Säulenkaktus, Cereus - Arten, Pflanzen und Pflege

Eingetopfte Saeulenkaktus-PflanzenDer Säulenkaktus Cereus bildet kleine Sträucher mit aufrecht wachsenden, basal verzweigten  oder niederliegenden Sprossen. Auf seinen Rippen stehen sogenannte Areolen (kleine filzige Polster), aus denen kurze und kräftige Dornen entspringen und sich die trichterförmigen Blüten entwickeln. Die Blüten öffnen sich in der Regel in der Nacht und verblühen bereits am nächsten Tag. Bei den meisten Säulenkakteen kommt es jedoch relativ selten zur Blütenbildung. Anders sieht es bei einer dauerhaften Kultivierung im Gewächshaus aus, hier ist die Chance für eine Blütenbildung deutlich höher.

Kurzer Steckbrief:
  • Der Säulenkaktus Cereus bildet gerippte Triebe.
  • Bildet auf den Rippen sogenannte Areolen.
  • Auf den Areolen sitzen die Stacheln.
  • Aus den Areolen entspringen die Blüten.
  • Blüten sind meist weiß.
  • Kann den Sommer über draußen stehen.
  • Reagiert empfindlich auf zu viel Nässe bzw. Staunässe.
  • Dieser Kaktus legt eine Winterruhe ein.
  • Vermehrung durch Samen und Stecklinge.
  • Anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Empfehlenswerte Arten

Cereus jamacaru
Der Säulenkaktus Cereus jamacaru ist an seiner Basis einstämmig und besitzt eine bläulich-grüne Färbung. Bei einer Wohnungshaltung verzweigt er nur selten. Die jeweils 6-10 Rippen sind stark ausgeprägt mit tiefen schmalen Einschnitten. Die sogenannten Areolen sitzen auf den Rippen sind behaart und verfügen über 7-8 bis zu 2 cm lange gelbbraune Dornen. Die bis zu 30 cm langen Blüten mit ihren weißen Blütenhüllblättern entwickeln sich eher selten und nur an älteren und größeren Pflanzen.

Cereus peruvianus
Der Cereus peruvianus ist der Sorte 'jamacaru' sehr ähnlich. Im Gegensatz zu 'jamacaru' hat der 'peruvianus' 5-8 Rippen und die Areolen tragen 7-8 bräunliche Dornen. Seine Blüten sind bis zu 15 cm lang, innen weiß und außen rot.

Cereus peruvianus 'Monstrosus'
Die Sorte 'Monstrosus' auch als Felsenkaktus bekannt, ist bei Kakteensammlern besonders beliebt. Im Gegensatz zu anderen Arten mit nur einem Vegetationspunkt am oberen Triebende verfügt diese Sorte über mehrere Vegetationspunkte, die sowohl Blüten und Seitentriebe als auch Blätter hervorbringen können. Aufgrund dessen hat dieser Säulenkaktus eine eher knorrige, unregelmäßige Gestalt. Auf ungünstige Kulturbedingungen reagiert es sehr empfindlich.

Pflanzen

Saeulenkaktus von obenNeu gekaufte Kakteen, so auch den Säulenkaktus Cereus sollte man nach dem Kauf direkt in frische Erde umpflanzen, um zu verhindern, dass Krankheiten oder Schädlinge eingeschleppt werden. Am besten verwendet man hierfür handelsübliche Plastiktöpfe. Diese haben den Vorteil, dass das Substrat nicht zu schnell austrocknet und sich die Wurzeln nicht an der Topfwand festklammern.

Der Kaktus wird aus dem Topf genommen und die alte Erde gründlich entfernt, gegebenenfalls auch unter fließendem Wasser. Dann setzt man ihn in den neuen Topf beispielsweise in handelsübliche Kakteenerde wieder ein. Das erste Mal gießen sollte man erst nach ca. 1-2 Wochen. So können mögliche Verletzungen ausheilen und einem Krankheits- und Schädlingsbefall vorgebeugt werden.

Aufgrund der Stacheln kann das Umtopfen von Kakteen ziemlich unangenehm werden. Deshalb ist es ratsam, dabei Lederhandschuhe zu tragen, diese können ganz gut vor den unangenehmen Stacheln Standort und Boden Der Säulenkaktus benötigt viel Licht und Wärme und sollte am besten voll sonnig stehen, bei normalen Zimmertemperaturen. Ein Plätzchen auf der Fensterbank eines Südfensters ist ideal. Da er nach dem Licht wächst, sollte man ihn ab und zu drehen, damit er gleichmäßig wächst und seine gerade Form behält.

Vor allem im Sommer ist er besonders dankbar für Frischluft und Sonne, sodass er auch problemlos draußen in der prallen Sonne stehen kann. Am richtigen Standort entwickelt dieser Kaktus eine besonders intensive Färbung und auch seine Stacheln werden kräftiger. Blüten entwickeln sich meist nur bei einer dauerhaften Kultivierung im Gewächshaus.

