Prachtscharte, Liatris spicata - Pflege-Anleitung & Schnitt

Prachtscharte - Liatris spicata Wenn die Prachtscharte von Juli bis September ihre violett-roten oder weißen Blütenstände präsentiert, fungiert sie gleichzeitig als Schmetterlingsmagnet dank ihres reichen Nektargehaltes. Die Ährige Prachtscharte, wie sie häufig bezeichnet wird, erreicht dabei beeindruckende Höhen von 100 cm und mehr, sodass sie in Staudenrabatten kaum zu übersehen ist. Untermalt wird die ausgefallene Blütenpracht von grasartigem, grünem Laub, das erst kurz vor dem ersten Frost abgeworfen wird. Wie gut, dass die exotisch anmutende Liatris spicata kaum Ansprüche an ihre Pflege stellt und nur dann einen Schnitt erhält, wenn es dem Gartenfreund gefällt.

Kurzer Steckbrief:
  • Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae).
  • Wissenschaftlicher Name Liatris spicata.
  • Bezeichnung der Art: Prachtschachte.
  • Beheimatet in Nordamerika.
  • Wuchshöhe 40 cm bis 100 cm.
  • Blütezeit von Juli bis September/Oktober.
  • Winterhart und laubabwerfend.
  • Ährenförmige Blütenstände in Violett, Rot, Purpur oder Weiß.
  • Runde bis längliche Rhizome als Überdauerungsorgan.
  • Verwendung als Zier- und Schnittblume im Beet und Kübel.
Die Prachtscharte punktet mit zahlreichen Attributen, die es wert sind, ein weiteres Mal hinzuschauen. So öffnen sich nicht nur die Blüten schrittweise von oben nach unten, sondern es erscheint in der Krone ein langlebiger Haarkranz, wie er typisch ist für Korbblütler. Darüber hinaus bilden sich die Samen in Archäen, einer bestimmten Form von Nussfrüchten, die vergleichsweise große Samen von 4,5 mm bis 6 mm Länge hervorbringen.

Standort und Bodenbeschaffenheit

Erscheint die Prachtscharte in freier Natur, handelt es sich stets um sonnendurchflutete, warme Lagen, geschützt vor allzu heftigen Winden. Obwohl die Liatris spicata überaus anpassungsfähig ist, lässt sie sich vorzugsweise dort nieder, wo genügend Wasser und Nährstoffe zur Verfügung stehen, ohne darin gleich zu versinken.
  • Prachtscharte - Liatris spicata Sonniger bis vollsonniger Standort.
  • Warme und windgeschützte Lage.
  • Leicht feuchter, humoser, nährstoffreicher Boden.
  • Durchlässige Erde, ohne dass sich Staunässe bildet.
  • Als Substrat im Kübel eignet sich Blumenerde auf Kompostbasis.
Da die Ährige Prachtscharte neben Schmetterlingen auch Bienen, Hummeln und andere Insekten magisch anzieht, ist sie häufig in naturnahen Gartenanlagen anzutreffen.
{infobox type=check|content=Besonders dekorativ kommt die Prachtscharte zur Geltung, wenn sie in kleinen Gruppen zu Dritt oder zu viert gepflanzt wird, in Nachbarschaft zu Ziergräsern und Rosen.}

Gießen und Düngen

Damit sich die ährigen Blütenstände mit Hunderten kleiner Einzelblüten in ihrer vollen Schönheit entfalten, bedarf die Staude einer reichlichen Menge an Wasser und Nährstoffen.
  • Die Prachtscharte regelmäßig gießen, ohne Staunässe zu verursachen.
  • Die Pflanzerde sollte möglichst nicht austrocknen.
  • Eine gut bemessene Mulchschicht hält den Boden warm und feucht.
  • Während der Vegetationsperiode mit Kompost und Hornspänen düngen.
  • Ab August keinen Dünger mehr verabreichen, damit sich die Staude auf den Winter vorbereitet.
Wo kein Kompost zur Verfügung steht, erhält die Liatris spicata im Frühjahr einen Volldünger, um anschließend alle 14 Tage mit einem Dünger für Blühpflanzen versorgt zu werden. Selbst, wenn der Boden um die Staude herum mit organischem Material, wie Grasschnitt oder Laub, gemulcht wird, sollte in regelmäßigen Abständen zusätzlich Dünger verabreicht werden.

