Perlkörbchen, Anaphalis - Pflege und Schneiden

PerlkörbchenDas Perlkörbchen hält Trockenphasen aus, kommt ohne Dünger zurecht und vermehrt sich sogar von allein. Im Grunde kann es also sich selbst überlassen werden. Zumindest im Garten. Das gilt allerdings nur, wenn der Anaphalis der richtige Standort und ein passendes Substrat gegönnt werden. Nur dann kann der Dauerblüher seine volle Schönheit entfalten und auf umfassende Pflege weitestgehend verzichten. Wer das entsprechende Wissen hat, kann sich also reichlich Arbeit ersparen. Steht das Perlkörbchen hingegen falsch, können es auch die hochwertigsten Mittel und die beste Pflege nur schwer retten.

Kurzer Steckbrief des Perlkörbchens
  • Wächst 30 bis 70 Zentimeter hoch
  • Teilweise Verwendung als Heilpflanze
  • Heimisch in Zentral- und Südostasien sowie Nordamerika
  • Blütezeit beginnt meist im Juni und kann bis in den Herbst reichen
  • Optimal als Trockenblume, da Trocknung schon an der Pflanze
  • Stammt aus kargen, trockenen Gebieten

Standort und Substrat

Das Perlkörbchen benötigt am Standort vor allem ausreichend Licht. Ein sonniger Platz am besten im Süden ist also notwendig. Neben der Helligkeit ist auch die Feuchtigkeit entscheidend. Die Anaphalis stammt aus trockenen Gebieten und reagiert daher eher empfindlich auf zu viel Nässe. Hohes Grundwasser oder ein anderweitig feuchter Standort sind also denkbar ungeeignet. Optimal ist hingegen der Steingarten oder ein gut drainierter Kübel, in dem sich Feuchtigkeit nicht stauen kann. Im Container ist die Anaphalis möglichst südlich zu platzieren. Eine überdachte Kultur der sonnenliebenden Pflanze ist hingegen kaum möglich, da es ihr hierbei schnell zu dunkel wird.

Das Perlkörbchen  gedeiht vorrangig auf steinigen, kalkhaltigen Böden mit geringem Nährstoffgehalt. Wichtig ist, dass die Erde Wasser gut ablaufen lässt, also durchlässig ist. Findet sich ein derartiges Substrat nicht im eigenen Garten, darf gern etwas nachgeholfen werden. Gewöhnliche Garten- oder Kübelerde, vermengt mit grobem Kies und Sand reicht aus. Neigt das Substrat zur Verdichtung, dienen diese Beigaben zugleich der Auflockerung. Ebenfalls günstig sind Kokosfaser, Streusplitt und raue Steine. Ist der Boden sauer, sollte er zunächst gekalkt und so in einen neutralen oder alkalischen pH-Bereich gebracht werden.

Pflanzen   

PerlkörbchenOb Kübel oder Beet, das Perlkörbchen zeigt sich bereits beim Pflanzen einfach und pflegeleicht. Ins Freie darf die junge Anaphalis dennoch erst, wenn nicht mehr mit Frost zu rechnen ist. Ein guter Zeitpunkt für das Pflanzen ist daher Mai bis Juni. Im Kübel darf das Gewächs bereits etwas zeitiger das Haus verlassen. Bei Minustemperaturen sollte es dann jedoch vorübergehend geschützt oder nach drinnen verbracht werden. Beim Einsetzen selbst ist kaum etwas zu berücksichtigen. Wer den folgenden Pflegeaufwand möglichst gering halten möchte, sollte jedoch die folgenden Punkte beachten:
  • Bei hohem Grundwasser eine Drainageschicht einsetzen
  • Auf Dünger verzichten
  • Zur Vermeidung von Ausläufern Wurzelsperre einbringen

Gießen und Düngen

Das Gießen des Perlkörbchens ist nur mit geringem Aufwand verbunden. Weder muss hierfür Regenwasser gesammelt, noch abgestandenes Leitungswasser gewählt werden. Aufgrund ihrer Herkunft ist Kalk und damit hartes Wasser für die Anaphalis


vollkommen unproblematisch. Bei Menge und Häufigkeit sollte der Grundsatz weniger ist mehr gelten. Einmal angewachsen benötigt das Perlkörbchen nur dann zusätzliche Wassergaben, wenn wochenlange Trockenphasen überstanden werden müssen. Im Winter ist das Gießen vollständig einzustellen. Direkt nach dem Pflanzen wird die Erde lediglich leicht befeuchtet.

  Staunässe führt schnell zum Eingehen der sonst so robusten Anaphalis. Ein umgehender Wasserabfluss muss also vorhanden sein.

Wie eingangs erwähnt, kann das Perlkörbchen gut ohne Dünger auskommen. Als Schwachzehrer reagiert sie sogar empfindlich auf selbst geringe Überversorgungen. Gedüngt wird daher nur bei langjähriger Kultur am gleichen Standort und wenn die Blühkraft der Anaphalis deutlich nachlässt. Wenig Kompost oder kleine Mengen Pflanzenjauche in niedriger Konzentration sind geeignet. Ein sehr sparsames Dosieren ist Pflicht. Eine regelmäßige Versorgung im Beet für gewöhnlich nicht notwendig. Steht sie aber an, sollte wahlweise nach dem ersten Austrieb im Frühjahr oder im Herbst nach der Blüte zum Dünger gegriffen werden.

