Japanische Lavendelheide, Pieris japonica - Pflege-Tipps

Lavendelheide-BluetenFür die Mehrzahl der gärtnerischen Gestaltungselemente ist die Zeit der dekorativen Optik begrenzt. Nach einer mehr oder weniger langen Blüte welken sie dahin und beeinträchtigen letztendlich das Gesamtbild des Gartens. Nicht so bei der Japanischen Lavendelheide. Den Winter hindurch ziert sie das Beet mit immergrünem, teils hübsch umrandetem Laub, dem ein feuerroter Austrieb im Frühjahr folgt. Ab März erstrahlt eine rote oder weiße Blüte, die alle Blicke auf sich zieht. Die Japanische Lavendelheide ist demnach für jeden Hobbygärtner eine spannende Bereicherung für sein Gartendesign und reduziert gleichzeitig die Pflegearbeit auf ein Minimum.

Kurzer Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).
  • Wissenschaftlicher Name Pieris japonica.
  • Beheimatet vorwiegend in Ostasien.
  • Wuchshöhe 80 cm bis 400 cm.
  • Immergrün und winterhart bis -23° Celsius.
  • Blütezeit März bis April/Mai.
  • Blütenfarben in roten und weißen Nuancen.
  • Blattfarben uni tiefgrün und weiß umrandet.
  • Jährlicher Zuwachs ca. 10 cm bis 30 cm.
  • Trivialnamen: Japanische Lavendelheide, Schattenglöckchen.

  Sämtliche Arten der Pieris sind hochgiftig für Mensch und Tier. Daher darf bei Pflegearbeiten nicht auf einen Schutz durch Handschuhe und Augenmaske verzichtet werden. Darüber hinaus sollte auf eine Kultivierung dieser Heidekrautgewächse verzichtet werden, wenn sie nicht außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren gehalten werden können.

Standort und Erde

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gedeiht die Japanische Lavendelheide im Schutz des Dickichts der Wälder und am Gehölzrand, wo der Boden nicht zu trocken ist. Daraus folgen die optimalen Standortbedingungen für das Ziergewächs im heimischen Garten:
  • Sonnige bis halbschattige Lage.
  • Je mehr Sonnenstunden, desto üppiger erscheinen die Blüten.
  • In schattigeren Standorten übernimmt das Laub die Hauptrolle.
  • Windgeschützt, beispielsweise vor einer Mauer.
  • Humose, nährstoffarme, leicht feuchte Erde.
  • Mäßig saurer pH-Wert 4,2 bis 5,5.
Immer wieder wird der Hobbygärtner mit Aussagen hinsichtlich des Nährstoffgehaltes des Bodens konfrontiert. Die Japanische Lavendelheide beispielsweise kommt mit nährstoffreicher Erde nicht zurecht, weil ihre zarten Haarwurzeln davon Schaden nehmen. Doch was bedeutet diese Feststellung eigentlich? Neben dem pH-Wert, der den Kalkzustand des Substrats belegt, spielt das Ausmaß der Bestandteile von Magnesium, Phosphor, Kalium, Stickstoff, Bor und Mangan eine wichtige Rolle hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit. Den pH-Wert kann jeder Hobbygärtner mithilfe eines einfachen Tests ermitteln, der für ca. 5 Euro in jedem Gartencenter erhältlich ist. In speziell ausgerüsteten Labors kann der Gartenfreund Bodenproben untersuchen lassen und erhält einen detaillierten Überblick über den Nährstoffgehalt in seinen Beeten. Eine Erkenntnis, die naturgemäß für die gesamte Bepflanzung des Gartens genutzt werden kann. Gemäß der Resultate ist der Hobbygärtner in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, inwiefern die Pflanzerde für Japanische Lavendelheide aufbereitet werden sollte oder nicht. Ergibt sich beispielsweise ein Nährstoffgehalt der Klasse A oder B, sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Die Einordnung in die Klassen C, D oder E erfordert eine Senkung des Nährstoffgehaltes, indem beispielsweise Torf oder Sand im Verhältnis 1: 1 beigemischt wird.

  Als Substrat für die Kultivierung der Pieris japonica im Kübel empfiehlt sich die Verwendung von Rhododendronerde, der zu einem Drittel Sand zugegeben wird.

Gießen und Düngen

Ein ausgewogener Wasser- und Nährstoffhaushalt zählt die zu den substanziellen Bestandteilen einer erfolgsgekrönten Pflege der Japanischen
  • Pieris japonica regelmäßig gießen.
  • Nur Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser verwenden.
  • Der Wurzelballen darf nicht austrocknen.
  • Idealer Dünger sind guter Gartenkompost oder saurer Laubkompost.
  • Die Gabe von mineralischem Dünger ist nicht erforderlich.
Während bei anderen Pflanzen des Gartens gegen Ende des Sommers die Versorgung mit Wasser und Dünger bereits schrittweise reduziert wird, benötigt das Schattenglöckchen bis zum Winteranfang noch reichlich davon, damit sich das immergrüne Gewächs auf die kalte Jahreszeit vorbereiten kann.

