Jasmin, Jasminum - Pflanzen, Pflege und Überwintern

Nahansicht einer JasminblüteVon der zarten, weißen Blüte über das kräftige, dunkle Grün bis hin zu dem süßen Duft - Jasmin, hat viele Vorzüge zu bieten. Und bei richtiger Pflege geizt sie mit keinem dieser Reize. Damit Jasmin oder Jasminum, wie die Pflanze auch bezeichnet wird, langfristig gedeiht und jedes Jahr von neuem mit reicher Blüte überzeugt, sind jedoch einige Maßnahmen notwendig. Diese sind weder aufwendig noch erfordern sie einen erfahrenen grünen Daumen. Dennoch müssen sie aber richtig abgestimmt werden und zur rechten Zeit erfolgen. Die folgenden Tipps helfen dabei.

Standort

Jasmin benötigt einen sonnigen Standort. Ob die duftende Pflanze im Wohnzimmer steht oder im Garten, die Intensität des Lichts ist entscheidend. So darf es ruhig die pralle Sonne auf dem Südbalkon sein, die alle anderen Gewächse verschrecken würde. Lichter Schatten wird ebenfalls vertragen.

Zudem muss der Standort für den Jasmin über eine ausreichende Belüftung verfügen. Gerade als Zimmerpflanze benötigt Jasminum viel frische Luft. Anderenfalls wird er anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

Steht der Jasmin hingegen im Freien, sollte der gewählte Platz geschützt liegen. Allzu kalte oder kräftige Winde und starker Regen bekommen der Pflanze nicht gut. Auf überdachten Balkonen und Terrassen kann das meist noch recht einfach bewerkstelligt werden. Im Garten sind Pflanzstellen unter Bäumen und nahe Hecken ideal. Vorausgesetzt, dass diese nicht allzu viel Schatten spenden.

Kultur in Topf und Kübel

Der artenreiche Jasminum stammt aus tropischen Gebieten und benötigt daher viel Sonne, Schutz und Wärme. Während des Sommers darf er daher ruhig draußen stehen. Frosthart ist der Jasmin aber nicht. Frei in den Garten gepflanzt würde er daher den Winter nicht überleben. Oder müsste umständlich immer wieder ausgegraben und eingesetzt werden.

Gelbe JasminpflanzeAus diesem Grund ist die beste Wahl die Kultur in Topf oder Kübel. Dabei ist zu beachten, dass das Pflanzgefäß natürlich zur Größe des Jasminum passen muss. Aber auch, ob es in das Winterquartier passt. Denn dieses benötigt der Jasmin - abhängig von der Art, sogar als Zimmerpflanze.

Pflanzen

Ist der richtige Standort gefunden und das passende Substrat gewählt, gestaltet sich das Pflanzend es Jasmins sehr einfach. Als Topfpflanze oder bei der Kultur im Kübel ist ein Einpflanzen problemlos von Frühjahr bis Herbst möglich. Während der Ruhephase im Winter sollte das Einsetzen und Umtopfen hingegen vermieden werden.

Abgesehen hiervon ist nur ein weiterer Faktor von Bedeutung: die Kletterhilfe. Geeignet sind Rundbögen, Spaliere oder Stäbe, die mit Querstreben oder Faden untereinander verbunden werden. Die Ranken sind daran entlang zu führen und gegebenenfalls zu befestigen.

  Der Jasmin kann durch die entsprechende Rankhilfe in außergewöhnliche Formen gezogen werden. Runde Bögen, ein Herz, stachelförmige Ausläufer oder Spiralen - mit der passenden Basis, einer sanften


Befestigung durch Draht oder Spangen und etwas Geduld ist vieles möglich.

Substrat

Bei dem Substrat zeigt sich, dass der Jasmin trotz seiner tropischen Herkunft recht anspruchslos ist. Handelsübliche Blumenerde ist vollkommen ausreichend. Wirklich optimal ist jedoch ein lockeres Substrat, das einen leicht sauren pH-Wert aufweist. Torferde, die nur einen kleinen oder gar keinen Kompostanteil enthält, erfüllt diesen Anspruch. Eine kleine Beigabe von Lava oder Blähton macht das Substrat durchlässig.

Pflege

Weiße JasminblütenWie bereits erwähnt ist die Pflege des Jasmins sehr einfach. Solange für ausreichend Feuchtigkeit, Luft und Nährstoffe gesorgt wird, gedeiht die Pflanze und zeigt eine volle Blüte.

