Mohnblumen, Klatschmohn, Papaver rhoeas - Pflege-Tipps

Mohnblume - Klatschmohn - Papaver rhoeas Mohnblume, Klatschmohn oder Papaver rhoeas - welchen Namen sie auch trägt, die Schönheit der einjährigen Pflanze macht sie zum beliebten Klassiker. Vor allem, seit sie auf Feldern eher selten anzutreffen ist, findet sie sich in immer mehr Gärten. Wer die intensive Blütenpracht auch im eigenen Grün genießen möchte, muss dafür nur anfangs einige Punkte beachten. Danach übernimmt die Mohnblume ihre Versorgung nahezu vollständig von selbst. Selbst Anfänger und Gärtner mit wenig Zeit finden in ihr also das ideale Gewächs. Und auch für naturnahe Beete ist sie bestens geeignet.

Kurzer Steckbrief der Mohnblume:
  • Kommt natürlich in Europa, Afrika und Asien vor
  • Die Mohnblume erreicht eine Höhe von bis zu 80 cm
  • Einjähriges Gewächs aus der Familie der Mohngewächse
  • Blütezeit von Mai bis August
  • Enthält kein Morphin wie der verwandte Schlafmohn
  • In den Farben Rot, Weiß und Rosa erhältlich

Standort

Mohnblume - Klatschmohn - Papaver rhoeas Wer den Klatschmohn von wilden Wiesen, Feldern oder brachliegenden Flächen kennt, kann seine Ansprüche an den Standort bereits erahnen. Sonnig muss er sein und durch andere Pflanzen zumindest leicht geschützt. Dazu sollte der Pflanzplatz vergleichsweise trocken liegen. Direkt neben einem Gewässer wird es dem Papaver rhoeas schnell zu nass.

{infobox type=check|content=Mohnblumen vermehren sich über Selbstaussaat, wer die Ausbreitung verhindern möchte sollte also für eine entsprechende Abgrenzung sorgen.}

Substrat

Mohnblumen können auf einer Vielzahl von Böden gedeihen, optimal ist jedoch ein kalkhaltiges und lehmiges Substrat. Dieses sollte weder zu locker sein, noch zur Verdichtung neigen. Eine Mischung aus Gartenboden, dem wahlweise Sand zur Auflockerung oder Lehm zur Anreicherung beigemengt wird, eignet sich sehr gut.

Für eine lange Blütezeit, starkes Wachstum und wenig Pflegeaufwand empfiehlt sich ein Bodentest. Saure Böden sind zu meiden oder durch entsprechende Maßnahmen - wie beispielsweise eine Beigabe von Kalk - in den passenden pH-Wert bringen.

Aussaat

Einmal im Garten angelangt vermehrt sich der Papaver rhoeas, wie bereits erwähnt, über Selbstaussaat. Bei der ursprünglichen Aussaat muss es hingegen die passende Vorbereitung geben. Zwar könnte diese auch ohne folgende Maßnahmen erfolgen, das Wachstum ist dann jedoch eher dünn und fleckig.
  1. Den Boden zumindest oberflächlich umgraben und bei Bedarf mischen.
  2. Die Samen mit etwas Sand oder Erde mischen und gleichmäßig über dem Pflanzplatz verteilen - dabei nicht mit Substrat bedecken.
  3. Vorsichtig angießen.
  4. Zum Schutz vor Vögeln und Nagetieren die Samen mit einem feinmaschigen Netz abdecken. Dabei auf einige Zentimeter Abstand zum Boden achten, um den Mohnblumen Platz zum Keimen und Wachsen zu geben.
In der Regel keimen die Samen des Klatschmohns innerhalb von zwei Wochen. Dann kann auch das Schutznetz entfernt werden. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist zwischen April und Mai gekommen. In warmen Jahren und wenn kein Frost mehr droht, kann sie auch etwas zeitiger versucht werden. Wer ganz sicher gehen möchte, kann Papaver rhoeas im Haus vorziehen und sie ab Mai ins Freie Pflanzen. Auch eine Aussaat im Herbst, etwa September oder Oktober, kann durchgeführt werden. Hierdurch lässt sich die Blütezeit im Idealfall etwas vorziehen.

Gießen

Mohnblume - Klatschmohn - Papaver rhoeas Das Gießen der Mohnblume gestaltet sich sehr einfach und ist meist noch nicht einmal notwendig. Direkt nach der Keimung sollte zwar darauf geachtet werden, dass der Boden nicht vollkommen austrocknet - ab einer Höhe von etwa zehn Zentimetern halten Papaver rhoeas trockene Phasen jedoch gut aus. Lediglich wenn die Blätter hängen, sollte dann zur Gießkanne gegriffen werden.

Gewöhnliches Leitungswasser reicht dem Mohn aus und wird von den Blumen gut vertragen, da sie auch auf größere Mengen Kalk nicht empfindlich reagieren.