Schneiden

Prachtscharte - Liatris spicata Wird die Prachtscharte nach der ersten Blüte bis auf die Höhe der grünen Laubblätter zurückgeschnitten, bildet sie - mit etwas Glück, bei den geeigneten Witterungsbedingungen - eine weitere, eventuell etwas kleinere Blüte. Im Frühwinter kann sie dann bodennah geschnitten werden, da die Staude sich für die Dauer der kalten Jahreszeit in den Wurzelballen zurückzieht. Zwingend erforderlich ist das Schneiden der Liatris spicata hingegen nicht. Einzig, wenn den Gartenfreund die verwelkten Blütenähren und Laubblätter im Erscheinungsbild seiner Beete stören, wird er zur Schere greifen.

{infobox type=check|content=Die Ährige Prachtscharte wird in der Floristik gerne verwendet, um Blumensträußen und Trockengestecken den letzten Schliff zu verleihen. Folglich verwenden Hobbygärtner die Blütenstängel ebenfalls gerne, damit sie in der Vase das Heim schmücken.}

Überwintern

Da die Liatris spicata vollkommen winterhart ist, bedarf sie keiner gesonderten Schutzmaßnahmen vor Frost und Schnee. Vielmehr zieht sich die Staude in ihr Überdauerungsorgan in der Erde zurück, um im folgenden Frühjahr erneut auszutreiben. Entsteht während des Winters über eine längere Periode Kahlfrost (Minusgrade ohne Schnee), ist es ratsam, der Pflanze eine kleine Dosis Wasser zu gönnen, damit sie nicht vertrocknet. Wo die Prachtscharte im Kübel kultiviert wird, ist hingegen ein Winterschutz erforderlich, weil bei sehr tiefen Frosttemperaturen die Gefahr besteht, dass der Wurzelballen erfriert.
  • Den Kübel auf isolierendes Material stellen, wie einen Holz- oder Styroporblock.
  • Das Pflanzgefäß mit Gartenvlies, Luftpolsterfolie oder Bastband umwickeln.
  • Die Staude bis auf 5-10 cm zurückschneiden und dick mit Laub oder Stroh bedecken.
  • Bei Bedarf ein wenig wässern; auf Dünger hingegen vollkommen verzichten.
Es ist demgegenüber nicht geboten, den Kübel mit der Prachtscharte in ein Winterquartier zu schleppen. Wichtig zu beachten ist in dieser Hinsicht lediglich, den Winterschutz rechtzeitig zu entfernen, wenn die Temperaturen steigen, damit sich kein Schimmel bildet.

Vermehren

Prachtscharte - Liatris spicata Gartenfreunde, die ihre Ährige Prachtscharte vermehren möchten, können sich zwischen drei Varianten entscheiden.

Direktaussaat
Wer bereits Liatris spicata in seinem Garten kultiviert, sammelt im Herbst
vor dem Rückschnitt die kleinen Nussfrüchte ein, die sich an den verwelkten Blütenständen zeigen. Sind diese Früchte getrocknet, geben sie auf leichten Druck hin die Samen frei. Diese werden den Winter hindurch trocken, kühl und dunkel aufbewahrt, bevor sie ab Ende April/Anfang Mai unmittelbar am vorgesehenen Standort ausgesät werden.
  • Die Beeterde gründlich mit der Harke auflockern.
  • Das Unkraut jäten, Wurzeln und Steine entfernen.
  • Die Samen im Abstand von ca. 20 cm in die Erde stecken.
  • Dünn mit Substrat bedecken und mit Wasser besprühen.
Bei einer Temperatur von 18° Celsius erfolgt die Keimung zügig. Sollte es zu dieser Zeit noch etwas kühler sein, dauert es entsprechend länger, bis sich die Keimblätter und nachfolgend die ersten Laubblätter zeigen. Bei kurzzeitigem Bodenfrost, den die Eisheiligen bis Mitte Mai mit sich bringen können, legt der aufmerksame Gartenfreund über Nacht eine schützende Folie über den Pflanzennachwuchs.

