Dahlien, Dahlia - Pflanzen, Pflege und Überwintern

Rote DahlienblüteDahlien sind krautige und ausdauernde Pflanzen, die unterschiedlichen Klassen zugeordnet werden. So gibt es einfach blühende Dahlien mit schwach gefüllten und ungefüllten Blüten oder Seerosendahlien, deren Blüten denen der Seerose ähneln. Die sogenannten Kaktus- und Semi-Kaktus-Dahlien beeindrucken mit ihren länglichen, zusammengerollten Blütenblättern und Pompon-Dahlien mit ihren kompakten kugeligen Blüten.

Halskrausen-Dahlien verfügen über einen zusätzlichen Blütenblätterkranz, der sich zudem farblich deutlich von den unteren Blütenblättern unterscheidet. Die sogenannten Balldahlien bilden kugelförmige, dicht gefüllte Blüten, wobei die Blütenblätter leicht nach innen eingerollt sind. Schmuckdahlien bestechen durch wunderschön gezeichnete, mehrfarbige Blüten.

Kurzer Steckbrief
  • Dahlien sind krautige Dauerblüher.
  • Blütezeit von Juli bis zum Herbst.
  • Alle Blütenfarben, teils mehrfarbig sowie gefüllt und ungefüllt.
  • Verfügen je nach Art über knollig verdickte Wurzeln, Knollen oder Luftwurzeln.
  • Sie können je nach Art von 30 bis 180 cm groß werden.
  • Gedeihen im Topf und im Garten.
  • Vermehrt wird durch Aussaat, Stecklinge oder Tochterknollen.
  • Dahlien sind nicht winterhart.
  • Kultivierung im Kübel

Pflanzen im Kübel

Bei einer Kübelpflanzung sollte der Durchmesser des Pflanzgefäßes etwa halb so groß sein, wie die jeweilige Dahliensorte hochwächst. Zudem sollte es über Abzugslöcher verfügen. Als Substrat eignet sich handelsübliche Kübelpflanzen- oder Blumenerde, in die die Knollen etwa 3-5 cm tief gesteckt werden. Dabei sollte der Wurzelhals möglichst nicht beschädigt werden. Anschließend wird das Ganze gut angegossen, der Kübel an einen hellen Standort gestellt und das Substrat gleichmäßig feucht gehalten.

Gießen und Düngen

Gegossen wird erst, wenn die oberste Bodenschicht abgetrocknet ist. Ist das Pflanzgefäß gut durchwurzelt, kann im Sommer täglich gegossen werden. Die Gießmenge hängt vom jeweiligen Standort und den vorherrschenden Temperaturen ab.

Werden die Knollen im Frühjahr in frische Erde gesetzt, ist eine weitere Düngung in der Regel nicht erforderlich. Das gilt auch für die ersten acht Wochen nach dem Umtopfen. Ansonsten kann einmal im Monat mit einem Flüssigdünger in halber Konzentration gedüngt werden.

Überwinterung im Kübel

Um die Dahlienknollen im Kübel zu überwintern, gießt man ab September deutlich weniger. Nach den ersten Nachtfrösten werden sowohl Blätter als auch Stängel komplett abgeschnitten und die Kübel in einem frostfreien, vor Sonnenlicht geschützten Raum bei Temperaturen um die 5 Grad überwintert.

Man kann die Knollen auch aus der Erde herausnehmen, Erdreste entfernen und sie trocken, beispielsweise auf einem Drahtgitter und kühl überwintern. Im Frühjahr können die Knollen dann wieder in frische Erde gepflanzt und nach den Eisheiligen nach draußen gestellt werden.

Pflanzen im Garten

Orange Blüte der DahlieDahlien können direkt in den Garten ausgepflanzt oder ab Anfang März vorgezogen werden. Zum Vorziehen pflanzt man die Knollen in Töpfe und stellt diese an einen hellen Platz bei Temperaturen zwischen 8 und 15 Grad. Mitte/Ende Mai können sie nach draußen gepflanzt werden.

In den Garten pflanzt man Dahlien Ende Mai/Anfang Juni, wenn es dauerhaft frostfrei ist. Vor der Pflanzung legt man die Knollen für einen halben Tag in ein Gefäß mit Wasser. Danach werden Löcher ausgehoben, in die man eine Hand voll Hornspäne oder Rinderdung gibt. Darauf kommen dann in gut 5 cm Tiefe die Dahlienknollen. Die Knollen sollten nicht zu dicht und nicht zu tief gepflanzt werden. Anschließend wird gut angegossen und das Substrat gleichmäßig feucht gehalten.

Der Pflanzabstand beträgt bei kleinen Arten 30-40 cm, bei mittelgroßen 60-70 cm und bei großen Arten 80-100 cm. Da die Blüten sehr groß und schwer sind, sollte man bereits bei der Pflanzung Stützstäbe neben den Knollen platzieren, um ein Auseinanderfallen oder Abknicken zu verhindern.

