Korkenzieherweide, Salix matsudana - Pflege und Schneiden

WeidenastUnter den weltweit mehr als 450 bekannten Weidenarten ist es insbesondere die Korkenzieherweide, die als malerischer Blickfang im Hausgarten Akzente setzt. Nicht nur die Zweige sind gedreht, sondern auch die länglichen, sommergrünen Blätter, die im Herbst einen zauberhaften Gelbton annehmen. Mit einem jährlichen Zuwachs von bis zu 100 cm, ist die Salix matsudana zudem bestens geeignet, innerhalb kurzer Zeit im Garten Lücken zu füllen. Allerdings darf der begeisterte Hobbygärtner sich angesichts der Vorzüge nicht davon ablenken lassen, dass die Korkenzieherweide mit ihren Wurzeln durchaus aggressiv ihr Territorium erobert.

Kurzer Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Weidengewächse (Salicaceae)
  • Wissenschaftlicher Name Salix matsudana
  • Einheimische Herkunft
  • Wuchshöhe 4 m bis 10 m
  • Sommergrüne, lanzettförmige Blätter
  • Laubabwurf nach gelber Herbstfärbung
  • Gedrehte Äste und Blätter
  • Winterhart bis -18° Celsius
  • Hervorragender Zierwert im Garten
  • Trivialname Korkenzieherweide
Wie alle Weidengewächse, so sind auch die Zweige der Korkenzieherweide sehr biegsam, was sie zu einem interessanten Material für Hobbybastler macht. Darüber hinaus ergeben die bizarr anmutenden, rötlichen Äste einen hübschen Vasenschmuck, insbesondere dann, wenn sie geschmückt sind mit den grauwolligen Fruchtkätzchen im Mai und Juni im Anschluss an die Blüte im März und April.

Standort und Substrat

Die anspruchslose Pflege beginnt bereits bei der Wahl des Standortes.
  • Sonnige Lage bis lichter Halbschatten.
  • Je dunkler der Standort, desto zurückhaltender der Wuchs.
  • Tolerant gegenüber jeglicher Pflanzerde von sandig, über kalkhaltig bis lehmig.
  • Im Kübel gedeiht die Weide in handelsüblichem Substrat, gemischt mit etwas Sand oder Perlite.
Entscheidend für ein gesundes, kräftiges Wachstum ist die Tauglichkeit der Pflanzerde, auch in trockenen Sommermonaten Wasser speichern zu können, ohne dass sich Staunässe bildet.

Gießen und Düngen

WeideHat die Korkenzieherweide im Garten erst einmal Wurzel geschlagen, benötigt sie kein zusätzliches Gießwasser mehr, sondern begnügt sich mit der natürlichen Regenmenge.
  • Etablierte Salix matsudana nicht mehr wässern.
  • Nur bei lang anhaltender Trockenheit mit Wasser versorgen.
  • In diesem Fall den Wurzelbereich durchdringend gießen.
  • Im Kübel wird die Weide regelmäßig gewässert.
  • Zwischendurch die Substrat-Oberfläche antrocknen lassen.
Ob die Korkenzieherweide Regenwasser, Leitungswasser oder Teichwasser erhält, ist für das Gehölz ohne Belang; Hauptsache der Wurzelballen trocknet nicht vollkommen aus.

Hinsichtlich des Nährstoffbedarfs zeigt sich die Korkenzieherweide ebenfalls erfreulich genügsam. Im Beet breitet sie ihre Wurzeln weiträumig aus und entnimmt dem Boden die Nahrung, die sie benötigt. Für eine Mulchschicht aus gutem Gartenkompost ist sie natürlich trotzdem dankbar.
  • Auf magerem Boden regelmäßig mit Kompost und Hornspänen mulchen.
  • Gut geeignet als Mulchmaterial sind zudem Rindenmulch und Rasenschnitt.
  • Im Kübel alle 14 Tage mit einem Flüssigdünger für Grünpflanzen versorgen.
Aufgrund der bemerkenswerten Wuchskraft, sollte auf eine mineralische Düngung mit Blaukorn verzichtet werden, denn den jährlichen Zuwachs von bis zu 1 Meter unter Kontrolle zu halten, wird den Hobbygärtner schon genug in Atem halten.

