Bogenhanf, Sansevieria - Pflege und Vermehrung

BogenhanfDer Bogenhanf, mit botanischem Namen Sansevieria, zählt zur Familie der Spargelgewächse und ist mit dem Drachenbaum verwandt. Etwas lieblos wird er auch als Schwiegermutterzunge bezeichnet. Insgesamt existieren 67 Arten, die ursprünglich in Afrika und Südasien beheimatet waren. In unseren Breiten gelten mehrere Arten als pflegeleichte Zimmerpflanzen. In warmen Gegenden in Südeuropa oder Florida überlebt der Bogenhanf ganzjährig draußen und kann dort verwildern. Die Bezeichnungen Bogenhanf und Afrikanischer Sisal leiten sich von den Blattfasern einiger Spezies ab, die zur Herstellung von Bogensehnen, Bindfäden, Seilen, Kleidungsstücken und Ähnlichem verwendet werden können.

Kurzer Steckbrief
  • Verbreitete, pflegeleichte Zimmerpflanze mit Herkunft aus südlichen Gefilden
  • Pflege ähnlich wie Kakteen
  • Immergrüne Sukkulente mit dickfleischigen, mattglänzenden, ledrigen Blättern
  • Einige Arten panaschiert und/oder mit buntem Blattrand
  • Langsamer Wuchs, Wuchshöhe artabhängig bis 1,50 m
  • Manche Arten wachsen rosettenförmig
  • Die schwertförmigen Blätter bilden mit der Zeit dichte Horste, deren Wurzelballen einen Pflanztopf sprengen können
  • Ältere Pflanzen bilden Rispen mit kleinen, weißen, hellgelben, hellrosa oder grünlichen Blüten aus
  • Die Bestäubung erfolgt in der Natur nachts durch Motten
  • Aus bestäubten Blütenständen entwickeln sich orange oder rote Beeren mit den Samen

Standort

Sansevierien werden ganzjährig als Zimmerpflanzen gehalten und mögen es sonnig bis halbschattig. Manche Arten und Zuchtformen schmücken sich mit einem bunten Blattmuster. Damit sich dieses voll ausbildet, muss der Bogenhanf hell stehen. Allerdings kann sich die genügsame Pflanze auch mit ungünstigen, schattigen Lichtverhältnissen arrangieren. Je dunkler und kühler sie steht, desto langsamer wächst sie. Der ideale Standort für den Bogenhanf ist warm und luftfeucht, so ist er beispielsweise im Badezimmer gut aufgehoben. Er toleriert auch kühle und trockene Bedingungen. An pralle Sonne muss er langsam gewöhnt werden, da sonst Verbrennungen an den Blättern drohen. Im Sommer fühlt er sich auf der Terrasse, auf dem Balkon oder ausgepflanzt im Garten wohl. Als ehemaliger Wüstenbewohner kommt er mit Trockenheit und mangelnder Nährstoffversorgung lange zurecht. Starke Temperaturschwankungen sowie Temperaturen unter 12° Celsius verträgt der Bogenhanf nicht, ein Überwintern im Freien ist also nicht möglich.

  Der Bogenhanf Sansevieria trifasciata laurentii gehört nach einer Studie der NASA zu den 15 Pflanzen, die die Raumluft nachhaltig verbessern, indem sie Schadstoffe aus der Luft filtern (Benzol, Trichloräthylen, Xylol und Toluol). Außerdem gehören Sansevierien zu den Pflanzen, die auch nachts bei Dunkelheit noch Sauerstoff abgeben. Das macht den Bogenhanf zu einer perfekten Pflanze für Ihr Schlafzimmer.

Substrat und Boden

Wichtig für den Bogenhanf ist ein luftdurchlässiges Substrat, das Feuchtigkeit abgibt und Staunässe am Wurzelballen vermeidet. Geeignet sind Kakteenerde oder ein Erde-Sand-Gemisch, dem auch Kompost oder Bimskies zugefügt werden kann. Die Mischung sollte etwa ein Drittel Sand und/oder Kies enthalten. Alternativ gedeiht der Bogenhanf gut auf Hydrokultur mit kleiner bis mittelgroßer Körnung. Weniger geeignet sind Gartenerde und Blumenerde, dennoch wird der anpassungsfähige Bogenhanf in diesen wachsen.

Gießen und Düngen

Gelber BogenhanfDie sukkulenten Blätter speichern viel Wasser in ihrem Gewebe, dadurch
Es ist unnötig, Sansevierien mit Wasser zu besprühen. Falls Sie es dennoch tun, vermeiden Sie unbedingt stehendes Wasser in den Blattrosetten, da dieses zur Fäule führt. Ähnlich wie beim Gießen gilt für das Düngen: Lieber wenig als zu viel. Empfohlen wird eine Düngung mit Kakteendünger, der dem Gießwasser beigemischt wird. Dosieren Sie den Dünger nicht so hoch, wie laut Hersteller empfohlen: Für den Bogenhanf genügt die Hälfte der angegebenen Menge. Eine Düngung pro Monat ist ausreichend, im Winter düngen Sie überhaupt nicht.