{infobox type=check|content=Regelmäßiges Wässern ist zwar nicht notwendig, sorgt aber für eine reichere und längere Blüte. Nur Staunässe darf dabei nicht aufkommen.}

Düngen

Dünger benötigen die Mohnblumen gar nicht, auch wenn sie mehrere Jahre am gleichen Platz verbleiben. Erst wenn das Wachstum merklich schwach ist oder nur sehr wenige Blüten auftreten, sollte etwas Kompost in den Boden eingearbeitet werden. Ein gelegentliches und sparsames Gießen mit Brennnesseljauche oder Teichwasser ist ebenfalls empfehlenswert. Diese versorgen nicht nur mit Flüssigkeit und Nährstoffen, sondern geben dem Mohn - im Falle der Brennnesseljauche - auch einen gewissen Schutz gegen Krankheiten und Schädlinge.

Alternativ zur Düngung können Standortwechsel durchgeführt werden.

Verschneiden

Ein Verschnitt zur Formgebung ist bei dem Klatschmohn gar nicht notwendig. Vertrocknete oder beschädigte Pflanzenteile sollten aber dennoch entfernt werden. Das ist schon aus optischen Gründen von Vorteil, dient jedoch in erster Linie der Gesunderhaltung des Bestands.

Vermehrung

Mohnblume - KnospenDie einfachste Variante der Vermehrung ist es, diese dem Klatschmohn selbst zu überlassen. Zu diesem Zweck werden die Blüten auch dann noch stehen gelassen, wenn sie längst vertrocknet sind. Die Saat fällt dann von allein aus den Samenkörpern und lässt eine neue Generation am gleichen Standort entstehen. Hierdurch ist auch eine zeitigere Blüte im Folgejahr möglich.

Wer den Standort wechseln möchte, sollte rechtzeitig zur Schere
greifen. Nach dem Verblühen und Abtrocknen an der Pflanze werden die runden Samenkörper abgeschnitten. Sie können auf diese Weise aufbewahrt oder zunächst von der Hülle befreit werden. Die Aussaat kann dann wahlweise direkt im Herbst erfolgen oder wiederum im Frühjahr. Die Hauptsache ist, dass die Samen bis dahin trocken und dunkel gelagert werden. Anderenfalls kann es zur ungeplanten Keimung oder zum Verderben der Saat kommen.

Überwintern

Da es sich bei dem Klatschmohn um eine einjährige Pflanze handelt, ist eine gesonderte Überwinterung nicht notwendig. Sogar auf einen leichten Winterschutz kann verzichtet werden. Wer eine Selbstaussaat vermeiden möchte, kann die Gewächse sogar direkt nach der Blüte vollständig entfernen. Anderenfalls darf diese Maßnahme noch bis zum nächsten Frühjahr warten.

Schnittblume

Mohnblumen sind nicht nur im Garten schön anzusehen, sie ergeben auch in der Vase einen wunderbaren Anblick. Leider lassen sie hier sehr häufig die Blüten innerhalb kürzester Zeit fallen.

Um das zu verhindern, ist bereits der Zeitpunkt des Schnittes von Bedeutung. Die Blumen sind von der Pflanze zu trennen, solange die Blüten noch geschlossen sind. Dazu sollte die Schnittfläche gerad, glatt und nicht gedrückt sein. Das stellt eine gute Wasserversorgung sicher. Wird dazu die Vase noch aller zwei bis drei Tage gereinigt und frisches Wasser eingefüllt, kann die Haltbarkeit deutlich verlängert werden. Ein Auffrischen der Schnittfläche ist ebenfalls sinnvoll.

Alternativ können diese auch durch Hitze, wahlweise durch das Abspülen mit heißem Wasser oder ein kurzes Abbrennen verschlossen werden.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn

Klatschmohn ergibt vor allem dann einen schönen und harmonischen Anblick, wenn er im Naturgarten steht. Ein solcher Bereich lässt sich mit den passenden Pflanznachbarn ganz einfach nachstellen.
Darunter:
  • Mohnblume auf BlumenwieseLupine
  • Iris
  • Fetthenne
  • Schafgarbe
  • Kamille
  • Salbei
  • Rittersporn
  • Tagetes
  • Margeriten
Für einen besonderen Effekt können auch einzelne Getreidearten mit in das naturnahe Beet gesetzt werden. Vor allem im späten Sommer ergibt sich so ein sehr ansprechendes Bild.

Kultur im Kübel

Mohnblumen eignen sich auch für die Kultur in Topf oder Kübel, solange sie in ihm ebenfalls sonnenverwöhnt stehen. Die Pflege gestaltet sich nahezu ebenso einfach wie im Garten. Lediglich das Wässern muss häufiger erfolgen.

Besonders dekorativ ist der Klatschmohn in Kombination mit geeigneten Pflanznachbarn, die farbliche Kontraste bilden. Allerdings sollten Allergiker hierbei vorsichtig sein. Da Papaver rhoeas anziehend auf Bienen und andere fliegende Insekten wirkt, sollte er nicht in unmittelbarer Nähe zu Fenstern, Türen oder Essplätzen stehen.