Überwintern

Als winterhartes, immergrünes Heidekrautgewächs benötigt das Schattenglöckchen keinen Winterschutz. Da jedoch bereits im Herbst die Blütenknospen für das nächste Jahr angelegt werden, könnte eine zu intensive Wintersonne ihnen Schaden zufügen. In diesem Fall sorgen einige Tannenwedel oder eine Schicht aus Laub für den benötigten Schatten. Bevor im Februar der farbenfrohe Austrieb erscheint, sollten eventuelle Abdeckungen wieder entfernt werden, damit das Auge sich an der Zierde wieder erfreuen kann.

Im Kübel besteht die Gefahr, dass der Wurzelballen der Japanischen Lavendelheide durchfriert, wovon er sich nicht mehr erholen wird. Daher erhält das Pflanzgefäß zu Beginn der Kälteperiode eine wärmende Hülle aus Luftpolsterfolie oder Gartenvlies. Hilfreich gegen Frost von unten wirkt ein Holzblock, auf dem der Topf platziert wird.

  Da Pieris japonica zu jeder Jahreszeit ihr Laub behalten, werden sie selbst im Verlauf des Winters an frostfreien Tagen mit Wasser versorgt.

Schneiden

Da das Schattenglöckchen im Herbst bereits die Blütenknospen für die kommende Saison angelegt hat, erfolgt der Schnitt im Frühsommer, unmittelbar nach der Blüte.
  • Verwelkte und abgestorbene Zweige an der Basis abschneiden.
  • Nach innen gerichtete Triebe entfernen.
  • Von sich kreuzenden Ästen mindestens einen beseitigen.
  • Der Schnitt wird stets 3-5 mm schräg über einer nach außen gerichteten Knospe angesetzt.
  • Das Schattenglöckchen nie unter praller Sonne oder bei Frost schneiden.
  • Beim Schnitt die Triebe und Zweige keinesfalls quetschen.
Die Wahl des Schneidwerkzeugs sollte auf frisch geschärfte, desinfizierte Messer und Astscheren fallen. Bei älteren Pflanzen haben die Zweige mitunter bereits eine Stärke erreicht, dass der Hobbygärtner nicht umhin kommt, zur Säge zu greifen. An dieser Stelle sei nochmals eindringlich auf die Toxizität des Pieris japonica hingewiesen, was das Tragen geeigneter Sicherheitshandschuhe und einer Schutzbrille erfordert.

Obgleich es sich bei der Japanischen Lavendelheide um ein langsam wachsendes Heidekrautgewächs handelt, sollte zumindest auf das alljährliche Auslichten nicht verzichtet werden. Ansonsten besteht die Gefahr der Verkahlung von unten her, weil nicht mehr genügend Licht und Luft bis an den Wurzelbereich gelangen.

Vermehrung

Lavendelheide-StrauchDie
Absenker
Für diese Variante der Vermehrung ist das Schattenglöckchen ausgezeichnet geeignet, solange die Zweige noch biegsam und nicht vollständig verholzt sind.
  • Im Frühjahr einen langen Zweig zu Boden drücken, ohne dass er bricht.
  • Wo der Absenker die Erde berührt, wird sie aufgelockert und mit Kompost angereichert.
  • Anschließend mit dem Spaten eine 10 cm bis 20 cm tiefe Furche ziehen.
  • Den Absenker an mehreren Stellen mit einer scharfen
  • Bis auf die 20 cm bis 30 cm lange Spitze alle Blätter und Knospen entfernen.
  • Den Absenker mit einem Draht im Boden fixieren und eingraben.
  • Die Spitze schaut aus der Erde hervor und wird an einem Holzstab festgebunden.
Den Sommer hindurch wird das Substrat konstant feucht gehalten, während der Absenker damit beschäftigt ist, ein eigenes Wurzelsystem zu entwickeln. Im Herbst schiebt der Hobbygärtner die Erde ein wenig beiseite und prüft durch leichtes Ziehen, ob die Wurzeln kräftig genug sind, um ohne weitere Versorgung durch die Mutterpflanze zu existieren. Mit einem scharfen Schnitt wird der Nachkömmling abgetrennt und an einem neuen Standort eingepflanzt. Für den Fall, dass er noch nicht weit genug entwickelt ist, gibt der Pflanzenfreund ihm noch bis zum nächsten Frühjahr Zeit dazu.

