Liebeslocken, Juncus effusus 'Spiralis' - Pflege und Schneiden

Liebeslocken am TeichLiebeslocken werden im Pflanzenhandel in der Regel als außergewöhnliche Zimmerpflanzen verkauft, was sie gar nicht sind. Bei Juncus effusus ‘Spirallis‘ handelt es sich um eine Sumpfpflanze, also eine Flachwasserpflanze, die an den Gartenteich oder jedenfalls an den Gewässerrand gehört. Die Pflanze ist auch unter dem Namen Korkenzieherbinse bekannt, was auf den gedrehten Wuchs der Halme zurückzuführen ist. Der häufig angegebene Name Flatterbinse bezieht sich auf eine ähnliche Binse, die aber gerade, nicht gedrehte Halme besitzt.

Für Gartenteiche ist die Liebeslocke ideal. Sie filtert Nährstoffe und Schadstoffe aus dem Teich und belüftet diesen im Winter. Der einzige Nachteil der Pflanze ist, dass sie sich ziemlich ausbreitet, aber dem kann vorgebeugt werden.

Steckbrief
  • Süßgrasartige Pflanze
  • Familie der Binsengewächse
  • Gattung der Binsen
  • Art – Korkenzieher-Binse
  • Kommt natürlich in fast ganz Europa vor
  • Immergrün
  • Rhizombildend
  • Gedrehte Halme, 40 bis 50 cm lang
  • Im Sommer Blüten, locker angeordnet, unscheinbar, gelblich-grün bis hellbraun

Pflege

Liebeslocken sind ideal für Gartenteiche und Wasserläufe, wenn es nicht schlimm ist, dass sie sich gern und kräftig ausbreiten. Ideal ist, dass sie Nährstoffe und auch Schadstoffe abbauen und sogar Schwermetalle in ihrem Gewebe speichern können. Als Zimmerpflanze sehen sie zwar gut aus, bereiten vielen Pflanzenfreunden aber Ärger. So sollen speziell die bei IKEA gekauften Exemplare nur geringe Überlebenschancen haben. Da die Pflanzen allerdings preiswert sind, kann man dies ruhig mal ausprobieren. Wichtig ist der Standort. Er sollte hell und sonnig sein, für Zimmerhaltung genau wie für ausgepflanzte Liebeslocken. Auch das Substrat ist entscheidend. Im Teich darf es keinesfalls zu nährstoffhaltig sein. Gut geeignet ist Teicherde.

Bei der Zimmerpflanzenerde ist der Zusatz von Torf empfehlenswert, auch wenn ich sonst nicht so dafür bin. Hier macht es den Unterschied. Beim Pflanzen im Teich sollte ein Pflanzkorb genutzt werden, um den Ausbreitungsdrang einzudämmen. Wasser ist in jedem Fall wichtig. Die Pflanzen samt Erde dürfen nicht austrocknen. Düngen ist eher nebensächlich. Im Teich sowieso und auch bei den Zimmerkulturen. Schneiden kann man, muss es aber nicht. Die Überwinterung im Freiland sollte kein Problem darstellen, die im Haus ist wegen der trockenen Luft nicht immer einfach. Die Vermehrung gelingt durch Teilung und Aussaat. Krankheiten und Schädlinge sind selten.

Standort

Liebeslocken PflanzeDer Standort der Liebeslocke ist abhängig davon, ob sie als Zimmer- oder Teichpflanze gehalten werden soll. Zimmerpflanzen stehen gern möglichst hell und sonnig. Bei zu dunklem Standort wachsen die Halme nicht mehr gedreht, sondern werden wieder gerade. Im Teich stehen die Pflanzen auch gern sonnig, ruhig in der knalligen Sonne. Hat man sie allerdings als Zimmerpflanze erworben, müssen die Gewächse erst langsam an die Sonne gewöhnt werden.
  • Heller, möglichst sonniger Standort
  • Kommt auch mit Mittagssonne zurecht
  • Maximal halbschattig
  • Fühlt sich bei 20°C sehr wohl, übersteht aber auch kalte Winter im Freien
  • Im oder am Teich gern sonnig
  • Nicht zu wenig Sonne

