Silber-Brandschopf, Celosia argentea - Pflege

Brandschopf-BlütenSilber-Brandschöpfe werden bei uns als einjährige Sommerblumen oder als Saatgut für Balkonkästen verkauft, für einjährige Kultur. Hübsch, aber nur für den Handel effektiv, für Sie nicht besonders. Dabei kann der Silber-Brandschopf so viel mehr – im Sommer ein Beet attraktiv zieren, frostfrei überwintern, als Spinat gekocht und gegessen werden. Dazu ist schon die Celosia argentea weit variantenreicher, als unsere handelsübliche Variante vermuten lässt ... Und es gibt noch einige andere kultivierte Arten von Celosien, bei den schönen Brandschöpfen gibt es mehr zu entdecken für (Zimmer-)gärtner als die recht simple Pflege.

Kurzer Steckbrief: Silber-Brandschopf
  • Der Silber-Brandschopf gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse
  • Darin bilden die Brandschöpfe, Celosia, eine eigene Gattung
  • Der Silber-Brandschopf heißt botanisch Celosia argentea
  • Und gehört zu den wenigen Fuchsschwanzgewächsen aus 2.500 Arten, die vom Menschen kultiviert werden
  • Er ist verwandt mit Amaranth, Rübe, Spinat, Quinoa, die als Gemüsepflanzen genutzt werden
  • Fuchsschwanz-Zierpflanzen gibt es kaum, nur Garten-Fuchsschwanz und Iresinen
  • Von den zu Zierzwecken kultivierten Fuchsschwänzen gibt es dafür sehr viele Zuchtsorten
  • So gibt es Celosia argentea inzwischen mit leuchtend gelben und orangefarbenen, roten oder purpurroten Blüten
  • Diese müssen nicht unbedingt den typischen "Hahnenkamm" zeigen, es gibt auch andere Blütenformen
  • Der Silber-Brandschopf (Hahnenkamm, Federbusch) blüht von Hochsommer bis Herbst

Anzucht

Brandschopf-BeetDer Hahnenkamm lässt sich aus Samen anziehen, und das ziemlich leicht, deshalb wird das Saatgut häufig im Gartencenter/Supermarkt angeboten. So funktioniert die Aufzucht:
  • In handelsübliche Blumenerde aussäen
  • Die sehr feinen Samen gut verteilen
  • Anschließend leicht mit Erde bedecken
  • Anzuchterde gleichmäßig feucht halten
  • Töpfe bei Temperaturen zwischen 18 und 20° C aufstellen
  • An einem hellen Standort ohne direkte Sonne
  • Die Keimdauer liegt zwischen einer und drei Wochen
  • Die Keimlinge sollten keine volle Sonne abbekommen, bis sie ca. 5 cm hoch sind
  • Dann können sie in Kübel/Balkonkästen gesetzt werden
  • Sie brauchen wenig Platz, um 12 cm im Topf, im Kasten um 30 Pflanzen pro m2
  • Von Aussaat bis Blüte braucht der Brandschopf je nach Jahreszeit 2,5 bis 3 Monate
Sie können sich also vorher ausrechnen, wann Ihr Balkon blütengeschmückt erscheinen soll.
{infobox type=check|content=Die Silber-Brandschöpfe keimen so zuverlässig und blühen so sicher zur vorgesehenen Zeit, dass mit ihnen schon Aussaat-Wettbewerbe gewonnen wurden. Wenn Sie also wissen, dass Sie zu einer bestimmten Zeit einen prächtigen, auffälligen Blumenschmuck brauchen, ist der Silber-Brandschopf Ihr Kandidat. Die bei uns gängigen Sorten erreichen mit etwa 40 cm im Kübel genau die richtige Größe, um z. B. den Zugangswegs zu einer Feier in eine blühende Allee zu verwandeln oder um einen Festsaal mit Blumen-Deko in fröhlichen Farben zu versorgen.}

Standort

Die Celosia argentea kann im Zimmer/auf dem Balkon an einem hellen und luftigen Standort kultiviert werden. Die optimale Temperatur liegt zwischen 16 und 18° C und darf in der Mittagssonne gerne bis 24° C ansteigen.
 
