Bergpalme, Chamaedorea elegans - Pflege-Anleitung

Bergpalme im TopfDie Bergpalme gehört zu den pflegeleichtesten Zimmerpalmen überhaupt. Sie verzeiht viele Pflegefehler und wächst bei entsprechenden Bedingungen recht zügig. Außerdem ist es die einzige Palme, die auch bei reiner Zimmerhaltung zur Blüte kommt. Die genügsame Bergpalme kommt mit recht wenig Licht aus, gedeiht aber im Hellen besser. Sie stellt kaum Ansprüche und sieht dabei noch ausgesprochen gut aus. Alles in allem ist es eine sehr empfehlenswerte Zimmerpalme, die auch gut für Anfänger geeignet ist. Ob es auch die richtige Palme für Sie ist, erfahren Sie im folgenden Text. Lesen Sie weiter!

Kurzer Steckbrief der Bergpalme:
  • Stammt aus den Regenwäldern Mexikos
  • Wird auch Zierliche Bergpalme oder Mexikanische Bergpalme genannt
  • Es gibt ca. 120 Bergpalmenarten
  • Wird 180 bis 210 cm hoch, in ihrer Heimat etwa 500 cm
  • Meistverkaufte Zimmerpalme überhaupt
  • Stamm – schlank, Solitärstamm, dunkelgrün mit deutlich sichtbaren Ringen (alte Blattnarben)
  • Dunkelgrüne fiederförmige Blätter
  • Blütenstand erscheint zwischen den unteren Blattachseln, schon nach zwei bis drei Jahren
  • Rispen mit  cremefarbenen bis gelben kugelförmigen Blüten, ähnlich wie bei Akazien
  • Früchte – klein, rund, ausgereift schwarz
  • Samen – klein und rund, keimen schnell
  • Pflanze ist getrenntgeschlechtlich, man benötigt zur Samenbildung zwei oder mehrere Pflanzen

Die Pflege der Bergpalme

Die Pflege der Bergpalme ist nicht schwer. Entscheidend sind der Standort, das Pflanzsubstrat und die Wassergaben. Die Palme benötigt in der Wachstumsphase reichlich Wasser, sollte aber nicht ständig nass stehen. Trockenheit in dieser Zeit bekommt ihr schlecht. Ideal ist die Hydrokultur, da ist es nicht tragisch, wenn man das Gießen einmal vergisst. Im Winter darf dann nicht mehr viel gegossen werden. Ansonsten ist die Palme pflegeleicht. Sie kann im Sommer ins Freie gestellt werden, verträgt aber keine Sonne. In ihrer Heimat ist die Bergpalme eine Schattenpflanze, sie gedeiht unter größeren Gewächsen und bekommt so gut wie nie die Sonne zu sehen. Es kommt zu schweren Verbrennungen. Die gilt es zu vermeiden. Im Winter ist ein etwas kühlerer Raum empfehlenswert. Beim Stand im warmen Wohnzimmer kommt es häufig zu Schädlingsbefall. Ansonsten gibt es nicht viel zu beachten.

Standort

Die Bergpalme kommt mit Halbschatten oder gar Schatten aus, wächst aber im Licht deutlich besser. Sonne mag und verträgt die Palme nicht, außer etwas Morgen- oder Abendsonne oder auch Wintersonne. Vor knalliger Mittagssonne muss die Pflanze geschützt werden. Auch im Freien sollte sie nicht sonnig platziert werden.
  • Kommt mit relativ dunklen Standorten aus und gedeiht gut im Halbschatten und Schatten
  • Allerdings wächst die Palme an einem hellen, nicht sonnigen Platz deutlich besser, als wenn sie dunkel steht
  • Benötigt mehr als 700 Lux
  • Ideal ist ein Ost- oder Westfenster
  • Mag keine direkte Sonneneinstrahlung
  • Gedeiht bei Temperaturen zwischen 15 und 25° C
  • Steht im Sommer auch gern im Freien, aber keinesfalls in der Sonne
  • Im Winter sollten 10° C nicht unterschritten werden oder wenn, dann nur kurzfristig
{infobox type=check|content=Dass die Bergpalme doch zu dunkel steht, erkennt man daran, dass die Stiele der Wedel überproportional lang werden. Dann sollte sie unbedingt heller gestellt werden!}

Pflanzsubstrat

Eingetopfte BergpalmeDas Pflanzsubstrat muss vor allem durchlässig sein. Überschüssiges Wasser muss abfließen können. Zu festes Substrat ist ungünstig und sollte mit Sand durchlässiger gemacht werden.
  • Durchlässige Erde
  • Günstig ist ein leicht alkalisches Substrat
  • Leicht saure Böden werden toleriert.
  • Günstig ist, immer etwas Sand unterzumischen. Erstens wird die Erde durchlässiger und zweitens ist sie nicht so nährstoffhaltig, was die Palme nämlich nicht mag.
  • Besonders unter lehmige Erde, welche die Palme sehr mag, sollte Sand gemischt werden

