Schokoladenblume, Cosmos atrosanguineus - Pflege der Schokoladen-Kosmee

Schokoladenblume - Cosmos atrosanguineus Die Schokoladen-Kosmee (botanischer Name: Cosmos atrosanguineus), auch gern als Schwarze Kosmee bezeichnet, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und zur Gattung der Kosmeen (Schmuckkörbchen). Sie blüht bis in den Herbst hinein mit wunderschönen burgunderroten bis violetten Dahlienblüten, die einen herrlichen Duft von Zartbitterschokolade verströmen.

Die Schwarze Kosmee kann neben Ihrem Einsatz in Blumenrabatten oder Duftgärten auch als Kübelpflanze für den Balkon oder die Terrasse verwendet werden, zum Beispiel gemeinsam mit verschiedenen Kosmee-Sorten oder anderen Duftpflanzen. Ihre ursprüngliche Heimat ist umstritten. Mittlerweile gilt sie in der Wildnis als ausgestorben.

Kurzer Steckbrief
  • Mehrjährige, aufrecht wachsende Sommerstaude, deren Knollen frostfrei überwintert werden müssen
  • Wuchshöhe zwischen 40 und 60 cm
  • Burgunderrote bis violette Blüten von Juli bis Oktober
  • Sonniger und warmer Standort
  • Humoser, feuchter und durchlässiger Boden
  • Pflanzzeit im Frühjahr und Sommer
  • Sowohl als Zierstaude in Rabatten als auch im Topf oder Kübel für Balkon und Terrasse geeignet
  • Duftpflanze mit Duft nach Zartbitterschokolade
  • Vermehrung durch Stecklinge und Teilung der Knollen möglich
  • Verwendung als Zier- und Schnittblume

Standort

Schokoladenblume - Cosmos atrosanguineus Damit die Schokoladen-Kosmee ihr Zartbitterschokoladenaroma optimal entfalten kann, sollte ein sonniger Standort ausgewählt werden. Bereiche im Garten, die sich im Halbschatten befinden, werden jedoch auch gut angenommen, wenn sie windgeschützt sind. Doch egal, in welchem Bereich die Schwarze Kosmee in Ihrem Garten kultiviert wird, der ausgesuchte Bereich sollte der herrlich duftenden Pflanze mindestens zwei bis vier Stunden Sonne bieten. Pflanzen mit nahezu identischen Standortansprüchen:
  • Purpurglöckchen (Rhodochiton atrosanguineus)
  • Kokardenblume (Gaillardia aristata)
  • Zweizahn Goldmarie (Bidens ferulifolia)
  • Roter Lein (Linum grandiflorum)
  • Brauner Storchschnabel (Geranium phaeum)
  • Färber-Mädchenauge (Coreopsis tinctoria)
  • Vanilleblume (Heliotropium arborescens)
Substrat und Boden

Cosmos atrosanguineus mag jeden Gartenboden, der humos, durchlässig, nährstoffreich und feucht ist. Lehmiger Boden ist für das Schwarze Schmuckkörbchen eher ungeeignet. Der Boden sollte nie ganz austrocknen, aber auch keine Staunässe bilden.

Gießen und Düngen

Nach der frischen Pflanzung der Schokoladen-Kosmee sollte nur mäßig gegossen werden. Danach ist regelmäßiges Gießen angebracht, damit der Boden vom Frühjahr bis zum Herbst gleichmäßig feucht bleibt. Besonders in den heißen Sommermonaten benötigt die Schokoladen-Blume sehr viel Wasser. Dabei sollte die Bewässerung gezielt erfolgen, sodass keine Staunässe entsteht. Stehendes Wasser kann die Knollen angreifen und zum Faulen und Absterben der ganzen Pflanze führen. Die einzelnen Wassergaben dürfen erst erfolgen, wenn die Erde angetrocknet ist. Diese darf aber nicht vollständig austrocknen. Gegossen werden sollte regelmäßig morgens oder abends. Dabei darf nicht über die Blätter gegossen werden. Ab Ende September wird weniger Wasser gegeben. So werden die Knollen angeregt, selbst Wasser zu speichern, das sie für die Winterruhe benötigen.

