Calamondin-Orange, Citrofortunella mitis - Pflege-Anleitung


OrangenbäumchenDie Citrofortunella mitis ist eine mediterrane Zitruspflanze, die im Zimmer und im Freien gezüchtet werden kann. Meist im Topf oder im Kübel, wächst sie zu einem kleinen Orangenbäumchen heran, das tennisballgroße, essbare Früchte trägt. Was die Herkunft der Citrofortunella betrifft, vermutet man, dass sie aus China stammt, wo sie auf natürlichem Weg als Kreuzung zwischen einer Mandarine und einer Kumquat entstand. Die weißen, stark duftenden Blüten der Calamondin-Orange erscheinen oft ganzjährig, jedoch hauptsächlich im Frühling und im Sommer. Die Früchte der Calamondin-Orange sitzen immer an den Spitzen der Äste.

Steckbrief:
  • Botanischer Name: Citrofortunella mitis
  • Familie: Rutaceae (Rautengewächse)
  • immergrüne mediterrane Kalthauspflanze
  • ideal für die Aufzucht in Töpfen und Kübeln
  • Wuchsform: Stämmchen
  • Wuchshöhe im Freien bei mediterranem Klima 2 bis 8 Meter
  • lanzettenförmige bis ovale Blätter von 3 bis 5 cm Länge
  • bildet im Frühling und Sommer weiße, duftende Blühten, die bis zu 3 cm groß sind
  • an den Astspitzen wachsen tischtennisballgroße, essbare Früchte
  • Je nach Reifebdingungen ist die dünne Schale der reifen Früchte grünlich oder orange

Aufzucht

Ein Orangenbäumchen kann durchaus aus Kernen gezüchtet werden. Dann erscheinen seine Früchte jedoch sehr spät oder nie. Die Kerne erhält man aus einer reifen Calamondin-Orangen-Frucht.

Anzucht aus Kernen

  • Kerne gründlich reinigen und gut abtrocknen
  • 2 cm tief in ein Anzuchtgefäß mit Aussaaterde setzen
  • wässern und mit Folie abdecken, da hohe Luftfeuchtigkeit die Keimung fördert
  • Gefäß an einen warmen, aber nicht zu sonnigen, Ort stellen
  • nach sechs bis sieben Wochen stehen lassen, bis erste Keime zu sehen sind
  • warten, bis die Pflänzchen drei bis vier Blätter haben oder etwa acht Zentimeter groß sind
  • in Topf oder Kübel mit lockerer, luftiger und leicht saurer Erde setzen, wo es dann weiter wachsen kann.
OrangenbaumblüteEmpfehlenswerter ist die Anzucht einer Calamondin-Orange aus Stecklingen. Diese Methode führt meist zu guten Ergebnissen, da die Pflanzen ausreichend kräftige Wurzeln bilden. Auch im Handel werden viele auf diese Weise gezüchtete Orangenbäumchen angeboten. Alternativ kann man eine aus Samen gezüchtete und veredelte Pflanze erwerben.

Anzucht aus Stecklingen

  • 10 bis 15 cm langen Steckling in ein Gefäß mit lockerer Pflanzerde setzen
  • Anzuchtgefäß an einen warmen Platz mit einer Umgebungstemperatur von bis zu 25 Grad Celsius stellen.
  • Erde ist leicht wässern
  • Nach dem Austrieb des Stecklings Pflanze in einen Topf mit saurer Komposterde (pH-Wert 5,0 bis 6,5).

  Das Anwurzeln lässt sich fördern, indem man den Steckling vorher in Bewurzelungshormonpulver taucht und nach dem Setzen eine Plastiktüte über ihn zieht. Nach dem Anwurzeln kann die Plastiktüte entfernt werden.

Standort

Das Orangenbäumchen braucht Wärme und Helligkeit und sollte deshalb an einem sonnigen Standort stehen. Im Frühjahr, wenn der Pflanzkübel aus dem Haus ins Freie geräumt wird, muss die Pflanze jedoch erst langsam an die Sonne gewöhnt werden, sonst könnten die Blätter verbrennen. Zudem sollte die Pflanze windgeschützt stehen. Deshalb sind die Terrasse und der Balkon ideale Standorte für die Calamondin-Orange. Falls sie ins Freie gepflanzt wird, sollte der Boden leicht sauer und kalkfrei sein. Eine gute Zitruserde besteht aus


reifem Kompost, etwas Ton oder Lehm sowie Zugaben von Sand und Lava oder Bims.

  Topfpflanze oder Kübelpflanze im Frühjahr zunächst an einen halbschattigen Platz im Freien stellen und drei Wochen später den Standort noch einmal wechseln. Es kann dann ein Ort sein, der bei günstigem Wetter ganztägig von der Sonne beschienen wird.