Kultur im Kübel

PerlkörbchenDer Pflegeaufwand für die Kübelkultur des Perlkörbchens unterscheidet sich kaum von der für Beetpflanzen. Besondere Beachtung muss hier der Wasserablauf finden. Wird das Gewächs von Regen erreicht, sollte auf einen Untersetzer möglichst verzichtet werden. Ratsam ist es zudem, eine etwa fünf Zentimeter hohe Drainageschicht aus Tonscherben, grobem Kies oder Steinen am Boden des Kübels einzubringen. Selbst wenn das Wasser versehentlich am Boden stehen bleibt, besteht so keine Gefahr für Fäulnis. Wird der Dauerblüher nicht vom Regen erreicht, muss etwas häufiger gewässert werden. Eine geringe jährliche Düngergabe im Frühjahr oder nach der Blüte kann bei Bedarf und wenig Substrat sinnvoll sein. Wiederum sind Pflanzenjauche und gut verrotteter Kompost geeignet. Ein Substratwechsel ist alternativ möglich.

Ausbreitung verhindern


Das Perlkörbchen bildet Ausläufer und breitet sich daher mit der Zeit in Beet oder Steingarten aus. Wer das verhindern möchte, kann das Wachstum durch eine Wurzelsperre einschränken. Alternativ bieten sich das Eingrenzen mit Steinen sowie die Kultur im Kübel an.

  Auch in einem Steinkübel kann die Anaphalis ansprechend in den Steingarten integriert werden.

Schneiden

Wenn die Blüten im späten Sommer oder Herbst langsam vertrocknen, fällt das meist gar nicht auf. Erst wenn durch Regen unansehnliche Flecken auf ihnen entstehen, offenbart sich der Zustand. Sollen die Blütenstände als Trockenblumen konserviert werden, müssen sie nach dem anfänglichen Trocknen geschnitten werden. Dies kann bereits im August oder September der Fall sein. Der eigentliche

Verschnitt wird hingegen auf das Frühjahr gelegt. Bereits im Februar oder März darf zur Schere gegriffen werden, also vor dem ersten Austrieb. Die Pflanze kann großzügig oder sogar radikal bis knapp über den Boden verschnitten werden. Es gilt in jedem Fall, alle abgestorbenen und vertrockneten Pflanzenteile zu entfernen. Das erzeugt zwar erst einmal kahle Stellen im Staudenbeet, verhilft der Anaphalis aber zu einem kräftigen und gesunden Austrieb. Zudem wird das Risiko von Krankheiten und Schädlingen durch diese Maßnahme deutlich reduziert.

Vermehren

Das Perlkörbchen lässt sich durch Samen und Teilung problemlos vermehren. Die Samen werden im Frühjahr direkt ins Freiland

oder in den gewünschten Container gesät. Für die Vermehrung durch Teilung kommen zwei Varianten in Frage. Zum einen kann die Pflanze ausgehoben und ihre Wurzel mittig geteilt werden. Hierzu sollte zunächst das Substrat vollständig von ihnen entfernt werden. Diese Maßnahme erzeugt nicht nur zwei Tochterpflanzen, sie bewirkt auch eine Verjüngung des Perlkörbchens. Zum anderen können schlicht ausgebildete Ausläufer von der Mutterpflanze abgetrennt werden. In jedem Fall werden die Jungpflanzen im Anschluss separat eingepflanzt. Die Teilung ist während des Frühlings und Sommers möglich. Worauf die Wahl auch fällt, in der Regel ist die Vermehrung der Anaphalis einfach und schnell von Erfolg gekrönt.

Überwintern

PerlkörbchenDas dauerblühende Perlkörbchen ist winterhart. Zumindest, wenn es frei ins Beet gepflanzt wird und angewachsen ist. Auch im Kübel kann die Anaphalis den Winter im Freien verbringen. Wiederum gilt, dass sie dafür zunächst angewachsen sein muss. In Regionen mit sehr harten und langen Wintern kann es aber auch dann sinnvoll sein, ihr einen leichten Schutz zu gönnen. Styropor als Isolation zwischen den Topf und Boden zu bringen und etwas Gartenvlies um den Container zu wickeln reicht meist aus. Wässern und Düngen entfallen. Verschnitten werden sollte das Perlkörbchen während der kalten Jahreszeit ebenfalls nicht.

