Federmohn, Macleaya cordata - Pflege im Garten/Kübel

FedermohnFedermohn macht Schluss mit verwaisten Plätzen im Beet, deckt unansehnliche Mauern ab oder fungiert als Sichtschutz entlang des Gartenzaunes. Mit unbändiger Wuchskraft verwandelt die majestätische Staude Balkon und Terrasse in ein grünes Refugium. Erheben sich im Sommer über den mächtigen Schmuckblättern die federleichten Rispenblüten, hat der Macleaya cordata das Prädikat als Schmuckstaude verdient. Gleichwohl dürfen wir seine tückischen Seiten nicht links liegen lassen, wie sein Giftgehalt und die Neigung zum Wuchern. Erfahren Sie hier, wie die Pflege im Garten und Kübel fachgerecht gelingt.

Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Mohngewächse (Papaveraceae)
  • Art innerhalb der Gattung Federmohn (Macleaya cordata)
  • Beheimatet in den gemäßigten Regionen Chinas und Japans
  • Krautige, ausdauernde Pflanze
  • Rhizombildend mit langen Ausläufern
  • Wuchshöhe von 200 bis 300 cm
  • Große, herzförmige, blaugrüne Schmuckblätter
  • Fedrige Rispenblüten in weiß oder rosa-weiß von Juli bis August
  • Winterhart und laubabwerfend
Zugeordnet zu den Hahnenfußgewächsen, ist der Federmohn in allen Teilen hoch giftig. Der bräunliche Milchsaft verursacht unangenehme Hautirritationen mit Blasenbildung und Entzündungen. Darüber hinaus sind daraus entstehende Flecken von der Haut oder Kleidung nur sehr schwer zu entfernen.

Standort

Federmohn wird seinem Ruf als zuverlässiger Lückenfüller mit dekorativer Ausstrahlung an allen sonnigen bis halbschattigen Standorten gerecht. Wind und Regen bereiten der Staude im Freiland ebensowenig Probleme, wie sommerliche Hitze vor einer Südmauer. Somit eignet sich der florale Hüne im Kübel ausgezeichnet zum Schattenspender auf dem sonnigen Balkon.

Boden und Substrat

Die opulente Blattschmuckstaude gedeiht in jeder normalen Gartenerde. Gut durchlässig sollte der Boden sein und reich an Nährstoffen. In Bezug auf die spezifische Zusammensetzung gibt der Federmohn flexibel. Sandig-lehmig bis frisch-feucht ist ihm zwar besonders lieb; die locker-humose Erde entlang eines Gehölzrandes beeinträchtigt seinen Ausbreitungsdrang und die Blütenfülle ebenso wenig, wie ein typischer Steingartenboden.
Damit ein Macleaya cordata im Kübel die Erwartungen erfüllt, empfehlen wir eine stukturstabile Blumenerde auf Kompostbasis. Ein möglichst geringer Torfanteil ist von Vorteil, da diese Substratzugabe bereits nach kurzzeitiger Antrocknung zur Verdichtung neigt und kaum noch Wasser speichert. Geben Sie noch einige Handvoll Lavagranulat, Blähton oder Sand hinzu, um eine gut Durchlässigkeit zu gewährleisten.

Tipp: Damit sich im Kübel keine Staunässe bildet, breiten Sie über der Bodenöffnung eine Drainage aus Splitt oder Kieselsteinen aus. Die Steine dürfen am windexponierten Standort gerne etwas größer sein, um die Standsicherheit zu fördern.

Gießen im Garten

Je sonniger der Standort, desto mehr Feuchtigkeit verdunstet die Pflanze über ihre mächtigen Blätter. Gießen Sie einen Federmohn im Freiland daher reichlich und regelmäßig, ohne dass sich Staunässe bildet. Prüfen Sie während warmer Sommertage regelmäßig die Erde per Daumenprobe. Fühlen sich die oberen 3-4 cm trocken an, wird gewässert. Geben Sie das Gießwasser direkt auf die Wurzelscheibe. Da Regenwasser nicht immer das dichte Blätterkleid durchdringt, kann selbst nach einem Sommerregen der Griff zur Gießkanne erforderlich sein.

Gießen im Kübel

In Kübelkultur gilt die ausgewogene Wasserversorgung als tragende Säule einer fachgerechten Pflege von Macleaya cordata. Da im beschränkten Substratvolumen die Wasservorräte rascher verbraucht sind, handhaben Sie diesen Aspekt so:
  • Alle 2-3 Tage den Finger 3-4 cm tief in die Erde drücken
  • Bei Trockenheit das Gießwasser langsam auf die Wurzelscheibe geben
  • Laufen aus der Bodenöffnung die ersten Tropfen heraus, ist der aktuelle Bedarf gedeckt
Hat sich im Untersetzer überschüssiges Gießwasser gesammelt, wird es nach 10-15 Minuten ausgeschüttet. Befindet sich die Pflanze an einem nicht überdachten Standort, verzichten Sie besser auf einen Untersetzer, damit es nach einem Regenguss nicht zu Staunässe kommen kann.