Pflege und Schnitt

Die Calamondin-Orange ist eine der pflegeleichtesten Zitruspflanzen und eignet sich deshalb auch für Menschen, die ihre Liebe zu dieser Pflanzenart gerade erst entdeckt haben. Zudem handelt es sich bei der Citrofortunella mitis um die einzige Orange, die im Winter Zimmertemperaturen aushält. Die robuste und kälteresistente Pflanze ist bei der richtigen Pflege sehr ertragreich. Sie kann das ganze Jahr hindurch Blüten sowie halbreife und reife Früchte tragen, was sie sehr dekorativ macht.

  Um die Citrofotunella mitis in Form zu halten, empfiehlt sich ein regelmäßiges Entspitzen der Triebe. So erreicht man einen besonders kraftvollen Wuchs.

Im Herbst, beim Einsetzen der ersten Fröste, müssen im Freien gehaltene Orangenbäumchen ins Haus geholt werden. Nicht selten setzen sie dann noch einmal eine große Zahl duftender Blüten an. Wenn die Kraft in die Früchte gehen soll, muss die Pflanze regelmäßig ausgelichtet werden. Zu lange Triebe sollten im Frühjahr auf ein Drittel ihrer Länge zurück geschnitten werden. Bei Platzmangel im Haus kann bereits im Herbst ein Rückschnitt vorgenommen werden. Unverschnittene Orangenbäumchen können mit der Zeit rissig werden. Ein Schnitt regt das Wachstum und die Verzweigung der Pflanze an, sodass sich bald eine kraftvolle und stabile Krone bildet. Kronenkorrekturen können im Spätwinter durchgeführt werden.

  Falls beim Schnitt kleine Wunden entstehen, hilft Baumwachs, um sie zu versiegeln.

Gießen und Düngen

Wie alle Zitruspflanzen hat die Calamondin-Orange nur einen mäßigen Wasserbedarf. Weder sollten die Wurzeln ständig im Wasser stehen, noch darf das Substrat sehr nass sein. Sonst zersetzen sich die feinen Haare, die an den Wurzeln das Wasser aufnehmen. Andererseits muss man aber verhindern, dass der Wurzelballen ganz austrocknet. Zudem darf das Wasser keinen zu hohen pH-Wert besitzen, da sonst die Pflanze eingeht. Wer in einer Gegend mit sehr kalkhaltigem Grundwasser wohnt, sollte deshalb beim Gießen der Orange auf Regenwasser zurückgreifen. Regenwasser hat einen durchschnittlichen pH-Wert von ungefähr 5,5. Für das Orangenbäumchen ist ein leicht saurer pH-Wert von 5,0 bis 6,5 ideal. Alternativ kann auch für Leitungswasser ein Wasserfilter eingesetzt werden. Falls die Calamondin Orange zu

wenig gegossen wird, kommt es vor, dass ihre Blätter abfallen. Das gleiche kann auch bei kalkhaltigem Wasser passieren. An sehr warmen Tagen empfiehlt es sich, die Calamondin Orange durchaus zweimal täglich zu gießen. Sie verträgt jedoch keine Staunässe, weshalb dafür gesorgt sein sollte, dass das Gießwasser abfließen kann.

Orangenbäumchen im TopfDa Zitruspflanzen einen hohen Mineralstoffbedarf haben, sollte man die Citrofortunella mitis von April bis September regelmäßig, einmal pro Woche, düngen. Denn gerade während seines Wachstums benötigt das Orangenbäumchen besondere Nährstoffe. Die erste Düngergabe kann direkt nach dem

ersten Austrieb erfolgen. Der Dünger sollte ein Langzeitdünger oder Flüssigdünger speziell für Zirtruspflanzen sein. Sie benötigen beispielsweise Bor, Eisen, Kupfer und Manganzink. Auch Ammoniumsulfat oder Harnstoffe, die den Boden sauer halten, können zum Düngen verwendet werden. Besonders gut ist auch ein Zitrusdünger geeignet, der zehn Prozent Stickstoff, sieben Prozent Kalium und zwei Prozent Phosphat enthält.

Überwintern

Nach dem Sommer sollte man das Orangenbäumchen hereinholen, sobald die Außentemperatur unter 10 Grad Celsius gesunken ist. Die Pflanze kann auch etwas kühlere Temperaturen aushalten, muss jedoch hereingeholt werden, bevor der erste Frost kommt. Nur sehr alte und besonders kräftige Pflanzen sind eventuell in der Lage, leichten Frost kuzzeitig unbeschadet zu überstehen. Im Idealfall ist der Unterschied zwischen der Außentemperatur und der Innentemperatur im Herbst nicht sehr hoch, wenn das Orangenbäumchen ins Haus geholt wird. Es mag Raum-Temperaturen von 5 bis 10°C. Damit sich die Citrofortunella mitis an ihren neuen Standort im Haus gewöhnen kann, sollte sie nicht sofort trockener Heizungsluft ausgesetzt sein. Ein heller Platz im ungeheizten Treppenhaus oder Wintergarten wäre optimal. Die Helligkeit sollte möglichst mehr als 1500 Lux betragen. Drinnen bevorzugt die immergrüne Pflanze im Winter eher kühle Temperaturen und kann deshalb im ungeheizten Treppenhaus stehen gelassen werden. Während der winterlichen Ruheperiode benötigt die Calomondin Orange nur wenig Wasser und braucht keinen Dünger. Der obere Teil des Wurzelballens kann dann auch trocken sein. Trotzdem darf die Wurzel nicht völlig austrocknen.

