Fledermausblume, Tacca chantrieri - Anzucht und Pflege

FledermausblumeIn den lichten Wäldern und malerischen Tälern der Tropen gedeiht eine Blume von mystischer Anziehungskraft. Mit ihren dunkel-purpurfarbenen Blüten und den langen Bartfäden suggeriert die Tacca chantrieri eine Fledermaus im Anflug auf ihre Beute, was die Bezeichnung Fledermausblume erklärt. Seit die kapriziöse Blütenschönheit mit der Jahrtausendwende nach Deutschland kam, streben Hobbygärtner nach einer erfolgsgekrönten Anzucht und Pflege. Locker aus dem Handgelenk gelingt die Kultivierung der Teufelsblume zwar nicht; vor unüberwindliche Hürden wird der Pflanzenfreund trotzdem nicht gestellt. Die Bereitschaft, festgetretene Pfade der Pflanzenpflege zu verlassen, ist der erste Schritt zum Erfolg.

Kurzer Steckbrief:
  • Pflanzenfamilie der Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae).
  • Bezeichnung der Art: Fledermausblume.
  • Wissenschaftlicher Name: Tacca chantrieri.
  • Beheimatet in den Tropen und Subtropen.
  • Mehrjährige, krautige Blütenpflanze bis 110 cm Höhe.
  • Grüne Blätter bis 50 cm lang und 20 cm breit.
  • Purpurfarbene Blüten mit 40 cm langen Bartfäden.
  • Blütezeit im Sommer über 3 bis 4 Monate.
  • Dunkelrote Beeren mit ca. 3 cm Durchmesser.
  • Nicht winterharte Pflanze mit Rhizomen als Überdauerungsorgan.
  • Weitere Bezeichnungen: Teufelsblume, Fledermauspflanze, Dämonenblüte.
Neben dem bizarren Habitus, haben die ungewöhnlich lange Blütezeit der Fledermausblume, die bis zu 4 Monate andauert, und der daran anschließende tiefrote Beerenschmuck maßgeblich zu der wachsenden Popularität der Zierpflanze beigetragen.

Anzucht

Die Anzucht einer Fledermauspflanze erfolgt in der Regel durch Aussaat der Samen. Da es keine zeitlichen Einschränkungen gibt, bietet sich die Winterzeit für diese Arbeit an, weil sich die Gartenarbeit währenddessen in einem überschaubaren Rahmen hält. Idealerweise stehen für die Anzucht ein Zimmergewächshaus oder eine beheizbare Saatschale zur Verfügung, weil hohe Temperaturen in Einheit mit hoher Luftfeuchtigkeit benötigt werden. Als zwingende Voraussetzung gilt dies nicht, denn es gibt simple Alternativen.
  • Das Anzuchtgefäß mit Aussaaterde, Kokosfasern oder einem Torf-Sand-Gemisch füllen.
  • Die Anzuchterde mit einer Sprühflasche anfeuchten und die Samen darauf ausstreuen.
  • Entweder nur gut andrücken oder dünn mit Erde bedecken, denn es sind Lichtkeimer.
  • Am hellen, nicht vollsonnigen Platz bei konstant 25° Celsius platzieren.
  • Bei Verwendung von Töpfen, erhalten sie eine Haube aus durchsichtiger Plastikfolie.
  • Im Verlauf der nächsten 5 bis 6 Wochen Substrat und Samen regelmäßig besprühen.
  • Die Abdeckung des Anzuchtgefäßes mindestens alle 3 Tage lüften.
Schieben sich die Keimblätter aus den Samen, ist dies das Signal, dass die Keimung sich in Gang setzt. Nun gilt es, geduldig den Pflänzchen weiterhin die gewünschte Wärme von 25° Celsius zu bieten sowie die Luftfeuchtigkeit durch wiederholtes Besprühen mit kalkarmem Wasser auf hohem Niveau zu halten. In der Folge entsprießen den Keimlingen die ersten echten Laubblätter, die sich optisch sehr deutlich von den Keimblättern unterscheiden. Sobald es im Anzuchtbehälter zu eng wird und sich die jungen Fledermausblumen gegenseitig ins Gehege kommen, ist es an der Zeit, sie zu pikieren. Die kräftigsten Jungpflanzen werden umgetopft, wobei das Substrat nach wie vor aus nährstoffarmen Bestandteilen zusammengesetzt ist. Das macht insofern Sinn, als dass die Keimlinge dazu animiert werden, ihre zarten Wurzeln anzutreiben auf der Suche nach Nährstoffen. Eine dünne Schicht aus Gartenkompost am Boden des Gefäßes spornt die Pflanze zusätzlich an. Erst wenn der Topf vollkommen durchwurzelt ist, wechseln die Fledermauspflanzen in einen Kübel, der Blumenerde oder einem Spezialsubstrat, wie Orchideenerde, gefüllt sind.