Sowohl das Übergießen als auch das Überdüngen schadet und schwächt die Pflanze, was sich schließlich in kränklichen Blättern bemerkbar machen wird.

  Der Bogenhanf gehört zwar zu den robustesten Zimmerpflanzen und ist für Anfänger geeignet, dennoch können Pflegefehler passieren. Der häufigste Pflegefehler (der auch mir unterlaufen ist) besteht in zu häufigem Gießen. Achten Sie also darauf, das Substrat vor dem nächsten Gießen trocknen zu lassen, denken Sie beim Umtopfen daran, eine Drainage zu legen und wählen Sie ein Substrat wie Kakteenerde, Hydrokultur oder ein Erde-Sand-Gemisch, das eine gute Durchlüftung gewährleistet und Staunässe verhindert.

Schneiden und Überwintern

Sansevierien wachsen sehr langsam, dennoch erreichen manche Arten Blattlängen von über einem Meter. Sollte Ihnen das zu groß erscheinen, greifen Sie auf niedrige Wuchsformen (beispielsweise Sansevieria trifasciata hahnii) zurück, denn ein Beschneiden der einzelnen Blätter ist bei Sansevierien nicht empfehlenswert. Die Schnittkanten verfärben sich bräunlich und führen zu unansehnlichen Blattformen. Allerdings können Sie ganze Blätter dicht über dem Boden kappen, wie es zur Gewinnung von Stecklingen nötig ist. Mehr dazu lesen Sie unter der Überschrift "Vermehren".

Sansevierien können in unseren Breiten nicht im Freien überwintern. In der lichtarmen Ruheperiode benötigen sie immer noch 13-16° Celsius. Bei diesen Temperaturen stellen sie das Wachstum ein. Gedüngt wird in dieser Zeit nicht, gegossen äußerst sparsam und nur "schlückchenweise".

Vermehren und Umtopfen

Hat der (ältere) Bogenhanf geblüht und wurde bestäubt, so entwickeln sich Viel einfacher und weniger langwierig ist jedoch die Vermehrung durch Stecklinge oder Trennung der Pflanze beim Umtopfen.

Vermehren durch Stecklinge


Werkzeug:
  • scharfes Messer, am besten desinfiziert um Krankheitsübertragung zu vermeiden
  • optional Bewurzelungshormon-Pulver
  • vorbereiteten kleinen Topf + Substrat, für jeden Steckling einen
Nahansicht BogenhanfAnleitung:
  • trennen Sie ein Blatt der Mutterpflanze an der Basis ab (=direkt über dem Boden)
  • zerteilen Sie das Blatt in zehn Zentimeter lange Stücke
  • falls nötig, markieren Sie "oben und
  • optional: tragen Sie Bewurzelungshormon an der unteren Schnittkante auf
  • pflanzen Sie den Steckling einige Zentimeter tief in einen Topf mit angefeuchtetem Substrat
  • beachten Sie dabei "oben und unten"
  • halten Sie das Substrat feucht, niemals nass
  • die Bewurzelung dauert mehrere Wochen
  • zeigen sich die ersten Ableger im Topf, kann das Stecklingsblatt entfernt werden
Vermehren durch Trennung

Werkzeug:
  • scharfes Messer, am besten desinfiziert um Krankheitsübertragung zu vermeiden
  • Bewurzelungshormon-Pulver entfällt
  • vorbereiteten Topf + Substrat, für jede Teilpflanze einen
Anleitung:
  • am besten trennen Sie, wenn Sie die Mutterpflanze ohnehin umtopfen wollen
  • schütteln Sie Erde/Substrat vom Wurzelballen ab
  • teilen Sie die gesamte Pflanze, auch den Wurzelballen
  • nehmen Sie das Messer zur Hilfe, falls nötig
  • bevorzugt teilen Sie kleinere Seitentriebe/Nebenrosetten oder Ableger von der Hauptpflanze ab
Die Wurzeln der Sansevierien sind zart und verhältnismäßig kurz verglichen mit der Wuchshöhe der Pflanze. Deswegen neigt der Bogenhanf dazu, kopflastig zu werden und umzukippen. Beim Umtopfen wählt man daher einen nicht zu hohen, standfesten Topf und ein Substrat, das den Wurzeln ausreichend Halt gibt. Grobkörnige Hydrokultur ist deshalb weniger geeignet. Sansevierien wachsen in engeren Töpfen besser an, daher sollte der neue Topf nicht zu breit sein.