Ein sonniger Standort ist grundsätzlich ideal, kann aber zu warm werden, bei starker Sonnenstrahlung wird leichte Schattierung empfohlen.

Celosia argentea im Garten

Gelber BrandschopfDer Silber-Brandschopf kann auch sehr gut über die Sommersaison ein Gartenbeet verzieren. Dort wächst er in Durchschnittstemperaturen an der unteren Grenze seiner Temperaturtoleranz, er bekommt deshalb einen Standort in der vollen Sonne.

Außerdem sollten Sie mit dem Auspflanzen auf jeden Fall warten, bis keine Spätfröste mehr zu befürchten sind. Es ist sogar zu empfehlen, Celosia argentea erst Ende Mai in den Garten zu setzen, denn Sie sind schon wirklich sehr wärmeliebend.

Substrat, Boden

Silber-Brandschöpfe werden in normaler, handelsüblicher Blumenerde für Blühpflanzen kultiviert, die eher phosphorbetont vorgedüngt ist.

Für Celosia argentea im Garten kann nährstoffarme Erde mit etwas Kompost vorbereitet werden, Blühpflanzen brauchen vor allem genügend Phosphor im Boden. Allerdings sollten Sie in diesem Fall schon wissen, welche Nährstoffe Sie warum einbringen – falls die letzte Bodenanalyse schon lange her ist, sollten Sie mit der Nährstoffzufuhr eher vorsichtig sein, Silber-Brandschöpfe reagieren empfindlich auf Überdüngung (wohl empfindlicher als auf leichten Nährstoffmangel), und die meisten Gartenböden in Deutschland sind eher überdüngt als unterversorgt.

Gießen

Wie alle Pflanzen möchten Silber-Brandschöpfe gleichmäßig und regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Der Silber-Brandschopf hat sich über alle Tropen und Subtropen der Welt verbreitet, an Flussläufen und im offenen Gelände. Vor allem in den afrikanischen Feuchtsavannen, die im Übergang zwischen den tropischen Regenwäldern und Strauch- und Dornsavannen liegen und eher zu trocken als zu feucht werden.

Gießen Sie den Silber-Brandschopf ganz normal, wenn die Blumenerde auf der Erdoberfläche angetrocknet ist, ist es jeweils Zeit für die nächste Wassergabe. Im Zweifel wird er etwas Durst eher vertragen als nasse Füße.
{infobox type=check|content=Celosien müssen nicht beschnitten werden – aber sie können beschnitten werden, und das ist für Sie ein Gewinn. Silber-Brandschöpfe lassen sich nämlich auch als Schnittblumen nutzen und behalten als Trockenblumen ihre kräftigen Farben. Außerdem fördern Sie mit der Entfernung verblühter Stängel die Dauerhaftigkeit der Blüte – wenn Sie regelmäßig Hand anlegen, kann sich die Blütezeit bis in den September ausweiten.}

Düngen

Schöner BrandschopfSie werden häufig lesen, dass die Celosien nicht gedüngt werden müssen. Ganz so stimmt das nicht, richtig ist, dass Silber-Brandschöpfe empfindlich auf erhöhten Salzgehalt der Erde reagieren. Das bedeutet, dass die Gärtner, die ihre Pflanzen ohne Bodenanalyse mit Flüssigdüngern – meist übermäßig, wie die entsprechenden Statistiken von Bodenlabors beweisen – versorgen, bei den Brandschöpfen ausnahmsweise einmal wirklich zurückhaltend vorgehen sollten. Blumenerde ist ohnehin vorgedüngt.

Celosia argentea, die in nährstoffarmen Böden wachsen, profitieren jedoch wie jede Pflanze durch Düngen. Brandschöpfe können mit einem Kalium-betonten Dünger (NPK-Verhältns 3/1/5) gedüngt werden, in geringer Konzentration ins Gießwasser gemischt.

