Prachtkerze, Gaura lindheimeri - Pflege-Anleitung

Prachtkerze - Gaura lindheimeri Die Prachtkerze (botanisch: Gaura lindheimeri) gehört zur Familie der Nachtkerzengewächse (botanisch: Onagraceae) und stammt aus Nordamerika. Auch wenn sich jede einzelne, filigrane Blüte der Gaura nur einen einzigen Tag lang öffnet und schnell verblüht, so fällt dies in ihrem üppigen Blütenmeer gar nicht auf. Sie kann je nach Sorte 50 bis 150 cm hoch werden und bildet krautige Horste aus. Aufgrund ihrer sehr langen Blütezeit ist sie bei Hobbygärtnern besonders beliebt. Allerdings verträgt sie keinen Frost und muss daher frostfrei überwintert werden.

Kurzer Steckbrief:
  • Gehört zu Nachtkerzengewächsen und ist im südlichen Nordamerika beheimatet.
  • Wächst horstbildend mit leicht gebogenen, aufrechten Blütenstielen.
  • Wird bis zu 150 cm hoch, je nach Sorte.
  • Blaugrüne, spatelförmig bis elliptisch geformte Blätter mit bis zu 8 cm Länge und leicht eingebuchteten Rändern.
  • 2 bis 3 cm große, filigrane Einzelblüten in lockerer Anordnung auf aufrechten, dünnen Stängeln.
  • 30 bis 60 cm lange Rispen, an denen die Einzelblüten sitzen.
  • Blütezeit von Juni bis zum ersten Frost, je nach Sorte.
  • Blüten blühen nur einen Tag lang.
  • Blütenfarbe Weiß, Rosa, Pink, Karmin oder Purpur, je nach Sorte.
  • Für Rabatten sowie für Kübelpflanzung geeignet.
  • Ausdauernde Pflanze, aber nicht winterhart.
  • Überwinterung im Haus möglich oder mit Reisig und Laub abgedeckt im Garten.

Boden und Standort

Prachtkerze - Gaura lindheimeri Die Gaura lindheimeri bevorzugt nährstoffarme, nicht zu humusreiche Böden. Dafür müssen diese sehr durchlässig sein. Sollten Sie die Präriekerze auf schwere Böden mit hohem Nährstoff- und Wassergehalt pflanzen, so kann sie an diesem Standort nicht lange überleben. Deshalb achten Sie auf eine gute Drainage und einen mäßigen Nährstoffgehalt.

Darüber hinaus mag die Pflanze einen vollsonnigen, aber windgeschützten Standort. Bei Wind würden die dünnen Stängel mit den Blütenrispen sonst sehr leicht abknicken. Hitze und Trockenheit verträgt sie dafür sehr gut. Je mehr Sonne sie bekommt, desto üppiger blüht sie.

Pflanzkombinationen

Die prachtvolle Pflanze passt sehr gut zusammen mit Pflanzen ähnlicher Ansprüche oder als Begleitpflanze in ein Rosenbeet. Mit folgenden Pflanzen ergibt sie je nach Sorte und Farbe eine sehr vielseitige und attraktive Kombination im Blumenbeet oder Rabatte:
  • Lampenputzergras
  • Federborstengras
  • Reiherfedergras
  • Mädchenhaargras
  • Astern
  • Fetthenne
  • Storchschnabel
  • Bohnenkraut
  • Schafgarbe
  • Salbei
  • Rittersporn
  • Dost
  • Verbene
  • Bleiwurz
  • Blaustrahlhafer
{infobox type=check|content=Tipp: Achten Sie beim Anlegen der Staudenbeete immer darauf, dass die höchsten Pflanzen im Hintergrund stehen.}

Gießen

  • Prachtkerze - Gaura lindheimeri Regelmäßig gießen, aber nicht zu viel.
  • Staunässe stets vermeiden!
  • Während längeren Hitzeperioden immer erst dann gießen, wenn die obere Bodenschicht abgetrocknet ist.
  • Gaura im Kübel im Sommer öfter gießen.
  • Wasser, das sich im Untersetzer sammelt, sofort ausgießen.
  • Die Pflanze kommt mit Trockenheit gut zurecht.