  Die schwächeren Keimlinge sind viel zu schade, um sogleich entsorgt zu werden. Vorausschauende Hobbygärtner belassen sie noch einige Zeit im Anzuchtgefäß und setzen die Pflege fort in der Hoffnung, dass sich die 'Spätzünder' vielleicht doch noch zu ansehnlichen Teufelsblumen entwickeln.

Standort

Die Fledermausblume ist weit entfernt vom Status einer herkömmlichen Zimmerpflanze. Sie bevorzugt ein klimatisches Milieu, in dem Mitteleuropäer sich weniger wohl fühlen.
  • Permanente Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 %.
  • Konstante Wärme bei 23° bis 25° Celsius.
  • Helle Lichtverhältnisse ohne pralle Sonneneinstrahlung.
  • Gerne als Unterpflanzung hoher Farne oder Bäume.
Platziert auf der Fensterbank des Familien-Wohnzimmers ist demgemäß ein rasches Ende der tropischen Tacca chantrieri vorprogrammiert. Wohin also mit dem spektakulären Yamswurzelgewächs? Glücklich die Hobbygärtner, die über folgende Räumlichkeiten verfügen:
  • Beheizter, lichtdurchfluteter Wintergarten.
  • Ein klimatisiertes Terrarium.
  • Ein feucht-warmes Gewächshaus.
Wer über ein derartiges Refugium für die Fledermausblume nicht verfügt, muss noch lange nicht resignieren, denn es gibt die Pflanzenvitrine. Dabei handelt es sich um ein geniales Gewächshaus, das aus Steckelementen zusammengesetzt wird und parallel zur Dämonenblüte mitwächst. Da sie in allen Teilen aus Plexiglas besteht, ist die Pflanzenvitrine robust und langlebig. Unter ihrem Schutz gedeiht die Fledermausblume selbst in Wohnräumen, solange es dort hell und warm genug ist. Für die Luftfeuchtigkeit sorgen neben dem regelmäßigen Einnebeln beispielsweise ein Zimmerbrunnen oder spezielle Geräte aus dem Handel.

  Den Sommer hindurch gönnt der Hobbygärtner seiner Fledermauspflanze Ferien auf dem Balkon in einer halbschattigen, geschützten und warmen Ecke.

Gießen und Düngen

Die Vegetationsphase einer Fledermausblume erstreckt sich von Mai bis September. Während dieser Zeit ist die tropische Blume sehr durstig, sollte hingegen nicht ertränkt werden.
  • Die Teufelsblume konstant feucht halten.
  • Der Wurzelbereich darf zu keiner Zeit austrocknen.
  • Stets eine Dosis Gießwasser unmittelbar in die Krone geben.
  • Desgleichen die Blattachseln benetzen, um neue Triebe hervorzulocken.
  • Von Mai bis September alle 3 Wochen mit Blumen- oder Orchideendünger versorgen.
Da die Fledermauspflanze eine konstante Feuchtigkeit benötigt, mit Staunässe hingegen überhaupt nicht zurechtkommt, ist es wichtig, einen eventuellen Untersetzer des Kübels spätestens 20 Minuten nach dem Gießen zu entleeren. Pfiffige Hobbygärtner nutzen ihn dagegen als zusätzlichen Luftbefeuchter. Hierzu füllen sie den Untersetzer mit Kieselsteinen. Das darin gesammelte Wasser muss nicht ausgeschüttet werden, weil die Kiesel eine Entstehung von Staunässe verhindern. Vielmehr wird das überschüssige Gießwasser verdunsten und einen Beitrag leisten zur Aufrechterhaltung der Luftfeuchtigkeit.

Überwintern

Da eine Tacca chantrieri Temperaturen unter 5° Celsius
  • Alle oberirdischen Pflanzenteile abschneiden.
  • Den Topf mit dem Rhizom in ein Winterquartier tragen mit 5° bis 15° Celsius.
  • Nur so viel gießen, dass der Wurzelbereich nicht austrocknet.
  • Erst bei Beginn des neuen Austriebs die Teufelsblume mehr gießen und wärmer stellen.
Alternativ ist eine Überwinterung mit Blüten und Blättern möglich. Der Standort ist hell, bei 15° bis 18° Celsius und erfordert eine weniger hohe Luftfeuchtigkeit, als im Sommer. Die Fledermausblume erhält weniger Wasser und keinen Dünger, weil sie

Umtopfen

Fledermauspflanzen legen ein gemächliches Wachstum an den Tag. Somit ist ein Umtopfen lediglich alle 2 bis 3 Jahre erforderlich. Die beste Zeit für einen Umzug in den neuen Kübel ist das zeitige Frühjahr, kurz bevor die Winterruhe endet.
  • Der neue Kübel ist nur wenige Zentimeter größer und verfügt über einen Wasserablauf.
  • Über der Bodenöffnung wird eine Drainage angelegt aus grobkörnigem, mineralischem Material.
  • Als Substrat eignet sich gute Blumenerde oder Orchideenerde, gemischt mit etwas Sand.
  • Die Fledermausblume austopfen und den Wurzelbereich auf Beschädigungen untersuchen.
  • Faulende, kränklich erscheinende Wurzelteile mit einem desinfizierten Messer herausschneiden.
  • Anschließend im neuen Behälter einpflanzen und gut bemessen angießen.
Während der ersten Tage nach dem Umtopfen wird die Tacca chantrieri täglich mit Wasser eingesprüht, damit sie zügig im frischen Substrat anwächst.