Gießen

Der anspruchsvollste Faktor der Pflege liegt bei dem Jasminum im Gießen. Vor allem während des Wachstums und der Blüte benötigt die Pflanze reichlich Wasser. Je nach Wärme und Intensität der Sonneneinstrahlung können dadurch tägliche Wassergaben notwendig werden.
Dabei ist Folgendes zu beachten:
  • Substrat von Frühjahr bis Herbst gleichmäßig feucht halten
  • Kalkarmes Wasser, beispielsweise Regenwasser, verwenden
  • Staunässe vermeiden
  • Kaltes Wasser schadet dem Jasmin
  • Menge und Häufigkeit der Wassergaben im Winter reduzieren

  Im Hochsommer, bei praller Sonne oder anderenfalls sehr trockener Raumluft profitiert Jasmin davon, mit Wasser besprüht zu werden. Je mehr gegossen und gesprüht wird, desto wichtiger wird das regelmäßige Lüften. Wird dieses vernachlässigt, erhöht sich das Risiko für Krankheiten und einen Befall mit Schädlingen.

 

Düngen

Zum Wachsen benötigt Jasminum ebenso viele Nährstoffe, wie Wasser. Von April bis September ist daher ein wöchentliches bis zweiwöchentliches Düngen des Jasmins notwendig. Wurde der Jasmin im Frühjahr umgetopft und mit frischem Substrat versorgt, reicht eine zusätzliche Nährstoffgabe ab Mai. Im September kann die Menge reduziert werden, über den Winter wird gar nicht gedüngt. Geeignet ist Flüssigdünger für Blühpflanzen, der einfach dem Gießwasser beigesetzt wird.

Pflegeverschnitt

Der Jasmin kommt zwar ohne Verschnitt aus, bildet dann aber auf Dauer deutlich weniger Blüten. Denn diese sprießen nur an den jungen, neuen Trieben und nicht an den verholzten Abschnitten. Ein sanfter Pflegeschnitt ist daher sinnvoll. Dieser sollte bei dem Jasminum einmal jährlich durchgeführt werden. Die folgenden Tipps helfen dabei.
  • Den Zeitpunkt für den Verschnitt auf das Ende der Winterruhe und vor den ersten Austrieb legen, ideal sind Februar bis März
  • Die verholzten Zweige nur sanft einkürzen, ein starker Verschnitt reduziert die Blüte ebenfalls
  • Nach dem Pflegeverschnitt leicht düngen oder umtopfen
Der pflegende Verschnitt des Jasmins hilft dabei, ihn auf der gewünschten Größe zu halten, die Blüte zu vermehren und das Wachstum zu

verdichten. Auch wer eine bestimmte Form anstrebt, kann sie mit dieser Maßnahme erreichen. Dazu verkraftet es der Jasmin in der Regel gut, den Sommer über korrigiert zu werden. Hier und da mal einen aus der Reihe tanzenden Trieb einzukürzen ist also problemlos möglich. Wenn die Düngung im September eingestellt wird, sollte aber auch mit dem Verschnitt Schluss sein.

Der verjüngende Schnitt

Weiße JasminblütenSelbst wenn der Jasmin jährlich sanft verschnitten und auch ansonsten optimal gepflegt wird, nimmt die Blüte nach und nach ab. Das ist dem natürlichen Alterungsprozess zuzuschreiben, der

sich mit einem verjüngenden Verschnitt ausgleichen lässt. Bei dieser Art des Verschnitts handelt es sich um ein radikales Kürzen um zwei Drittel der gesamten Pflanzengröße. Weil der Jasminum dabei so sehr reduziert wird, benötigt er jedoch eine Weile zur Erholung. Daher zeigt er in dem Sommer nach dem Verschnitt meist nur wenige oder gar keine Blüten. Im Folgejahr wird die Pracht dafür umso reicher ausfallen.

Vermehrung

Jasmin lässt sich durch Stecklinge recht einfach vermehren. Wenn dabei einige Tipps beachtet werden. Die folgende Anleitung hilft.
  • Etwa zehn Zentimeter lange Kopfstecklinge schneiden, die noch nicht verholzt aber auch nicht mehr ganz jung sind. Diese können vom späten Frühjahr bis in den Sommer hinein gewonnen werden.
  • Die Stecklinge in gut befeuchtete Anzuchterde stecken. Auf eine Bodenwärme von etwa 20 °C achten.
  • Über die Triebe wahlweise transparente Folie ausbreiten oder eine Tüte stülpen. Die Abdeckung muss täglich gelüftet werden, um Fäulnis zu vermeiden.
  • Das Substrat durchgängig feucht halten, Staunässe aber vermeiden.
  • Wenn sich erste neue Blätter zeigen, deutet das auf die Entwicklung von Wurzeln hin. Sobald dieser Fall eintritt, kann die Folie entfernt werden.
  • Stellen sich Seitentriebe ein, wird es Zeit zum Umtopfen der jungen Pflanzen.

Umtopfen

Da der Jasmin so viele Nährstoffe und große Mengen Wasser benötigt, verbraucht sich das Substrat in Topf oder Kübel für gewöhnlich sehr schnell. Ratsam ist es daher, den Jasminum jährlich umzutopfen. Selbst dann, wenn die Topfgröße noch vollkommen ausreicht.