Als Substrat eignet sich eine auf Kompost oder Torf basierende Erde, der man etwas scharfen Sand für eine gute Drainage untermischt, auf zwei Teile Erde kommt etwa ein Teil Sand. Im Handel wird auch spezielle Kakteenerde angeboten, die auf die Bedürfnisse von Kakteen ausgerichtet ist. Ansonsten kann das Substrat sauer bis neutral sein.

  Solange der Kaktus im Freien steht, sollte er gut vor Regen geschützt sein, denn zu viel Nässe bekommt ihm in der Regel nicht.

Gießen und Düngen

  • Der Wasserbedarf des Säulenkaktus Cereus ist sehr gering.
  • Er besitzt die Fähigkeit, Wasser in seinen Stämmen zu speichern.
  • So kommt er auch mit längeren Trockenperioden sehr gut zurecht.
  • Dementsprechend wird während der Hauptwachstumsphase mäßig gegossen.
  • Immer erst dann gießen, wenn die oberste Substratschicht komplett trocken ist.
  • Im Winter noch deutlich weniger gießen.
  • Gedüngt werden sollte nur während des Wachstums von Ende April bis Mitte August.
  • Nicht zu hoch konzentriert düngen und nur in geringen Mengen.
  • Geeignet ist jeder handelsübliche Kakteendünger.

Pflege im Winter

Der Cereus möchte auch im Winter an einem hellen Plätzchen stehen. Allerdings sind während der kalten Jahreszeit Temperaturen zwischen 6 und 10 Grad vorteilhafter. Unter 5 Grad sollten die Temperaturen allerdings nicht fallen. Da sich dieser Kaktus jetzt in der Winterruhe befindet, sollte noch wesentlich sparsamer gegossen werden.

Steht er auch im Winter in einem beheizten Raum, wird er ganz normal weiter gegossen. Grundsätzlich gilt, je kälter der Kaktus im Winter steht, desto weniger muss gegossen werden. Nach der Winterruhe sollte er erst wieder an das Sonnenlicht gewöhnt werden, da er sonst schnell einen Sonnenbrand erleiden kann.

  Wird diese Pflanze im Winter bei schlechten Lichtverhältnissen und zu warmen Temperaturen gehalten, wächst sie sehr dünn und brüchig weiter, sie wird praktisch zum Wachstum gezwungen.

Umtopfen

Saeulenkaktus umtopfenUmgetopft wird dieser Kaktus, wenn das Pflanzgefäß gut durchwurzelt ist. Der neue Topf sollte maximal 1 cm im Durchmesser größer sein als der aktuelle. Bester Zeitpunkt zum Umtopfen ist die winterliche Ruhezeit, denn dann sind die feinen fasrigen Wurzeln abgestorben, sodass sie bei Umtopfen nicht verletzt werden können. Wird während der Wachstumsphase umgetopft, kommt es meist zu Verletzungen dieser feinen Wurzeln, was wiederum den Kaktus anfälliger für Krankheitserreger macht.

Vermehren

Aussaat
Für die Aussaat gibt man am besten im zeitigen Frühjahr, ab Februar/März entweder in eine Saatschale oder Töpfe mit Drainagelöchern, gesiebte Kakteenerde oder ein Gemisch aus Blumenerde und Sand und verteilt darauf die Samen. Diese werden leicht angedrückt und das Substrat befeuchtet. Das Ganze deckt man dann mit einer Glasplatte oder Klarsichtfolie ab. Diese Abdeckung sollte jeden Tag kurzzeitig abgenommen werden, um zu verhindern, dass sich Kondenswasser bildet, denn das könnte zu Fäulnis führen.

Das Aussaatgefäß wird dann an einen hellen und warmen Platz bei Temperaturen zwischen 16 und 28 Grad gestellt, allerdings nicht in die pralle Sonne. Nun ist Geduld gefragt, denn bis zur Keimung kann es einige Zeit dauern. Zeigen sich dann endlich die kleinen Keimlinge und sind diese etwa 1 cm hoch, wird die Abdeckung entfernt. Nach einigen Monaten sind sie dann in der Regel groß genug, dass sie vereinzelt werden können.

Stecklinge/Ableger
Die Vermehrung über Stecklinge bzw. Ableger ist bei Kakteen die erfolgversprechendste Vermehrungsart. Man schneidet zunächst im Frühjahr oder Frühsommer an einer dünnen Stelle eine oder mehrere Stecklinge mit einem scharfen Messer ab. Diese lässt man dann gut abtrocknen, was beim Säulenkaktus 1-2 Monate dauern kann.