{infobox type=check|content=Zum Gießen eignet sich am besten das Wasser aus der Regentonne oder aus einem Teich. Kalkhaltiges Leitungswasser sollte auf keinen Fall verwendet werden. Eine Mulchschicht auf den Beeten verhindert das Austrocknen des Bodens. Dennoch sollte immer vor jeder Wassergabe geprüft werden, wie feucht der Boden unter der Mulchschicht ist. Auch unter der Mulchschicht darf keine Staunässe entstehen!}

Auch wenn die Schwarze Kosmee ganz gut ohne Düngergaben auskommt, wenn sie in normaler bis nährstoffreichen Erdboden steht, kann bei nicht so idealen Standorten ruhig etwas gedüngt werden. Die erste Düngung ist bereits bei der Pflanzung der Schokoladen-Kosmee hilfreich. Die nächste Düngergabe erfolgt erst, wenn sich Blütenknospen zeigen. Sobald die Pflanze blüht, kann einmal bis zweimal pro Monat mit organischem Dünger leicht gedüngt werden. Ungeeignet sind stickstoffhaltige und mineralische Dünger. Dadurch würde die Pflanze nur zu sehr in die Höhe wachsen, aber sonst kraftlos bleiben und weniger Blüten ausbilden.

{infobox type=check|content=Ideal zum Düngen sind Komposterde, Brennnesseljauche oder Teichwasser.}

Schneiden

Schokoladenblume - Cosmos atrosanguineus Um reichlichen Blütenflor zu fördern, werden verblühte und verwelkte Blüten regelmäßig abgeschnitten. Damit bekommt die Schokoladen-Blume wieder genügend Kraft, um weitere herrlich duftende Blüten bis in den Herbst hinein auszubilden. Wenn das regelmäßige Ausputzen der Blüten und welken Blätter unterlassen wird, kann es vorkommen, dass die herabfallenden Blüten auf die Blätter der Pflanze fallen und dort verkleben. Das geschieht häufig nach Regenwetter.

Die verwelkten Blütenblätter hinterlassen dabei braune Stellen, die nicht nur sehr unschön aussehen, sondern auch Krankheiten und Schädlingsbefall fördern können. Ebenso kann mit einem gezielten Schnitt die Blühwilligkeit der Schokoladen-Kosmee angeregt werden. Damit wächst sie auch etwas kompakter, kräftiger und buschiger. Die abgeschnittenen Pflanzenteile können in die Vase gestellt werden und dienen im Haus oder auf der Terrasse als hübsche Dekoration.

{infobox type=check|content=Die nach Zartbitterschokolade duftende Schwarze Kosmee wird gern als Schnittblume verwendet. Dazu ist es ratsam die Blumen am frühen Morgen zu schneiden, damit sie ihre Frische länger behalten.}

Vermehren

Die Schokoladen-Kosmee kann nicht durch Aussaat vermehrt werden, da sie keine Samen ausbildet. Die Vermehrung kann nur über Stecklinge und Teilung der Knollen erfolgen.

Stecklingsvermehrung
Je nach Größe der Knolle können 10 bis 15 Stecklinge aus einer Knolle gewonnen werden. Für die Stecklingsvermehrung bietet sich am besten die Wintermonate Januar oder Februar an. Dabei wird die Schokoladen-Kosmee zunächst in Kisten oder Töpfen in einem durchlässigen Substratgemisch aus Kompost und Sand vorgetrieben. Die Knollen werden dabei nur wenige Zentimeter mit Substrat bedeckt und angegossen. In der Zeit des Austreibens darf nicht vergessen werden, regelmäßig zu gießen, damit das Substrat nicht austrocknet.

Die Kisten und Töpfe sollten hell und warm stehen. Nach zwei bis drei Wochen zeigen sich dann die ersten Augen, aus denen sich Triebe entwickeln. Wenn diese über drei bis fünf Blattpaare verfügen, können sie am untersten Teil des Stängels abgeschnitten werden. Die unteren Blätter werden entfernt, bevor die Stecklinge in nährstoffreiche Erde gesetzt werden - aber nicht
tiefer als 3 cm. Angießen danach nicht vergessen!
  • als Verdunstungsschutz zum Beispiel kleine, lichtdurchlässige Folientütchen über die Stecklinge stülpen
  • die Folie darf die Stecklinge nicht berühren
  • an einem hellen Ort mit Temperaturen von 16 bis 20 °C stellen, zum Beispiel auf die Fensterbank
  • regelmäßig gießen und auf Faulstellen überprüfen
  • faulende Pflanzenteile regelmäßig entfernen
Wenn sich nach einigen Wochen neue Blätter ausgebildet haben, können die jungen Pflänzchen in einzelne Töpfe gepflanzt werden. Das Substrat sollte aus einem Teil Sand und zwei Teilen reifen Kompost bestehen. Darin gedeihen die jungen Schokoladen-Kosmeen am besten. Bevor die Pflanzen Ende März in ein frostfreies Frühbeet gesetzt und nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden, müssen sie gegebenenfalls noch einmal in größere Töpfe umgepflanzt werden. Im Frühbeet und Garten bilden die Pflanzen nach und nach eine Knolle aus, die im nächsten oder übernächsten Jahr geteilt werden kann.