Auch diese Maßnahme sollte auf das Frühjahr gelegt werden. Optimal ist es, dafür direkt das Ende der Winterruhe zu wählen und das Umtopfen mit dem Pflegeverschnitt zu kombinieren. So erhält die Pflanze nach dem Einkürzen einen Nährstoffschub und kann wieder kräftig austreiben. Außer dem passenden Substrat und dem Zeitpunkt gilt es keine weiteren Besonderheiten zu beachten.  

Überwinterung

Jasmin als ZimmerpflanzeWeil der Echte Jasmin im Freien nicht winterhart ist, benötigt er ein Winterquartier. Das gilt auch dann, wenn er den Sommer im Wohnzimmer verbracht hat. Dieses sollte - abhängig von der genauen Art - frei von Frost aber dennoch kühl sein. Eine Temperatur von etwa 10 °C ist für die meisten Arten ideal. Und diese benötigen sie auch. Denn steht der Jasmin während des Winters zu warm, blüht er im folgenden Sommer kaum oder gar nicht.

Eine Ausnahme ist hier der Jasminum sambac, der es in den Wintermonaten lieber etwas wärmer mag und bei normalen Zimmertemperaturen kultiviert werden kann. Von der Temperatur abgesehen, müssen auch Standort und Pflege in dieser Zeit angemessen sein. So benötigt der Jasmin während der kalten Jahreszeit einen einigermaßen hellen Standort. Ein Kellerraum oder Flur mit Fenster reicht aus. Bei der Pflege gibt es hingegen einige weitere Punkte zu beachten.
  • Düngen im September einstellen
  • Pflanze vor den ersten Nachtfrösten nach drinnen verbringen
  • Gießmenge im Winter verringern, das Substrat aber nicht austrocknen lassen
  • Das Winterquartier regelmäßig auslüften aber zu große Temperaturschwankungen vermeiden
  • Bei den Wassergaben zugleich auf Schädlinge hin kontrollieren
  • Im Frühjahr erst nach den letzten Nachtfrösten nach draußen verbringen oder bei Gefahr wieder ins Haus holen
  • Während der ersten Tage im Freien zunächst in den Schatten stellen

  Als sommergrüne Pflanze verliert der Jasmin im Winter einige oder gar alle Blätter, hierfür sind also keine Fehler in der Pflege verantwortlich.

Typische Krankheiten und Schädlinge

Gegen Krankheiten zeigt sich der Jasmin wenig anfällig. Lediglich Fäulnis kann auftreten, wenn das Substrat zu feucht gehalten wird oder keine ausreichende Belüftung stattfindet. Ist dieser einmal ausgebrochen, kann er die Pflanze schwächen und den Weg für weitere Krankheiten bereiten.

Auch bei den Schädlingen gibt es nur wenige Gefahren. Vor allem Blattläuse und Wollläuse können dem Jasmin zu schaffen machen. Diese treten gerade dann auf, wenn der Jasminum ganzjährig als Zimmerpflanze kultiviert wird, im Winterquartier zu warm steht oder frische Luft fehlt. Selbst im Freien im Sommer ist der Jasmin aber nicht davor gefeit. In beiden Fällen sollten die Schädlinge zunächst abgespült oder abgekratzt werden. Hierfür empfiehlt sich eine lauwarme Dusche. Hilft diese Maßnahme nicht, können die natürlichen Feinde der Parasiten eingesetzt werden.
Hilfreich sind:
  • Marienkäufer
  • Schlupfwespen
  • Florfliegen
All diese können im Handel oder online erworben werden. Damit sie möglichst schnell zu Werke schreiten, sollte die befallene Pflanze für zwei bis drei Tage mit einem Netz abgedeckt und die Nützlinge darunter frei gelassen werden. Haben sie die Schädlinge vernichtet, können die Helfer freigelassen werden. Sobald diese keine Futter mehr finden, fliegen sie weiter. Als Alternative oder letzte Maßnahme stehen auch entsprechende Pflanzenschutzmittel zur Verfügung.

Häufige Fragen

Ist der Jasmin giftig?
Verführerischer Duft und zierliche Blüten sind zwar schön - im Falle des Jasmins aber auch nicht ganz ungefährlich. Sowohl der echte als auch der falsche Jasmin sind giftig und können zu Vergiftungserscheinungen führen. Daher sollten sie sich außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren befinden. Beim Verschnitt sollten zudem Handschuhe getragen und Hautkontakt vermieden werden.

Wieso verliert der Jasmin seine Blätter?
Im Winter ist der Blattverlust ganz natürlich. In der warmen Jahreszeit kann er meist auf zu trockenes Substrat und einen zu kleinen Topf zurückgeführt werden.

Warum blüht der Jasmin nicht?
Ein radikaler Verschnitt, ein zu warmes Winterquartier oder zu wenig Licht sind mögliche Gründe für das Ausbleiben der Blüte. Ebenso kann die Pflanze schlicht zu alt sein und einen verjüngenden Verschnitt benötigen.