{infobox type=check|content=Im Verlauf der Direktaussaat regelmäßig Unkraut jäten, damit die jungen Prachtscharten nicht überwuchert werden.}

Anzucht im Haus
Liatris spicata erhalten einen Wachstumsvorsprung, wenn sie ab Ende Februar/Anfang März im Haus vorgezogen werden. Hierzu verwendet der Hobbygärtner entweder die eigenhändig gesammelten Samen oder Saatgut aus dem Handel.
  • Kleine Töpfchen oder eine Saatschale mit nährstoffarmem Anzuchtsubstrat füllen.
  • Die Samen in den Töpfen zu zweit, in der Saatschale in genügendem Abstand einpflanzen.
  • Dünn mit Erde bedecken und mit lauwarmem Wasser besprühen.
Die Keimung wird beschleunigt, wenn das Anzuchtgefäß mit Glas oder Folie abgedeckt wird. Bestens geeignet ist ein Minigewächshaus für die Fensterbank, weil hier das ideale Klima geschaffen wird für eine zügige Keimung. Wie auch immer die Abdeckung erfolgt; sie sollte regelmäßig gelüftet werden, um einer Bildung von Schimmel vorzubeugen. Darüber hinaus darf der Gartenfreund nicht versäumen, die kleinen Pflänzchen gleichmäßig feucht zu halten. Sollten sie sich zu eng beieinander in die Höhe recken, muss der schwächere Keimling weichen.

Teilung
Da die Prachtscharte kugelige oder längliche Rhizome in der Erde bildet, ist sie bestens geeignet für die Vermehrung durch Teilung. Die geeignete Jahreszeit für diese Arbeit ist das Frühjahr, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist.
  • Die Mutterpflanze wird vollständig ausgegraben.
  • Mit einem scharfen Messer oder einem beherzten Spatenstich wird das Rhizom geteilt.
  • Jede Hälfte wird an ihrem Standort eingegraben und gut bemessen angegossen.
Die Teilung ist darüber hinaus eine ausgezeichnete Methode der Verjüngung. Selbst wenn keine Vermehrung beabsichtigt ist, empfehlen Experten, die Prachtscharte alle 4 bis 5 Jahre zu teilen, um ihre Vitalität zu erhalten.

Pflanzen im Beet
Wurde die Ährige Prachtscharte nicht per Direktaussaat im Garten angesiedelt, wartet der informierte Gartenfreund mit dem Pflanzen bis Mitte Mai. Erfahrungsgemäß kommt es nach den Eisheiligen nicht mehr zu verspäteten Bodenfrösten, die den noch zarten, jungen Stauden Schaden zufügen könnten.
  • Die Beeterde wird ebenso vorbereitet, wie bei einer Direktaussaat.
  • Die Prachtscharten saugen sich in einem Eimer mit Wasser voll.
  • In der Zwischenzeit hebt der Pflanzenfreund ein genügend großes Loch aus.
  • Ist geplant, mehrere Stauden zu pflanzen, beträgt der Abstand 20 cm bis 30 cm.
  • Der Aushub wird in der Schubkarre mit Kompost sowie Hornspänen vermischt.
Sind die Liatris spicata eingepflanzt, erhalten sie noch eine reichliche Dosis Wasser. Abhängig von der Witterung, ist es in der Folgezeit wichtig, die Jungpflanzen mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen.

