Margerite, Leucanthemum - Pflege, Schneiden und Überwintern

Margeriten in der WieseIm Sommer sind die Blüten der Margerite auf zahlreichen Balkonen und Terrassen zu bewundern. Und diese Beliebtheit kommt nicht von ungefähr. Zahlreiche Farben und dekorative Blüten machen den Reiz der Leucanthemum aus. Dazu ist sie recht einfach in der Pflege und daher auch für Menschen ohne grünen Daumen bestens geeignet. So anspruchslos die Margerite aber auch ist, ohne die passenden Maßnahmen verliert sie schnell ihre Blühkraft. Damit dieser Fall erst gar nicht eintritt, sind lediglich wenige Handgriffe notwendig. Werden die geringen Bedürfnisse erfüllt, lohnt die Pflanze mit lang anhaltender Blüte.

Kurzer Steckbrief der Margerite
  • Die Margerite wird auch als Leucanthemum bezeichnet
  • Kann als Strauch oder Hochstamm gezogen werden
  • Wirkt als Bienenweide
  • In der Gattung finden sich über 40 Arten
  • In verschiedenen Farben erhältlich

Standort und Substrat

Die Margerite benötigt einen sonnigen und warmen Standort, Halbschatten verträgt sie aber ebenfalls. Ist der Pflanzort jedoch zu dunkel, sind die Blüten merklich reduziert und die Blätter können sich gelb verfärben. Die Leucanthemum kann also auf dem Südbalkon stehen oder in einer sehr hellen Ecke, in der es anderen Pflanzen schnell zu warm wird.

Bei der Wahl des Substrats zeigt sich die Margerite sehr anspruchslos. Handelsübliche Blumenerde oder Gartenerde reicht vollkommen aus. Wer eine besonders große Blütenpracht wünscht, sollte dem Substrat der Leucanthemum noch etwas Kompost beimengen. Davon abgesehen werden aber weder weitere Komponenten noch Zugaben benötigt.

Gießen und Düngen

Auf Trockenheit reagiert die Margerite sehr empfindlich, daher können im Sommer sogar zwei tägliche Wassergaben notwendig sein. Auf jeden Fall muss vermieden werden, dass Erde und Wurzeln vollkommen austrocknen. Tritt dieser Fall doch einmal ein, lässt die Leucanthemum schnell die Blätter hängen und wirft die Blüten ab. Das Grün vertrocknet sehr schnell.

Die Margerite ist dann zwar meist noch zu retten, indem sie schwemmend gegossen wird, der Schaden ist aber durchaus für eine Weile sichtbar. Um die Leucanthemum gut zu versorgen, sollte sie wahlweise schwemmend gegossen oder getaucht werden. Beim Tauchen wird der Topf in einen Wassereimer gestellt, bis keine Luft mehr aus der Erde aufsteigt. Staunässe ist aber dennoch zu vermeiden, das Wasser muss im Anschluss also ungehindert ablaufen können.

MargeritenwieseSoll die Margerite stark und reich blühen, verbraucht sie große Mengen an Nährstoffen. Eine regelmäßige Düngung ist daher sinnvoll, für das Überleben aber nicht unbedingt erforderlich. Wer jedoch auf das Düngen verzichtet, wird schnell ein Nachlassen der Blühkraft bemerken. Als Mittel eignen sich:
  • Reifer Kompost
  • Brennnesseljauche
  • Flüssigdünger für Blühpflanzen
  • Langzeitdünger in Stäbchenform
Die zusätzliche Nährstoffgabe erfolgt idealerweise aller zwei Wochen in einer starken Verdünnung und direkt mit dem Gießwasser. Auf diese Weise kann es nicht zu chemischen Verbrennungen an den Wurzeln kommen.   

Ausputzen und Verschneiden

Durch die reiche Blüte der Margerite kommt es immer wieder zu vertrockneten und verwelkten Pflanzentrieben. Werden diese an der Pflanze belassen, bilden sich an den Blüten Samen, die zur Vermehrung
Zur Sicherstellung der Fortpflanzung wird das Gewächs erneut Knospen ausbilden. Die Blühzeit lässt sich so erheblich verlängern. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Margerite ausreichend Wasser und Nährstoffe erhält. Zusätzlich zu dem Ausputzen der Leucanthemum sind auch regelmäßige Verschnitte notwendig.

Im Herbst wird das erste Verschneiden der Margerite fällig. Hierbei werden sämtliche Triebe um etwa ein Drittel gekürzt. Diese Maßnahme sollte direkt vor der Überwinterung erfolgen. Wird die Leucanthemum im Frühjahr wieder nach draußen verbracht, sollte noch einmal eine Korrektur vorgenommen werden. Bei dieser Pflegemaßnahme gilt es, störende Triebe zu entfernen. Die Pflanze sollte also geformt und ausgelichtet werden, indem nach innen wachsende Zweige abgeschnitten werden.

