Leuchterblume, Ceropegia - Pflege und Vermehren

LeuchterblumeDie Leuchterblume ist eine wunderschöne Pflanze mit wirklich extravaganten Blüten, bei manchen Arten richtig groß und mit mehrfarbigen Mustern. Dazu gibt es kaum andere tropische Pflanzen, die sich bei uns als derart pflegeleicht erweisen, gerade die tropischen Pflanzen legen sonst gerne alle möglichen Sonderwünsche an den Tag - die Leuchterblume nicht, vornehm wie ein Kerzenleuchter (von dem sie ja  auch ihren Namen hat) wächst sie still vor sich hin und entwickelt ganz nebenbei Blüten, die in ihrer Komplexität einzigartig sind. Nachfolgend erfahren Sie mehr über die attraktive Blütenpflanze.



Kurzer Steckbrief:
  • Leuchterblumen, wissenschaftlich Ceropegia, stellen eine Pflanzengattung der Hundsgiftgewächse
  • Innerhalb dieser gehören sie in die Unterfamilie der Seidenpflanzengewächse
  • Diese Pflanzenfamilie bringt einige schöne Blütenpflanzen hervor, auch die schönen Wachsblumen (Hoya) zum Beispiel
  • Und (bisher bekannte) 220 Arten von Leuchterblumen ...
  • Mehrere Arten dieser Leuchterblumen sind in Kultur, einige Zuchtsorten gibt es auch schon
  • Leuchterblumen zeigen die verschiedensten Blütenfarben, von grünweiß über rot bis dunkel violett, in manchmal fast ornamentalen Designs

Standort, Substrat und Boden

Vertreter der Gattung Ceropegia gibt es von den Kanarischen Inseln über Afrika und Indien bis nach Australien. Also haben sie bis auf Südamerika den gesamten tropischen Klimagürtel besiedelt, mit Abstecher in subtropische Gebiete wie die Kanaren. Das lässt schon vermuten, dass Leuchterblume es warm haben möchte, manche Arten auch gerne tropisch feucht. Auch unsere häufigste Leuchterblume, die Ceropegia woodii, für die im Zweifel alle Pflegehinweise im Artikel angepasst sind, mag es warm. Die inzwischen als "Ceropegia linearis subsp. woodii" eingeordnete Pflanze kommt nur auf KwaZulu-Natal vor, der "Gartenprovinz Südafrikas". Sie wächst dort in immer warmem und recht feuchten Klima, der Küstenstreifen war früher einmal mit tropischen Wäldern bewachsen.

Wegen dieser Entwicklung am Boden eines nicht sehr lichten Tropenwalds in einem ganzjährig freundlich warmen Klima erweist sich die "Ceropegia linearis subsp. woodi" bei uns als pflegeleichte Zimmerpflanze, die sich das ganze Jahr über in Ihrer Wohnung wohlfühlt und deren Ansprüche Sie recht leicht erfüllen können:
  • Optimal ist ein lichter und heller Standort
  • Bitte keine brennende Mittagssonne, die verträgt eine Waldpflanze nicht
  • Halbschatten ist auch recht, je dunkler, desto weniger Blüten werden Sie jedoch sehen
  • Auch für gesunde Blattentwicklung und sattgrüne Blattfärbung braucht die Leuchterblume Licht
  • Unsere Zimmertemperaturen sind ihr sehr recht, ganzjährig
  • Frost sollte eine Leuchterblume nie zu spüren kriegen, den kennt sie nicht und hält sie gar nicht aus
  • Im Sommer kann die Leuchterblume gerne nach draußen gestellt werden

  Unsere bekannteste Leuchterblume wuchs zwar früher in tropischen Wäldern in Südafrika, dort gibt es aber schon lange keine Küstentropenwälder mehr, die Ceropegia woodii lebt schon lange in trockenerer Luft. Deshalb akzeptiert sie Standorte in eher trockener Umgebung ebenso wie Räume mit höherer Luftfeuchtigkeit. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Tropenpflanzen, denen es am besten geht, wenn in Ihrer Wohnung "das Wasser schon fast von der Wand läuft", was immer mit Schimmelgefahr verbunden ist.