Pflanzen

Junge Bergpalmen müssen fast jährlich umgetopft werden. Bei gutem Standort und passendem Substrat wachsen sie ziemlich schnell. Man sollte keine zu großen Gefäße benutzen, lieber bei dem Pflanzrhythmus bleiben. Ältere Exemplare wachsen dann deutlich langsamer. Beim Umpflanzen sollte man sehr vorsichtig vorgehen, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu beschädigen. Zwar geht bei Beschädigung selten die gesamte Palme ein, denn meist besteht sie aus mehreren Exemplaren, die zu kleinen Tuffs zusammengesetzt in einen Topf gepflanzt wurden. Allerdings sind die schöne Wuchsform und die Dichte weg, wenn Teile der Palme eingehen.
  • Umtopfen, wenn die Wurzeln unten oder oben aus dem Topf wachsen, nicht eher
  • Die beste Zeit um umzutopfen ist im zeitigen Frühjahr
  • Einen etwas höheren Topf als üblich verwenden, denn Palmenwurzeln wachsen eher in die Tiefe, als in die Breite.
  • Vorsicht, die Wurzeln sind sehr brüchig!
  • Eine Drainage im Topfboden sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann

Gießen und Düngen

Die Bergpalme hat einen hohen Wasserbedarf. In ihrer Heimat wachsen ihre Wurzeln bis zum Grundwasser. Ohne gedeihen die Palmen nicht.  Als Zimmerpflanzen stehen die Bergpalmen daher gut in Hydrokultur oder in Gefäßen mit Bewässerungssystem.
{infobox type=check|content=Will man die Bergpalme in Hydrokultur kultivieren, sollte das von Anfang an geschehen. Am besten kauft man ein so getopftes Exemplar. Spätere Eingewöhnung ist bei den empfindlichen Wurzeln oft schwierig. Das Umpflanzen in ein Gefäß mit Bewässerungssystem ist dagegen unproblematisch und jederzeit möglich.}
  • Hoher Wasserbedarf, vor allem bei hohen Temperaturen
  • Im Sommer muss reichlich gegossen werden.
  • Blätter der BergpalmeWasser darf im Gegensatz zu anderen Palmen kalkhaltig sein, denn diese mag es leicht alkalisch.
  • Man darf auch mal viel Gießen, so dass der Boden tropfnass ist, aber nicht dauerhaft.
  • Ein Zuviel an Wasser wird schnell aufgebraucht, wenn es kein Dauerzustand ist.
  • Günstig ist es, die Palme samt Topf etwa alle zwei Wochen in ein größeres Gefäß mit Wasser zu stellen, damit sich der Wurzelballen richtig voll saugen kann.
  • Bei zu wenig Wasser trocknen die Blätter ein, an den Spitzen beginnend.
  • Bei länger anhaltender Ballentrockenheit kann die Palme eingehen, bzw. Teile davon verabschieden sich.
  • Die Bergpalme liebt es, wenn sie im Sommer, vor allem beim Stand im Freien, hin und wieder mit Wasser besprüht wird.
  • Im Winter nur wenig gießen.
  • Düngen von April bis Ende August, 14tägig mit normalem Flüssigdünger, allerdings nur in der halben Konzentration.
  • Besprühen der Wedel im Sommer fördert das Wedelwachstum

Schneiden

Bergpalmen müssen nicht geschnitten werden. Lediglich die alten Wedel, die braun und trocken geworden sind, werden abgeschnitten. Das tut man aber erst, wenn sie wirklich abgestorben sind. Ansonsten gibt es an Bergpalmen nichts zu schneiden.
{infobox type=check|content=Die Blüte der Palme hat Einfluss auf das Wachstum der Palme. Die Pflanze steckt ihre ganze Kraft in die Ausbildung der Blüten. Sie will sich vermehren. Das Wachstum stagniert. Wer das nicht möchte und ohnehin keine Samen gewinnen möchte, schneidet den Blütenstiel besser ab, so weit unten, wie es geht. Die Blüte ist sowieso eher unscheinbar und kein großer optischer Gewinn. Außerdem erspart man sich so eine Menge Unsauberkeit um die Palme, wenn die vertrockneten Blüten abfallen.}

Überwintern

Bergpalmen sind nicht winterhart. Sie können in Mitteleuropa nicht ausgepflanzt werden. Kübelpflanzen müssen rechtzeitig ins Winterquartier gebracht werden, bevor die Temperaturen dauerhaft unter 10° C sinken.
  • Zwischen Oktober und Februar legt die Bergpalme eine Ruhepause ein.
  • Sie sollte dann bei etwa 15° C stehen, hell, nicht sonnig und nur wenig gegossen werden.
  • Vollbeheizte Räume bekommen der Bergpalme nur schlecht. Häufig treten Schädlinge auf.
  • Wichtig ist eine hohe Luftfeuchte. Deshalb ist es günstig, die Palme regelmäßig mit wenig kalkhaltigem Wasser zu besprühen.
  • Regelmäßiges Lüften nicht vergessen!