Düngen

  • Die Präriekerzen, die im Garten stehen, benötigen im Normalfall keinen Dünger.
  • Wenn es notwendig sein sollte, dann reicht etwas Kompost als Dünger aus.
  • Die Pflanzen im Kübel sollten regelmäßig mit etwas Flüssigdünger versorgt werden.
  • Eine sparsame Düngergabe einmal im Monat reicht völlig aus.
  • Überdüngung vermeiden!
  • Ab August bis zum Frühjahr nicht mehr düngen.

Schneiden

Prachtkerze - Gaura lindheimeri Die Prachtkerze wird nach ihrer Blütezeit geschnitten. Das ist zu Herbstbeginn bis in den Spätherbst hinein möglich. Dazu wird die Pflanze ca. 8 bis 10 cm über dem Boden abgeschnitten. Durch diesen Rückschnitt bilden sich sogenannte Überwinterungsknospen, die im folgenden Frühjahr wieder gut austreiben. Decken Sie nach dem Rückschnitt die Gaura mit einer Schicht Laub oder Reisig ab, um sie vor Frost zu schützen. Auch die Pflanzen im Kübel werden geschnitten, bevor sie zum Überwintern ins Haus geholt werden.

Vermehren

Die Präriekerze kann durch Stecklinge oder per Aussaat vermehrt werden.

Stecklinge
Um Stecklinge zu erhalten, schneiden Sie im Frühjahr ca. 5 bis 10 cm lange Triebe von der Mutterpflanze ab. Diese Stecklinge werden in kleine Töpfe mit durchlässigem Pflanzsubstrat oder in einen Frühbeetkasten gesteckt. Über die Töpfe können Sie Folientüten stülpen. Stellen Sie die Töpfe in den Wintergarten, in das Gewächshaus oder auf einer Fensterbank im Haus. Vergessen Sie nicht, hin und wieder die Töpfe oder den Frühbeetkasten zu lüften. Sobald die Stecklinge gut ausgetrieben sind, können sie nach den letzten Nachtfrösten an einen sonnigen Standort im Garten oder in Töpfe und Kübel ausgepflanzt werden.

Aussaat
  • Die Prachtkerze kann im Frühjahr nach den Eisheiligen an Ort und Stelle ausgesät werden.
  • Im Normalfall sät sie sich selbst aus.
  • Eine Aussaat in Töpfen ist im Herbst möglich.
  • Anzuchterde in kleine Schalen oder Töpfe geben.
  • Saatgut dünn aussäen und leicht mit Anzuchterde bedecken.
  • Leicht mit Wasser besprühen, aber nicht zu viel, damit die Samen nicht ausgeschwemmt werden.
  • Folie über die Schalen und Töpfe geben, damit die Erde nicht austrocknet und für ein gutes Klima für das Keimen gesorgt wird.
  • Stellen Sie die Töpfe und Schalen an ein helles Fenster, in das Gewächshaus oder in den Wintergarten, je nachdem wo Sie Platz finden.
  • Sobald die Keimlinge 3 bis 4 cm groß sind, können Sie diese einzeln in Töpfe pikieren.
{infobox type=check|content=Tipp: Lüften Sie die Folien über den Schalen und Töpfen öfter, da sich durch hohe
Feuchtigkeit sonst Grauschimmel bilden kann.
}

Auspflanzen

Prachtkerze - Gaura lindheimeri Das Apfelblütengras, wie die Prachtkerze auch noch genannt wird, wird nach den Eisheiligen ausgepflanzt. Dabei beträgt der Abstand der Pflanzen zueinander 40 bis 60 cm. Um einen dichten Blumenteppich zu erhalten, pflanzen Sie immer 3 bis 8 Pflanzen in kleine Trupps zusammen. Heben Sie dazu für jede Pflanze ein doppelt so tiefes und breites Pflanzloch aus, als ihr Wurzelballen misst. Geben Sie eine Drainageschicht in das Pflanzloch und anschließend die Pflanze hinein. Füllen Sie mit Gartenerde auf und drücken diese leicht an. Vergessen Sie das Angießen nicht!