Schneiden

Ein derart rasch wachsendes Gehölz bedarf zwingend eines jährlichen Rückschnitts in Verbindung mit einer Auslichtung, damit es vital und gesund bleibt. Darüber hinaus behält der Hobbygärtner das Wachstum auf diese Weise unter Kontrolle.
  • Die beste Zeit für den Schnitt ist der Spätherbst oder das zeitige Frühjahr.
  • Da die Weide
  • Die Witterung ist frostfrei, trocken und es herrscht keine pralle Sonne.
  • Vertrocknete und kranke Äste an der Basis abschneiden.
  • Nach innen gerichtete und überkreuz wachsende Triebe komplett entfernen.
  • Steil nach oben gerichtete Konkurrenztriebe zum Stamm abschneiden.
  • Beim Kürzen der Länge stets knapp über einem nach außen gerichteten Auge schneiden.
Die Qualität des Schneidewerkzeuges spielt eine wichtige Rolle, wenn die Schnittmaßnahme gelingen soll. Messer, Schere oder Säge sind frisch geschärft und desinfiziert. Werden Äste oder Triebe gequetscht, erleidet die Korkenzieherweide eine Wunde, die Schädlingen, Pilzsporen und Viren Tür und Tor öffnet, um selbst eine bislang gesunde Pflanze zu befallen.

  Während des Schneidens immer wieder ein paar Schritte zurücktreten und die entstehende Form aus der Ferne betrachten.

Korkenzieherweide zum Baum erziehen

Die Mehrzahl der Baumschulen liefert die Jungpflanzen in Form eines Strauches. Daher obliegt es der Entscheidung des Hobbygärtners, welchen Habitus die Salix matsudana entwickeln soll. Da Weiden grundsätzlich zu den Kopfbäumen zählen, bietet es sich an, die Korkenzieherweide durch Aufasten zum Baum zu erziehen, insbesondere dann, wenn sie als Solitärgewächs gedeihen soll.
  • Im unteren Bereich die Triebe am Hauptstamm abschneiden.
  • Nicht parallel zum Stamm schneiden und keine Stummel stehen lassen.
  • An einem leicht abgeschrägten Schnitt kann das Regenwasser besser ablaufen.
Bis zur gewünschten Lichtraumhöhe wird der Baum schrittweise von den Seitenästen befreit. Erfahrene Baumschnitt-Experten raten dazu, diese Maßnahme über mehrere Jahre zu verteilen, um schrittweise eine harmonische Krone zu gestalten, denn allzu schnell sind zu viele Seitenäste entfernt.

Vermehren

Jede Schnittmaßnahme liefert Vermehrungsmaterial in Hülle und Fülle, weil sich die Triebe ausgezeichnet eignen als Stecklinge.
  • Nahansicht WeideDie idealen Stecklinge sind 15 cm bis 20 cm lang.
  • Die untere Hälfte wird vollständig entlaubt.
  • Ein Anzuchttopf wird mit einem feuchten Torf-Sand-Gemisch gefüllt.
  • Pro Topf werden 3 bis 4 Stecklinge in das Substrat gesteckt.
  • Am warmen, nicht vollsonnigen Fensterplatz werden Triebe und Substrat leicht feucht gehalten.
  • Eine übergestülpte, perforierte Plastiktüte fördert zusätzlich die Bewurzelung.
Das restliche Schnittgut ist übrigens viel zu schade, um es einfach auf dem Komposthaufen zu entsorgen.
Die Weidentriebe enthalten Auxine, natürlich Phytohormone, die den Vorgang der Bewurzelung bei allen Pflanzen deutlich forcieren. Die Weidentriebe werden daher einfach in kleine Stücke zerteilt und in einem Gefäß mit kochendem Wasser übergossen. Zugedeckt muss die Brühe nun 24 Stunden ziehen, um dann abgeseiht zu werden. Fertig ist der natürliche, nahezu kostenlos Wachstumregulator, der das teure Bewurzelungspulver aus dem Fachhandel   Werden die Stecklinge zunächst in ein Glas mit Weidenwasser gestellt, beschleunigt dies die Bewurzelung, bevor sie in die Töpfe mit dem Anzuchtsubstrat gepflanzt werden.