Die Leuchterblume gehört zu den Sukkulenten, wie alle Sukkulenten gedeiht sie am besten in einem gut durchlässigen Substrat,


in dem sich kein Wasser stauen kann. Verwenden Sie entweder fertige Sukkulentenerde (Kakteenerde), oder mischen Sie normale Blumenerde mit Sand und vielleicht einigen Kugeln Perlit oder Blähton. Geben Sie eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies unten in den Pflanztopf, damit die Wurzeln auch nicht im überschüssigen Gießwasser stehen, während dieses in den Untersetzer sickert.

Pflanzentopf und Umtopfen

Der Pflanzentopf selbst kann eher flach als tief sein, mit ausreichend Raum nach unten für die Drainage natürlich. Umgetopft wird die Leuchterblume, wenn die Wurzel fast den ganzen Topf ausfüllt, erfahrungsgemäß ist das erst nach ein paar Jahren der Fall. Die beste Zeit zum Umtopfen ist zum Ende der Winterruhe, kurz bevor die Leuchterblume wieder mit dem Wachstum beginnt. Wenn Sie die Leuchterblume ganzjährig durchkultivieren (dazu siehe unten bei "Überwintern"), wird sie auch im Frühjahr umgetopft, bevor sie ins kräftigste Wachstum des Jahres startet. Die Leuchterblume entwickeln ein langes und feingliedriges Wurzelwerk mit Knollen, das Wasser speichert und auch Photosynthese-Funktionen übernehmen kann, deshalb sollte ein wenig Licht an die Wurzeln kommen können. Die Wurzelknolle sollte deshalb beim Umtopfen nur leicht mit Substrat bedeckt werden, höchstens einen Zentimeter.

Gießen und Düngen

Die Leuchterblume hat als Sukkulente recht mäßigen Wasserbedarf, wenn ihre Speicherorgane erst einmal aufgefüllt sind. Ob sie aufgefüllt sind, merken Sie beim Bewässern: Wenn Sie im Verkaufsgeschäft dursten musste, wird im Untersetzer gesammeltes Wasser kurz nach dem Gießen noch von den Wurzeln aufgesogen. Bleibt überschüssiges Gießwasser auch eine Stunde nach dem Wässern im Untersetzer stehen, sind die Speicherorgane aufgefüllt, das überschüssige Wasser kann (und sollte) weggekippt werden. Zur Bewässerung im Winter siehe Überwinterung, ab April wird das Wachstum der Leuchterblume auf jeden Fall etwa bis Anfang Oktober stärker, sie wird regelmäßig gegossen. Je nach Licht und Wärme in ihrer Umgebung mehr oder weniger, für eine Leuchterblume an einem normalen, hellen Standort in der Wohnung reichen meist zwei Wassergaben in der Woche. Sie sollten immer dann Wasser nachgeben, wenn das Substrat an der Oberfläche bereits angetrocknet ist.

  Ganz schlimm durstet eine Leuchterblume, wenn sie Blätter abwirft, ziemlich schlimm, wenn ihre normalerweise prall wirkenden Blätter kraftlos herunterhängen. Vielleicht; wenn die Blätter schlaff wirken und gleichzeitig Farbe verlieren, durstet die Leuchterblume wahrscheinlich nicht, sondern hat ganz im Gegenteil zu viel Wasser bekommen bzw. in Staunässe gestanden. Dann fangen die  Wurzeln schnell zu faulen an, wenn keine Drainageschicht im Topf ist, sollten Sie die Leuchterblume umtopfen und diese einbringen.