Vermehrung durch Teilung der Knollen

Schokoladenblume - Cosmos atrosanguineus Eine weitere Vermehrungsmöglichkeit der Schwarzen Kosmee ist die Vermehrung durch Teilung. Das ist die einfachste und schnellste Methode, die im Frühjahr vor der Pflanzung ausgeführt wird. Dabei werden Knollen mit mehreren Wurzelhälsen mit einem Messer oder per Hand getrennt und die Bruch- oder Schnittwunden mit Holzkohlepulver bedeckt. Das wirkt desinfizierend und verschließend, sodass keine Krankheitserreger eindringen können. Die einzelnen Knollenstücke werden danach getrennt voneinander nach den Eisheiligen ins Freiland ausgepflanzt.

{infobox type=check|content=Beim Teilen der Knollen muss beachten werden, dass jedes Teilstück einen eigenen Wurzelhals mit mindestens einem Auge besitzt. Denn aus diesem entwickeln sich die Triebe. Für kompakte Pflanzen sind natürlich zwei bis drei Augen am besten.}

Überwintern

In den milderen Gegenden können die Knollen der Schokoladen-Kosmee ruhig im Boden bleiben. Doch um ganz sicher zu gehen, empfiehlt sich hier - ebenso wie ich Gebieten mit Frost - das Ausgraben und Überwintern der Knollen:
  • die Knollen einzeln nebeneinandergelegt an einem kühlen und dunklen Ort stellen
  • erst im nächsten Frühjahr nach den Eisheiligen wieder in den Gartenboden setzen
  • faulige Stellen sind abzuschneiden
  • Schnittstellen mit Holzkohlepulver desinfizieren
{infobox type=check|content=Das Überwintern und Vortreiben im Topf im Haus ist ebenso möglich. Damit wird eine zeitige Blüte erreicht.}

Kultivierung im Balkonkasten oder Kübel

Für eine Kübel- oder Balkonkastenpflanzung der Cosmos atrosanguineus eignet sich am besten Kübelpflanzenerde, der etwas Kompost beigemischt wird. Töpfe, Kübel und Kästen sollten Abzugslöcher besitzen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und es nicht zu Staunässe kommt. Die Knollen der Schokoladen-Kosmee werden nicht tiefer als 4 bis 5 cm in das Substrat gesteckt. Auch bei der Pflanzung im Kübel muss auf regelmäßiges Gießen und Düngen geachtet werden. Die erste Düngung erfolgt erst nach ca. 8 Wochen, sofern die Knollen in gut durchlässige und nährstoffreiche Erde gesetzt wurden. Gedüngt wird einmal pro Monat mit der Hälfte der üblichen Konzentration.

Krankheiten und Schädlinge

Bei guter Pflege wird die Schokoladen-Kosmee kaum von Schädlingen oder Krankheiten befallen. Jedoch Staunässe kann den Pflanzen gefährlich werden und durch das Faulen der Knolle die Pflanze zum Absterben bringen. Bei ungünstigen Standorten können echter Mehltau und Blattläuse auftreten. Schnecken mögen Schokoladen-Blumen ebenso gern anknabbern wie Dahlien.

Blattläuse

Am bekanntesten unter den saugenden Pflanzenschädlingen sind auf jeden Fall die Blattläuse, die sich gern an Stängeln und Knospen festsaugen. Sie kommen fast in jedem Garten vor. Ihre grüne, schwarze, braune oder rotbraune Färbung ist häufig den von ihnen besiedelten Pflanzenteilen angepasst, sodass sie manchmal übersehen werden können. Ein regelmäßiges Kontrollieren der Pflanzen ist also notwendig. Ein starker Blattlausbefall zeigt sich durch verkümmerte Austriebe und Blätter. Ebenso sind die als Honigtau bezeichneten, klebrigen Ausscheidungen der Blattläuse zu sehen.