Standort und Boden

  • Diese Pflanzen bevorzugen einen windgeschützten und sonnigen Standort.
  • Kommen auch mit Halbschatten gut zurecht.
  • Sie sollten mindestens zwei Stunden am Tag Sonne bekommen.
  • An zu schattigen Standorten sind die Blüten nur sehr schwach entwickelt.
  • Geeignet ist jeder gute Gartenboden, der frisch, wasserdurchlässig und nährstoffreich ist.
  • Optimal soll für Dahlien ein leicht saurer Boden sein mit einem pH-Wert um 6,5.
  • Lehmige Böden sind ungeeignet.

Gießen und Düngen

In den ersten Wochen nach der Pflanzung wird nur mäßig gegossen. Ansonsten sollte der Boden vom Frühjahr bis zum Herbst gleichmäßig feucht gehalten und bei andauernder Trockenheit regelmäßig gegossen werden.

Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Gießen sollte man möglichst immer morgens oder abends und nicht über die Blätter. Ab Ende September wird deutlich weniger gegossen um die Knollen dazu anzuregen, Wasser zu speichern, welches sie für die Überwinterung benötigen.

Die erste Düngung sollten Dahlien bereits bei der Pflanzung erhalten. Ein weiteres Mal können sie im Juli oder August gedüngt werden, besonders bei sandigen Böden. Mineralische und stickstoffhaltige Dünger sind ungeeignet, weil die Pflanzen dadurch nur in die Höhe schießen und kraftlos bleiben.

Schneiden

Verblühtes sollte regelmäßig entfernt werden, so kann die Dahlie bis in den Herbst hinein immer wieder neue Knospen bilden. Unterlässt man das Ausputzen, fallen die verwelkten Blütenblätter auf die Blätter der Pflanze, wo sie verkleben und braune  Stellen hinterlassen. Für größere Blüten kann man zudem die Seitenknospen entfernen.

Überwintern

Dahlien sind nicht winterhart und müssen frostfrei überwintern. Nach den ersten Nachtfrösten werden die Knollen der komplett verwelkten Pflanzen aus dem Boden geholt, die Stängel bis auf etwa 6 cm abgeschnitten und lose Erde entfernt. Der Boden sollte dabei möglichst trocken sein.

Die Knollen lässt man für ein paar Tage an der Luft trocknen, sodass sich in den hohlen Stängeln kein Wasser mehr befindet. Dann werden faule und beschädigte Knollen aussortiert. Sind besonders wertvolle Knollen beschädigt, kann man die betreffenden Stellen herausschneiden und sie so evtl. noch retten. Die Schnittwunden desinfiziert man dann mit Holzkohlepulver. Diese Knollen sollten getrennt von gesunden überwintert werden.

Das Winterquartier sollte gut belüftet, dunkel und kühl sein, bei Temperaturen um die 5-8 Grad. Zum Überwintern legt man die Knollen nebeneinander auf eine luftdurchlässige Unterlage, beispielsweise eine Holzstiege oder ein Drahtgitter. Auf keinen Fall sollte man sie übereinanderliegend lagern. Man kann sie jedoch in ein trockenes Torf-Sand Gemisch legen und einige Zentimeter damit bedecken. Nun sollte man die Knollen regelmäßig auf Fäulnis oder Schimmel kontrollieren und kranke Knollen sofort aussortieren. Das macht sich natürlich am besten, wenn die Knollen lose gelagert werden. Besitzt man besonders wertvolle Dahlien, kann man diese vor Fäulnis schützen, indem man sie mit Schwefelpulver bestreut.

Vermehren

Gelbe DahlienblütenAussaat

Die Samenkapseln von den verblühten Pflanzen schneidet man im Herbst ab und lagert sie bis zum nächsten Frühjahr kühl und trocken. Mitte/Ende April sät man in Töpfe oder andere Aussaatgefäße etwa 1-2 cm tief in lockeres Substrat aus. Dann das Substrat gut anfeuchten, mit Glas oder lichtdurchlässiger Folie abdecken und an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen. Die Temperaturen sollten jetzt zwischen 20 und 27 Grad liegen.

Sind die ersten Sämlinge zu sehen, wird die Abdeckung entfernt, in kleine Töpfe vereinzelt und an einen warmen und sonnigen Platz gestellt. Ab Mitte/Ende Mai können die jungen Pflänzchen dann ins Freie gepflanzt werden.

Stecklinge

Aus einer Knolle können bis zu 20 Stecklinge gewonnen werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist Ende Januar/Anfang Februar. Zunächst treibt man die Dahlien vor, indem man die Knollen z.B. in eine Kiste oder in Töpfe in ein Gemisch aus Sand und Kompost legt und einige Zentimeter mit Erde bedeckt. Dann gießt man das Substrat und hält es gleichmäßig feucht. Den Topf stellt man dann an einen hellen und warmen Platz.