Vermehren

Silber-Brandschöpfe können durch Samen und durch Stecklinge vermehrt werden, wobei letzteres nicht ganz unkompliziert sein soll (in der gewerblichen Pflanzenproduktion werden die Stecklinge belichtet, mit Folien abgedeckt, gestaucht und gegen Pilze gespritzt).

Überwintern

Silber-Brandschöpfe werden bei uns gewöhnlich als "einjährige Sommerblumen" verkauft und dann auch nur einjährig kultiviert. Zur Freude des Handels, tatsächlich handelt es sich jedoch um mehrjährige Stauden, die stark frostempfindlich sind (natürlich, bei der Heimat). Sie können Brandschöpfe also durchaus überwintern, nur nicht im Garten.

Ansonsten ist noch eines sicher: Schon um 5 Grad plus beginnt eine Federbusch-Celosie zu kränkeln, ihr Winterplatz muss wärmer sein. Darüber hinaus gibt es verschiedene Meinungen – mal wird geraten, Celosien dunkel und bei stark eingeschränkter Versorgung zu überwintern (echte Ruhepause), mal sollen sie bei mäßig-warmer Zimmertemperatur durchkultiviert werden. Viele Erfahrungsberichte über die Haltung während der Überwinterung gibt es noch nicht, Sie sind also auf Ausprobieren angewiesen.

Arten und Sorten

Schöne Brandschopf-BlütenDie Gattung Brandschopf umfasst irgendetwas zwischen 30 und 60 Arten, von denen einige genutzt werden:

1. Die bekannteste Art ist "unser" Silber-Brandschopf Celosia argentea, wobei gerade im Zuge molekulargenetischer Betrachtung und Neuordnung eine ganze Menge Pflanzen unter dem Namen "Celosia argentea" zusammengefasst werden, die bisher eigene Namen hatten. Diese Pflanzen unterscheiden sich in Chromosomen (und Aussehen) stark, kreuzen sich aber untereinander und gehören deshalb zu einer Art:
  • Celosia argentea var. argentea, das ist der in allen Tropen verbreitete Ur-Silber-Brandschopf mit 8-fachem Chromosomensatz
  • C. argentea var. argentea mit vierfachem Chromosomensatz, wächst nur in Indien
  • Aus dieser indischen Celosie wurden die Kulturformen C. argentea var. cristata und C. argentea var. plumosa gezogen
  • C. argentea 'Caracas' oder 'Venezuela' ist eine bekannte Zuchtsorte der C. arg. var. plumosa
  • C. whitei: Kreuzung aus der Ur-Form und der indischen Form oder deren Abkömmlingen, 12facher Chromosomensatz
  • Von den Kulturformen gibt es jeweils mehrere Sorten, interessant ist die brandneue Celosia 'Comfort' für niedrige Sommertemperaturen (im Freien)
All diese Celosien werden Sie abseits des Fachhandels selten genau bezeichnet bzw. unterschieden finden, sie unterscheiden sich in Wuchs und Aussehen aber teilweise wirklich erheblich:

Abkömmlinge des echten wilden bzw. ursprünglichen Silber-Brandschopfs, Celosia arg. var. arg. 8-fach, werden fast zwei Meter hoch und entwickelt lockere, aufrecht stehende Rispenblüten in zarten hellrosa Tönungen.

Die indische 4-fach-Form unterscheidet sich vom Ur-Silber-Brandschopf grundsätzlich durch die ganz unten beginnende Verzweigung, breitere Blätter und erheblich niedrigeren Wuchs.

Celosia ... plumosa ist der eigentliche Federbusch-Hahnenkamm, der bei uns ursprünglich häufiger im Handel war, er ist ebenfalls kleinwüchsig und seine Blüten sehen wie puschlige Dreiecks-Kerzen aus.
 
