Schamblume, Aeschynanthus - Pflege-Anleitung & Vermehren

Blüten der SchamblumeSchamblumen sind immergrüne krautige ausdauernde Hängepflanzen, die lithophytisch (auf oder in Gestein) oder epiphytisch (als Aufsitzerpflanzen) wachsen, denn ursprünglich gehören sie zu den Baumbewohnern. Die Blätter an den herabhängenden Trieben sind meist glänzend und oval. Die attraktiven Blüten entwickeln sich an den Triebspitzen je nach Art einzeln, paarweise oder in Büscheln.  Die meist hängenden Stängel bzw. Triebe können verzweigt oder unverzweigt sein und bis zu 60 cm lang werden. Die winzigen Samen dieser Pflanze befinden sich je nach Art in bis zu 50 cm langen Kapselfrüchten.

Kurzer Steckbrief:
  • Wissenschaftlicher Name ist Aeschynanthus.
  • Gehört zur Familie der Gesneriengewächse.
  • Schamblume ist eine immergrüne Hängepflanze.
  • Wächst krautig und ausdauernd.
  • Benötigt eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Blütenfarbe rot, orange und teilweise gelb.
  • Blütezeit von Juni bis Oktober.
  • Blätter sind ledrig und immergrün.
  • Wuchshöhe bzw. Trieblänge je nach Art zwischen 50 und 150 cm.
  • Im Winter etwas kühler stellen.

Pflanzen

Pflanzen kann man die Schamblume das ganze Jahr über. Das Pflanzgefäß sollte eher hoch sein und über entsprechende Abzugslöcher verfügen, sodass überschüssiges Wasser problemlos ablaufen kann und Staunässe und somit auch Fäulnis vermieden wird. Als unterste Schicht füllt man entsprechendes Drainagematerial ein wie z.B. Kies, Blähton oder Tonscherben.

Auf die Drainage füllt man ein passendes Substrat und setzt die Pflanze ein. Dann füllt man bis etwa 1 cm unter den Topfrand mit Substrat auf und drückt dieses leicht an. Die Erde sollte auf keinen Fall zu fest angedrückt werden, weil dann die Wurzeln nicht ausreichend belüftet werden. Nach dem Einpflanzen wird die Schamblume reichlich gegossen.  

Standort  

Alle Arten der Gattung Aeschynanthus gedeihen sowohl im Sommer als auch im Winter an einem hellen bis halbschattigen und warmen Standort bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad gut, wobei im Winter etwas kühlere Temperaturen empfehlenswerter sind. Direkte Sonneneinstrahlung ist ebenso zu meiden wie zu dunkle Standorte. Lichter Schatten in den Morgen- und Abendstunden ist optimal. Auch Zugluft sollte möglichst vermieden werden. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb sich diese Pflanzen besonders gut für Räume mit einem feuchteren Klima eignen wie z.B. das Badezimmer, den Wintergarten oder ein Gewächshaus.  

  Während der Blüte reagiert diese Pflanze sehr empfindlich auf starke Temperaturschwankungen und Standortwechsel und würde folglich Knospen und Blüten abwerfen. Dementsprechend sollte sie während dieser Zeit möglichst nicht bewegt werden.

Substrat

  • Hängende SchamblumeDas Substrat sollte luftdurchlässig und leicht sauer sein.
  • Gut ist ein pH-Wert zwischen 5 und 6.
  • Sehr gut eignet sich Torfmoos unter Zugabe von Perlite oder Vermiculite.
  • Beides zu gleichen Teilen.
  • Das sorgt dafür, dass die Wurzeln ausreichend belüftet werden.
  • Eine gute Alternative zu diesem Gemisch ist gröberes Torfmoos.
  • Dieses kann ohne jegliche Zusätze verwendet werden.
  • Man kann auch normale Blumenerde verwenden.
  • Dieser kann man durch die Zugabe von Tongranulat entsprechend auflockern.
  • Oder man mischt Fertigsubstrate mit Sumpfmoos und Fasertorf.
  • Möglich ist auch handelsübliche Bromelienerde.

Gießen und Düngen

Gießen sollte man die Schamblume zwar nur mäßig, der Wurzelballen


muss jedoch immer leicht feucht sein. Während der Blüte muss gegebenenfalls reichlicher gegossen werden. Das Substrat sollte zwischenzeitlich nicht oder nur leicht antrocknen. Arten mit festen und dicken Blättern kommen aber kurzzeitig auch gut mit Trockenheit zurecht. Zum Gießen sollte ausschließlich kalkfreies und zimmerwarmes Wasser verwendet werden, am besten Regenwasser. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.
Gedüngt werden kann von März bis August mit einem schwach dosierten stickstoff- und kalkarmen Dünger, beispielsweise einem Blühpflanzendünger. Frisch umgetopfte Pflanzen sollten die ersten 6-8 Wochen nicht gedüngt werden.