Auch mit dem Lüften des Raumes, in dem die Citrofortunella mitis überwintert, kann man der Pflanze etwas Gutes tun. Für die bestmögliche Überwinterung des Orangenbäumchens gilt: je höher die Umgebungstemperatur ist, desto heller sollte der Standort sein. Bei sehr niedrigen Temperaturen werden von der Calamondin-Orange auch weniger Licht und weniger Wasser benötigt. Falls die Pflanze im Zimmer etwas wärmer steht, sollte es unbedingt sehr hell sein, denn bei zu wenig Licht können die Blätter gelb werden und ausfallen. Ein zu warmer Standort von mehr als 25 Grad kann zu verminderter Wurzelaktivität führen. Auch wird, damit sich die Schale der reifen Früchte orange färbt, Kälte in der Nacht benötigt. Andernfalls bleibt die Schale grün während das Innere der Frucht bereits reif und orange ist. Dennoch sind kleine Abweichungen von der idealen Überwinterungstemperatur für die Pflanze im Allgemeinen unschädlich. Falls sie Blätter verloren hat, schlägt sie im Frühling wieder aus. Ab dem Februar kann die Calamondin-Orange dann wieder wärmer und heller gestellt werden, zum Beispiel an ein Südseitenfenster. Ab diesem Zeitpunkt sollte man wieder mehr gießen und auch etwas düngen.

Umtopfen

  • Frucht des OrangenbaumsMit einer Gießkanne die Erde an den Topfrändern befeuchten oder Topf in einen Wassereimer tauchen
  • Topf kippen, um Wurzeln und Substrat vorsichtig zu lösen
  • Überflüssige Erde von den Wurzeln schütteln
  • Im größeren Pflanzgefäß eine Grundschicht mit neuem Substrat bilden
  • Pflanze so in den Topf setzen, dass sie so hoch wie früher mit dem Topfrand abschließt
  • Bäumchen nie tiefer setzen als im alten Topf
  • Weiteres Substrat von oben auffüllen und an das Stämmchen drücken
Es ist nicht notwendig, eine Calamondin-Orange jährlich umzutopfen. Erst wenn die Erde dicht mit Wurzeln durchzogen ist und die Pflanze weniger Blüten bildet, benötigt sie einen größeren Topf. Für das Umtopfen eignen sich am besten die Monate vor dem Neuaustrieb im zeitigen Frühjahr.

Krankheiten und Schädlinge

Färben sich die Blätter gelb und fallen dann ab, dann kann das zweierlei Ursachen haben. Entweder ist das Wasser zu kalkhaltig oder der Standort zu schattig. Wirft die Pflanze ihre Knospen ab und bildet keine neuen Früchte, dann wird sie zu wenig gegossen. Bei einer zu niedrigen Luftfeuchtigkeit kann an der Unterseite der Blätter die Rote Spinne auftreten. Auch Läuse befallen gern Orangenbäume. Sie lassen sich jedoch mit herkömmlichen Hausmitteln wie einem Sud aus Wasser und Tabak oder Asche erfolgreich bekämpfen. Vorbeugend kann die Pflanze hin und wieder mit Wasser besprüht werden. Es kann auch vorkommen, dass das Orangenbäumchen von Rußtau befallen wird. Dieser lässt sich mit einem feuchten Schwamm abwischen. Auch Schild- und Wollläuse sind mögliche Schädlinge. Stark befallende Pflanzen können mit speziellen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist die Reifezeit der Früchte?
Die Früchte benötigen ab der Blüte 6 bis 12 Monate, um zu reifen. Das ganze Jahr hindurch reifen immer wieder neue Früchte heran. Damit der grüne Farbstoff der Schalen gegen Gelb und Orange getauscht wird, sind niedrige Nachttemperaturen nötig. Bei hohen Temperaturen bleibt die Schale grün, während die Frucht trotzdem reift.

Woran erkennt man unabhängig von der Färbung der Schale, dass die Früchte reif sind?
Die Reife lässt sich an der Weichheit, am Alter und an der Größe der Frucht erkennen. Sie werden jedoch nur weich und saftig, wenn die Pflanze regelmäßig genügend Wasser bekommt.

Warum werden die Blätter gelb und fallen ab?
Das kann passieren, wenn der Boden zu kalkhaltig ist, das Gießwasser zu kalkhaltig ist oder die Pflanze zu wenig Licht bekommt.