Muschelzypresse, Chamaecyparis Nana gracilis - Pflege der Zwergzypresse


Muschelzypresse - Chamaecyparis obtusaMit Nadelgehölzen schaffen Sie klare Abgrenzungen und Linien im eigenen Garten. Muschelzypressen gehören zu den langsam wachsenden Arten der Scheinzypressen, die Koniferen sind prädestiniert dafür, um dekorativ Steingärten und Beete einzufassen. Durch die geringe Größe lässt sich das Gehölz auch im Pflanzgefäß auf der Terrasse oder im Vorgarten halten. Für die erfolgreiche Kultivierung der aus Asien stammenden, immergrünen Pflanze ist kein grüner Daumen nötig. Dennoch sollten Sie das Gewächs keinesfalls sich selbst überlassen, denn nur mit der richtigen Pflege fördern Sie ein langes und gesundes Leben der Zwergzypresse.

Steckbrief
  • Muschelzypressen gehören zur Familie der Zypressengewächse.
  • Die Koniferen können eine Wuchshöhe von bis zu 2 Metern erreichen.
  • Chamaecyparis Nana gracilis gehört zu den langsam wachsenden Scheinzypressen-Arten.
  • Alle Teile der Zwergzypresse gelten als giftig und sind nicht für den Verzehr geeignet.
  • Die Blütezeit der immergrünen Pflanze ist von März bis April.

Standort und Substrat

Die Zwergzypressen mit den muschelartig gewölbten Zweigen sind in ihrer Urform in japanischen Gebirgswäldern anzutreffen. Die langsam wachsenden Pflanzen benötigen einen sonnigen Standort, kommen aber auch mit Plätzen im lichten Halbschatten problemlos zurecht. Chamaecyparis Nana gracilis benötigt einige Jahrzehnte, ehe das Gewächs seine endgültige Höhe von etwa 2 Metern erreicht hat. Durch seinen kompakten Wuchs können Muschelzypressen vielseitig im eigenen Garten eingesetzt werden. Sei es als Zierhecke, zur Bepflanzung von Gräbern oder als dekorative Einfassung von Gartenwegen und Terrassen.

Muschelzypresse - Chamaecyparis nana gracilis Der Boden sollte vor der Pflanzung mit Humus angereichert werden. Ein durchlässiges, schwach alkalisches bis saures Substrat wird von der asiatischen Konifere bevorzugt. Stark lehmhaltige Böden können Sie mit geringen Mengen Sand und Kieselsteinen aufwerten. Letztere lockern das Erdreich auf, sodass überschüssige Wassermengen schneller abfließen können. In Pflanzgefäßen reicht es vollkommen aus, wenn Sie auf eine hochwertige Blumenerde zurückgreifen.

Gießen und Düngen

Muschelzypressen sind äußerst genügsam in ihrem Wasserverbrauch. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass der Wurzelballen der Zwergkonifere nicht vollständig austrocknet. Machen Sie dafür die Fingerprobe: Sobald sich die ersten 2 Zentimeter Substrat spürbar trocken anfühlen, wird mit kalkfreiem Wasser nachgegossen. Besonders heiße Sommertage können bei jungen Pflanzen eine tägliche Versorgung mit der wertvollen Flüssigkeit zwingend notwendig machen. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, die Zypressen sind besonders bei einem verdichteten Erdreich anfällig für Wurzelfäule. Auch bei der Nährstoffversorgung stellt Chamaecyparis keine besonderen Ansprüche.

Bei der Kultivierung im Freiland reicht es vollkommen aus, wenn Sie im Frühjahr und Spätsommer den Boden mit Mist oder Kompost anreichern. Anders sieht es bei Zwergzypressen im Kübel aus, jedoch gilt auch hier: Weniger ist mehr. Fügen Sie hier etwa alle 6 Wochen - von April bis August - Flüssigdünger direkt dem Gießwasser hinzu. Reduzieren Sie die auf der Verpackungseinheit angegebene Menge um die Hälfte. Denn eine Überdosierung kann rasch den gegenteiligen Effekt bewirken. {infobox type=check|content=Gießen Sie die Zwergzypressen auch an frostfreien Tagen im Winter, eine Versorgung mit Nährstoffen darf hier jedoch nicht erfolgen.}

Pflanzen

Mit der richtigen Vorbereitung bei der Pflanzung legen Sie den Grundstein für ein langes und widerstandsfähiges Leben einer Muschelzypresse. Auch wenn die Pflanze einen hellen Standort benötigt, so kann die ungeschützte Mittagssonne doch Verbrennungen an den Trieben und Nadeln am asiatischen Ziergehölz verursachen. Wesentlich besser kommt das Gewächs mit Morgen- oder Abendsonne zurecht. Muschelzypressen können Sie ganzjährig in Gärtnereien, Internet oder in Gartencentern käuflich erwerben.