Um die Natur im eigenen Garten gesund zu erhalten, bieten sich ökologische Methoden an, die ebenso wirksam sind wie die chemische Keule, aber dafür das ökologische Gleichgewicht bewahren. Zum Beispiel können die Fressfeinde der Blattläuse wie Marienkäfer und Florfliegen eingesetzt werden. Ebenso schützen Gelbtafeln sehr gut. Jene besitzen aber eine nicht so schöne Nebenwirkung: An den gelben, klebrigen Tafeln können Nutzinsekten wie Bienen und Hummeln festkleben. Marienkäfer oder Florfliegen können ebenso daran kleben bleiben. Neben dem Einsatz der natürlichen Fressfeinde ist noch die Seifenlauge auf Basis von Pflanzenseife die einfachste Methode den saugenden Biestern Herr zu werden.

Schnecken

SchneckeEin regelmäßiges Absammeln der fresswütigen Schnecken ist eine mühsame aber einfache und ökologische Methode. Ebenso können die Schnecken mit biologisch abbaubarem Schneckenkorn bekämpft werden. Am besten ist ein Igel im eigenen Garten, der täglich einige große Portionen an Schnecken vertragen kann. Vor dem Winter sollte der Garten regelmäßig auf Schneckennester kontrolliert werden.

Echter Mehltau

Ein mehliger Belag auf Blättern und manchmal auch auf Blüten deutet auf den echten Mehltau hin. Mit der Zeit vertrocknen die befallenen Blätter und sollten entfernt und verbrannt werden. Das schützt andere Pflanzen vor Ansteckung. Als Vorbeugung gegen den echten Mehltau kann Schachtelhalm als Tee oder Jauche zum Gießen des Bodens eingesetzt werden. Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr und der Herbst. Die Prozedur wird mehrmals in Abständen von drei Wochen wiederholt. Milch oder bestimmte Fungizide aus dem Handel helfen ebenso bei akutem Mehltau-Befall.

Häufig gestellte Fragen

Welche Duftpflanzen gibt es, die neben der Schokoladen-Kosmee für den Duftgarten geeignet sind und wie duften diese?
  • Bartnelken-Sorten (Dianthus barbatus) - Nelkenduft
  • Duftlupine (Lupinus cruickshankii) - Süßer Duft
  • Gewürztagetes (Tagetes tenuifolia) - Zitroniger Duft
  • Levkoje (Matthiola incana) - Lieblicher Duft
  • Duftsteinrich (Alyssum maritimum) - Lieblicher Duft
  • Duftresede (Reseda odorata) - Veilchenduft
  • Meerviole (Malcolmia maritima) - Lieblicher Duft
  • Drachenkopf (Dracocephalum moldavicum) - Zitronenduft (Blätter)
  • Schokoladenblume (Berlandiera lyrata) - Duft nach Vollmilchschokolade
Kann die Schokoladen-Kosmee mit anderen Pflanzen verwechselt werden?
Ja. Die echte, gelb blühende Schokoladenblume (Berlandiera lyrata) wird häufig mit der rotbraun bis burgunderrot blühenden Schokoladen-Kosmee verwechselt. Jedoch duftet die gelbe Berlandiera nach Vollmilchschokolade, während die Schokoladen-Kosmee ein Zartbitterschokoladenaroma verströmt. Zudem gehören die beiden Blütenpflanzen jeweils einer anderen Gattung der Asternartigen an. Die Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus) bildet wie Dahlien Knollen statt Wurzeln aus; die echte Schokoladenblume (Berlandiera lyrata) nicht.

Worauf muss bei der Überwinterung der Schokoladen-Kosmee geachtet werden?
Die Knollen sollten von Erdresten befreit werden und etwas abtrocknen bevor sie zum Beispiel auf einem Drahtgitter oder eine Holzkiste kühl und dunkel gelagert werden. Die Knollen müssen regelmäßig gewendet und auf Fäulnis überprüft werden. Das Winterquartier sollte ausreichend belüftet und trocken sein. Plastikbeutel sind zur Überwinterung ungeeignet, da die Knollen darin faulen würden!