Pfennigkraut, Lysimachia nummularia - Pflege und Vermehren

Pfennigkraut - Lysimachia nummularia Das Pfennigkraut ist eine immergrüne, ausdauernde, kriechend wachsende und krautige Pflanze, die in relativ kurzer Zeit rasenartige Teppiche bildet. Sie wird zwischen 5 und 10 cm hoch und bildet bis zu 50 cm lange, kriechende Ausläufer. Diese Ausläufer entwickeln an den Blattknoten, mit denen sie den Boden berühren, Wurzeln, über die sich die Pflanze leicht ausbreiten kann. Die kleinen gelben Blüten sitzen an bis zu 3 cm langen Blütenstielen. Die Pflanze kommt im Beet, am und im Teich aber auch im Blumenkasten oder Kübel gleichermaßen gut zur Geltung.

Kurzer Steckbrief:
  • Wissenschaftlicher Name Lysimachia nummularia.
  • Gehört zur Familie der Primelgewächse.
  • Kriechend wachsender Bodendecker.
  • Geeignet als Garten-, Teich- oder Aquariumspflanze.
  • Wächst am und im Teich gleichermaßen gut.
  • Einfache Blüten leuchtend gelb und fünfzählig.
  • Blüten kleiner als 5 cm.
  • Blütezeit je nach Art von Mai bis Juli.
  • Pfennigkraut ist komplett winterhart.

Pflanzen

Das fein herb duftende Münz- oder Pfennigkraut kann im Herbst und im Frühjahr gepflanzt werden. Ist das Pflanzloch ausgehoben, mischt man den Erdaushub  mit reifem Kompost oder Hornspänen. Dann setzt man die Pflanze ein und tritt das Erdreich fest. Nach dem Angießen setzt sich die Pflanze bzw. Erde in der Regel noch etwas, sodass gegebenenfalls noch mal mit Erde aufgefüllt werden muss.

Standort und Boden

Blüte des PfennigkrautsLysimachia nummularia fühlt sich an Standorten mit einem Mix aus Sonne und Schatten am wohlsten. Der Boden sollte vor allem durchlässig und humos sein. Er kann mäßig feucht bis feucht oder feucht bis nass sein, wobei eine Mulchschicht die Feuchtigkeit länger im Boden halten kann.

Da es sich bei dieser Pflanze um eine Sumpfpflanze handelt, verträgt sie auch einen dauerhaften Wasserstand von bis zu 40 cm, was beispielsweise der Sumpf- und Flachwasserzone in einem Teich entspricht. Sie fühlt sich in frischen bis feuchten Böden am Gehölzrand ebenso wohl, wie am Teichrand oder einem Bachlauf. Ansonsten stellt sie an den Boden keine besonderen Ansprüche.

{infobox type=check|content=Das Pfennigkraut ist eine sehr gute Begleitpflanze u.a. zu Funkien, Astilben, Wolfsmilch (Euphorbia), Rittersporn, Purpurglöckchen ( Heuchera Palace Purple), Indianernessel, Sedum Lemon Ball, Phlox, Taglilien, Ehrenpreis, Sumpfprimel, blaublättrigen Hostien, Blutweiderich, Japansegge (Carex Evergold) oder Ziest.}

Gießen und Düngen

Der Wasserbedarf des Münzkrautes ist entsprechend hoch. Dementsprechend muss es regelmäßig gegossen werden, wenn es nicht gerade am Gewässerrand steht. Der Boden sollte auf keinen Fall komplett austrocknen. Um den Nährstoffbedarf zu decken, kann man bereits bei der Pflanzung bzw. im Frühjahr Kompost und einen organischen Dünger, beispielsweise Hornspäne in den Boden einarbeiten. Im ersten Jahr nach der Pflanzung kann dann eine leichte Nachdüngung erfolgen. Dazu eignet sich ein Langzeit-Staudendünger sehr gut. In der Regel ist es ausreichend, jeweils nach 2-3 Jahren eine weitere Nachdüngung vorzunehmen.

Für die Düngung dieser Pflanzen eignen sich sowohl organische als auch mineralische Dünger.

Schnitt

  • Pfennigkraut - Lysimachia nummularia 'Goldilocks'Ein Schnitt ist nicht unbedingt notwendig aber in den meisten Fällen sinnvoll.
  • Die Pflanze kann jederzeit geschnitten werden.
  • Mit einem Rückschnitt kann die Ausbreitung eingedämmt werden.
  • Des Weiteren führt er zu einem dichteren Wuchs.
  • Ein entsprechender Rückschnitt kann im Frühjahr aber auch im Herbst erfolgen.
  • Empfehlenswerter ist aber das Frühjahr.
  • Denn im Winter nutzen es viele Insekten und Vögel als Überwinterungsmöglichkeit.
  • Zudem dient das Pfennigkraut Vögeln in der kalten Jahreszeit als Nahrungsquelle.
  • Beim Schnitt werden einzelne Triebe einfach zurückgeschnitten.
Von den entfernten Trieben können gegebenenfalls gleich Kopfstecklinge für die Vermehrung dieser Pflanze gewonnen werden.