Düngen im Beet

Im Federmohn steckt eine gewaltige Wuchskraft, die keine ergänzende Nährstoffzufuhr erfordert. Einzig bei Mangelerscheinungen, wie schlaffen, blassen Blättern oder einer spärlichen Blüte, geben Sie reifen Kompost mit Hornspänen, Rindenhumus, Guano oder einen anderen organischen Dünger auf die Wurzeln. Arbeiten Sie das Material mit der Harke oberflächlich ein und gießen anschließend. Auf die Verabreichung einer geballten Ladung Stickstoff eines mineralischen Düngers, wie Blaukorn, sollten Sie Abstand nehmen.

Tipp: Regelmäßiges Gießen mit nährstoffreichem Teichwasser beugt Mangelerscheinungen an Federmohn wirksam vor.

Düngen im Kübel


Während sich ein Federmohn mithilfe seines weitreichenden Wurzelwerks die nötigen Nährstoffe aus dem Boden holt, ist diese Option im Kübel nicht gegeben. Die Vorräte im vorgedüngten Substrat sind innerhalb von 6-8 Wochen aufgebraucht. Düngen Sie die Blattschmuckpflanze so:
  • Von April bis September alle 4 Wochen einen organischen oder mineralisch-organischen Flüssigdünger verabreichen
  • Angetrocknetes Substrat zunächst mit klarem Wasser anfeuchten
  • Anschließend das Präparat dem Gießwasser hinzugeben
Alternativ verabreichen Sie im April und Juni einen Dünger in Stäbchen- oder Kegelform. Im Laufe von 3 Monaten geben diese Präparate die Nährstoffe schrittweise an die Pflanze ab.

Schneiden

Scheuen Sie sich nicht, den Federmohn unterjährig zu stutzen. Nimmt die Pflanze unerwünschte Dimensionen an, kürzen Sie zu lange Triebe mit der Schere ein. Die verwelkten Blütenstängel werden zeitnah abgeschnitten, um eine unkontrollierte Selbstaussaat im Garten zu unterbinden. In Kübelkultur bewahren Sie durch regelmäßiges Ausputzen verblühter Rispen ein gepflegtes Erscheinungsbild. Zwischen November und Februar schneiden Sie die Staude bodennah ab, für einen ungehinderten Neuaustrieb in der nächsten Saison.

Bitte bedenken Sie insbesondere bei dieser Pflegemaßnahme den Giftgehalt und die hartnäckigen Flecken, die der Pflanzensaft verursacht. Tragen Sie Handschuhe und schützen Haut und Kleidung mit einem Kunststoff-Overall.

Überwintern im Garten

Nach dem ersten Frost zieht Federmohn allmählich seine grünen Pflanzenteile ein. Der Wurzelballen überdauert selbst tiefste Minustemperaturen unbeschadet, um im nächsten Frühjahr erneut auszutreiben. Besondere Vorkehrungen sind im Beet daher nicht zu treffen. Idealerweise belassen Sie das welke Blätterkleid bis Januar/Februar als natürlichen Winterschutz an der Pflanze. Räumen Sie das herabgefallene Laub nicht weg, da es ebenfalls den Wurzelballen vor Kälte und Dauernässe abschirmt.

Überwintern im Kübel

Während das Erdreich den Wurzelballen im Winter vor Schaden bewahrt, steht Federmohn hinter den relativ dünnen Kübelwänden dieser Schutz nicht zur Verfügung. Vor dem ersten Frost sind die folgenden Vorkehrungen sinnvoll:
  • Den Topf umhüllen mit Noppen- oder Luftpolsterfolie
  • Einen Holzblock unterschieben, sofern das Gefäß nicht bereits auf einem Pflanzenroller steht
  • Das Substrat bedecken mit Laub, Holzwolle oder Reisig
Gießen Sie die Staude ab und zu an milden Tagen, sofern Schnee und Regen ausbleiben. Von Oktober bis März erhält die Pflanze keinen Dünger.