Pflanzsubstrat

Auch beim Pflanzsubstrat kommt es darauf an, welchen Platz die Liebeslocke erhält. Im Gartenteich darf die Erde nicht zu nährstoffhaltig sein, damit das Wasser nicht blüht. Im Gefäß als Zimmerpflanze kultiviert, können durchaus mehr Nährstoffe vorhanden sein.
  • Für Zimmerpflanzen handelsübliche Pflanzenerde, der etwas Torf untergemischt wurde
  • Ideal ist ein leicht saurer Boden
  • Kein Kalk
  • Für Freilandhaltung gut geeignet ist Teicherde mit etwa 1/3 mineralischen Zusätzen
  • Nährstoffreiche Erde beschleunigt den Pflanzenwuchs
Tipp - Einige Besitzer von Liebeslocken als Zimmerpflanzen loben die Kultur in Seramis. Die Pflanzen würden darin ausgesprochen gut gedeihen. Der Wasserstand sollte bis etwa 5 cm betragen. Wichtig ist, die Wurzeln, die aus dem Innentopf herausragen regelmäßig zu entfernen, damit sich Bakterien dort nicht massenhaft vermehren können, was sie in abgestorbenen Pflanzenteile bekanntlich gern tun. Der Versuch ist es sicher wert.

Pflanzen

Liebeslocken im Gefäß wachsen bei guter Pflege kräftig und müssen regelmäßig umgetopft werden. Bei ausgepflanzten Exemplaren ist die
Nutzung eines Pflanzkorbes ratsam, um den Ausbreitungsdrang einzudämmen.
  • Wurzeln wachsen recht kräftig, wodurch man jährlich oder zweijährlich umtopfen sollte
  • Beim Auspflanzen im Gartenteich bedenken, dass sich die Pflanze stark ausbreitet, in einem Jahr verdoppelt sie sich mindestens
  • Es kann sinnvoll sein, einen etwas größeren Pflanzkorb zu verwenden, so kann die Wurzel wachsen, aber auch im Zaum gehalten werden
  • Den Pflanzkorb mit einem Vlies ausschlagen
  • Pflanztiefe 10 cm, in der Sumpfzone stehender Gewässer
  • Am besten wirkt Gruppenpflanzung, immer 3 bis 5 Stück

Gießen und Düngen

Liebeslocken Juncus effususLiebeslocken sind Sumpfpflanzen, das bedeutet, sie mögen es nass und keinesfalls trocken. Es sollte immer ausreichend Wasser vorhanden sein. Bei Zimmerpflanzen reichen in der Regel 2 bis 3 Zentimeter im Untersetzer oder Übertopf, im Teich stehen die Pflanzen am besten etwa 10 cm tief.
  • Reichlich gießen, besonders bei Hitze und Sonne
  • Am besten mit Regenwasser, denn die Pflanzen mögen keinen Kalk
  • Staunässe erwünscht, also ein paar Zentimeter Wasser im Übertopf stehen lassen
  • Erde sollte dauernass sein, also ruhig ins Wasser stellen
  • Kurzzeitiges Abtrocknen der Erdoberfläche wird toleriert
  • Substrat darf keinesfalls völlig austrocknen
  • Zimmerpflanzen düngen von April bis September
  • Nach dem Kauf 6 bis 8 Wochen nicht düngen
  • Alle 4 Wochen mit Flüssigdünger (Grünpflanzendünger), aber in halber Konzentration
  • Alle 6 bis 8 Wochen mit Düngestäbchen (auch nur halbe Konzentration)
Im Teich gepflanzte Exemplare nicht düngen, um Nährstoffe aus dem Teich zu halten und so den Algenwuchs nicht zu fördern

Schneiden

Die Liebeslocke kann, muss aber nicht geschnitten werden. Lediglich bei Teichpflanzen sollte nach einem sehr kalten Winter abgestorbenes Laub entfernt werden. Ist das reichlich vorhanden, kann man besser die gesamte Pflanze zurückschneiden, als all die einzelnen Halme herauszusuchen. Ansonsten ist ein Schnitt nicht zwingend erforderlich. Auch die als Zimmerpflanzen kultivierten Exemplare müssen nicht geschnitten werden.
  • Sollte sich ein aufrechter Spross bilden, muss dieser mitsamt dem dazugehörigen Rhizom entfernt werden, da dort der Wildtyp durchgeschlagen ist. Soll sich nicht die ganze Pflanzen in diesen Wildtyp zurückverwandeln, muss er entfernt werden.
  • Teichpflanzen im Frühjahr Handloch zurückschneiden
  • Nicht im Herbst schneiden, denn so dienen die gut winterharten Pflanzen als Gerüstbildner und als Blickfang
  • Es muss nicht jedes Jahr radikal abgeschnitten werden, aber es kann