  Für ausreichende Luftfeuchtigkeit ist es ratsam, die Pflanze in einen mit Kieselsteinen und Wasser gefüllten Untersatz zu stellen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Topf bzw. der Wurzelballen nicht im Wasser steht. Zusätzlich kann man die Pflanze ab und zu mit handwarmem, kalkfreien und weichem Wasser besprühen, was auch einem Schädlingsbefall entgegenwirkt. Kalkhaltiges Wasser würde u.a. unschöne Flecken auf den Blättern hinterlassen.

Hydrokultur

Aeschynanthus gedeiht durchaus auch in Hydrokultur, allerdings gibt es da einiges zu  beachten. Man sollte es möglichst vermeiden, vorhandene Pflanzen von Erd- auf Hydrokultur umzustellen. Besser ist es, frische Stecklinge zu schneiden und diese schon in dem Hydrotopf bewurzeln zu lassen, in dem sie letztendlich bleiben sollen.
Wenn man trotz allem eine bisher in Erde kultivierte Pflanze in Hydrokultur umtopfen möchte, sollten auf jeden Fall sämtliche Erdreste von der Pflanze entfernt werden z.B. durch Auswaschen des Wurzelballens. Bleiben Erdreste an der Pflanze zurück, führt dies unweigerlich zu Fäulnisbildung und schlimmstenfalls zum Verlust der betreffenden Pflanze.

Bis zur Bewurzelung ist ein entsprechender Verdunstungsschutz empfehlenswert, beispielsweise aus einer lichtdurchlässigen Folie. Ebenso wichtig ist ein niedriger Stand der Nährlösung, damit die Wurzeln nicht faulen und mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden können. Einen niedrigen Nährlösungs- bzw. Wasserstand kann man mithilfe eines Wasserstandsanzeigers für Hydrotöpfe gewährleisten bzw. überwachen.

  Zur Überprüfung des Nährlösungsstandes können auch sogenannte Hydrotanks sehr hilfreich sein, mit denen man den jeweiligen Stand entsprechend niedrig einstellen kann.

Überwintern

Während die Schamblume von März bis August, Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad bevorzugt, legt sie im Winter eine Ruhezeit ein, in der es deutlich kühler und trockener sein kann, wobei die Temperaturen jedoch nicht unter 12 Grad fallen sollten. Bei Pflanzen, die bereits etwas älter sind, kann man die Blüten- bzw. Knospenbildung anregen bzw. fördern, indem man die betreffenden Pflanzen während des Winters bzw. ab Februar für etwa zwei

Monate bei Umgebungstemperaturen zwischen 12 und 15 Grad deutlich trockener hält.

Bei einer Kultivierung unter feuchtwarmen Bedingungen mit Temperaturen von etwa 22 Grad legt Aeschynanthus in der Regel keine Winterruhe ein und wächst das ganze Jahr über. Allerdings ist die Einhaltung einer Ruhephase für die Knospenbildung maßgebend und infolgedessen möglichst einzuhalten.

  Zeigt sich die Pflanze etwas blühfauler, kann es hilfreich sein, sie im darauf folgenden Winter etwas kühler zu überwintern.

Schneiden

  • SchamblumeEinen Rückschnitt benötigt Aeschynanthus normalerweise nicht.
  • Haben sich zu viele Triebe gebildet,

    können einige herausgeschnitten werden.
  • Im Alter vergreist diese Pflanze in der Regel.
  • Dann sollte man sich überlegen, ob man sie kräftig zurückschneidet.
  • Besser ist es, gleich neue Pflanzen mithilfe von Stecklingen zu ziehen.
  • Beschädigte und kranke Triebe sollten regelmäßig entfernt werden.

Umtopfen

Sobald der Wurzelbereich den kompletten Topf ausfüllt oder die Wurzeln bereits unten aus dem Topf heraus wachsen, ist es Zeit die Schamblume umzutopfen. In der Regel kann man sie ganzjährig umtopfen, was aber nicht ratsam ist, denn haben sich bereits Knospen gebildet, könnte die Pflanze diese durch das Umtopfen abwerfen.
Am besten topft man im zeitigen Frühjahr oder im Herbst nach der Blüte um. Der neue Topf sollte nur minimal größer sein als der alte. Man kann allerdings auch den Alten wieder verwenden, wenn man die alte Erde aus dem Wurzelballen herausschüttelt und die Wurzeln etwa um ein Drittel zurückschneidet. Wichtig ist wieder eine dicke Drainageschicht, die man als unterste Schicht in den Topf gibt. Darauf kommt das jeweilige Substrat, in welches man die Pflanze einsetzt. Nach dem Umtopfen gut angießen.

Vermehren

Stecklinge
Die Stecklingsvermehrung kann ganzjährig durchgeführt werden. Dazu schneidet man etwa 10-15 cm lange Kopfstecklinge und setzt diese dann zu jeweils 2-3 Stück in kleine Töpfe in ein Gemisch aus scharfem Sand und Torf zu gleichen Teilen. Die Bodentemperatur sollte zwischen 25 und 30 Grad betragen. Bei einer Vermehrung im Winter macht es dementsprechend Sinn, die Töpfe auf einen Heizkörper zu stellen.