Die Pflanzung im Freiland sollte etwa ab Ende August erfolgen. So verbleibt den Gewächsen genügend Zeit zum Anwurzeln, um unbeschadet durch die kalte Jahreszeit zu kommen und im Folgejahr kräftig auszutreiben. Im Frühjahr oder Sommer gepflanzte Gehölze benötigen auch etwas mehr Zeit zur Akklimatisierung am neuen Standort. Denn sie stehen in der Hauptvegetationszeit im vollen Saft, müssen Triebe und neues Wurzelwerk gleichzeitig mit Nährstoffen und Wasser versorgen.
  • Muschelzypresse - Chamaecyparis nana gracilis Befreien Sie das Gehölz vom alten Substrat.
  • Vor der Pflanzung den Wurzeln der Chamaecyparis Nana gracilis ein mehrstündiges Wasserbad gönnen.
  • Das Pflanzloch sollte doppelt so tief und breit sein, als der Wurzelballen der Zypresse.
  • Geben Sie etwas Kompost in das Pflanzloch, den Rest davon mit dem Erdaushub vermischen.
  • Setzen Sie die Zypresse bis zum Wurzelhals in das Loch ein und füllen Sie das Substrat zurück.
  • Die Pflanze öfter vorsichtig hin und herbewegen, damit sich Hohlräume mit Erde füllen.
  • Kräftig mit Wasser einschlämmen.
Achten Sie darauf, dass die frisch gesetzten Gehölze nicht austrocknen. Gießen Sie rechzeitig nach, sobald die oberste Substratschicht abgetrocknet ist. Um ein zu schnelles Verdunsten des Wassers zu verhindern, können Sie rings um die Muschelzypressen eine dickere Schicht aus Rindenmulch ausbringen. Dieses Material wärmt gleichzeitig an kühlen Tagen und versorgt durch seine langsame Zersetzung die Pflanze mit wichtigen Nähr- und Mineralstoffen. Möchten Sie mehrere Gehölze nebeneinandersetzen, so halten Sie einen Mindestabstand von 50 Zentimetern zwischen den Zwergzypressen ein.

Die Kultivierung in
Pflanzgefäßen lässt sich bei Zwergzypressen ebenfalls problemlos durchführen. Wählen Sie einen Kübel aus UV- und witterungsbeständigen Materialien dafür aus. Eine Drainage aus Lavasplitt, Tonscherben oder Blähton sorgt dafür, dass die Wurzeln der Pflanze gefährlicher Staunässe nicht ausgesetzt sind. Abhängig von der gewählten Größe müssen Muschelzypressen im Kübel nur etwa alle drei bis fünf Jahre umgetopft werden.

Vermehren

Ein Großteil der im Fachhandel erhältlichen Muschelzypressen besteht aus veredelten Pflanzen. Meist handelt es bei der Unterlage dabei um eine einheimische Zypressenart, auf welcher die Triebe von  Chamaecyparis Nana gracilis aufgepfropft werden. Doch auch die Vermehrung von Stecklingen ist bei Zypressen äußerst schwierig, in den seltensten Fällen bilden sich Wurzeln aus. Wenn Sie diese Art der Vermehrung dennoch versuchen möchten, gehen Sie folgendermaßen vor:
  • Muschelzypresse - Chamaecyparis nana gracilis Im Frühjahr mehrere etwa 15 Zentimeter lange Triebe mit einem schrägen Schnitt von der Mutterpflanze abtrennen.
  • Bis auf 2 bis 3 obere Blattpaare komplett den Steckling entlauben.
  • Benetzen Sie das untere Ende mit einem speziellen Pulver zur Wurzelbildung.
  • Pflanzen Sie die Stecklinge in mageres Substrat.
  • Der Standort sollte hell sein, aber kein direktes Sonnenlicht aufweisen.
  • Halten Sie das Erdreich ausreichend feucht, schützen Sie es aber vor Staunässe.
  • Im Herbst geschnitten, müssen die Stecklinge im Anzuchtgefäß bei Zimmertemperatur überwintern.
Ob und wann die Anwurzelung erfolgreich war, lässt sich daran erkennen, wenn die Stecklinge neue Triebe und Blätter ausbilden. Sobald dies geschehen ist, können Sie die jungen Pflanzen an ihren endgültigen Standort im Freiland oder im Kübel umsetzen. Verzweifeln Sie jedoch nicht, sollte dieser Schritt nicht erfolgreich verlaufen. Zypressen sind äußerst robust und einfach in der Pflege, jedoch ist ihre Vermehrung langwierig und schwierig.

