Hundszahn, Hunds-Zahnlilie, Erythronium dens-canis - Pflege

Hundszahn - Erythronium dens-canisDie anmutige Hunds-Zahnlilie, die ursprünglich in den nördlichen Mittelmeerländern in Wäldern bis in einer Höhe von 2000 Metern beheimatet und wild zu finden ist, hat längst ihren Platz in den hiesigen Gärten gefunden. Denn sie ist im Winter kältere Temperaturen gewöhnt und mag es auch im Sommer bevorzugt halbschattig mit einem feuchten Boden.

Ihren Namen hat sie nicht vom Aussehen ihrer filigranen und in vielen Farben erstrahlenden Blüten, sondern von ihrer Zwiebelform, die an einen Hundezahn erinnert. Die winterharte Staude ist besonders gut geeignet, um leere Stellen unter Bäumen oder Sträuchern zu füllen.

Steckbrief
  • wird zwischen 10 und 15 Zentimetern hoch
  • wächst bevorzugt im Wald oder an Berghängen
  • filigrane Blüte in verschiedenen Farben
  • rosé, weiß, gelb oder violett
  • blüht von März bis Mai
  • Zwiebel erinnert an einen Hundezahn
  • gehört zu den Liliengewächsen
  • Staudenpflanze
  • kultivierbar unter Bäumen und Sträuchern
  • und mit anderen blühenden Pflanzen

Standort

Da es sich bei dem Hundszahn in seiner Heimat um eine Pflanze handelt, die bevorzugt im Wald oder auf den Höhen der Berge wächst, benötigt sie auch in den hiesigen Gärten den idealen Standort. Dieser sollte halbschattig sein, denn die direkte Sonneneinstrahlung, vor allem in den Mittagsstunden, verträgt die anmutige Hunds-Zahnlilie nicht so gut. Daher sind die folgenden Standorte ideal für Erythronium dens-canis:
  • unter Bäumen und großen Sträuchern
  • in der Nähe von Efeu
  • auf einer halbschattigen Blumenwiese
  • in einem Steingarten ohne viel Sonneneinstrahlung
  • Kultivierung im Kübel ebenfalls möglich
  • auf überdachte Terrasse oder halbschattigen Balkon stellen
Tipp: Wer keinen Garten mit Bäumen oder einem anderen halbschattigen Platz zur Verfügung hat, muss auf die anmutige Staudenpflanze nicht verzichten, denn diese lässt sich auch in einem Kübel auf Terrasse oder Balkon kultivieren. Wird ein großer Kübel gewählt, kann der Hundszahn auch mit Sommerblühern gemeinsam kultiviert werden. So ist für längere Zeit eine reichhaltige Blüte garantiert.

Substrat & Boden

HundszahnDie Hunds-Zahnlilie wünscht sich vor allem einen kalkfreien, sauren, nährstoffreichen, humosen und feuchten Boden. Daher sollte das Substrat am Standort den ursprünglichen Bedingungen der im Wald wildwachsenden Pflanze unbedingt angepasst werden. So wird der Gartenboden Idealerweise mit ein wenig Sand und viel Kompost gemischt. Auf die Oberfläche des Bodens rund um die Staudenpflanze wird eine Mulchschicht aufgetragen, die aus einem Gemisch aus alten Blättern und gehäckselten Ästen bestehen sollte. So wird verhindert, dass der Boden zu schnell austrocknet, zudem wird die Pflanze mit weiteren Nährstoffen aus den sich langsam zersetzenden Blättern versorgt.