Mögliche Pflegefehler

Die genügsame Mohnblume wird bei passendem Standort und geeigneter Umgebung - vom Wässern abgesehen - am liebsten allein gelassen.
Fehler in der Pflege scheinen also unwahrscheinlich, können aber vorkommen.
Dazu gehören:
  • Ein zu schattiger Standort
  • Saure Erde
  • Zu dichter Boden
  • Zu hohe Luftfeuchtigkeit
  • Staunässe
  • Überdüngung
Derlei Missstände führen nicht in jedem Fall zum Eingehen des Klatschmohns, sie können aber die Blüte reduzieren, das Wachstum schwächen und die Gewächse anfälliger für Schädlinge und Krankheiten werden lassen.

Typische Krankheiten und Schädlinge

So pflegeleicht Papaver rhoeas ist, so robust ist sie auch. Krankheiten und Schädlinge können dennoch auftreten. Vor allem, wenn die Bedingungen der Kultur nicht optimal sind.

Dazu gehören in erster Linie:
  • SchneckeBlattläuse
  • Schnecken
  • Wurzelfäule
  • Falscher Mehltau
  • Mohnbrand
Blattläuse können weder im Garten noch im Kübel auf dem Balkon vollständig vermieden werden. Haben sie den Klatschmohn einmal befallen, finden sie sich oft in großer Anzahl und dicht gedrängt an den behaarten Stängeln. Die natürlichste Methode der Bekämpfung liegt im Einbringen der Fressfeinde. Zu diesen zählen Florfliegen, Schlupfwespen, Gallmilben und Marienkäfer. Diese sogenannten Nützlinge können über den Fachhandel bezogen oder online bestellt werden. Direkt an den Pflanzen ausgesetzt nehmen sich die Insekten dem Befall schnell an. Um den Effekt noch zu beschleunigen und zu verstärken, können die Mohnpflanzen vorrübergehend mit einem engmaschigen Netz abgedeckt werden. Die Nützlinge werden unter diese Abdeckung gesetzt und konzentrieren sich so ganz auf die Blattläuse. Nach zwei bis drei Tagen muss das Netz wieder entfernt werden.

Ist diese Maßnahme nicht möglich oder gewünscht, helfen Brennnesseljauche oder eine Lösung aus Wasser und Schmierseife dabei, die Mohnblumen zu retten.

Bei einem Befall mit Schnecken ist der Schaden schnell groß. Fällt er auf, können bereits mehrere Mohnblumen stark geschädigt sein. Hiergegen hilft es nur, die Schädlinge umfassend und gründlich abzusammeln und die Papaver rhoeas mit einem Schneckenzaun zu schützen.

Wurzelfäule ist eine Folge des falschen Standorts oder eines zu reichlichen Wässerns. Sie entsteht, wenn der Boden andauernd zu feucht ist, es also zu Staunässe kommt oder das Substrat nicht ausreichend abtrocknen kann. Die beste Vorbeugung ist daher das richtige Substrat, der passende Standort und angepasstes Gießen.

Bei dem Falschen Mehltau handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die vor allem an den Blattunterseiten schnell sichtbar ist. Hier bilden sich weiße bis graue Beläge, die samtig wirken können. Abhilfe schaffen entsprechende systemische Fungizide. Diese werden als Stäbchen in die Erde gesteckt oder in flüssiger Form dem Gießwasser beigegeben. Auf diesem Wege werden sie über die Wurzeln aufgenommen und wirken von innen heraus gegen den Befall.

Mohnbrand ist eine bakterielle Schädigung der Papaver rhoeas, in deren Folge Blätter zunächst ausgeblichene Flecken aufweisen. Mit der Zeit können die Flecken bräunlich werden. Die auslösenden Bakterien haben leichtes Spiel, wenn die Luftfeuchtigkeit anhaltend hoch ist. Vorbeugend sollte daher wieder auf Standort und Gießmenge geachtet werden. Zudem ist ein zu enges Beieinanderstehen zu vermeiden. Befallene Mohnblumen sind sofort zu entfernen und sicher zu verzichten, um das Anstecken weiterer Gewächse zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Klatschmohn giftig?
Obwohl die Mohnblume kein Morphin enthält, ist sie dennoch in allen Teilen giftig. Und damit gefährlich für Menschen und Haustiere. Gerade kleine Kinder und Tiere, die beim Spielen im Garten schon einmal Pflanzen ankauen sind daher gefährdet. Zur Sicherheit sollte auf die Papaver rhoeas daher verzichtet werden oder diese so gepflanzt sein, dass von ihr keine Gefahr ausgeht.
 
Wieso geht die Mohnblume ein?
Der Klatschmohn ist einjährig und geht daher im Herbst oder spätestens Winter ein. Dieser Vorgang ist normal und kann nicht verhindert werden. Welkt die Pflanze hingegen schon zeitiger im Jahr, zeigen sich hierfür meist Krankheiten verantwortlich. Eine genaue Überprüfung der betroffenen Gewächse und bei Bedarf gezieltes Eingreifen kann schlimmere Schäden in den Beständen verhindern.