Schneiden

Pro Jahr wachsen die Triebe der Muschelzypressen nur etwa um 2 bis 4 Zentimeter. Doch wie bei vielen Nadelgehölzen ist der richtige Schnitt bei der Zwergzypresse äußerst wichtig. Das gilt vor alledem dann, wenn Sie eine bestimmte Wuchsform anstreben. Denn setzen Sie bei veredelten Gewächsen den Schnitt zu tief an, können Sie den veredelten Teil der Pflanze derartig schädigen, dass die "Unterlage" neue und unerwünschte Wildtriebe ausbildet.
  • Für den Schnitt eignet sich das zeitige Frühjahr oder der Spätsommer.
  • Während der Mittagszeit nicht schneiden.
  • Verwenden Sie nur gut geschärftes und desinfiziertes Werkzeug.
  • Kürzen Sie die Triebe nur um 2 bis 3 Zentimeter ein.
  • Schnitte ins Altholz unbedingt vermeiden.
Einen Erziehungsschnitt müssen Sie bereits bei sehr jungen Pflanzen regelmäßig vornehmen. Ältere Gehölze erholen sich häufig nicht von größeren Schnittmaßnahmen. Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie im direkten Kontakt mit der Muschelzypresse arbeiten. Denn alle Teile der Pflanze sind giftig, können Hautreizungen oder beim Kontakt mit Schleimhaut auch Vergiftungserscheinungen hervorrufen. {infobox type=check|content=Verwelkte Triebe sind häufig auf einen Wassermangel zurückzuführen. Entfernen Sie diese Pflanzenteile umgehend.}

Überwintern

Das Zwerggehölz bevorzugt kühlere Standorte und auch in winterharten Gebieten lässt sich die asiatische Pflanze mühelos kultivieren. Muschelzypressen halten Temperaturen von bis zu -30°C stand, ein spezieller Schutz in Form von Sackleinen oder einem Vlies ist nur bei Kübelpflanzen erforderlich. Verzichten Sie jedoch darauf, die Pflanze in ein frostfreies Winterquartier umzusiedeln. Diesen Schritt sollten Sie nur bei im Herbst geschnittene Stecklinge vornehmen. Meiden Sie dabei die direkte Nähe zu Heizquellen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Nadeln der Zwergzypressen täuschen oft darüber hinweg, dass auch diese Pflanzen von Pilzerregern und Schädlingen befallen werden können.

Wacholder- oder Thuja-Miniermotten

ThujaminiermotteVerfärbungen an den Zweigen der Muschelzypresse, abgestorbene Triebe und mit Kotkrümeln gefüllte Löcher sind ein sichtbarer Hinweis auf die gefräßigen Larven der Miniermotten. Gegen die schadhaften Insekten haben sich natürliche Fressfeinde ebenso bewährt wie Pheromonfallen in Form von Klebetafeln.

Wurzelfäule

Ein verdichtetes Erdreich und stehende Nässe sind die idealen Voraussetzungen für Fäulnis. Pilzerreger befallen in diesem feuchten Milieu die Wurzeln der Pflanzen und zersetzen diese langsam von innen heraus. Gegen Wurzelfäule selbst gibt es keine wirksamen Fungizide oder Hausmittel. Sobald Ihre Muschelzypresse davon betroffen ist, können Sie die Pflanze nur schnellstmöglich ausgraben und in frisches, trockenes Substrat umsetzen. Befallenes Wurzelwerk muss nicht entfernt werden. Sofern die Krankheit noch nicht zu weit fortgeschritten ist, kann sich das Gewächs davon wieder erholen. Beugen Sie vor, indem Sie die Muschelzypresse nicht überwässern und bei Kübelpflanzen eine Drainage anlegen.

Triebsterben

Diese Pilzkrankheit, auch als Kabatina thujae bekannt, lässt Zweige und Triebe der Zypressen absterben. An der Basis welker Triebe befinden sich punktförmige, schwarze kleine Fruchtkörper. Der Mikropilz tritt verstärkt bei einer Magnesium- und Kalzium-Unterversorgung des Erdreichs auf. Selten führt ein Befall mit dieser Krankheit zum Absterben der kompletten Zypresse. Den Pilz können Sie mit Fungiziden bekämpfen, außerdem sollten Sie durch eine Bodenanalyse herausfinden, welche Mineralstoffe dem Boden fehlen.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist meine Muschelzypresse braun und verliert trotz Winterschutz zahlreiche Nadeln?
Zwergzypressen im Pflanzgefäß sind äußerst anfällig für zweistellige Minustemperaturen. Das Umwickeln des Kübels mit einem Vlies ist eine Möglichkeit, um die empfindlichen Wurzeln vor Frostschäden zu bewahren. Der Wurzelstock immergrüner Gehölze darf auch im Winter nicht vollständig austrocknen. Häufig wird die Wasserversorgung in der kalten Jahreszeit jedoch vernachlässigt, was unweigerlich zum langsamen Tod der Pflanze führt. Gießen Sie deswegen die Muschelzypresse mit lauwarmem Wasser an frostfreien Tagen.

Was tun, wenn die Unterlage der veredelten Zypresse Wildtriebe ausbildet?
Trotz alle Vorsichtsmaßnahmen kann es bei den kleinen Zwergzypressen schnell passieren, dass die Veredelungsstelle verletzt wird. Sobald die Konifere Wildtriebe austreibt, können Sie dies nur durch konsequentes Entfernen dieser Triebe unter Kontrolle halten. Schneiden Sie im Frühjahr oder Herbst so weit wie möglich am Stamm den unerwünschten Zweig weg.