Vermehrung

Die Vermehrung der Margerite kann auf zwei einfachen Wegen erfolgen. Zum einen können Stecklinge bewurzelt, zum anderen Samen gekeimt werden.
Die Vermehrung aus Samen sollte bereits im Januar beginnen. Wer hierfür die Samen der eigenen Margerite benutzen möchte, muss dafür im Spätsommer einige verblühte Blüten an der Pflanze belassen. An diesen entstehen die Samen, die abgeschnitten und trocken gelagert werden können. Sie werden wie folgt zur Keimung gebracht.
Zwei Margeritenblüten
  • 1. Die Samen werden von vertrockneten Pflanzenteilen und Blütenblättern befreit.
  • 2. Ein Pflanzgefäß wird mit Anzuchterde oder einer Mischung aus Torf und Sand gefüllt.
  • 3. Die Samen werden locker auf dem Substrat verteilt und nur leicht mit Erde bedeckt.
  • 4. Das Substrat wird gut durchfeuchtet.
  • 5. Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit kann eine transparente Folie über dem Gefäß ausgebreitet werden, die die Verdunstung reduziert.
  • 6. Der Topf wird an einen hellen, warmen Standort verbracht.
  • 7. Sind die Keime etwa zehn Zentimeter hoch, werden sie pikiert. Dazu werden die schwächsten Triebe aussortiert, sodass die kräftigen jungen Pflanzen mehr Platz erhalten. Alternativ können die Margeriten auch einzeln umgetopft werden.
  • 8. Haben die Jungpflanzen eine Höhe von etwa 20 cm erreicht, wird es Zeit für einen Wechsel der Erde. Für sie kann nun ebenfalls Pflanzenerde verwendet werden.
Die Vermehrung durch Stecklinge der Margerite gestaltet sich etwas schneller und kann von Mai bis September erfolgen.
  • 1. Von der adulten Margerite werden 10 bis 15 cm lange Kopfstecklinge abgeschnitten.
  • 2. Die Schnittflächen sollte schräg gehalten und vorsichtig behandelt werden.
  • 3. Die unteren Blätter werden von den Trieben abgetrennt.
  • 4. Die Stecklinge werden etwa drei Zentimeter tief in Anzuchterde
  • 5. An einen warmen, hellen Ort gestellt benötigt die Wurzelbildung etwa drei bis Wochen. Während dieser Zeit sollte das Substrat stets leicht feucht gehalten werden.
  • 6. Zeigen sich an den Jungpflanzen neue Blätter, war die Wurzelbildung erfolgreich und die Margeriten können in das endgültige Substrat umgesetzt werden.

Umtopfen

Margeriten werden in nahezu jedem Fall in zu kleinen Gefäßen verkauft. Daher sollten sie direkt nach dem Kauf umgetopft werden. Allerdings ist das nur notwendig, wenn die Wurzeln kaum mehr Raum haben. Um das herauszufinden, reicht ein prüfender Blick auf den Boden des Topfes und auf den Ballen. Wachsen die Wurzeln
Umtopfen von MargeritenBesonderheiten sind hierbei nicht zu beachten. Die alte Erde sollte vorsichtig entfernt und notfalls abgespült werden. Das verringert das Risiko von Krankheiten und Schädlingen. Danach wird die Margerite in frisches Substrat verbracht und angegossen.
Diese Maßnahme wird immer dann notwendig, wenn das Gefäß zu klein wird. Ein jährlicher Substratwechsel ist aber ebenfalls sinnvoll, um die Blühkraft hochzuhalten.  

Überwintern

Einige Arten der Margerite sind frosthart und kommen im Garten gut ohne gesonderten Schutz aus. In der Kübelkultur verhält es sich anders. Hier ist in jedem Fall eine geschützte Überwinterung sinnvoll.
  • 1. Die Margerite im Kübel wird vor dem ersten Nachtfrost nach drinnen verbracht.
  • 2. Der Standort für den Winter sollte hell, kühl und frostfrei sein. Die Temperaturen zwischen 10 und 15 °C sind ideal, da sie einen Austrieb verhindern zugleich aber die Kräfte der Pflanze schonen.
  • 3. Im Winterquartier wird ein vollkommenes Austrocknen der Erde verhindert, die Gießmenge sollte aber möglichst klein gehalten werden. Ein gelegentliches Besprühen mit Wasser ist ebenfalls empfehlenswert.
  • 4. Die Margerite darf wieder nach draußen, wenn mindestens 15 °C herrschen. Sind Nachtfröste zu erwarten, sollte sie aber wieder ins Haus verbracht werden.
Vor dem Einbringen in das Winterquartier sollte der Verschnitt der Leucanthemum erfolgen. Nach der Winterruhe ist noch mal ein Auslichten angeraten.