Die aus der indischen Variation gezüchtete C. ... cristata ist der Brandschopf, der wegen seines eigentümlichen Blütenbandes Anfang des 20. Jh. als Hahnenkamm bekannt wurde. Dieser Hahnenkamm ist biologisch nichts anderes als eine sogenannte Verbänderung, die krankhafte Verbreitung eines Sprosses, hier des Blütensprosses an seiner Spitze. C. var. cristata gibt die hübsche Krankheit netterweise in ausgeprägtem Farbenreichtum von leuchtorange bis blutrot mit ihren Samen weiter, inzwischen gibt es die Hahnenkamm-Blüten in zahlreichen Varianten, auch in ziemlich abartigen Spielarten, die deutlich an Gehirnwindungen erinnern.
{infobox type=check|content=Die Formen- und Farbvielfalt an Blüten und Blättern ist schon bei den Kulturformen der Brandschöpfe etwas größer, als die im deutschen Handel angebotene "Einheits-Celosie" vermuten lässt. Sie können z. B. unter www.outsidepride.com/seed/flower-seed/celosia sehen, wie unterschiedlich Celosien aussehen können, und ungewöhnliche Celosien bestellen –  schön sind sie alle.}2. Von den schönen Celosien werden einige weitere kultiviert, von denen Sie heutzutage über das Internet Samen beziehen können, z. B. sind das:
  • Celosia palmeri, Palmers Celosie, wird bis zu einem Meter hoch und zeigt eine prächtige Hahnenkamm-Blüte, die weit geöffnet zahlreiche Falten wirft und einen Puschel am Blütengrund entwickelt.
  • Celosia spicata, die Gewürz-Celosie, blüht in rosa- bis violettfarbenen Rispen mit hellen und dunklen Tönen an einer ziemlich weit verzweigten Staude.
  • Celosia trigyna, die "Wollblume" sieht wieder etwas anders aus, die an einen Wollbausch erinnernden kleinen hellen Rispenblüten erscheinen über die gesamte Staude.
3. Der Silber-Brandschopf in seiner hohen, zartfarben blühenden Naturform und afrikanische Arten wie die Celosia trigyna werden auf Feldern als Nahrungspflanzen kultiviert und auch als Gewürz und von Kräuterkundlern eingesetzt.

Aber eigentlich sind alle Celosien essbar, und es werden auch noch viele andere Arten oder Kreuzungen in ihren Heimatländern gepflückt und gegessen. Namen wie Lagos spinach (Lagos-Spinat) deuten das an, in Nigeria ist Celosia eines der wichtigsten grünen Gemüse und heißt "soko yokoto" (das Gemüse, das Ehemänner fett und glücklich macht).

Häufig gestellte Fragen

Celosien sollen so leicht aus Samen zu ziehen sein – welche Sorte eignet sich am besten für Zuchtversuche?
Auf jeden Fall nicht die Celosien, die am häufigsten im Handel verkauft werden, die gestauchten Pflanzen mit "Verbänderung" der Blüten (Erklärung im Artikel) zu verzweigten Büscheln und Kämmen. Diese Abkömmlinge von C. argentea var. cristata oder C. argentea var. plumosa, samt der bekannten Zuchtsorte 'Caracas' bzw. 'Venezuela' produzieren aufgrund der verbänderten Blüten nur wenige Samen. Außerdem ist die Verbänderung genetisch eine rezessive Eigenschaft, die Blüten der Zuchtergebnisse sehen häufig schon in der nächsten Generation ganz anders aus. Am besten besorgen Sie sich über das Internet Samen einer ursprünglichen Celosie.

Man soll die Silber-Brandschöpfe ja essen können – aber wie bereite ich was zu?
Die jungen Stängel, Blütenstände und Blätter sollen sich wie Spinat zubereiten lassen und sollen auch ähnlich schmecken wie Spinat. Nur ein wenig milder, weshalb man sie in den Heimatregionen gerne "aufpeppt", mit scharfem Pfeffer/Chili, Knoblauch und frischer Limette, bevor sie als Beilage genossen werden. Den Celosien als Nahrung wird übrigens deshalb eine große Zukunft vorhergesagt, weil sie dem "Traumgemüse des Gemüsegärtners", das ohne Pflege wächst wie Unkraut, schon sehr nahekommen sollen ...