Gießen & Düngen

Hunds-Zahnlilien benötigen einen feuchten Boden und müssen daher regelmäßig gegossen werden. Gerade wenn längere Zeit die Sonne scheint und es sehr warm und trocken ist, ist ein Gießen erforderlich. Doch oft reicht der natürliche Regen in den hiesigen Breitengraden in der Blütezeit der Pflanze vollkommen aus. Wurden die anmutigen Stauden jedoch im Kübel kultiviert, muss immer auf genügend Feuchtigkeit auch an Regentagen geachtet werden, denn im Kübel trocknet die Erde schneller ab. Da die Stauden keinen Kalk vertragen, sollte aufgefangenes Regenwasser zum Gießen genutzt werden. Gedüngt wird Idealerweise wie folgt, damit die mehrjährige Staude jedes Jahr neue, anmutige Blüten im Frühling hervorbringt:
  • einmal jährlich düngen reicht aus
  • hierzu im Herbst frischen Kompost nutzen
  • diesen vorsichtig unter die Erde rund um die Pflanze unterheben
  • der über das ganze Jahr aufgelegte Mulch erfüllt sein Übriges
Tipp: Wenn der Hundszahn unter einem Baum kultiviert wurde, muss bedacht werden, dass der Boden nicht nur durch Wärme oder Sonneneinstrahlung austrocknen könnte, auch der Baum zieht im Frühling zur Blätterbildung viel Feuchtigkeit aus dem Erdreich.

Pflanzen

Entweder befindet sich im eigenen Garten bereits ein Beet mit Hunds-Zahnlilien, von denen welche zur Vermehrung entnommen werden, der Gartennachbarn hat welche übrig und diese verschenkt, oder  es wurden welche im Handel besorgt. Die Zwiebeln sollten im Herbst eingepflanzt werden, so bilden sich bereits im nächsten Frühling die ersten hübschen Stauden im Kübel oder Beet. Die Pflanzung ist einfach und wird wie folgt durchgeführt:
  • Hundszahnlilievorhandene Erde vorbereiten
  • zur besseren Durchlässigkeit neben Sand auch groben Kies untermischen
  • die Zwiebeln etwa fünf bis sieben
    Zentimeter in die Erde stecken
  • ein Abstand von etwa fünf Zentimeter reicht aus
  • ideal auch für kleinere Kübel
Tipp: Werden die Zwiebeln nah beieinander gepflanzt, stehen auch die Stauden nah zusammen. Lückenbildung zwischen den einzelnen Stauden ist eher nicht gewünscht, da eng zusammenstehende Hunds-Zahnlilien dekorativer wirken, als nur einzelne Pflanzen.

Vermehren & Aussaat

Der Hundszahn ist eine Zwiebelpflanze sowie eine mehrjährige Staude. Dies bedeutet, dass, wenn er einmal eingepflanzt wurde sich selbst vermehrt. Daher sollte der gewählte Standort bereits von Anfang an genügend Platz mitbringen. Erythronium dens-canis vermehrt sich auf zwei verschiedene Arten. Zum Einen bildet er Tochterzwiebeln rund um die Mutterzwiebel, aus denen sich dann ebenfalls neue Staudenpflanzen bilden, zum Anderen lässt er seine Samen aus den verblühten Blüten rundherum fallen, aus denen sich ebenfalls schnell neue Pflanzen bilden können. Wer weitere Beete mit der anmutigen Pflanze in seinem Garten bestücken möchte, dem bietet sich dann die folgende Möglichkeit:
  • neu gebildete Tochterzwiebeln nutzen
  • diese im Herbst dem Boden entnehmen
  • an neuen Standort einpflanzen
  • hier werde diese als neue Mutterpflanze ebenfalls wieder neue Zwiebeln bilden
  • gewonnene Samen aus Blüten können ausgesät werden
  • zwei bis vier Wochen Aussaat feucht und warm halten
  • ideal sind 20° Celsius
  • danach um den Gefrierpunkt für sechs Wochen kalt stellen
  • dann wieder ins Warme holen
  • hierbei dauert die neue Pflanzenbildung in der Regel länger
Tipp: Die Staude kann sich durch die neue Zwiebelbildung schnell vermehren. Wird dass Beet oder der Kübel zu voll, müssen Tochterzwiebeln entnommen werden, damit die restlichen Zwiebeln mehr Platz erhalten. Denn ansonsten könnten die anmutigen Stauden verkümmern und nicht richtig wachsen.

Umtopfen

Wurde Erythronium dens-canis im Kübel kultiviert, sollte entweder regelmäßig im Herbst in einen neuen, größeren Kübel umgetopft werden, oder aber ein Teil der Zwiebeln dem vorhandenen Kübel entnommen werden. Ansonsten könnten die hier eingepflanzten Hunds-Zahnlilien aufgrund Platzmangel nur noch verkümmert wachsen. Wird regelmäßig im Herbst mit Kompost gedüngt, ist eine Erneuerung der vorhandenen Erde nicht unbedingt notwendig. Die Kübel sollten jedoch auf jeden Fall bereits bei der Erstbepflanzung eine Drainage über dem Abflussloch erhalten, damit keine Staunässe entsteht.