Wenn

die Leuchterblume im Frühjahr ihr Wachstum verstärkt, braucht sie auch mehr Nährstoffe, Sie sollten ihr also etwas Flüssigdünger für Grünpflanzen zukommen lassen. Dieser sollte stärker verdünnt werden, als die Packung angibt, sehr viele Nährstoffe braucht eine Leuchterblume nicht, und je nach Wachstumsstärke und Zustand der Pflanze alle zwei Wochen oder einmal im Monat verabreicht werden. Im Winter wird nie oder nur ganz wenig gedüngt, je nachdem, ob die Leuchterblume von Oktober bis März eine Ruhepause bekommt oder durchkultiviert wird.

Blüte

Die Leuchterblume zeigt ganz besondere Blüten mit einem ganz besonderen ökologischen Sinn: Sie lockt mit diesen Gleitfallen

winzige Fliegen an und leitet diese in den hinteren Teil der Blüte. Dort sitzen die weiblichen Geschlechtsorgane der Pflanze und werden von den Pollenpaketen der Insekten bestäubt, sie bilden nun selbst ihre Pollen aus. Erst dann werden die durch feine Härchen gefangenen Fliegen freigelassen, die inzwischen die frischgereiften Pollen eingesammelt haben und nun erleichtert weiterfliegen, um sie zu verteilen. Diese Blüten sind in Form und Funktion richtige Kunstwerke, mit die kompliziertesten Blüten, die die Evolution jemals entwickelt hat. Die zur Fortpflanzung "angestellten" Insekten werden angelockt, indem die Leuchterblume den Geruch ihrer Beute nachmacht, ein wirklich erstaunliches Täuschungsmanöver.

Schneiden


Leuchterblume auf BriefmarkeRankende Leuchterblumen können durchaus einmal ein wenig "außer Form" geraten bzw. am Rankgerüst fantasievolle Triebe in alle Richtungen entwickeln. Die können Sie gerne kürzen, wenn sie nicht "ins Design passen", am besten zum Ende der Ruhezeit, im März, also kurz bevor die Leuchterblumen so richtig loslegt, ggf. im Rahmen des Umtopfens.

Überwintern

Die Leuchterblume können das ganze Jahr durchkultiviert werden, was die Pflanze aber insgesamt schneller ermüdet. Länger lebt sie, wenn Sie ihr im Winter eine Ruhepause verordnen, ohne Dünger und mit fast trockener Erde. Wie trocken die Erde gehalten wird, hängt von der Temperatur des Winterquartiers ab. Je kühler sie steht (Temperaturen bis auf 10 °C hinunter sind möglich), desto trockener wird sie gehalten, der Wurzelballen muss aber minimal feucht bleiben.

Vermehren

Leuchterblumen lassen sich ziemlich problemlos vermehren:

  • Sie können (üblicherweise im Frühling, aber auch später) handlange Stecklinge von den Trieben schneiden, etwas abtrocknen lassen und in Anzuchterde geben. Die brauchen dann vielleicht zwei Monate bis zur Wurzelbildung, werden aber zuverlässig bewurzeln, wenn Sie sie hell und feucht halten.
  • Ebenso leicht soll die Vermehrung durch die in den Blattachseln sitzenden Brutknollen sein, sie sollen ebenfalls in Anzuchterde leicht wurzeln, sollten aber bis zum Bewurzeln mit Sand bedeckt werden, weil sie schnell faulen. Sie werden von nun an so behandelt, als wenn Sie einen Keimling aus einem Samen hochziehen.
Beide Anzuchtkästen oder -töpfe stehen am besten in einer hellen Umgebung mit Temperaturen zwischen 16 und 18 °C.

Arten und Sorten

Wenn Sie manchmal lesen können, nur die Ceropegia woodii (unsere am häufigsten als Zimmerpflanze zu findende Art.) heiße Leuchterblume, stimmt das für den deutschen Handel, und biologisch auch, die gesamte Gattung wurde 1753 durch Carl von Linné Ceropegia genannt (wohl nach den griechischen Wörtern "keros" = Wachs und "pege" = Quelle), mit der indischen "Ceropegia candelabrum" (Leuchterblume) als "Typusart". Aber im internationalen Handel hält man sich nicht an diese Feinheiten, und Ihnen könnten noch viel mehr Leuchterblume (in entsprechenden Übersetzung der jeweiligen Landessprache) begegnen: Rund um die Erkundung der Gattung Ceropegia sind die Biologen noch eifrig bei der Arbeit, momentan (Nov. 2014) sind über 220 Arten als wissenschaftlich gültig erfasste Ceropegia-Arten anerkannt.