  Wer sicherstellen möchte, dass sich im frischen Substrat keine Sporen, Viren oder Insekteneier befinden, stellt es in einem hitzebeständigen Behälter für 30 Minuten bei 200° Ober- und Unterhitze in den Backofen.

Vermehren

Das Umtopfen bietet dem Hobbygärtner die perfekte Gelegenheit, seine Fledermausblume durch Teilung des Rhizoms zu vermehren. Hierzu wird die überwinterte Wurzel in zwei Teile geschnitten, wobei jedes Segment über mindestens zwei Knospen verfügt. Jedes Teilstück kann nun in einem eigenen Kübel in frisches Substrat gesetzt werden. Idealerweise ist noch ein kleines Stück des Rhizoms zu sehen, um der Bildung von Fäulnis entgegenzuwirken.

Krankheiten und Schädlinge

Tacca chantrieri haben sich bislang als erfreulich widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen erwiesen. Bereitet die exotische Zimmerpflanze dem Gärtner Sorgen, ist dies zumeist auf Versäumnisse in der Pflege zurückzuführen. Die häufigste Ursache ist die Überwässerung des Wurzelbereichs. Befinden sich die Rhizome permanent in Wasser, faulen sie innerhalb kurzer Zeit dahin und die Fledermausblume geht ein. Da zu große Trockenheit der Blume ebenso wenig zusagt, sollte der Hobbygärtner mit einer guten Portion Fingerspitzengefühl das Thema behandeln. Fühlt sich die Substratoberfläche trocken an oder lässt die Fledermauspflanze die Blätter hängen, ist es Zeit, sie zu gießen.

Beginnen gegen Ende der Wachstumsperiode die Blätter damit, sich gelblich-braun zu verfärben, ist dieser Vorgang nur selten als Symptom für eine Krankheit zu deuten. Vielmehr tendiert die tropische Blume dazu, sich während des Winters in den Wurzelbereich zurückzuziehen. Dem kann der Pflanzenfreund entgegenwirken, indem er die Blätter regelmäßig mit kalkarmem Wasser einsprüht. Alternativ schneidet er sämtliche Pflanzenteile ab und gönnt ihr die wohlverdiente Pause.

Schöne Sorten

Die Fledermausblume ist in verschiedenen Sorten erhältlich, von denen die folgenden drei Varietäten zu den populärsten Vertretern zählen:

Weiße Fledermausblume (Tacca nivea)
  • Wuchshöhe 80 cm bis 110 cm
  • weiße Blütenhüllblätter
Schwarze Fledermausblume (Tacca chantrieri 'Black Beauty')
  • Wuchshöhe bis 100 cm
  • tiefschwarze Blüten von September bis Februar
Purpur Fledermausblume (Tacca integrifolia)
  • Wuchshöhe 80 cm bis 110 cm
  • weiße und purpurfarbene Blüten
Die Madagaskar-Fledermausblume (Tacca ankaranensis) lässt die Farbenpracht ihrer Artgenossen vermissen, denn selbst ihre Blüten sind ausschließlich grün. Es ist daher empfehlenswert, beim Kauf der Samen genau hinzuschauen, damit es später zu keiner unangenehmen Überraschung kommt.

Häufig gestellte Fragen

Eignet sich die Fledermausblume für die Hydrokultur?
Exotische Raritäten, wie die Fledermauspflanze werden sehr gerne in Hydrokultur gehalten, weil der etwas diffizile Wasserhaushalt auf diese Weise besser gehandhabt werden kann. Aufgrund des anorganischen Substrats bildet die Tacca chantrieri spezielle Wasserwurzeln aus, was sie weniger anfällig für Fäulnis macht. Zudem versorgt sich die Teufelsblume selbst mit genau so viel Wasser, wie sie wirklich benötigt. Der eingebaute Wasserstandsanzeiger lässt erkennen, wann der Vorrat aufzufüllen ist. Lediglich die Nährstoffversorgung und das regelmäßige Umtopfen unterliegen noch Ihrer Verantwortung.

Ist die Fledermauspflanze eigentlich giftig?
Die Teufelsblume enthält Alkaloide, die sich insbesondere in den Samen befinden. Auf diese Weise schützen sich alle Tacca-Varietäten vor Fressfeinden. Die Wirkung auf Menschen ist zwar nicht tödlich, kann hingegen zu unangenehmen Beschwerden führen. Kleine Kinder und Haustiere sollten daher mit der tropischen Zimmerpflanze nicht in Berührung kommen. Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen, bei den Pflegearbeiten Handschuhe zu tragen, denn Alkaloide können auch durch die Haut übertragen werden.