Krankheiten und Schädlinge

Sansevierien werden selten von Schädlingen befallen. Krankhafte Veränderungen an den Blättern sind meist auf Trockenheit (braune Stellen) oder Übergießen und Überdüngen (gelbe, schlaffe Blätter) zurückzuführen. Die Übertragung von Krankheitserreger erfolgt meist durch Kontaktinfektion, unsaubere Pflanzgefäße oder kontaminierte Instrumente, wenn Blätter für Stecklinge geschnitten werden. Auch mit der Erde werden gelegentlich Parasiten eingeschleppt. Um dem vorzubeugen und einen bestehenden Befall einzudämmen, müssen Sie auf Sauberkeit achten und ggf. alles gründlich desinfizieren. Falls die Erde / das Substrat befallen zu sein scheint, sollten Sie schnellstmöglich umtopfen. Dafür entfernen Sie so viel Erde wie möglich aus dem Wurzelballen und sterilisieren die neue Erde im Backofen, bevor der Bogenhanf darin eingepflanzt wird. Sollten Sie Schädlinge an den Blättern entdecken, so lassen sich diese schonend mit Seifenlauge abwaschen.

Bogenhanfpflanze im TopfEin Pilzbefall macht sich zunächst durch feuchte Punkte an den Blättern bemerkbar. Bei einer Infektion mit bakterieller Weichfäule wird das Blattgewebe breiig. Sie können versuchen, aus noch gesunden Blattspitzen Ableger zu ziehen. Die Mutterpflanze ist wahrscheinlich verloren. Grundsätzlich gelten Sansevierien aber als sehr widerstandsfähig und fallen selten einer Krankheit zum Opfer.

Beliebte Arten und Sorten

Als Zimmerpflanze ist die Art Sansevieria trifasciata am bekanntesten. Sie existiert in unterschiedlichen Zuchtformen mit verschiedenen Blattmustern und Wuchshöhen. Weit verbreitet ist die Form laurentii mit ihren hellgelb umrandeten Blättern. Die Zwergform hahnii ist ebenfalls beliebt und beansprucht dank ihres niedrigen Wuchses weniger Platz als laurentii: Während die Blätter von Sansevieria trifasciata laurentii auch auf der Fensterbank über einen Meter lang werden, bleibt die Zwergform bei handlichen 20 Zentimetern Höhe. Sansevieria trifasciata hahnii wird in den verschiedensten Farben angeboten. Auch von der Sansevieria cylindrica mit ihren säulenartigen, schlanken Blättern gibt es mehrere Zuchtformen, die sich als Zimmerpflanze durchgesetzt haben. Wie die Zwergform Sansevieria trifasciata hahnii ist auch Sansevieria cylindrica mit ihrem kompakten Wuchs bestens für die Fensterbank geeignet. Ein Modetrend besteht darin, die Blätter der Sansevieria cylindrica während des Wachstums zu flechten, so dass ein Zopf im Topf entsteht. Eine interessante Einrichtungsidee ist es allemal.

  Fest steht, dass der Bogenhanf eine äußerst beliebte Zimmerpflanze geworden ist, sowohl für das Büro als auch für zu Hause. Dabei geht es nicht nur um seine dekorativen Blätter und seine Pflegeleichtigkeit, auch die "Nützlichkeit" der Sansevierien wird immer wieder behauptet. Im Feng-Shui wird den Arten mit senkrecht nach oben wachsenden Blättern eine Schutzfunktion zugesprochen. Wer der Harmonie-Lehre skeptisch gegenüber steht, der kann sich darauf berufen, dass die luftverbessernden Eigenschaften des Bogenhanfs wissenschaftlich belegt sind.

Häufig gestellte Fragen

Was muss ich bei der Pflege des Bogenhanfs beachten?
Die beruhigende Antwort lautet: Wenig. Es gibt kaum einen Pflegefehler, den die hierzulande als Zimmerpflanzen verkauften Arten nicht verzeihen. Die meisten überleben einen schattigen Standort, nehmen es nicht übel, wenn man sie einmal beim Gießen vergisst, verzichten auf Düngung und wachsen auch in handelsüblicher Blumenerde, obwohl diese nicht für Sansevierien empfohlen wird. Lediglich durch zu viel Wasser, zu viel Dünger und zu niedrige Temperaturen nimmt der Bogenhanf ganz sicher Schaden.

Ich habe neue Pflanzen aus Stecklingen gezogen. Die Mutterpflanze hat gelb gerändertes Laub, aber die Pflanzen aus den Stecklingen sind komplett grün. Was hab ich falsch gemacht?
Gar nichts, das scheint normal zu sein. Um die bunten Blattmuster eines Bogenhanfs garantiert zu erhalten, muss man ihn durch Teilung vermehren. Im Internet werden einige Tricks beschrieben, durch die auch die gelbgezeichneten Kulturformen ihre Färbung behalten sollen, wenn man sie aus Stecklingen zieht. Wie zuverlässig diese Methoden funktionieren, ist allerdings unklar.

Ist Bogenhanf giftig?
Ja, Bogenhanf ist giftig. Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und andere Kleinnager müssen Sie von dem Bogenhanf fernhalten. Die Vergiftung kann - insbesondere für Ratten und Mäuse - tödlich enden. Auch für den Menschen ist der Verzehr von Bogenhanf gefährlich, bei kleinen Kindern im Haushalt ist also auch Vorsicht geboten.