Viele dieser Arten werden quer über die Welt verteilt als Zimmerpflanzen kultiviert und sind über das Internet erhältlich. Hier ein kleiner Überblick über die verfügbaren Arten (meist gibt es noch keine deutschen Namen):
  • Ceropegia ampliata
  • Ceropegia aristolochioides
  • Ceropegia carnosa
  • Ceropegia cimiciodora
  • Ceropegia crassifolia
  • Ceropegia denticulata
  • Gabelige Leuchterblume, Ceropegia dichotoma
  • Ceropegia distincta
  • Rotbraune Leuchterblume, Ceropegia fusca
  • Ceropegia haygarthii
  • Ceropegia juncea
  • Ceropegia linearis
  • Ceropegia meyeri
  • Ceropegia mozambiquensis
  • Ceropegia radicans
  • Ceropegia rupicola
  • Kletternde Leuchterblume, Ceropegia sandersonii
  • Ceropegia saundersii
  • Ceropegia simoneae
  • Ceropegia stapeliiformis
  • Ceropegia woodii oder Ceropegia linearis subsp. woodii
  • Sechs verschiedene, durch Kreuzung von Arten gezüchtete Hybriden
All diese Leuchterblumen erfreuen mit sehr unterschiedlichem Aussehen und unterschiedlichen Wuchsformen. Es gibt Blatt-,  Spross- und/oder Wurzelsukkulenten unter den Ceropegia-Arten, Pflanzen mit kriechenden Ausläufern, Kletterer, Schlinger und Arten mit aufrechten Wuchsformen. Nur das haben alle Arten gemeinsam: Sie wachsen als ausdauernde Pflanzen und verholzen nicht, und sie lassen sich so einfach kultivieren, dass auch Anfänger im Bereich der tropischen Pflanzen mit ihnen zum Exotensammler werden können.

  Die vielen Arten der Leuchterblumen, die gerne klettern oder schlingen, brauchen nicht unbedingt ein Rankgerüst, sondern wachsen auch gerne vom Topf aus nach unten. Sie sind also die perfekten Ampelpflanzen, die von einem hoch aufgehängten Topf herunterwachsen. Oder sich über den Rand eines großen Kübels in Richtung Boden ranken, den sie sich mit anderen, aufrecht wachsenden Pflanzen teilen (dann sollten Sie die Leuchterblumen in einen Pflanzkorb setzen, damit ihre Wurzel an der Oberfläche bleibt).

Häufig gestellte Fragen

Meine Leuchterblume wächst "wie der Teufel" - kann ich sie zur Rankfigur formen?
Können Sie, Leuchterblumen schlingen jedoch meist, was bedeutet, dass sie weder Haftscheiben noch "Widerhaken" entwickeln, mit denen sie sich an den Kletterhilfen festhalten können. Sie sollten Ihrer Leuchterblume deshalb den Weg weisen, indem Sie das vorderste Ende der Triebe um die Rankhilfe legen und vielleicht auch zart fixieren.

Auf den Blättern meiner Leuchterblume ist eine Art feiner Belag zu sehen - ist sie krank?
Nein, aber wahrscheinlich von der "Rote Spinne" befallen, die die Blätter mit ihrem Gespinst überzogen hat. Gegen die können Sie vorgehen, zunächst durch Abduschen der Blätter, wenn das nicht reicht, finden Sie Anleitungen zum weiteren Vorgehen im Internet. Bevor Sie in eine aufwendige Bekämpfung einsteigen, sollten Sie aber auf jeden Fall prüfen, ob die Haltungsbedingungen optimiert werden können und der Schädlingsbefall allein dadurch auf ein vorübergehend hinnehmbares Maß reduziert werden kann.