Überwintern

Bei der Überwinterung der Liebeslocken muss wieder unterschieden werden. Teichpflanzen sind ausreichend winterhart und benötigen keinen Schutz. Sie sind für den Teich sogar ausgesprochen nützlich. Bei den Zimmerpflanzen sollte der Standort etwas kühler sein als im Sommer, aber unbedingt hell. Auch wird etwas weniger gegossen. Günstig ist eine höhere Luftfeuchte, wie sie oft im Badezimmer gegeben ist.
  • Bei Zimmerpflanzen – Überwinterung im Haus, bei etwas kühleren Temperaturen als im Sommer
  • Unbedingt so hell wie möglich
  • Höhere Luftfeuchte, also immer mal besprühen
  • Im Garten – benötigt keine Pflegemaßnahmen

Vermehren

Liebeslocken lassen sich durch Teilung und Aussaat vermehren. Teilung ist unkompliziert, aber die Pflanzen benötigen einige Zeit, bis sie wieder richtig toll aussehen. Aussaat ist nicht ganz einfach, die Samen sind Kaltkeimer.

Teilung des Wurzelstocks

  • Ist möglich, nehmen der Pflanze aber viel von ihrer Schönheit
  • Große Pflanzen sehen einfach am besten aus
  • Man kann sie 10 bis 20 Jahre am selben Standort stehen lassen und hat nicht viel Arbeit mit ihnen
  • Sollten die Horste zu groß geworden sein, kann man sie einfach aus dem Wasser nehmen und mit einem Spaten zerteilen
  • Die Teilstücke kann man wieder einsetzen
  • Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr

Aussaat

  • Kaltkeimer
  • Samen 2 bis 4 Wochen bei etwa 20°C feucht halten
  • Anschließend Aussaat bis zu 6 Wochen kalt (-3 bis +3°C) stellen
  • Danach wieder bei Zimmertemperatur aufstellen

Krankheiten und Schädlinge

Liebeslocken gehören als Teichpflanzen zu den sehr robusten Gewächsen. Sie werden kaum von Krankheiten und Schädlingen befallen. Bei den als Zimmerpflanzen kultivierten Exemplaren ist es etwas anders. Sie haben häufig mit Schimmel zu kämpfen und sind auch, durch die nicht idealen Bedingungen der Kultur bedingt, wesentlich anfälliger für Krankheiten. Schädlinge sind auch bei ihnen eher selten.
  • Schimmelbildung bei Zimmerpflanzen – Erde oberflächlich von Schimmel bedeckt
  • Mehltau – Pilzbefall, tritt durch die Feuchtigkeit auf
  • Spinnmilben – wenn diese auftreten, dann wird bei der Pflege etwas falsch gemacht. Sie mögen trockene Luft und die dürfte es mit einem ständig nassen Substrat nicht geben. Also, reichlich wässern und auch besprühen. Alternativ mit einem systemischen Mittel bekämpfen (nur Zimmerpflanzen)

Häufige Fragen

Woran kann es liegen, dass die Halme braun werden und wie vertrocknet aussehen?

Das kann unterschiedliche Gründe haben. Häufig liegt es daran, dass kaum noch Erde im Gefäß vorhanden ist. Die Wurzeln wachsen zügig und verdrängen Erde. Sie schieben sie praktisch aus dem Gefäß. Bei im oder am Wasser gepflanzten Freilandpflanzen passiert das so gut wie nie, denn die stehen frei, aber bei Zimmerpflanzen ist das häufig die Ursache für braune Halme. Wird die Pflanze umgetopft, bekommt neue Erde und und etwas größeres Gefäß, gibt sich dies meist schnell wieder. Trockenheit kann natürlich auch zum Braunwerden führen, ebenso wie fehlende Nährstoffe.

Was kann man gegen die Schimmelbildung bei als Zimmerpflanzen kultivierten Liebeslocken unternehmen?

Hier gibt es einen guten Tipp. Statt Blumenerde auch für die Zimmerkultur Teicherde verwenden. Diese schimmelt im Gegensatz zu Blumenerde nicht so leicht.