Sind die Stecklinge eingesetzt, stülpt man über die Stecklinge bzw. die Töpfe eine lichtdurchlässige Plastiktüte, um eine gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Anschließend stellt man sie an einen hellen aber keineswegs vollsonnigen Platz bei normaler Zimmertemperatur. Zeigt sich an den Stecklingen der erste Austrieb, ist das ein Zeichen dafür, dass sich Wurzeln gebildet haben.

Jetzt kann die Plastiktüte entfernt und mäßig gegossen werden. Der Topfballen sollte immer gleichmäßig feucht sein. Nach weiteren 1-2 Wochen kann man die jungen Pflänzchen dann in ihr endgültiges Pflanzgefäß umpflanzen, und wie ausgewachsene Pflanzen weiter kultivieren.

  Eine Bewurzelung des Stecklings im Wasserglas ist nicht empfehlenswert, da die empfindlichen Wurzeln später beim Einpflanzen stark beschädigt werden könnten, was letztendlich zum Totalverlust der betreffenden Pflanze führen kann.

Aussaat
Am besten lässt sich die Schamblume zwar durch Stecklinge vermehren aber eine Aussaat ist ebenfalls möglich. Bevor man die Samen aussät, ist es ratsam, sie kurz anzuritzen, was die Keimung erleichtern soll. Am besten eignet sich für die Aussaat ein handelsübliches Minigewächshaus aber lichtdurchlässige Folie tut es in der Regel auch. Man füllt das jeweilige Aussaatgefäß mit Aussaaterde, verteilt die Samen darauf und bedeckt diese leicht mit Erde.

Als Aussaaterde eignet sich handelsübliche Kakteenerde oder Jungpflanzenerde sehr gut. Nun wird das Substrat angefeuchtet und das Pflanzgefäß mit Folie abgedeckt. Diese sollte täglich kurz gelüftet werden, um Schimmelbildung und Fäulnis zu vermeiden. Bis zur Keimung kann es dann wenige Wochen aber auch mehrere Monate dauern, je nach Qualität der Samen.

Schädlinge

Blattläuse
Wurde ein Befall mit Blattläusen festgestellt, sollte man schnell handeln, um eine Ausbreitung zu verhindern. Zunächst sollte man die betreffende Pflanze isolieren, um ein Übergreifen auf Nachbarpflanzen zu vermeiden. Bei einem leichten Befall ist möglicherweise schon das Abbrausen mit einem stärkeren Wasserstrahl ausreichend.
Bei einem fortgeschrittenen Befall kann man z.B. Wasser und Spülmittel im Verhältnis 8:1 mischen und die Pflanze mittels eines Zerstäubers oder einer handelsüblichen Sprühflasche damit einsprühen. Das Substrat sollte zuvor durch eine Abdeckung geschützt werden, damit diese Mischung nicht auf die Erde gelangt. Auch sollte die Pflanze jetzt nicht in die Sonne gestellt werden. So lässt man sie einen Tag lang stehen und duscht sie am nächsten Tag mit klarem Wasser gründlich ab. Sollte das nicht geholfen haben, bietet der Fachhandel entsprechende Spritzmittel an.

Spinnmilben
Missgebildete, fleckige Blätter sowie feine weiße Gespinste an der Pflanze deuten auf  Spinnmilben hin, einen typischen Winterschädling. Bei warmer, trockener Luft fühlen sich diese besonders wohl. Bei einem leichten Befall hilft auch hier meist schon das Abbrausen der Pflanze. Dabei sollte das Substrat abgedeckt werden. Zur Bekämpfung eines stärkeren Befalls können bestimmte Raubmilbenarten eingesetzt werden oder spezielle Spritzmittel aus dem Fachhandel.

Häufig gestellte Fragen

Woran kann es liegen, wenn die Pflanze Blätter oder Blüten verliert?
Verliert die Schamblume Blüten oder Blätter oder beides, kann dies mehrere Gründe haben. So kann ein plötzlicher Temperaturwechsel ebenso ursächlich sein wie ein zu dunkler Standort, ein Standortwechsel oder eine zu geringe Luftfeuchtigkeit. Dementsprechend sollte man auf optimale Bedingungen und Pflege achten.

Was kann die Ursache für helle Flecken auf den Blättern sein?
Zu hellen Flecken auf den Blättern kann es beispielsweise kommen, wenn das Gießwasser zu kalt ist oder mit zu kalkhaltigem Wasser gegossen bzw. besprüht wurde. Auch zu kalkhaltige Erde kann verantwortlich dafür sein. Am besten verwendet man zum Gießen ausschließlich Regenwasser und achtet auf ein geeignetes Substrat.