Vermehren

Teilung
Die unkomplizierteste Form der Vermehrung von Federmohn gelingt durch Teilung des Wurzelballens. Sobald der Boden im März/April vollständig aufgetaut ist, graben Sie das Rhizom der bodennah zurückgeschnittenen Pflanze aus. Sollten für diesen Zweck Ausläufer zu durchtrennen sein, beeinträchtigt dieser Umstand den erfolgreichen Verlauf der Aktion nicht. Schütteln Sie die Erde aus dem Wurzelgeflecht und legen es auf eine stabile Unterlage. Mit einem Messer, eine Säge oder dem Spaten zerteilen Sie den Wurzelballen in die gewünschte Anzahl von Segmenten. So fahren Sie weiter fort:
  • Am neuen Standort eine Pflanzgrube ausheben
  • Bei einer Gruppenpflanzung einen Abstand von 50-100 cm einhalten
  • Den Aushub anreichern mit Kompost und Hornspänen
Setzen Sie jedes Teilstück dergestalt in die Erde, dass die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird. Gießen Sie großzügig bemessen an und halten auch in der Folgezeit die konstante Wasserversorgung aufrecht, damit die Verwurzelung zügig vonstatten geht.

Wurzelschnittlinge
Dank seiner kräftigen Rhizome gilt der Federmohn als geeigneter Kandidat für die Vermehrung mittels Wurzelschnittlingen. Hierzu schneiden Sie im Frühjahr oder Herbst von einer gesunden Mutterpflanze einen Ausläufer ab. Diesen zerschneiden Sie in 5-7 cm lange Stücke, die über mindestens ein Auge verfügen. Wichtig zu beachten ist, dass Sie jeweils den unteren Schnitt schräg und den oberen Schnitt gerade ansetzen, um beim späteren Einpflanzen die Polarität nicht zu verwechseln. Mit den vorbereiteten Wurzelschnittlingen verfahren Sie so:
  • Kleine Tontöpfe füllen mit lockerer, magerer Anzuchterde
  • Darin jeweils einen Wurzelschnittling mit dem schrägen Ende nach unten einsetzen
  • Die gerade Schnittstelle schließt bündig mit dem Substrat ab
  • Dünn mit Substrat übersieben und feiner Brause anfeuchten
Gießen Sie die Rhizomstücke regelmäßig und verabreichen Sie keinen Dünger. Am halbschattigen, warmen Standort bildet sich ein neues Wurzelsystem, das sich im Topf innerhalb weniger Wochen ausbreitet. Der junge Federmohn ist reif für die Auspflanzung, wenn er über mindestens 2 gesunde Blattpaare verfügt.

Tipp: Sollten Sie im Nachhinein die Polarität eines Wurzelschnittlings nicht mehr nachvollziehen können, pflanzen Sie diesen kurzerhand waagerecht ein. Die Bewurzelung nimmt in diesem Fall ein wenig länger in Anspruch.

Häufig gestellte Fragen

Welche Pflanznachbarn können es mit einem Federmohn aufnehmen?

Siedeln Sie den Federmohn vor der dunklen Kulisse von Gehölzen an, kommt die Blattschmuckpflanze mit ihren fedrigen Blütenwolken ausgezeichnet zur Geltung. Im gleichen Zug trifft die Staude hier auf Pflanznachbarn, die ihrer Neigung zum Wuchern einen Riegel vorschieben. Im Freiland und im Hintergrund von Staudenrabatten lassen sich Weißbuntes Chinaschilf (Miscanthus sinensis 'Variegatus'), Hoher Wiesenkopf (Sanguisorba armena) sowie die Riesen-Sonnenblume (Helianthus giganteus) von einem Macleaya cordata nicht unterkriegen.

Auf den riesigen Blättern meines Federmohns breitet sich ein mehlig-weißer Belag aus. Ist die Pflanze krank?


Wenngleich eine Ferndiagnose nicht mit letzter Sicherheit zu stellen ist, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Pilzinfektion Mehltau. Schneiden Sie umgehend die betroffenen Pflanzenteile ab und entsorgen diese im Hausmüll. Anschließend vermischen Sie Wasser und frische Milch (keine H-Milch) im Verhältnis 6 : 1 und geben als Emulgator einen Spritzer Spülmittel hinzu. Diese Lösung tragen Sie alle 2-3 Tage auf die Ober- und Unterseiten der Blätter auf. Das in der Milch enthaltene Lecithin bekämpft die Pilzsporen effektiv.

Kann den Federmohn am Wuchern hindern?

Damit sich die kräftigen Rhizome mit ihren Ausläufern nicht auf Eroberungszug durch Ihren Garten begeben, haben Sie im Rahmen der Pflanzung zwei Optionen. Sie setzen den Federmohn mit einer Wurzelsperre aus unverrottbarem Geotextil. Alternativ pflanzen Sie die Staude in einen Maurerbottich oder steinernen Kübel ohne Boden. Wichtig zu beachten ist, dass jegliche Wurzelsperre einige Zentimeter über die Erdoberfläche herausragt, damit die Ausläufer nicht darüber hinweg wuchern.