Überwintern

Da das immergrüne Pfennigkraut eine sehr gute Winterhärte besitzt, kommt es in der Regel ohne größere Schäden über den Winter. Steht das Pfennigkraut im Winter sonnig, kann es jedoch zu Kahlfrost und den damit verbundenen vertrockneten Trieben kommen.
Wenn man diese im Frühjahr zurückschneidet, treibt die Pflanze meist relativ schnell wieder nach. Möchte man Trockenschäden vermeiden, kann man versuchen, das Pfennigkraut leicht zu beschatten. Zudem sollte man darauf achten, dass es auch im Winter nicht vertrocknet und an frostfreien Tagen gegebenenfalls etwas gießen.

Im Topf oder Kübel überwintern
Lysimachia nummularia eignet sich sehr gut für eine Topfpflanzung, da es mit einem Minimum an Pflege auskommt. Um sie im Topf sicher über den Winter zu kriegen, sollte das jeweilige Pflanzgefäß unbedingt frostfest sein und dementsprechend aus Metall, Holz oder Kunststoff bestehen. Diese sollten über einen regulierbaren Abfluss verfügen, sodass nur gelegentlich Wasser nachgefüllt werden muss.

Größere Kübel können vor Frost geschützt werden, indem man sie an einen geschützten und schattigen Platz stellt, z.B. an eine Hauswand. Zum Schutz vor kalten Füßen stellt man ihn auf eine Styroporplatte und umwickelt ihn mit Blasenfolie, Jute oder Bastmatten.

Das Substrat sollte nur geringe organische Anteile enthalten. Ein Überangebot an Nährstoffen kann schnell zu Algenbildung auf dem Substrat führen. Nimmt der Nährstoffgehalt ab, tritt das Problem der Algenbildung in der Regel nicht mehr auf. Bei Frost ist es sinnvoll, das Pflanzgefäß schräg zu stellen, sodass überschüssiges Wasser teilweise ablaufen kann und
frostbedingte Schäden am Pflanzgefäß vermieden werden.

Vermehren

Aussaat
Pfennigkraut - Lysimachia nummularia Die Vermehrung durch Samen ist möglich, wird aber eher selten gemacht. Das Saatgut gewinnt man entweder aus den reifen Fruchtständen vorhandener Pflanzen oder man kauft sie im Handel. Die frisch geernteten Samen sollten bis zur Aussaat kühl und feucht gehalten werden. Trocknen die Samen aus, verlängert das die Keimdauer wesentlich. Soll die Aussaat erst im nächsten Frühjahr erfolgen, sollte man das Saatgut kühl und trocken aufbewahren. Ansonsten könnte es schimmeln.

Um die Saat zum Keimen zu bringen, verteilt man sie auf Anzuchterde, befeuchtet diese und deckt das Ganze mit lichtdurchlässiger bzw. transparenter Folie ab. Sobald sich die Keimlinge zeigen, werden sie in kleine Töpfe vereinzelt und bis zum Auspflanzen in den Garten weiter kultiviert. Dabei sollte das Substrat immer gleichmäßig feucht gehalten werden.

Ausläufer
Die Ausläufer des Pfennigkrautes besitzen die Eigenschaft, an den Blattknoten zu bewurzeln, sodass sie leicht zur Vermehrung genutzt werden können. Dazu trennt man die entsprechende Anzahl Ausläufer einfach von der Mutterpflanze ab und pflanzt sie an anschließend an ihrem endgültigen Standort ein. Danach wässert man das Ganze gründlich und hält es dauerhaft feucht.

Teilung
Die Teilung ist eine weitere Möglichkeit diesen Bodendecker zu vermehren. Das ist sowohl im Frühjahr als auch im Herbst möglich. Man gräbt die betreffende Pflanze mittels Grabegabel oder Spaten aus der Erde und teilt den Wurzelballen dann  mit einem scharfen Messer oder einer Schere. In der Regel kann man sie leicht mit der Hand auseinanderziehen. Anschließend werden die Teilstücke getrennt voneinander eingepflanzt und auch wieder gut gewässert.

{infobox type=check|content=Nach der Teilung ist darauf zu achten, dass die neu gewonnenen Teilstücke sowohl über ausreichend Wurzelwerk als auch Blätter verfügen.}

Wurzelschnittlinge
Zur Gewinnung von Wurzelschnittlingen kann der Wurzelstock im Herbst freigelegt und die Schnittlinge entnommen werden. Sie sollten etwa 5-10 cm lang sein und ausschließlich von gesunden und kräftigen Wurzeln geschnitten werden. Um zu vermeiden, dass man den Schnittling falsch herum in die Erde steckt, schneidet man das obere Ende gerade und das Untere schräg.