Typische Krankheiten und Schädlinge

Werden die Blätter der Margerite gelb oder braun, wirken welk oder trocken, ist das oftmals auf Pflegefehler oder einen falschen Standort zurückzuführen. Zunächst sollte also überprüft werden, ob die Leucanthemum ausreichend Licht, Wasser und Dünger erhält. Auch das Gegenteil kann natürlich der Fall sein. So zeigen sich die beschriebenen Symptome ebenfalls, wenn das Substrat zu nass ist oder der Dünger nicht stark genug verdünnt wurde. Finden sich die betroffenen Blätter an einem blühenden Stiel, ist das Verwelken hingegen normal.

Anders verhält es sich, wenn von Erde oder Pflanze ein muffiger Geruch ausgeht, Flecken, Fraßspuren oder Beläge auftreten. Dann kann die Leucanthemum an einer der folgenden Krankheiten oder unter den genannten Schädlingen leiden.
Werden die Blätter welk und wirken schmierig und fällt ein unangenehm schimmliger oder muffiger Geruch auf, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Wurzelfäule. Wird sie rechtzeitig erkannt, kann ein gründlicher Substratwechsel helfen. Zusätzlich sind betroffene Wurzeln und welke Pflanzenteile zu entfernen.

Weiße MargeritenBei der Blattfleckenkrankheit handelt es sich ebenfalls um eine Pilzerkrankung. Sie äußert sich ebenso, wie es der Name vermuten lässt. Betroffene Pflanzenteile werden entfernt und die Margerite mit einem entsprechenden Fungizid behandelt.

Gegen den Mehltau, der sich als gräulich weißer Belag auf den Blättern äußert, hilft eine Mischung aus acht bis neun Teilen Wasser und einem Teil frischer Vollmilch. Diese Lösung wird auf die Pflanze gesprüht, für eine halbe Stunde einwirken gelassen und dann mit purem Wasser abgespült. In der Regel sind etwa drei Wiederholungen im Abstand von einigen Tagen notwendig, um die Krankheit vollkommen auszuheilen.

Ein Befall mit Spinnmilben ist an netzartigen Gespinsten zu erkennen, die sich an den Blattunterseiten finden. Zudem können die Blätter gelbbraun verfärbt sein. Sie treten auf, wenn die Luft zu warm und zu trocken ist. Schnelle Abhilfe bringt daher die Erhöhung der Luftfeuchte. Hierzu wird die Margerite abgeduscht oder eingesprüht und im Anschluss in einen Beutel verpackt. Um Fäulnis zu vermeiden, sollte die Verpackung täglich gelüftet werden.

Die Weiße Fliege fällt deutlich auf, wenn sie als Schwarm um die Pflanze fliegt. Gegen sie hilft der Einsatz von Erz- und Schlupfwespen, Marienkäfern und Florfliegen. Können diese Nützlinge nicht verwendet werden, sind ein Substratwechsel und eine Lösung aus lauwarmem Wasser und fester Schmierseife. Diese Mischung wird auf die Blätter gesprüht oder zum Abwischen dieser eingesetzt.

Wird die Margerite von Blattläusen heimgesucht, sind Marienkäfer oder Schlupfwespen eine schnelle und einfache Gegenmaßnahme. Beide Arten von Nützlingen sind im Fachhandel zu beziehen und können sogar online bestellt werden.  

Häufig gestellte Fragen

Warum hört die Margerite auf zu blühen?
Mit der Zeit lässt die Blühfreude der Leucanthemum nach, das ist ganz natürlich und nicht in jedem Fall Anzeichen einer Krankheit. Das regelmäßige Ausputzen, Verschneiden und Düngen der Margerite regt wieder zur Blüte an.

Ist die Margerite giftig?
Die Margerite ist zwar nicht giftig, kann bei Berührung aber zu Reizungen der Haut führen. Zudem locken ihre Blüten Bienen und andere fliegende Insekten an. Besteht gegen deren Stiche eine Allergie, sollte die Leucanthemum also lieber nicht auf dem Balkon kultiviert werden.

Kann die Margerite in den Garten gepflanzt werden?
Einige Arten, vor allem der Strauchmargerite, sind frosthart und können daher frei in den Garten gepflanzt werden. Einen zusätzlichen Winterschutz benötigen sie hier im Normalfall nicht, eine isolierende Abdeckung der Pflanzscheibe schadet aber auch nicht. Die meisten Margeriten-Arten vertragen hingegen gar keinen Frost und müssen daher rechtzeitig ins Haus verbracht und dort auch überwintert werden.