Pflanzen

Bevor die selbst herangezogene oder in der Baumschule erworbene Korkenzieherweide in die Erde kommt, sind einige grundlegende Überlegungen erforderlich. An erster Stelle steht der ausreichende Abstand zum Nachbarn und zu den Gebäuden auf dem eigenen Grundstück, denn der Baum kann unbeschnitten eine Höhe von bis zu 10 Metern erreichen. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass der Flachwurzler ein kräftiges, sich schnell ausbreitendes Wurzelsystem entwickelt, das teilweise recht aggressiv das
  • Die Pflanze in einem Eimer Wasser vollsaugen lassen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  • In der Zwischenzeit ein Pflanzloch ausheben, mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens.
  • Den Aushub mit gut verrottetem Gartenkompost und einer Handvoll Hornspänen mischen.
  • Die Sohle der Pflanzgrube auflockern und eine Drainage aus Kies oder Tonscherben anlegen.
  • Eine erste Schicht des gemischten Substrats einfüllen.
  • Darüber die ausgetopfte Korkenzieherweide mittig platzieren und rundherum eingraben.
  • Nicht tiefer einpflanzen, als sie sich im Anzuchttopf befand.
  • Abschließend die Erde festtreten und reichlich angießen, idealerweise mit Weidenwasser.
Sollte an der Pflanzstelle die Gefahr von Windwurf bestehen, erhält die junge Korkenzieherweide in den ersten beiden Standjahren einen Stützpfahl, der mit breitem Bastband verbunden wird. Wichtig zu beachten ist, dass die Verbindung regelmäßig kontrolliert wird, damit das Verbindungsmaterial nicht in die Rinde einwächst.

  Erhält die Baumscheibe nach der Pflanzung eine Mulchschicht aus Kompost, Laub, Grasschnitt oder Rindenmulch, wird sie zusätzlich vor Austrocknung geschützt und die Wärme im Boden länger bewahrt.

Umtopfen

Für Hobbygärtner, die ihre Korkenzieherweide im Kübel kultivieren, kommt früher oder später der Zeitpunkt, dass der Strauch umgetopft werden muss. Ursache ist nicht alleine das rasche Wachstum der Pflanze, sondern zudem der kräftige Druck, den die Wurzeln von innen heraus auf das Pflanzgefäß ausüben.
  • Der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Frühjahr vor dem neuen Austrieb.
  • Das neue Pflanzgefäß kann bis zu 10 cm größer im Durchmesser sein.
  • Nur Kübel verwenden, die im Boden eine Öffnung aufweisen für den Wasserabfluss.
  • Darüber eine Drainage anlegen aus Steinen oder Tonscherben, abgedeckt mit einem Vlies.
Nachdem eine erste Schicht des Substrats eingefüllt wurde, folgt die Salix matsudana. Während die Pflanzerde um sie herum verteilt wird, drückt der Gartenfreund sie wiederholt mit der Faust an, damit keine Hohlräume entstehen. Nicht versäumen, einen Gießrand freizulassen, bevor die umgetopfte Weide angegossen wird.

  Das Umtopfen bietet dem Hobbygärtner die beste Gelegenheit, den Wurzelballen einmal genau in Augenschein zu nehmen. Verfaulte, krank aussehende Wurzeln sollten herausgeschnitten werden, wobei die Schnittwunde mit Holzkohleasche anschließend verschlossen wird.