Überwintern

Nach dem Rückschnitt im Herbst werden die Präriekerzen mit Laub und Reisig abgedeckt. Das ist allerdings keine Versicherung für das Überleben der Pflanzen. Je nach Stärke des Winters und bei ungünstigen Standorten kann es hin und wieder vorkommen, dass die Pflanzen doch erfrieren. Da sich die Präriekerze aber gern selbst aussät, wachsen immer wieder neue blühwillige Pflanzen in Ihrem Garten heran. Wer ganz sicher gehen will, der gräbt die Pflanzen aus, pflanzt sie in Töpfe und überwintert sie im Haus, am besten in einem kühlen Treppenhaus mit wenig Sonneneinstrahlung oder im kühlen Keller. Bei maximal 5 bis 7 °C kommt die Prachtkerze gut über den Winter. Gießen Sie nur selten und sehr wenig. Die Erde in den Töpfen sollte fast trocken sein. Vermeiden Sie unbedingt Staunässe!

Haben Sie nur ein warmes und helles Winterquartier zur Verfügung, so ist eine Überwinterung auch darin möglich. Doch kommt es dann zu sogenannten Geiltrieben, die zu dünn, kraftlos und ohne Blütenansätze sind. Diese Triebe schneiden Sie im Frühjahr ab, bevor Sie die Pflanzen nach den Eisheiligen wieder im Garten auspflanzen. Stellen Sie die Töpfe vor dem Auspflanzen erst an einen sonnengeschützten Platz, damit sie sich wieder an das Tageslicht gewöhnen.

{infobox type=check|content=Tipp: Kübel mit Prachtkerzen können so lang draußen stehen bleiben, bis die ersten leichten Fröste auftreten. Danach werden die Pflanzen zurückgeschnitten und im Keller oder Treppenhaus wie die aus dem Garten ausgegrabenen Pflanzen überwintert.}

Beliebte Sorten

Blütenfarbe Weiß
Gaura lindheimeri Lime Light
  • Wuchshöhe 70 bis 90 cm
  • buschiger, aufrechter Wuchs
  • reich blühend
  • elegant überhängende Blütentrauben
Gaura lindheimeri Whirling Butterflies
  • Wuchshöhe 50 bis 70 cm
  • Blütenknospen rötlich gefärbt, bevor sie in Weiß erblühen
  • Blütezeit Juni bis Oktober
Gaura lindheimeri Summer Breeze
  • Wuchshöhe 80 und 120 cm
  • eine Wildart
  • sehr robust
  • verbesserte Winterhärte bis -17,7 °C
  • Blütenknospen zart rosa gefärbt, bevor sie in strahlendem Weiß erblühen
  • Blütezeit Juli bis Oktober
Gaura lindheimeri Corrie's Gold
  • Wuchshöhe 60 bis 80 cm
  • Blütezeit Juli  bis  Oktober
  • Blätter mit goldgelbem Rand panaschiert
Blütenfarbe Rosa
Gaura lindheimeri Shakti
  • Wuchshöhe  50 bis 60 cm
  • rötliches Laub
  • relativ standfest
  • sehr winterhart
Gaura lindheimeri Gambit Rose
  • Wuchshöhe 50 bis 60 cm
  • kompakter und buschiger Wuchs
  • rosafarbene bis karminrote Blüten
  • nicht zuverlässig winterhart
  • gut mit Reisig und Laub abdecken oder im Topf überwintern
Blütenfarbe Pink
Gaura lindheimeri Siskiyou Pink
  • Wuchshöhe bis zu 130 cm
  • Blütezeit Juni bis Oktober
  • gedeiht auch im Halbschatten
  • nur bedingt winterhart, deshalb mit Reisig abdecken, oder wie Kübelpflanzen im Keller überwintern

Krankheiten und Schädlinge

Blattläuse an PflanzeAm richtigen Standort ist die Prachtkerze im Normalfall recht unanfällig gegen Krankheiten und Schädlinge. Steht sie allerdings zu dunkel unter Bäumen oder Sträuchern kann es schnell zu Staunässe kommen, da der Gartenboden im Schatten nicht so schnell abtrocknen kann. Dann faulen die Wurzeln schnell ab. An ungünstigen Standorten werden die Pflanzen auch häufig anfällig für Blattläuse. Schnecken sind ebenso eine Plage, wenn das Gebiet zu feucht ist. In trockenen Gartenzonen halten sie sich weniger auf.