Erste Augen zeigen sich nach etwa 2-3 Wochen. Aus denen entwickeln sich dann die Triebe. Verfügen diese über 3-4 Blattpaare, werden sie über dem untersten Knoten des Stängels abgeschnitten und die unteren Blätter entfernt. Die Stecklinge werden in entsprechende Anzuchtgefäße in nährstoffarme Einheitserde oder ein Gemisch aus reifem Kompost und Sand, zu gleichen Teilen gesteckt. Das Anzuchtgefäß deckt man dann mit lichtdurchlässiger Folie ab und stellt es an einen hellen Platz, beispielsweise auf der Fensterbank.

Die nächsten Tage werden die Stecklinge regelmäßig auf Faulstellen überprüft und Faulendes sofort entfernt. Entwickeln sich die ersten Blätter, können die jungen Pflänzchen in kleine Töpfe, in ein etwas fetteres Substrat aus einem Teil Sand und zwei Teilen reifen Kompost umgepflanzt werden. Gegebenenfalls müssen sie ein weiteres Mal in etwas größere Töpfe umgepflanzt werden, bevor sie ab Ende März in einem frostfreien Frühbeet abgehärtet und Ende Mai in den Garten gepflanzt werden können. Dort bilden die Stecklinge nach und nach eine Knolle aus.

Teilung

Am einfachsten ist die Vermehrung durch Teilung der Knollen im Frühjahr vor der Pflanzung. Die Knollen werden per Hand oder mit einem Messer getrennt und die Schnittwunden mit Holzkohlepulver desinfiziert.

Die geteilten Knollen sollten alle über einen Wurzelhals verfügen, denn aus denen entwickeln sich die Triebe. Im Frühjahr zeigt sich in der Regel, ob sich Triebe bilden oder nicht. Jede Knolle muss über mindestens ein sichtbares Auge am Wurzelhals verfügen, besser sind zwei oder drei. Die Knollen werden dann getrennt voneinander eingepflanzt.

Krankheiten und Schädlinge

Blattfleckenkrankheit

Diese Krankheit tritt vor allem im Spätsommer auf und zeigt sich an zunächst kleinen, rundlichen, aufgehellten und später gelblich-grünen Flecken auf den Blättern. Bei starkem Befall sind die Blätter durchlöchert und vertrocknen. Befallene Pflanzenteile müssen entfernt und im Hausmüll entsorgt oder verbrannt werden, ebenso wie am Boden liegendes Laub oder Schnittgut. Zur Bekämpfung können entsprechende Fungizide gespritzt werden.

Dahlienmosaikvirus

Bei dieser Viruserkrankung färben sich die Blätter gelblich-grün und kräuseln sich. Das Wachstum der betreffenden Pflanze wird gehemmt. Eine Bekämpfung ist nicht möglich, alle betroffenen Pflanzen müssen beseitigt und wenn möglich verbrannt werden. Um dieser Erkrankung vorzubeugen, sollten Messer, mit denen Stecklinge geschnitten wurden, vor dem Ausschneiden der Dahlien desinfiziert werden.

Echter Mehltau

Echter Mehltau an Dahlien ist an einem weißen mehligen Belag auf den Blättern zu erkennen. Dieser tritt vor allem bei feuchtwarmer Witterung auf. Zur Bekämpfung bieten sich handelsübliche Spritzmittel an.

Blattläuse

Dahlien können von grünen und schwarzen Blattläusen befallen werden, die an allen Pflanzenteilen, vor allem aber an den Blattunterseiten zu finden sind. Zudem weisen die Blätter Deformierungen auf. Befallene Pflanzen können mit einem starken Wasserstrahl abgespritzt werden. Neben handelsüblichen Spritzmitteln kann auch Brennsesselsud zur Bekämpfung eingesetzt werden.

Spinnmilbe 'Rote Spinne'

Ein Befall mit der Roten Spinne ist an feinen Gespinsten unter den Blättern zu erkennen. Im weiteren Verlauf vergilben die Blätter und sterben schließlich ab. Im Handel werden spezielle Mittel zur Bekämpfung angeboten.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann man die Blütenbildung fördern?
Verwelkte Blüten sollten immer mitsamt Stängel bis zur nächsten Verzweigung abgeschnitten werden, das fördert die Bildung neuer Seitentriebe und Knospen.

Worauf sollte bei der Überwinterung geachtet werden?
Das Winterquartier sollte kühl und trocken sein und an die Knollen muss ausreichend Luft gelangen. Eine Aufbewahrung in Holzkisten ist ideal, Plastikbeutel sind ungeeignet, die Knollen würden faulen. Die Knollen häufiger wenden und auf Fäulnis kontrollieren.

Was sollte man beim Teilen der Knollen beachten?
Besonders große Knollen immer teilen, diese würden ansonsten kaum Blüten und sehr viele Blätter entwickeln. Jedes Teilstück muss über mindestens ein Auge am Wurzelhals verfügen. Schnittstellen möglichst desinfizieren.