Stecklinge
Wer bereits bei anderen Gartenpflanzen Erfahrungen sammeln konnte durch die Vermehrung mithilfe von Stecklingen, wird auch bei der Japanischen Lavendelheide zu dieser Methode tendieren. In diesem Fall verbessern sich die Erfolgsaussichten spürbar, wenn die Stecklinge von der Mutterpflanze abgebrochen, statt abgeschnitten werden.
  • Im Februar oder März ca. 15 cm bis 20 cm lange Stecklinge mit einem Ruck abbrechen.
  • Die Entnahmen erfolgt Richtung Wurzel, wobei ein kleines Rindenstück am Steckling bleibt.
  • Die untere Hälfte der Stecklinge entlauben und eventuelle Knospen entfernen.
  • Töpfe mit Anzuchterde füllen und die Stecklinge zu dritt ca. 10 cm tief hinein stecken.
An einem hellen, nicht vollsonnigen Platz werden Stecklinge und Substrat regelmäßig mit Regenwasser besprüht, ohne sie zu ersäufen. Unter geeigneten Bedingungen haben sich nach 8 bis 12 Wochen genügend Wurzeln gebildet, sodass jeder Steckling in einen eigenen Topf mit Rhododendronerde umgepflanzt werden kann. Natürlich spricht auch nichts dagegen, die jungen Schattenglöckchen ab Mitte Mai gleich im Beet einzupflanzen.

  Damit die Vermehrung durch Stecklinge gelingt, dürfen diese bei der Entnahme von der Mutterpflanze nicht vollständig verholzt sein.

Krankheiten und Schädlinge

Japanische Lavendelheide hat sich einen Namen gemacht als ein weitgehend robustes und resistentes Ziergewächs für Heide- und Steingärten. Vollkommen gefeit ist die Pflanze trotzdem nicht gegen einen Befall durch Krankheiten oder Schädlinge:

Wurzelfäule
Im schweren und zu nassen Boden zeigt sich die Wurzelfäule durch Kümmerwuchs sowie schlaffe, gelb verfärbte Blätter. Vorbeugend sollte Pieris japonica grundsätzlich mit einer Drainage aus Kies, Perlite oder Tonscherben gepflanzt werden. Im frühen Befallsstadium kann ein Schnitt der erkrankten Pflanzenteile die Japanische Lavendelheide mit etwas Glück noch retten. Andernfalls wird sie weiträumig ausgegraben und verbrannt, keinesfalls jedoch auf dem Komposthaufen entsorgt.

Blattälchen
Verkrüppelte und unnatürlich verfärbte, glasige Blätter deuten in der Regel auf eine Infektion durch Blattälchen hin. Die 1 mm kleinen Nematoden gelangen über das Wasser in die Wurzeln und breiten sich von dort aus in der Pflanze aus. Im Kübel könnte eine luftdichte Verpackung in einer Plastiktüte für 8 bis 10 Tage die Japanische Lavendelheide noch retten. Im Beet sollte sie umgehend entfernt werden, damit sich die Nematoden nicht noch weiter ausbreiten.

Dickmaulrüsselkäfer
Die Wurzeln der Japanischen Lavendelheide gehören leider zur Leibspeise der Dickmaulrüsselkäfer. Bislang konnte mithilfe von Nematoden lediglich gegen die Larven dieser Schädlinge vorgegangen werden. Seit kurzem steht dem geplagten Hobbygärtner eine effektive Köderfalle zur Verfügung, die den gefräßigen Käfern innerhalb von 2 bis 3 Tagen ein Ende bereitet. Dabei handelt es sich um ein Holzbrett, dessen Nuten mit SC-Nematoden-Gel gefüllt sind und zusätzlich einen Lockstoff enthält. Mithilfe dieser Falle werden nicht nur die Schattenglöckchen vor den Dickmaulrüsselkäfern gerettet, sondern viele weitere Gartenpflanzen ebenfalls, denn schon 1 Falle genügt, um 10 m² Fläche für 6 Wochen schädlingsfrei zu halten.

Wie die Erfahrung zeigt, sind es stets die vernachlässigten Pflanzen, am ungünstigen Standort, die so geschwächt sind, dass Krankheiten und Schädlinge leichtes Spiel haben, sich über sie herzumachen. Gut informierte Hobbygärtner, die fundierte Pflege-Tipps beherzigen, haben sich weitaus seltener mit der Bekämpfung von Infektionen oder Parasiten auseinanderzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Können Sie mir einige schöne Sorten nennen, die nicht unbedingt mehrere Meter in die Höhe wachsen?
Das Schattenglöckchen 'Carnaval' (Pieris japonica 'Carnaval') mit weißen Blüten und cremeweißen Blatträndern erreicht eine Höhe von 80 cm bis 100 cm. Sehr schön präsentiert sich zudem die Sorte 'Sarabande' (Pieris japonica 'Sarabande') mit reinweißen Blütenripsen, lanzettlichen, immergrünen Blättern und einer Wuchshöhe von maximal 100 cm.

Meine Japanische Lavendelheide steht in einem wunderschönen Tongefäß auf dem Balkon. Allerdings trocknet sie mit einer solch rasanten Geschwindigkeit aus, dass ich nahezu täglich gießen muss. Was kann ich dagegen tun?
Topfen Sie das Schattenglöckchen aus und kleiden Sie das Tongefäß mit einer Plastikfolie aus, allerdings ohne das Ablaufloch im Boden des Kübels zu bedecken. Auf diese Weise verhindern Sie die schnelle Verdunstung des Gießwassers aufgrund des porösen Materials des Pflanzgefäßes, ohne dass Staunässe entsteht. Anschließend kommt die Pieris japonica mit frischem Substrat wieder in den Topf.