Umsetzen und Umtopfen

Für gewöhnlich kann das Perlkörbchen mehrere Jahre problemlos am selben Standort verbleiben. Vorausgesetzt natürlich, dass dieser optimal zu den Bedürfnissen und Ansprüchen der Anaphalis passt. Ist das nicht der Fall, schafft nur das Umsetzen Abhilfe. Dieses sollte möglichst - ebenso wie das bereits erwähnte Pflanzen, Säen und Teilen - im späten Frühjahr erfolgen. Wer die Pflanze verjüngen möchte, erhält hierbei die passende Gelegenheit. Zu beachten gilt es kaum etwas. Nässe und nährstoffreiche werden vermieden. Eine besondere Schonung der Wurzeln ist jedoch nicht notwendig. Selbiges gilt für das Umtopfen. Dieses kann jedoch aus weiteren Gründen notwendig sein. Verbrauchtes Substrat oder ein zu kleiner Kübel sind die häufigsten. Wird von Anfang an ein ausreichend großer Kübel gewählt, lässt sich die Maßnahme herauszögern. Wie groß das Volumen sein muss, ist abhängig von der gewählten Art. Immerhin gibt es hier teils immense Unterschiede in den endgültigen Wuchshöhen.  

Typische Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler

Das Perlkörbchen ist nicht nur resistent gegen Trockenheit, auch Krankheiten und Schädlinge treten an ihr selten auf. Pflegefehler sind allerdings etwas häufiger. Gerade beim Gießen und der Wahl des Standorts kann einiges schief laufen.
Typisch sind:
  • Zu dunkler Standort
  • Zu nährstoffreiche oder feuchte Erde
  • Unzureichender Wasserabfluss
  • Übermäßiges Gießen
  • Überdüngung
  • Fehlender Verschnitt
Wer diese Fehler in der Kultur vermeidet, kann sich lange Zeit an der gesunden und pflegeleichten Anaphalis erfreuen. Vor allem Trockenheit ist wichtig. Anderenfalls ist das Auftreten von Fäulnis praktisch vorprogrammiert. Gleiches gilt bei fehlenden Verschnitt. Die alten Pflanzenabschnitte bieten den Pilzen optimale Ausbreitungsflächen. Wird das Perlkörbchen von Fäulnis befallen, ist es nur selten zu retten. Das Entfernen aller betroffenen Pflanzenteile und ein vollständiger Substratwechsel sowie die trockene Kultur können aber versucht werden. Erfolgen diese Maßnahmen schnell genug, können sich anderweitig kräftige und gesunde Gewächse wieder erholen. Die Folgen einer starken Überdüng lassen sich kaum beseitigen. Auffällige Verfärbungen, schlaffe Blätter und Blattverlust sind Anzeichen. Auch hier könnte ein sofortiger Substratwechsel zumindest die weitere Nährstoffaufnahme unterbinden. Ein Eingehen ist jedoch nicht immer zu verhindern. Aufseiten der Schädlinge finden nur wenige an dem Perlkörbchen Gefallen. Blattläuse können jedoch auftreten. Optimal ist es dann, die natürlichen Fressfeinde der Parasiten einzusetzen. Die wohl bekanntesten sind Marienkäfer. Das Einsprühen mit Schutzmitteln - auch wenn diese natürlichen Ursprungs sind, wie beispielsweise Pflanzenjauche - ist die Anwendung aufgrund der damit einhergehenden Feuchtigkeit denkbar ungünstig für die Anaphalis. Vor allem, da meist ein mehrmaliger Einsatz notwendig ist.  

Häufig gestellte Fragen

Ist das Perlkörbchen giftig?
Das Perlkörbchen gilt allgemeinhin nicht als giftig. In der Wurzel finden sich aber dennoch geringe Mengen einer gesundheitsschädlichen Substanz. Insgesamt ist die Anaphalis jedoch eine unbedenkliche Pflanze und damit auch für Gärten mit Kindern und Haustieren geeignet. Zudem kann der Dauerblüher als Schnitt- oder Trockenblume verwendet werden. Einige Arten kamen sogar in der Naturheilkunde zum Einsatz.

Warum blüht das Perlkörbchen nicht?
Lässt die Blühfreude der Anaphalis nach, können die Ursachen hierfür vielfältiger Natur sein. Häufig steht das Gewächs zu dunkel oder zu feucht. Hier hilft also nur ein Standortwechsel. Ebenfalls möglich sind nachlassende Kräfte bei älteren Exemplaren. Eine verjüngende Teilung schafft hier Abhilfe. Um Wuchs und Blühkraft anzuregen, ist zudem der regelmäßige Verschnitt im Frühjahr sinnvoll.

Wieso zeigen sich Flecken an den Blüten der Anaphalis?
Das Perlkörbchen scheint ungewöhnlich lange zu blühen, dabei sind die Blüten meist über Wochen hinweg bereits vertrocknet - behalten aber ihre ansprechende Optik nahezu vollständig bei. Das macht sie auch als Trockenblume so interessant und geeignet. Wird das Wetter im Herbst dann feuchter und kühler, bilden sich auf den vertrockneten Blüten und Blätter also ganz natürliche Wasserflecken und sie werden nun deutlicher braun. Treten Verfärbungen im Herbst oder bei anderweitig feuchten Wetterlagen auf, ist das daher kein Grund zur Sorge. Anders verhält es sich während der warmen Monate. Hier könnte Staunässe aber auch eine Überdünung oder ein zu schattiger Standort für die Erscheinung verantwortlich sein.