Vermehren

Die Vermehrung gelingt durch Aussaat. Natürlich kann man Samen kaufen, aber wer ein geeignetes Exemplar hat, kann seine Palme zum Blühen bringen und selbst Samen produzieren. Allerdings werden mehrere Exemplare der Palmengattung benötigt. Außerdem können Schösslinge abgetrennt werden.
{infobox type=check|content=Da Bergpalmen nicht als Einzelpflanzen, sondern als Tuffs verkauft werden, sitzen immer mehrere Pflanzen in einem Gefäß. Es besteht also eine gute Chance, dass da sowohl männliche, als auch weibliche Exemplare dabei sind. Man muss also nicht unbedingt noch mehr Palmen dazu kaufen. Auf alle Fälle während der gesamten Blühdauer so oft es geht (auf alle Fälle mehrfach täglich) mit einem feinen Pinsel über die Blüten der verschiedenen Palmen streichen. Wenn die Befruchtung geklappt hat, sind nach einigen Wochen grüne Samen zu erkennen, welche sich, wenn sie reif werden, schwarz verfärben. Sobald die ersten Früchte abfallen, kann geerntet werden.}Die Samenschalen sind recht hart. Es ist daher besser, die Samen vor dem Pflanzen einige Stunden (24 bis 48) in warmes Wasser zu legen.
  • Anzuchterde verwenden, die ist keimfrei.
  • Samen nur leicht mit Erde bedecken.
  • Die Anzuchttöpfchen bei 24 bis 26° C hell, aber keinesfalls sonnig aufstellen.
  • Leicht feucht und schön warm halten.
  • In den ersten Monaten nicht düngen! Das animiert die Wurzeln, sich auf der Suche nach Nahrung weit auszudehnen und zu entwickeln.
  • Schösslinge können von der Mutterpflanze getrennt und separat eingepflanzt werden.
  • Auch hierfür macht sich die keimfreie Spezialerde gut.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind selten. Die Bergpalme verzeiht die meisten Pflegefehler und wird nur selten wirklich krank. Trockene Spitzen kommen recht häufig vor. Schuld ist meist zu trockene Luft, manchmal aber auch ein zu kühler Standort. Als Schädlinge treten Schildläuse oder die gefürchteten Spinnmilben auf. Auch Thripse machen sich bei schlechten Bedingungen gern breit.

Spinnmilben
Diese Plagegeister an feinen Gespinsten zu erkennen, die sie am Ansatz, aber auch am Ende der Wedel bilden. Mit bloßem Auge sind sie oft schwer zu entdecken. Wer den Verdacht hat, dass mit seiner Palme etwas nicht stimmt,  kann diese mit Wasser besprühen. Dann sind die Gespinste viel besser zu erkennen. Die kleinen Wassertropfchen an den Netzen sind gut auszumachen. Spinnmilben mögen eine niedrige Luftfeuchte. Sie können abgespült werden und sie sollten täglich mit Wasser besprüht werden. Das mögen sie gar nicht. Tritt keine Besserung ein, müssen oft chemische Bekämpfungsmittel zum Einsatz kommen. Diese bekommen aber auch den Palmen nicht besonders gut.

Schildläuse
Schildläuse sind sehr schwer auszumachen und noch schwerer zu bekämpfen. Die Tierchen selbst sieht man an der Palme nur, wenn man weiß, was man suchen muss. Leichter zu finden ist der Honigtau, den die Schädlinge absondern. Dieser klebrige Belag (Ausscheidungen), findet sich um die Pflanze und ihr Gefäß herum auf dem Boden. Er ist ein deutliches Zeichen für Läusebefall, egal ob Blattläuse, Wollläuse oder Schildläuse. Man kann die Plagegeister einzeln absammeln, aber dabei werden meist einige übersehen, so dass die Ausbreitung nicht gestoppt wird. Besser ist, ein systemisch wirkendes Mittel einzusetzen. Diese chemischen Insektizide werden von den Pflanzen aufgenommen. Stechen nun die Läuse die Palme an und saugen ihren Zellsaft, nehmen sie das Gift mit auf und verenden. Allerdings muss die Behandlung wiederholt werden, um auch die noch im Ei befindlichen Schädlinge zu erwischen, die später schlüpfen, denn sonst beginnt der Kreislauf von vorn.

Häufige Fragen

Die Palme hat klebrige Wedel, die nicht von Schädlingen stammen. Woran kann das liegen?
Häufig handelt es sich um Guttation. Die Palme scheidet überflüssiges Wasser aus. Man kann auch sagen, sie schwitzt. Eigentlich ist das nichts schlimmes, kann aber auch ein Hinweis auf zu nasses Pflanzsubstrat sein. Die Palme versucht, das viele Wasser loszuwerden.

Die Bergpalme bekommt kleine braune Blattspitzen, die mit der Zeit deutlich größer werden. Woran kann das liegen?
Dafür gibt es mehrere Ursachen. Oft ist es Schädlingsbefall. Spinnmilben bringen die Wedel zum Vergilben. Braune Blattspitzen sind ein erstes Zeichen. Oft ist es aber ein zu nasses Substrat. Die Spitzen sind ein erstes Anzeichen dafür, dass bei der Pflege etwas nicht stimmt. Im Winter treten braune Spitzen häufig bei zu hohen Temperaturen und oder zu niedriger Luftfeuchtigkeit auf.