Schneiden

Hunds-ZahnlilieWie alle Zwiebelpflanzen wird auch der Hundszahn nicht geschnitten. Sind die Stauden verblüht, dann beginnen auch die Blätter gelb zu werden. Diese Phase sollte auf jeden Fall abgewartet werden, damit die Pflanze im nächsten Jahr wieder neu austreiben und eine reichhaltige Blüte entwickeln kann. Erst wenn alle Blätter und die Stängel in gelber Verfärbung auf dem Boden liegen, lassen sie sich ganz einfach der Zwiebeln entnehmen. Sollte dies noch nicht der Fall sein und muss kräftiger gezogen werden, dann sollte der Hundszahn weiter in Ruhe gelassen werden, bevor das Beet oder der Kübel oberflächlich gesäubert wird.

Tipp: Durch das Belassen der gelb werdenden Blätter und Stängel produziert die Pflanze die benötigten Nährstoffe für das Austreiben im nächsten Jahr. Werden die Blätter zu früh entfernt, werden unter Umständen zu wenig Nährstoffe gebildet.

Überwintern

Die Zwiebeln der Hunds-Zahnlilien sind winterhart und verbleiben in der Erde. Lediglich ein wenig Mulch über dem Standort kann vor zu viel Frost schützen, die Erde leicht feucht halten und genügend Nährstoffe für den neuen Austrieb im Frühjahr bieten. Ansonsten muss bei der Überwinterung nichts beachtet werden. Kübel können zum Schutz vor Frost von Außen mit Pflanzenvlies umwickelt werden oder an einen frostfreien Standort, etwa in einem kühlen Keller oder Garage, verbracht werden. Dies dient allerdings eher dem Schutz des Kübels, denn vor allem Tontöpfe brechen nach einigen Wintern, die sie Draußen verbracht haben, leicht auseinander.

Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Es gibt zwei große Pflegefehler, die dem Hundszahn schaden können. Er verträgt keinerlei Trockenheit und wird daher besser einmal zu viel als zu wenig gegossen. Zudem dürfen seine Blätter nicht geschnitten werden. Diese müssen von selbst vergilben und können dann ganz einfach abgezogen werden. Wird das Vergilben durch ein Schneiden von noch grünen Blättern verhindert, so können die Pflanzen keine wichtigen Nährstoffe für die Neuaustreibung und die nächste Blüte im Frühling bilden. Schädlinge oder Krankheiten sind bisher noch nicht bekannt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der beste Standort für meinen Hundszahn?
Die attraktive Staude wünscht sich einen halbschattigen Standort. Dieser darf gerne in der Nähe oder direkt unter einem Strauch oder Baum sein. Denn die Pflanzen stammen ursprünglich aus Waldgebieten, in denen sie zudem einen nährstoffreichen und feuchten Boden finden. Gerne können sie auch gemeinsam mit anderen, vom Aussehen zusammenpassenden Blumen kultiviert werden.

Wann blühen die dekorativen Stauden?
Die Hunds-Zahnlilien gehören zu den Frühblühern und beginnen meist schon im März, spätestens im April mit ihrer dekorativen Blüte. Die filigranen, bunten Blüten halten sich dann bis in den Mai, bevor sie verblühen und die Staude oberhalb der Erde insgesamt abstirbt. Lediglich die unter der Erde befindlichen Zwiebeln warten hier auf das nächste Frühjahr.

Warum darf ich die Stauden nicht schneiden, wenn sie verblüht sind?
Wie alle Zwiebelpflanzen bildet auch der Hundszahn nach der Blüte neue Nährstoffe, die er für den nächsten Austrieb im nächsten Jahr wieder benötigt. Dies geschieht vor allem während des Vergilbens der Blätter. Daher dürfen diese nie vorab geschnitten werden, der Pflanze sollte die Zeit gelassen werden, bis sie diese vergilbten Blätter ganz von selbst abwirft. Dann kann das Gartenbeet oder der Kübel auf der Erde gesäubert und die letzten Pflanzenreste entfernt werden.