Maßnahmen gegen Blattläuse
Die Blattläuse sind wohl die bekanntesten Tierchen unter den saugenden Schadinsekten. Sie saugen sich gern an Knospen und jungen Stängeln fest. Verkümmerte Austriebe und ein klebriger Belag, der sogenannte Honigtau, sind die Folge. Gegen Blattläuse können Sie Pflanzen einsetzen, die diese nicht mögen, zum Beispiel:
  • Salbei
  • Thymian
  • Lavendel
  • Borretsch
  • Bohnenkraut
Pflanzen Sie die Küchenkräuter einfach zu den Präriekerzen oder stellen Sie kleine Töpfe mit den Kräutern dazwischen. Sie können auch Marienkäfer oder Florfliegen in Ihren Garten locken, die natürliche Fressfeinde der Blattläuse sind. Ein Insektenhotel oder kleine Todholz- und Reisighaufen in unbenutzten Gartenecken können als Zuhause dienen. Sie können aber ebenso mit kaltem Schachtelhalm- oder Brennnesseltee gegen die Plagegeister vorgehen. Diesen können Sie sowohl zum Gießen als auch Sprühen benutzen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Prachtkerze auch in einem Frühbeet aussäen und wenn ja, wann ist der beste Zeitpunkt dafür?
Ja, Sie können die Prachtkerze auch in einem unbeheizten Frühbeet aussäen, in einem sogenannten kalten Kasten. Sie können diesen selbst aus Brettern herstellen. Als Abdeckung und zum Lüften können alte Fenster dienen. Bei starker Sonneneinstrahlung sollten diese mit Stroh- oder Schilfmatten abgedeckt werden. Zum Aufstellen heben Sie ein 50 bis 60 cm großes Loch in der Größe des Kastens aus. Setzen Sie den Kasten hinein. Als untere Substratlage dient Stallmist, da er in Verbindung mit Stroh Wärme abgibt. Das kann sowohl Hühner-, Kaninchen- als auch Pferdemist sein. Darüber schichten Sie eine dünne Lage Kompost auf und geben auf diese noch eine 20 bis 25 cm dicke Schicht Erde. Bevor Sie den Samen verteilen, können Sie auf die obere Erdschicht noch etwas feine Aussaaterde aufstreuen, um den Samen das Keimen zu erleichtern. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist das zeitige Frühjahr. Erst nach den letzten Nachtfrösten wird ausgepflanzt.

Meine Prachtkerzen werden gern von Schnecken heimgesucht. Ich möchte keine chemischen Mittel einsetzen. Wie kann ich die Schnecken sonst noch bekämpfen?
Sie können die Schnecken absammeln. Am besten am frühen Morgen. Dies ist zwar sehr mühsam, aber auch sehr wirksam. Sie können dies gleichfalls als Frühsport ansehen, mit dem Sie ihren Garten begrüßen. Bei diesen regelmäßigen Kontrollen entdecken Sie auch gleichsam Blattläuse oder andere Schadinsekten an den Pflanzen in Ihrem Garten und können ihnen sofort Einhalt gebieten. Eine weitere Maßnahme ist einen Igel in Ihren Garten zu locken. Legen Sie Laub- und Reisighaufen an, in denen er sich wohlfühlen kann. Zerschneiden Sie die Schnecken aber nicht, weil Sie glauben, dass diese zu groß für den Igel seien. Die Schneckenkadaver locken sonst weitere Schnecken an. Was auch gut funktioniert ist Kaffeesatz, der als dicke Schicht um die Pflanze herum aufgestreut wird und auch gleichzeitig gegen Schadinsekten wirkt. Viele Hobbygärtner legen auch biologisch abbaubares Schneckenkorn aus.