblatt nicht mit braunen Blättern und Blattspitzen da.

Ursache: Augenfleckenkrankheit

Hilfe: Rückschnitt, Stärkungsmittel verabreichen
Braune Blattflecken mit hellem Hof und braune Blätter signalisieren, dass ein Fensterblatt unter einer Pilzinfektion leidet namens Augenfleckenkrankheit  (Spilocaea oleagina). Betroffene Blätter schneiden Sie ab mit einer desinfizierten, scharfen Schere. Das Schnittgut entsorgen Sie bitte im Hausmüll.

In der Regel reicht diese Hilfe aus, damit sich eine Monstera erholt. Charakteristisch für die Krankheitserreger ist eine sehr langsame Ausbreitung. Indem Sie die Abwehrkräfte stärken mit Lebermoosextrakt oder einem Sud aus Schachtelhalm, erübrigt sich zumeist der Griff zum chemischen Fungizid.

Hinweis: Hellbraune Flecken mit dunklem Rand deuten am Fensterblatt auf Sonnenbrand hin. Symptomatisch ist, dass Blätter nur dort braun verfärben, wo Sonnenstrahlen auftreffen. Ein Standortwechsel in den hellen Halbschatten behebt das Problem.

Häufig gestellte Fragen

GartenschereSollten braune Blätter und Blattspitzen am Fensterblatt abgeschnitten werden?
Braun verfärbtes Blattgewebe erholt sich nicht mehr. Betroffene Blätter schneiden Sie kurz über der Blattachsel ab. Mit dieser Schnittführung wecken Sie schlafende Augen unterhalb der Schnittstelle, die daraufhin munter austreiben und das verlorene Blatt ersetzen. Braune Blattspitzen schneiden Sie bitte kurz vor dem grünen Gewebe ab. Ein hauchdünner brauner Rand sollte übrigbleiben.

Sind Monstera giftig?
Alle Monstera-Arten zählen zu den Aronstabgewächsen. Die botanische Zuordnung impliziert, dass die tropische Grünpflanze durchströmt ist von toxischen Inhaltsstoffen. Hierzu zählen Calciumoxalat, Resorcin, Scharfstoffe und Oxalsäure-Salze. Absichtlicher oder unabsichtlicher Verzehr verursacht heftige Übelkeit und Erbrechen. Hautkontakt mit dem giftigen Pflanzensaft kann schmerzhafte Ekzeme und Reizungen hervorrufen. Im Familienhaushalt sollte sich der Standort außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren befinden. Tragen Sie bei Pflegearbeiten bitte stets Handschuhe.

Darf man die Luftwurzeln abschneiden am Fensterblatt?
Luftwurzeln dienen Ihrem Fensterblatt als Versorgungsleitungen und Haftorgane. Schneiden Sie die Wurzelstränge nur in Ausnahmefällen ab. Störende Monstera-Wurzeln leiten Sie einfach um ins Substrat. Ist eine Luftwurzel hingegen auf ganzer Länge eingetrocknet, können Sie den abgestorbenen Strang abschneiden.

Sind alle Monstera-Arten anfällig für braune Blätter und Blattspitzen?
Monstera deliciosa, das Köstliche Fensterblatt, ist die ungekrönte Königin unter den tropischen Zimmerpflanzen. Die immergrüne Kletterpflanze inszeniert sich mit riesigen, gefensterten Schmuckblättern und einer Wuchshöhe von bis zu 3 Metern. Vor allem die Sorte ‘Borsigiana’ ist robust, pflegeleicht und wenig anfällig für Blattverfärbungen. Häufiger zu klagen über das Schadbild ist beim Geschlitzten Fensterblatt (Monstera adansonii) und Löchrigem oder Schiefem Fensterblatt (Monstera obliqua), weil beide Arten höhere Ansprüche an Standort und Pflege stellen.

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