Überwintern

Von Natur aus ist die Korkenzieherweide vollkommen winterhart. Im Jahr der Pflanzung und im Kübel sollte sie trotzdem einen Schutz vor Frost und Schnee erhalten.
Blühende Weide
  • Bis zum Wurzelhals mit Laub, Stroh oder Reisig anhäufeln.
  • Die Zweige und Triebe mit einem Jutesack schützen.
  • Alternativ mit Gartenvlies locker einwickeln.
  • Im Kübel ist grundsätzlich ein Winterschutz unverzichtbar.
  • Das Pflanzgefäß mit dicker Folie umhüllen und auf einen Holzblock stellen.
  • Die Substratoberfläche dick mit Laub, Stroh oder Tannenwedeln bedecken.
  • Die Zweige wie im Beet mit einem wärmenden Sack, z. b. aus Jute, einhüllen.
  • An frostfreien Tagen eine kleine Dosis Gießwasser verabreichen, jedoch nicht düngen.
Sobald sich die Temperaturen dauerhaft über dem Gefrierpunkt befinden, wird der Winterschutz entfernt, damit sich kein Schimmel bilden kann.

  Der Winterschutz des Kübels muss nicht unbedingt steril und rein zweckmäßig erscheinen. Mit ein wenig Kreativität, wie bunten Schleifen, Stickern und zur Weihnachtszeit bunten Kugeln, wird selbst die winterlich eingepackte Korkenzieherweide auf Balkon und Terrasse zur Augenweide.

Häufig gestellte Fragen

Ich habe meine Korkenzieherweide Mitte Mai umgepflanzt. Sie hat einen Wurzelballen mit einem Durchmesser von 50 cm. Obwohl ich sie jeden zweiten Tag gieße, verliert sie alle Blätter. Was kann ich tun?
Umgepflanzt wird die Korkenzieherweide im zeitigen Frühjahr. Mitte Mai war demnach viel zu spät. Daher hat die Weide einen Pflanzschock erlitten und wirft alle Blätter ab, um sich zu schützen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Wenn Sie sich in den nächsten Wochen und Monaten um einen optimalen Wasser- und Nährstoffhaushalt kümmern, erholt sie sich wieder. Außerdem sollten Sie die Weide um ein Drittel einkürzen, damit sie ihre Energie in die Bildung neuer Wurzeln investieren kann.

An den Trieben und Blättern der Salix matsudana zeigen sich braune Verfärbungen und sie vertrocknen von der Spitze her. Ist die Pflanze krank?
Das beschriebene Schadbild deutet auf einen Befall durch Weidenschorf hin. Dabei handelt es sich um eine Pilzkrankheit (Drepanopeziza sphaeroidea), die zusätzlich zu krebsartigen Verdickungen an der Rinde führen. Um diese Infektion zu bekämpfen ist viel Geduld erforderlich, weil die Sporen in der Borke überwintern und in der nächsten Saison erneut zuschlagen. Schneiden Sie alle befallenen Pflanzenteile großzügig ab und stärken Sie die Abwehrkräfte der Korkenzieherweide durch Kali und Phosphor.

Auf meiner Korkenzieherweide tummeln sich haufenweise Nachtfalter. Außerdem sind riesige Mengen an Larven zu erkennen. Ist der Baum noch zu retten?
Alles deutet darauf hin, dass Ihr Salix matsudana vom Weidenbohrer befallen ist. Das Problem sind nicht die Nachtfalter, denn diese nehmen keine Nahrung auf. Es sind die Larven, die sich durch die Weide fressen und auf Dauer den Baum absterben lassen. In einem frühen Befallsstadium sollten Sie die Falter und die Larven absammeln sowie alle infizierten Äste abschneiden. Ist der Befallsdruck bereits zu hoch, hilft nur noch eine komplette Entsorgung der Korkenzieherweide, damit nicht noch weitere Pflanzen im Garten erkranken.