Nun bestäubt man die Schnittstellen zur Desinfektion mit Holzkohlepulver und lässt es kurz eintrocknen. Dann steckt man sie in ein Torf/Sand-Gemisch, sodass sie etwa fingerdick mit Erde bedeckt sind und befeuchtet das Ganze. Anschließend mit Glas oder transparenter Folie abdecken und an einen warmen Platz stellen. Zeigt sich der erste Austrieb, werden sie in kleine Töpfe umgepflanzt, und sobald sie groß und kräftig genug sind, an ihren endgültigen Standort ausgepflanzt.

Kopfstecklinge
Die zur Vermehrung benötigten Kopfstecklinge werden von jungen Trieben unterhalb eines Blattknotens geschnitten. Sie sollten 5-15 cm lang sein und über mehrere Blätter verfügen. An den Stecklingen sollten sich weder Blüten noch Knospen befinden.

Die unteren Blätter werden entfernt und die Stecklinge in ein durchlässiges, nährstoffarmes Substrat gesteckt. Darüber stülpt man eine transparente Folie oder Plastiktüte und hält das Substrat gleichmäßig feucht. Nun stellt man das Anzuchtgefäß an einen warmen Ort. Nach der Bewurzelung wird die Folie entfernt und in kleine Töpfe umgepflanzt.

Krankheiten und Schädlinge

  • SchneckeDie einzigen Schädlinge, die an dieser Pflanze Interesse zeigen, sind Schnecken.
  • Bei einem Befall können sie die Pflanzen relativ schnell kahl fressen.
  • Sind Schnecken zu sehen, sollten diese möglichst immer abgesammelt werden.
  • Ansonsten kann man handelsübliches Schneckenkorn gegen diesem gefräßigen Schädling einsetzen.

Pfennigkraut als Teichpflanze

Mit seinen pfennigförmigen und glänzenden kleinen Blättern ist das Pfennigkraut die ideale Pflanze für den Gartenteich, wobei es sich auch sehr gut als Aquariumspflanze eignet. Es ist auf feuchten Wiesen und Uferbereichen heimisch und wächst dementsprechend im und am Teich gleichermaßen gut.

Man kann es in den Flachwasserbereich direkt ins Wasser pflanzen aber auch an den Teichrand, von wo aus es dann ganz von allein dem Wasser entgegen wächst. Mit einer Uferbepflanzung lassen sich beispielsweise unschöne Übergänge zu Teicheinsätzen oder sichtbare Folie, gegebenenfalls in Kombination mit größeren Steinen, sehr gut kaschieren.

So wie man junge Pflanzen für den Garten ziehen kann, kann man natürlich auch Teichpflanzen selber ziehen. Dazu sät man Lysimachia nummularia ganz normal aus.

Sobald sich die Keimlinge zeigen, pflanzt man sie in eine flache Plastikschale in Blumenerde und stellt diese Schale wiederum in ein größeres Gefäß mit Wasser. Das Wasser sollte etwa 3 cm über der Schale stehen. Wenn die jungen Pflänzchen aus dem Wasser heraus wachsen, werden sie in kleine Töpfchen vereinzelt und wieder in ein größeres Gefäß mit Wasser gestellt. Ab April/Mai können sie dann in den Flachwasser- oder Uferbereich des Teiches ausgepflanzt werden.

Arten der Gattung Lysimachia nummularia

Lysimachia nummularia 'Aurea'
Pfennigkraut - Lysimachia nummularia 'Aurea'Die auch als Goldpfennigkraut oder Gelbes Pfennigkraut bekannte Sorte 'Aurea' ist eine kontrastreiche Zuchtform der Lysimachia nummularia. Sie wächst eher in die Höhe als in die Breite und bildet nicht ganz so viele Seitentriebe. Die strahlend gelben Blüten zeigen sich von Mai bis Juli. Ihre Wuchshöhe liegt zwischen 5 und 10 cm, wobei man pro Quadratmeter etwa 25 Pflanzen setzt mit einem Pflanzabstand von ca. 20 cm. Diese Art eignet sich besonders gut als Aquariumspflanze.

Lysimachia nummularia 'Goldilocks'
Diese bis zu 10 cm hoch wachsende Art ist auch unter dem Namen Gilbweiderich bekannt. Die Blütezeit liegt im Mai und ist kürzer als beispielsweise bei der Art 'Aurea'. Sie eignet sich für eine Beetpflanzung aber auch für den Uferbereich des Gartenteiches. Je nachdem, wie sie kultiviert wird, wächst sie kriechend und polsterförmig oder hängend.

Häufig gestellte Fragen

Kann das Pfennigkraut andere Pflanzen verdrängen?
Pfennigkraut breitet sich zwar über Ausläufer aus, allerdings nur oberirdisch. Kleine und weniger robuste Pflanzenarten können sicher verdrängt werden, allerdings nur, wenn man das Pfennigkraut einfach wachsen lässt. Man kann es aber sehr gut unter Kontrolle halten und die Ausbreitung minimieren, wenn man die Ausläufer einfach abschneidet.

Kann man Pfennigkraut aus dem Garten auch im Aquarium kultivieren?
Ja das ist gar kein Problem. In der Regel reicht es aus, wenn man im Garten einen oder mehrere junge Triebe abschneidet und in das betreffende Aquarium einpflanzt.