Dazu stellt man sie senkrecht in einen Blumentopf, in den man zuvor z.B. ein altes Zwiebel- oder Kartoffelnetz legt, worauf die Stecklinge dann stehen sollten, damit Luft an die Schnittstelle gelangen kann. Um sicherzugehen, dass die Stecklinge senkrecht stehen bleiben, kann man mit kleinen Hölzern nachhelfen, an denen man sie lose anbindet, allerdings immer ohne die Stecklinge zu verletzen.

Sind die Schnittwunden gut abgetrocknet, stellt man die Stecklinge senkrecht in einen Tontopf auf ein durchlässiges leicht feuchtes Substrat, welches bestenfalls einen hohen Anteil Perlite, Lavagrus oder Bimskies enthält. Diesen Topf mit einem oder mehreren Stecklingen stellt man dann in einen weiteren etwas größeren Tontopf, der etwa zur Hälfte mit einem Gemisch aus Torfmull und Sand befüllt ist.

Dieses Torfmull-Sand-Gemisch wird nun leicht feucht gehalten, sodass sich die Feuchtigkeit durch das Tongefäß auf das Substrat überträgt, in dem letztendlich die Stecklinge stehen. Das Ganze unterstützt die Wurzelbildung und sorgt dafür, dass die Stecklinge deutlich weniger schrumpfen. Trotz allem kann es speziell bei Säulenkakteen bis zu einem Jahr dauern, bis die Wurzeln durchbrechen.

  Während die Schnittstellen trocknen, sollten die Stecklinge unbedingt senkrecht stehen, denn die Wurzeln bilden sich immer am untersten Ende. Werden sie wochenlang liegend getrocknet, werden sie dort, wo sie aufliegen, also seitlich Wurzeln bilden und nicht an der eigentlichen Schnittstelle.

Krankheiten und Schädlinge

Spinnmilben
Ein Befall mit Spinnmilben wird an Kakteen meist erst relativ spät erkannt. Wenn man die Pflanze mit einem feinen Sprühnebel besprüht, kann man die feinen Gespinste dieses Schädlings erkennen. Wurde ein Befall festgestellt, sollte man die betreffende Pflanze zunächst von den gesunden trennen, um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Dann besprüht man die Pflanze, sodass sie gut angefeuchtet ist, und stülpt eine lichtdurchlässige Folie darüber, die man dann für die Dauer von zwei Wochen geschlossen hält. Gegebenenfalls kann man das Ganze noch mal wiederholen, um auch die nächste Generation dieses Schädlings abzutöten. Hilft das nicht, bietet der Handel  spezielle Spritzmittel an.

Wollläuse
Einen Wolllausbefall erkennt man an ihren wachsartigen und klebrigen Ausscheidungen. Auch hier sollte die betreffende Pflanze zunächst isoliert werden. Bei einem geringen Befall reicht es häufig schon aus, die Schädlinge mit Spiritus zu bepinseln oder betupfen, der deren schützende Wachsschicht auflöst und die Schädlinge abtötet. Ein bereits fortgeschrittener Befall lässt sich meist nur mit einem entsprechenden Insektizid erfolgreich bekämpfen. Um zu verhindern, dass dieses Mittel von der Pflanze abperlt, sollte man es in Kombination mit einer Ölemulsion verwenden.

Wurzelläuse
Wurzelläuse zeigen sich an weißen Wollkokons im Wurzelbereich bzw. an den Wurzeln. Bei einem Befall ist es ratsam, die Pflanzen schnellstens auszutopfen und die komplette Erde zu entfernen am besten mit einem festen Wasserstrahl. Danach lässt man die Pflanze ca. eine Woche trocknen, bevor man sie wieder in einen sauberen Topf in frisches Substrat pflanzt. Am besten behandelt man sie noch zusätzlich mit einem speziellen Insektizid. Ist der komplette Wurzelballen befallen, kann man diese gegebenenfalls komplett abschneiden und die Pflanze dann wie einen Steckling behandeln.

Häufig gestellte Fragen

Kann man einen großen und älteren Säulenkaktus einfach kürzen?
Auch ein älterer Säulenkaktus kann problemlos eingekürzt werden, beispielsweise wenn er zu groß geworden ist. Wichtig sind ein scharfes Schnittwerkzeug und ein entsprechend sauberer Schnitt. Den abgeschnittenen Teil kann man gegebenenfalls als Steckling verwenden und entsprechend weiter kultivieren.

Welche Pflegefehler können auftreten?
Steht der Säulenkaktus z.B. zu kalt, kann es zu Narbenbildung und Fäulnis kommen. Es kann unter Umständen einfach umfallen. Stellt man ihn nach der Winterruhe sofort in die pralle Sonne, kann er einen Sonnenbrand erleiden. Beim Düngen sollte man auf
einen nicht zu stickstoffhaltigen Dünger achten. Besonders gefährlich ist zu viel Nässe, dementsprechend sollte das Substrat gut durchlässig sein und je nach Umgebungsbedingungen immer nur sehr sparsam gegossen werden.