{infobox type=check|content=Befindet sich die Pflanzstelle über einem recht hohen Grundwasserstand, ist es ratsam, im Pflanzloch eine Drainage aus Kies, Bims oder Tonscherben anzulegen, um Staunässe vorzubeugen.}

Pflanzen im Kübel
Prachtscharte - Liatris spicata Die Prachtscharte ist zwar nicht die typische Kübelpflanze; es spricht hingegen nichts dagegen, sie in einem Pflanzgefäß zu kultivieren, solange es über ein ausreichend großes Volumen und eine Öffnung im Boden als Wasserablauf verfügt. Auf eine Drainage aus grobem, mineralischem Material verzichtet in diesem Fall der erfahrene Gartenfreund grundsätzlich nicht.

Idealerweise wird sie zusätzlich mit Garten- bzw. Unkrautvlies abgedeckt, damit sie durch nasses Substrat nicht verstopft. Da sich die Liatris spicata am wohlsten fühlt, wenn sie sich in leicht feuchter Erde befindet, die im gleichen Zug das Wasser gut durchlässt, empfehlen Experten, die Blumenerde zu 25 % mit Perlite zu mischen. Dabei handelt es sich um vulkanisches Material, das die Feuchtigkeit konserviert, ohne die Bildung von Staunässe zu dulden.
  • Über der Drainage bzw. dem Vlies eine erste Schicht Blumenerde einfüllen.
  • Anschließend die Prachtscharte mittig einpflanzen und das Substrat gut andrücken.
  • Nach dem Angießen das Wasser aus einem eventuell vorhandenen Untersetzer entfernen.
Hobbygärtner, die des Öfteren mit Pflanzgefäßen umgehen, wissen die Zweckmäßigkeit eines Gießrandes zu schätzen. Wird das Substrat bis ca. 5 cm unterhalb des Kübelrandes eingefüllt, kann später das Wasser nicht überlaufen.

Übrigens erfolgt die Arbeit in gleicher Weise, wenn es gilt, die Ährige Prachtscharte umzutopfen, falls ihr der bisherige Kübel zu eng wurde. Das neue Pflanzgefäß wird dergestalt ausgewählt, dass es nur wenig größer ist. Das macht insofern Sinn, als dass sich andernfalls die Prachtscharte zunächst emsig daranmacht, den neuen Kübel zu durchwurzeln, was zu Lasten der Blüte erfolgt.

Häufig gestellte Fragen

An der Stelle, an der sich meine Prachtscharten bisher befanden, möchte ich ein Gartenhaus bauen. Ist es möglich, nach 4 Jahren Standzeit die Stauden noch umzupflanzen?
Erfahrungsgemäß verkraftet die Prachtscharte bis zum 5. Standjahr ein Umpflanzen sehr gut. Die beste Zeit für diese Maßnahme ist das zeitige Frühjahr, vor dem neuen Austrieb. Bitte achten Sie darauf, die Pflanze möglichst weiträumig auszugraben. Am neuen Standort ist es ratsam, ein mindestens doppelt so großes Pflanzloch auszuheben und der Erde reichlich Kompost und Hornspäne unterzumischen. Damit die Liatris spicata nach diesem Umzugsstress gut anwächst, sollten Sie in der Folgezeit die Staude mit reichlich Gießwasser verwöhnen.

Ich bin ernsthaft interessiert daran, einige Prachtscharten in meinem Garten zu pflanzen. Ist die Staude eigentlich sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge?
Im Gegenteil. Die Prachtscharte hat sich bislang aus äußerst robust gegenüber Infektionen und Schädlingsbefall gezeigt. Kommt es zu Problemen, sind diese in der Regel auf Versäumnisse in der Wahl des Standortes und der Pflege zurückzuführen. Steht sie beispielsweise zu schattig, erhält zu wenig Gießwasser oder keine ausreichenden Nährstoffe, kümmert die Liatris spicata vor sich hin.